Leistungssteuerung eines KWE7,5G 3AP durch externe Steuerung

  • Hallo,
    wir wollen unser neues KWE7,5G 3AP durch die vorhandene externe Steuerung EWAC (ehemals. Energiewerkstatt Hannover) stufenlos in der Leistung steuern lassen. Am EWAC kommen 0-10 V heraus, das KWE braucht jedoch 4-20mA. 5V müssen auch zugleich 12mA und 3,75 KW entsprechen. Die Ist-Leistung muß auch vom BHKW an das EWAC gemeldet werden.
    Mein Stand ist; Es gibt Trennverstärker für 0-10V auf 4-20mA.
    Hat sowas jemand schon mal gelöst? Wie? Wie löst man die Rückmeldung der Ist-Leistung?

  • Das haben wir so laufen mit einem Trennverstärker von Rinck Elektronik. Umsetzer von 0-10V auf 4-20mA - kann man die Übersetzung auch einstellen, sind kleine Potis drin.


    Danke für die gute Nachricht. An den Rinckverstärker habe ich auch gedacht.
    Wie haben Sie die Rückmeldung der Ist-Leistung des BHKW an die übergeordnete Steuerung gelöst? Die Anforderungen kenne ich nicht.

  • Leistungsrückmeldung habe ich nicht. Einmal eingestellt macht das BHKW ja was es soll.


    Rückmeldung genügen mir die beiden potenzialfreien Kontakte für "Betriebsmeldung" und "Störung".
    Als Eingänge nutze ich "Externe Freigabe" sowie "Externe Leistungsvorgabe" mit 4-20mA -> Rinck Trennverstärker auf 0-10V

  • Am EWAC kommen 0-10 V heraus, das KWE braucht jedoch 4-20mA. 5V müssen auch zugleich 12mA und 3,75 KW entsprechen.


    Bevor Du da einen teuren Trennverstärker kaufst - vermutlich gehts auch mit 0-20mA. Dazu brauchst Du nur einen Vorwiderstand.
    Wenn es wirklich 4-20mA sein müssen, dann noch eine externe Spannungsquelle und noch einen Widerstand.
    Tja, so einfach kann es gehen ....
    Natürlich ist das dann nicht isoliert, aber das ist ja auch nicht notwendig.


    Also - probier es erst mal mit einem Vorwiderstand, das sollte ohne Probleme gehen.

  • Schön einfache Idee. Bin kein E-Techniker. Das hat doch was mit dem Innenwiderstand der Spannungsquelle am EWAC zu tun. Die müßte 20mA bei 10V leisten können? Kannst du auf einer Skizze zeigen wie das verschaltet sein soll?
    Galvanisch entkoppelt sind die zwei Geräte nicht. Stören die sich nicht?

  • Manno, für einen Widerstand brauchst Du einen Schaltplan ?


    R=U/I = 10V/0,020A = 500 Ohm. Also nimm 470 Ohm + einen 100 Ohm Trimmer in Serie zum Abgleichen.
    Du kannst mit einem Netzteil +10V anlegen und mit dem Trimmer den Strom auf 20mA exakt einstellen.(Amperemeter einschleifen).
    So kannst Du die Anlage mal mit der Hand steuern - wenn Du die 20mA eingestellt hast (bei 10V) kannst Du die Anlage mit dem Netzteil
    von 0-10V mal ansteuern.


    Den Innenwiderstand der Stromsenke kannst Du Vernachlässigen.


    >Galvanisch entkoppelt sind die zwei Geräte nicht. Stören die sich nicht?


    Ich nehme mal an die beiden Geräte hängen an der gleichen Versorgung und haben eine gemeinsame Masse.
    Damit sind diese ja ohnehin nicht galvanisch getrennt. Der Eingang ist ein Differenzeingang, also das sollte problemlos funken ...
    Die Leitungen eher kurz halten und verdrillen - so werden keine Störungen eingefangen.
    Die Leitungen auch nicht unbedingt parallel zu Lastkabeln legen ...
    Überdies ist der Stromeingang ja sehr niederohmig und bügelt eingestreute Störungen nieder.
    Also das kannst Du ohne Probleme machen ....


    Yeah I like Guerilla Engineering ...

  • Oft hängt das BHKW an einem anderen FI als die Steuerung


    Wenn Du mir jetzt genau erklären könntest was das ausmachen soll ?


    1 - die Netzteile der einzelnen Anlagen sind ohnehin galvanisch vom Netz getrennt.
    ich nehme an zwischen den beiden Anlagen besteht ein Potentialausgleich. Die Masse für die BHKW-Steuerung hängt an der Gehäuse/Motormasse.
    2 - sollte der FI des BHKW auslösen, prägt die Steuerung 20mA ein, aber das BHKW steht ja ... da passiert nichts
    3 - sollte der FI der Steuerung auslösen, wird kein Strom eingeprägt, also Leistung auf Null - passiert auch nichts.
    Was würde der Isolationsverstärker an dieser Situation ändern ? Die Versorgung dieses Verstärkers kann ja auch nur gegebenenfalls über einen der beiden FI erfolgen.


    Aber vielleicht gibt es noch einen Umstand den ich nicht kenne ...
    Klär mich auf.
    Diesbezüglich.

  • Ehrlich gesagt keine Ahnung. Habe dazu was von Massenschleifen von dem Steuerungstechniker mit dem ich mich beraten hatte zu hören bekommen. Und da ich ohnehin eine saubere Lösung für die Hutschiene wollte und nicht irgendwas zusammenbasteln möchte taten mir die 38 Euro oder was das waren nicht weh.

  • Und da ich ohnehin eine saubere Lösung für die Hutschiene wollte und nicht irgendwas zusammenbasteln möchte taten mir die 38 Euro oder was das waren nicht weh.


    Dagegen ist nichts zu sagen.
    Reichtum ist schliesslich keine Schande ;-)
    Aber mit an Sicherheit grenzender Warscheinlichkeit gehts auch ohne ...


    Was fliegst denn da herum ? Cessna182 ? Cessna172?

  • Hat mit Reichtum wenig zu tun. Wenn ich mir einen Widerstand, ein Gehäuse, Klemmen, Poti usw. besorgen muss und das zusammenbasteln muss, kann ich auch gleich einen ordentlichen Trennverstärker kaufen und einsetzen. Der kommt auf die Hutschiene und sieht sauber aus. Hat halt jeder so seine Präferenzen ;)


    Cessna 172R mit Centurion von Thielert im Anflug auf EDDH - auf dem rechten Sitz. Der linke Sitz ist mir zu teuer ;)

  • Morgen,


    1 - die Netzteile der einzelnen Anlagen sind ohnehin galvanisch vom Netz getrennt.


    Diese galvanische Trennung ist nicht selbstverständlich. Schutzkleinspannung mit isolierten Netzteilen ist bei Spielzeugen üblich, im Industriebereich nicht - da verwendet man Schaltnetzteile und setzt auch bei 24V= auf Schutzklasse 1 (Schutzleiterschutz).


    Habe dazu was von Massenschleifen von dem Steuerungstechniker mit dem ich mich beraten hatte zu hören bekommen


    Eben. Wenn aus der Spannungsversorgung Anlage A Strom über Anlage B abfliest fehlt dieser Strom natürlich bei Anlage A, der FI löst aus und keiner weiß warum. :whistling:
    Vor allem ist überhaupt nicht vorhersehbar welcher der beiden Schutzschalter zuerst fällt. :pinch:


    Das beide Anlagen auf dem selben Potentialausgleich liegen (hoffentlich) hat damit weniger zu tun.
    Der Ausgleich wird erst im Fehlerfall interessant, aber genau deswegen haben wir ja FIs...



    Wobei ich doch bezweifle das ein 20mA Steuersignal genügt einen FI zu ärgern. ^^



    mfg JAU

  • Diese galvanische Trennung ist nicht selbstverständlich. Schutzkleinspannung mit isolierten Netzteilen ist bei Spielzeugen üblich, im Industriebereich nicht - da verwendet man Schaltnetzteile und setzt auch bei 24V= auf Schutzklasse 1 (Schutzleiterschutz).


    Das kann ja wohl nicht Dein Ernst sein. Was soll die Schutzklasse mit der Trennung zu tun haben ?
    Es geht darum das die Sekundärseite des Netzteiles vom Netz eben Galvanisch getrennt ist. Also vom Nullleiter und der Phase.
    Das Gehäuse liegt selbstverständlich auf PE.
    Die Masse der Gleichspannung - sagen wir mal Analog GND ist üblicherweise bei Generatoren / Motorsteuergeräten usw.
    gleich mit dem Gehäusepotential (Motorblock).
    Dieses Gehäuse ist für den Potentialausgleich ebenfalls mit PE verbunden.
    Der analoge GND der zweiten Anlage muss natürlich mit dem analog GND der ersten Anlage verbunden sein. (ist er auch - über den PE, kann man aber nochmals extra machen).
    Also wo liegt Dein Problem jetzt genau ? Und was hätte dies mit Schutzisolierung zu tun ?


    >Habe dazu was von Massenschleifen von dem Steuerungstechniker mit dem ich mich beraten hatte zu hören bekommen
    >Eben. Wenn aus der Spannungsversorgung Anlage A Strom über Anlage B abfliest fehlt dieser Strom natürlich bei Anlage A, der FI löst aus und keiner weiß warum.
    >Vor allem ist überhaupt nicht vorhersehbar welcher der beiden Schutzschalter zuerst fällt.


    Das hat mit einer Masseschleife nichts zu tun - was Du beschreibst sind Fehlerströme die in dieser Form gar nicht auftreten.
    Nur im Fehlerfall kann EINE der beiden Anlagen einen Fehlerstrom Richtung PE oder Erdreich ableiten. Dann fällt auch der zugehörige FI.
    Eine Masseschleife ist etwas anderes - nämlich das über eine (vorgestellte) ringförmige Masseleitung durch anstehende Felder eine Spannung induziert wird.
    Wie eben bei einer Spule mit einer Windung.


    Diese Brumm- oder Masseschleifen reduziert man indem man das Kabel kurz hält, die Adern verdrillt, im extremfall Schirmt und den Schirm EINSEITIG mit analog GND verbindet.


    >Das beide Anlagen auf dem selben Potentialausgleich liegen (hoffentlich) hat damit weniger zu tun.
    >Der Ausgleich wird erst im Fehlerfall interessant, aber genau deswegen haben wir ja FIs...


    Siehe oben - da analog GND gleichzeitig Gehäusemasse ist, muss es eine Verbindung zwischen den beiden analog GND geben ....


    >Wobei ich doch bezweifle das ein 20mA Steuersignal genügt einen FI zu ärgern.


    Mann o Mann. 20mA Sekundärseitig bei einem 10V Netzteil, wieviel wären das wohl Primärseitig ?
    Nur mal angenommen man würde einen Spartrafo ohne Galvanische Trennung verwenden (was nicht der Fall sein kann und darf).
    Eben.


    Mir kann es ja egal sein, Ihr könnt gerne auch Trennverstärker und Optokopplermodule für alles verwenden ....
    aber in diesem Fall tut es auch ein Widerstand um ein paar Cent. Zusätzliche aktive Komponenten kosten nicht nur Geld,
    sondern sich auch zusätzliche (und vermeidbare) Fehlerquellen.


    Einer meiner Lieblingssprüche :
    "A good engineer is a fellow who can do for a nickel what any damn fool can do for a dollar." (Robert Heinlein)