Neues BHKW

  • Hallo Leut's,


    bin seit kurzem neu hier! Herzlich Willkommen!


    Ich bin schon länger im Netz am Studieren und Informieren, da ich Interesse an einem BHKW habe. Allerdings habe ich nirgendwo negative Schlagzeilen gefunden. Auch bei Euch nicht. Ist es denn wirklich so, daß sich ein BHKW unter allen erdenklichen Umständen wirtschaftlich rechnet bei den hohen Kaufpreisen? Hat nicht irgendjemand eine schlechte Erfahrung gemacht oder gibt es gar keine negativen Aspekte? Kann ich eigentlich nicht glauben, da es immer ein Contra gibt.


    Ihr könnt ruhig alles sagen. Lieber zu viel Info's zum Rechnen, als nachher pleite ! ;)


    Vielen Dank.

  • Hi,


    ein BHKW rechnet sich keinesfalls immer ;)
    Du brauchst genügend Wärmebedarf und Strombedarf. Denn ein BHKW "verdient" nur Geld, wenn es Strombezug vermeidet. Zudem sollte Erdgas verfügbar sein, denn Heizöl ist tendenziell sehr wartungs- und reparaturintensiv.


    Was die Wirtschaftlichkeit angeht, kannst Du dich dort einlesen:
    http://www.bhkw-forum.info/bhk…chaftlichkeit-foerderung/

  • Hallo Alf,


    Leider ist es nicht so , dass sich ein BHKW unter allen erdenklichen Umständen rechnet, sonst hätte vermutlich jetzt schon jeder eins.
    Um ehrlich zu sein ist sogar ganz genau das Gegenteil der Fall. Ein und das selbe BHKW hat meistens nur einen sehr Bereich an Gebäuden welches es wirtschaftlich abdeckt. Zum Glück gibt es natürlich viele unterschiedliche Hersteller und Anlagen mit denen man für die meisten Gebäude nun das Passende BHKW finden kann. Es muss sehr gut durchgerechnet werden welches BHKW denn passt. Allerdings sind vor allem im kleinen Bereich Grenzen gesetzt. Bei einem Neubau der 15000kW Wärme und 3000kW Strom benötigt wird dir Hoffentlich niemand versuchen dir ein BHKW anzudrehen.


    An sonsten schreib uns einfach die Daten wie Wärmeverbrauch , Stromverbrauch und qm des Objekts. Dann kann man eine erste abschätzung machen ob ein BHKW sinnvoll ist


    Gruß Steff

  • Allerdings habe ich nirgendwo negative Schlagzeilen gefunden. Auch bei Euch nicht.


    dann hast Du nur nicht intensiv genug gesucht. Gib mal in die Forensuche wirtschaftlich ein, da wirst Du sicher fündig.


    So wie meine Vorredner schon geschrieben haben kommt es stark auf den speziellen Anwendungsfall an, ob und wie sich das finanziell rechnet.


    LG


    Bruno

    Ich bemühe mich, garantiere aber keine Vollständigkeit und Richtigkeit, Beiträge ersetzen keine Steuer- oder Rechtsberatung!
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  • Hi,


    vielen Dank für die zahlreichen Info's. Ihr mögt ja alle recht haben.


    Aber je höher doch der Gasverbrauch ist für die Erzeugung der Wärme, umso höher wird auch die Gasrechnung. Es kann ja auch sein, daß das BHKW schon mehr Gas braucht wie eine Brennwertheizung. Steht das dann überhaupt im Verhältnis zur Stromvergütung?


    Um auf SteffenK zurück zukommen, mein Stromverbrauch ist fast so niedrig. Er liegt nämlich bei 4.278kWh. Mein Wärmebedarf liegt bei 25.858kWh mit einem Heizkessel von 1989 mit Brauchwassererwärmung. Mein Haus ist ein freistehendes Einfamilienhaus ohne nennenswerte Außen- und Innendämmung. Die größe der Wohnung ist so ca. 120 m².


    Vielleicht könnt Ihr mir ja schon mal eine Vorabprognose geben. Ihr habt sicherlich schon einige Erfahrung auf diesem Gebiet.


    Danke. Viele Grüße. Alf. ?(

  • Steht das dann überhaupt im Verhältnis zur Stromvergütung?


    Ja. Gas kostet ca. 5 ct / kWh, Strom ca. 19 ct / kWh. kWh ist kWh. Für jede kWh Strom aus dem BHKW bekommt man 5,11 ct KWK-Zuschlag (auch für Eigenverbrauch). Für den Überschuss bekommt man nochmals Preis gem. EEX (ca. 5,5 ct / kWh) zzgl. vNNE (ab ca. 0,5 ct / kWh).


    Vielleicht könnt Ihr mir ja schon mal eine Vorabprognose geben.


    Im schlimmsten Fall ein Nullsummenspiel mit einem 1 kW Gerät. Wenn man Glück hat bleiben jedes Jahr ein paar Euro übrig und wenn die Strompreise weiter steigen, bleibt zukünftig auch noch mehr übrig. :thumbup:


    Jeder, der sein Strom selber produziert, trägt dazu bei, dass der Anstieg der Strompreise in Grenzen gehalten wird. :thumbsup:

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
    Oscar Perdok GmbH
    Gildeweg 14, 46562 Voerde
    Beratung, Planung und Installation von: KWK-Anlagen, PV-Anlagen, Stromspeicher mit Notstromfunktion, Eigene Herstellung von Ladestationen für E-Mobile, Energie-Effizienz incl. Kosten/Nutzen-Betrachtung, Ladestation für E-Mobile (kostenlos)

  • Im schlimmsten Fall ein Nullsummenspiel

    Sorry, aber das ist nicht richtig. Wenn das so wäre, dann müsste man nie scharf rechnen. Es kann aber durchaus auch ein minus-Geschäft sein.

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Der geistige Horizont mancher Menschen hat einen Radius von NULL. Das nennen sie dann Standpunkt.

  • Es kann aber durchaus auch ein minus-Geschäft sein.


    Aber nur dann, wenn man das BHKW zu groß dimensioniert. Ein zu kleines BHKW wird immer ein Plus-Geschäft.
    Beispiel, wenn man in einem Passivhaus ein BHKW einbaut ist das, egal wie klein das BHKW ist, immer ein Minus-Geschäft, denn es wird keine oder vielleicht nur geringe Mengen Heizenergie z.B. für die WW-Bereitung benötigt. Bau ich z.B. in einem Mehrfamilienhaus oder Hotel mit Schwimmbad ein ecopower 1.0 ein, wird das immer sein Geld verdienen, wenn die WW-Bereitung zentral erfolgt. 8o


    Nur wenn ich an die Grenzen bei der Auslegung gehe muss ich scharf rechnen. Aber das gilt nicht nur für ein BHKW sondern immer. ;(


    In diesem Fall sind die Energieverbräuche bekannt. Und die sind für 1 kW-Geräte nicht grenzwertig. :whistling:

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
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  • Rechnen hilft.


    Selbst bei optimalen Einsatzbedingungen ist ein 1kW Micro-BHKW nicht mal theoretisch in die Gewinnzone zu bringen.


    Beispiel: jährliche Laufzeit 8760 Stunden, mehr geht nur im Schaltjahr, ständiger Lauf mit maximaler Stromabgabe ergibt 8760 kWh Strom.
    Dieser wird zu 100 % selber genutzt. Gas wird aus Förderung bezahlt, angenommenen Strompreis von 18 Cent (netto) ergibt 1.577 €.
    Maschine arbeitet 10 Jahre störungsfrei ohne Reparaturen.
    BHKW zum Schnäppchenpreis von 12.000 € erworben und eingebaut, ergibt pro Jahr 1.200 € AfA und ca. 180 € Zinsen.
    Inklusive Wartung für 250 € liegen die Gesamtkosten bei 1.630 € und der jährliche Verlust bei 53 €.


    Soweit theoretisch.


    In der Praxis wird es dann noch betrüblicher, denn wie realistisch sind


    - Laufzeit mit 24 Stunden und maximaler Leistung an jedem Tag im Jahr
    - 100 % Eigennutzung ohne Verkauf wegen EEG Abgabe
    - 10 Jahre also 87.600 Stunden keine Reparatur
    - Anschaffungskosten von 12.000 €
    - Wartungskosten von 250 € für 8760 Betriebsstunden


    Wer wirklich sparen will muss an anderer Stelle ansetzen.



    Mit freundlichen Grüßen

  • HKW zum Schnäppchenpreis von 12.000 € erworben und eingebaut, e


    trau keiner Berechnung die Du nicht selbst gefälscht hast.


    nur mal so zur Anregung, da Du Fuchs Kritikresistent bist, werde ich mir keine Mühe einer Gegenrechnung machen, aber:
    Es ist der Vergleich zu getrennter Erzeugung von Strom und Wärme herzustellen
    also
    Was kostet eine Therme ohne KWK im Vergleich
    Was kostet die Herstellung von externem Strombezug und Wärmeerzeugung
    Was kostet die Wartung und Reparatur eines reinen Wärmeerzeugers
    usw.


    LG


    Bruno

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  • aber wenn man nur die Hälfte in die Rechnung einbezieht ist das Ergebnis, sagen wir's mal vorsichtig, nur bedingt brauchbar.


    Ich kann dem Bruno nur zustimmen und füge ergänzend hinzu was ist mit
    - Mineralölsteuerrückerstattung
    - Wärmenutzung


    Was passiert, wenn man den großen Stromerzeuger das Feld überlässt ???


    @Fuchs, übernimmst Du dann unsere Stromrechnung ????
    Du denkst viel zu kurz. Leider gibt es von Deine Gleichgesinnte viel zu viele. ;(


    Machst Du solche Rechnungen auch beim Autokauf. Dann rechnet sich kein Auto. :whistling:


    Ich gebe Dir den Rat kauf Dein nächstes Auto eine Nummer kleiner (bringt dich auch von A nach B) und von dem gesparten kaufst Du ein Micro-BHKW und unsere Enkel werden es uns danken. 8o

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
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    Einmal editiert, zuletzt von ecopowerprofi ()

  • @Fuchs


    erinnere ich mich richtig, dass Du im letzten Jahr dir Gedanken über eine neue Heizung machen wolltest und uns über den aktuellen Stand berichten ?? .


    Fragen:
    was für eine Heizung hast Du ??, wie alt ???
    Wie viel Wärme u. Strom verbrauchst Du ??
    Wie wirst Du in Zukunft verfahren ??
    Wie lohnenswert ??


    Gruß

  • Hallo Fuchs,


    ich beantworte Dir gerne Deine Fragen.


    Meine Heizung ist eine Vaillant Thermoblock VCW 180 XEU. Ist mittlerweile 23 Jahre alt. Keine Brennwerttechnik also.


    Ich verbrauche Wärme 25.858 kWh und Strom 4.278 kWh.


    So wie ich das hier sehe, ist das, zumindest bei mir, im Moment wohl kein Thema mehr mit einem BHKW. Vielleicht deshalb weil der Strom vielleicht noch "günstig" ist, die BHKW's vielleicht noch zu teuer und vielleicht auch noch zu viel Gas verbrauchen. Es wird hier auch immer nur von "Strom wird teurer" geredet. Aber was ist mit dem "Lebenselexier" der BHKW's, wenn das Gas teurer wird. Da geht die Rechnung nicht auf denke ich.


    Aber es kann mich ja jemand gerne eines Besseren belehren.


    Werde wohl dann doch einen Heizkessel nehmen mit Solarthermieunterstützung. Dann brauche ich weniger Gas. Zumindest im Sommer für die Brauchwassererwärmung kein Gas mehr. Und bei Brennwerttechnik brauche ich ja dann sowieso weniger Gas als jetzt. 8o


    Strom produziere ich ja auch schon mit meinen drei PV-Anlagen. :thumbsup:


    Also, Leute hat mich gefreut. Gruß Euer Alf. 8)

  • Hallo,


    gut ein neues Beispiel.


    http://www.rwe.com/web/cms/de/…emitteilung/?pmid=4006357


    Dort wird ein Haus mit 260 m² Wohnfläche und 38.500 kWh Heizwärmebedarf mit einem MicroBHKW versehen. Das Haus entspricht mit seinem Wärmebedarf von 150 kWh pro m² etwa Baujahr 1982. Nicht gerade zufällig haben die 4 Bewohner einen recht hohen Stromverbrauch von 7.000 kWh.
    Durch den Einsatz des BHKW werden insgesamt 3.332 kWh Strom erzeugt und davon 2.100 kWh selbst verbraucht. Durch die Stromerzeugung steigt der Gasbezug gegenüber der Brennwerttherme um 10 %. Wie soll es auch anders sein, zusätzlicher Strom kostet zusätzliches Gas. In der Summe verbleiben dem Betreiber durch Eigenverbrauch und sicherlich auch Förderung eine Energiekosteneinsparung von 370 € pro Jahr. Davon sollen nun neben der Wartung auch Investition und Zinsen abgedeckt werden? Das wird nie gelingen.


    Ist dieser Betreiber nun einer der Guten und denkt an seine Kinder? Für mich nicht. Sicherlich wird der Strom effektiver als im Kraftwerk gewonnen, aber was ist mit dem größten Verbraucher, der Heizung. Ein heutiger Neubau benötigt durch besser Dämmung etwa 2/3 Heizwärme weniger. Warum nicht dort sparen, da sind doch die Einsparmöglichkeiten viel größer. Ein BHKW senkt nie den Wärmeverbrauch, im Gegenteil durch zusätzliche Pufferspeicher entstehen größere Verluste.


    Warum nicht den Stromverbrauch überdenken? Wird durch sparsame Geräte und überlegter Einsatz der Stromverbrauch nur um 2.000 kWh gesenkt, liegt das Sparpotential über 400 € und damit höher als die 370 € mit einem mehr oder weniger wartungsaufwendigen und teuren BHKW. Auch euer Argument, dass ich mit einem BHKW den großen Vier Paroli bieten kann, ist ein Witz. Solange ich das Gas bei den selben oder ihren Unterhändlern kaufe und dann den überschüssigen Strom noch unter Wert verschenken muss, ist das für diese doch ein gutes Geschäft. Warum hat wohl RWE diesen Feldtest veranlasst? Richtig, dieser Kunde kauft jetzt 10 % mehr Gas.


    Ihr seht, es gibt kein Verkäuferargument welches sich nicht widerlegen lässt.


    Ich sehe es schon kommen, in wenigen Jahren werden die ganzen Hobbyunternehmer mit ihrem 100 % Vorsteuerabzug auf die Nase fallen, wenn das MicroBHKW mangels Erfolgsaussichten als Liebhaberei eingestuft wird.



    Mit freundlichen Grüßen