Freikolbenstirling - Ein Mythos?

  • Wer sich wie ich, für BHKWs mit Stirlingmotoren interessiert, wird unweigerlich schon vom Freikolbenstirling der Firma MicroGen aus England gehört haben. Egal ob mit Gasbrenner oder mit Pellets, das faszinierende ist das Versprechen, einen so gut wie wartungsfreien Stirlingmotor zu erhalten.


    Laut Presseberichten und Eigenwerbung läuft der MicroGen-Stirling bereits in vielen Gasanlagen. In China steht die Massenproduktion, die Firma hat schon viel Langzeiterfahrung mit dem Motor, Serienreife!


    Doch das sind alle Infos, die ich erhalte. Selbst die Heizungsbauer, die <Aktien> in MicroGen haben, halten sich bedeckter.


    Ich werde in 6 Wochen nach Berlin auf die Messe fahren. Leider habe ich gesehen, dass keiner der Heizungsbauer vertreten sein wird, die angeblich den MicorGen-Stirling verbaut haben.


    Somit frage ich in diese Runde - Wo gibt es den Motor? Wer hat Erfahrung damit und wo kann ich mich darüber informieren oder beraten lassen?


    Danke für die Diskussion.

  • Hallo Gos,


    wenn Du unsere BHKW Messe am 29.10 meinst so ist Deine Vermutung falsch denn soweit mir bekannt kommen De Dietrich Remeha, SenerTec und Viessmann. Alle drei haben den besagten Freikolben Stirling verbaut.


    mfg

  • Hast du schon vorab Infos zu diesen Herstellern?
    Sind das nur Prototypen und kann man tatsächlich serienreife BHKWs kaufen? Wenn dies der Fall wäre, so wundert mich doch wie wenig Infos sie herausgeben.

  • Hier im Forum hat sich ein User vor kurzem das BHKW bestellt (eVita) und wartet nun 2 Monate auf dessen Kommen.
    Gibt es denn nicht Erfahrungsberichte von Usern, wenn bereits seit fast 12 Monaten die Anlage zu kaufen ist?
    Ich zweifel derzeit noch am reibungslosen Betrieb des Stirling, auf der Messe weiß ich schon, was der Hersteller mir dazu erzählen wird ;-)


    Meinungen von Usern sind mir da wichtiger. Wäre schon wenn sich hier jemand finden würde.

  • Danke für den Link. Die Visualisierungen sind sehr interessant, auch wenn ich bis jetzt erst einmal kurz Wert gesehen habe, als die Anlage lief.


    Du selbst hast ein eVita gekauft ? Hast du nicht selbst Erfahrungen die du teilen möchtest ? :)

  • Bestellt. Ist noch nicht da. Wenn es kommt, werdee ich berichten. Ich hatte die Wahl zwsichen Ecopower von Vaillant (kein Stirling) und eben Remeha bzw. Whispergen. Da beim Ecopower die Frage der Haltbarkeit des Motors widersprüchlich diskutiert wurde, bin ich auf Sterling gegangen. Und von den Parametern hat mir eben Remeha besser gefallen.


    Also, sobald sich bei mir was bewegt, melde ich es :-)

  • Ich zweifel derzeit noch am reibungslosen Betrieb des Stirling, auf der Messe weiß ich schon, was der Hersteller mir dazu erzählen wird ;-)

    Bei aller Skepsis, die ich den Systemen wegen ihrem geringen Wirkungsgrad entgegenbringe: Der Stirling selbst sollte inzwischen (eigentlich schon seit Jahren) wirklich reibungslos laufen. Der wird weltweit in größeren Stückzahlen eingesetzt. Es ist das "drum herum", das evtl. noch nicht alle Vorstellungen erfüllen könnte. Aber auch das sollte nach 2 Jahren Feldtest stabil geworden sein. Also rein technisch hätte ich wenig Bedenken.


    gruss
    bluwi

  • Euer Optimismus in Eheren, aber:


    hier wurde ein vollkommen neuer Motor "erfunden". Der Stirling läuft, ist ein Motor ähnlich unserer Verbrennungsmotoren, daher hat man Erfahrungen was Lager, Kurbelwellen etc. angeht.
    Der Stirling der Fa. MicroGen ist ein Motor ohne mechanische Teile die Reibung erzeugen. Einen solchen Motor habe ich noch nie im Einsatz gesehen. Der Kolben "schwebt" im Motor. Keiner weiß, ob der Kolben nicht unter Umständen kolidieren kann. Unterschiedliche Temperaturen und Drücke spielen hierbei eine Rolle.


    ICH sehe den Motor nicht in großen Stückzahlen verbaut. Ich höre immer nur, das alle Hersteller schon hunderte Anlagen verkauft haben. Sicher ist das aber nicht. Außerdem ist ein Feldtest mit X Anlagen für mich kein Anzeichen für Serienreife.


    Im Vergleich dazu der Otto-Motor:
    Wie viele wurden bereits gebaut, wie viele Stunden sind alle in Summe schon gelaufen, wie viele Weiterentwicklungen hat es in 100 Jahren gegeben, wie viele Motorschäden hat es bis heute gegeben?


    Der Stirling steht zu diesen Daten in keiner, wenn in einer lächerlichen, Relation.
    Für mich ist der Stirling der Fa. MicroGen ein Prototyp. Ich habe noch niemanden gefunden der mir Auskunft geben kann, mit jahrelanger Erfahrung. Diese Heizung muss 10 Jahre halten, mindestens. Wie viele dieser Anlagen laufen seit dieser Zeit?


    Für mich ist Fakt:
    Die Technik ist interessant, der Stirling könnte bei Serienreife in vielen Anwendungen Platz finde.
    Aber: Die Informationen sind mangelhaft, ich gehe davon aus, dass die Hersteller selbst nicht viel mehr haben als Ahnungen.
    Ein Indiz dafür ist doch alleine, wie wenig nach außen dringt. Man muss schon nach Infos zu dem Thema "Freikolbenstirling" suchen. Sobald dieser Motor ausgereift ist wird er richtig publiziert, es werden jeden Tag neue Anwendungen gefunden.
    Aber da dem nicht so ist kann ich es mir nach wie vor nicht vorstellen, dass die serienreife erreicht ist.


    Aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren. Auf der Messe vielleicht schon, oder von Usern die ihn bald geliefert bekommen ;-)

  • Aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren.

    Da kannst Du gleich hier noch was mitbekommen


    hier wurde ein vollkommen neuer Motor "erfunden".

    Das ist ein Irrtum. Die ersten Ansätze dazu waren 1907. Den ersten echten Freikolbenstirling gab's (glaube ich ) in den 60ern. Die Bezeichnung Freikolben hat übrigens nichts mit dem "Schweben" zu tun. Die schwebende Aufhängung dürfte inzwischen auch schon an die 20 Jahre alt sein.


    Der Stirling der Fa. MicroGen ist ein Motor ohne mechanische Teile die Reibung erzeugen. Einen solchen Motor habe ich noch nie im Einsatz gesehen.

    Der Motor ist ein Relikt aus der Raumfahrt. Da haben die Amis ca. ne halbe Milliarde investiert. Er sollte mit einem Parabolspiegel bei Raumsonden eingesetztz werden, die sehr weit von der Sonne wegfliegen, wo PV nicht mehr viel tut. Letztlich hat man sich dann aber für Atombatterien entschieden.


    Sobald dieser Motor ausgereift ist wird er richtig publiziert, es werden jeden Tag neue Anwendungen gefunden.

    Das Prinzip ist klar und die Feinheiten werden die auch in Zukunft nicht verraten.


    Aber wenn Du den Freikolben nicht magst, gibt es ja noch den Whisperer.


    gruss
    bluwi

  • Erstmal danke für deinen Post. Hatte die letzte Zeit viel zu tun, daher belebe ich den Thread hier etwas spät wieder zum Leben.


    Vorweg: Whispergen interessiert mich überhaupt nicht. In einer Gastherme einen Motor zu verbauen mit Kurbelwellen etc. - da muss ich keinen Stirling nehmen der in den Kinderschuhen steckt. Für mich wird der Stirling nur interessant wenn er mit Abwärme/Solarenergie betrieben wird, oder wenn er es schafft, wirklich so wartungsarm gebaut zu werden, wie MicroGen behauptet.


    Ich habe noch etwas mehr recherchiert und du hast natürlich recht, der Freikolbenstirling ist keine neue Erfindung.
    Aber ob neue Erfindung oder nicht, in den Kinderschuhen steckt die Technik nach wie vor.


    Ich suche immernoch nach Erfahrungen am "lebenden" Objekt. Ich befürchte, mir ein BHKW kaufen zu müssen, um mehr zu erfahren :S
    Aber dann werde ich wieder misstrauisch, wenn ich hier im Forum solche Meldungen lese: Bestellt, Lieferzeit auf 2 Monate festgesetzt, angeblich weil die Nachfrage so hoch ist - Leute im Internet gefunden, die sich so ein BHKW bestellt haben: EINEN!


    Entschuldigt mein Misstrauen, aber das passt nicht zusammen.


    Sehen uns auf der Messe - ich hoffe ich erfahre mehr!