Fragen zur Nutzungsphase eines ZHKW von LichtBlick

  • Schönen guten Morgen,
    ich suche Informationen über ein Zuhausekraftwerk (Lichtblick/VW Modell)


    Wie sieht ein Lastgang von den Abnehmern aus?
    Wieviel Strom kann an der Börse veräußert werden?


    Gibt es hier auch bereits Ideen welche Auswirkungen dieses Konzept auf den Strommarkt haben könnte?


    Würde mich über ein anregende Diskussion freuen.

  • Vielen Dank erstmal für die Antwort.
    Dass Lastgang und Börsenpreis dem Kunden eigentlich egal sein kann, war mir bewusst.
    Ich möchte mich dennoch, soweit es geht, darüber informieren.


    Klar ist ja, wenn Strom kurzfristig gebraucht wird, dass der Börsenpreis dementsprechend steigt. Es sei denn man hat langfristige Lieferverträge, denke ich mal.


    Kann man da aber dennoch eine grobe "Vorschau" geben, wie sich ungefähr Börsenpreis sowie Lastgang bei der Benutzung von ZHKW verhalten werden?

  • Kann man da aber dennoch eine grobe "Vorschau" geben,


    Na Lichtblick wird versuchen, soviel Strom wie möglich in Zeiten zu produzieren, wenn der Börsenpreis für Strom hoch ist. Wenn der Preis gerade niedrig ist, dann wird man versuchen, aus dem Speicher die Wärme bereitzustellen, soweit das halt geht. Hängt natürlich stark von guten Prognoserechnungen ab. Wenn die daraus Vorteile ziehen, dann ist das übrigens nichts schlechtes. Damit wird das ganze finanziert und gleichzeitig die Preisspitzen im Strommarkt gedämpft. Man muss halt für sich selbst rechnen, ob man damit günstig fährt. Jedenfalls kann das auch jemand haben, der selbst nicht schrauben kann.

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Der geistige Horizont mancher Menschen hat einen Radius von NULL. Das nennen sie dann Standpunkt.

  • Das ist soweit auch logisch.
    Wenig Wind --> nicht genug produzierter Strom ---> Strompreis an Börse steigt ---> Lichtblick schaltet ZHKW hinzu um "fehlenden" Strom einzuspeisen ---> Lichtblick bekommt höhere Vergütung.



    So wie ich das verstanden habe. Geht der komplette produzierte Strom erstmal in das globale Stromnetz. Der Kunde muss sich dann den Strom wieder "zurückkaufen". Für den Kunden bliebe also nur die Wärme.


    Mit welcher Überproduktion an Wärme rechnet denn Lichtblick dabei? Ich meine, die 5min Duschen und ab und an mal Händewaschen im Sommer benötigen doch kein ZHKW? Geheizt wird doch im Sommer eigentlich nicht.



    Was passiert dann mit der produzierten Wärme? Geht die zum Schornstein raus?



    Weitere Frage. Müssten dazu nicht auch die Stromnetze ums Haus ausgebaut werden? Wenn Lichtblick jetzt bspw. in einer Straße 10 ZHKW in einer Straße startet um Strom einzuspeisen, ist das nicht ein bisschen viel für das Netz?

  • Nochmal, für Dich ist das wie Fernwärme. Mit dem Strom hast Du nichts zu tun!


    Wenn nicht mehr Wärme abgenommen wird, kann Lichblick das BHKW nicht starten, wenn der Puffer gefüllt ist. Aber da es für größere Immobilien gedacht ist, wird auch im Sommer durch den WW-Bedarf eine gewisse Wärme benötigt.


    Stromleitungen müssen nicht ausgebaut werden. Die Hausanschlüsse sind für eine gewisse Transportfähigkeit ausgebaut. Ob der Strom dabei in das Haus fließt oder aus dem Haus ist egal. In der Nachbarschaft entlastet das BHKW das Netz sogar, weil der Strom aus dem BHKW Haus im Nachbarhaus verbraucht werden kann - und dieser Strom nicht erst über hunderte Kilometer über mehrere Netzebenen und Trafos bis in das Kabel unter der Straße muss. Werden an einem Hausanschluss mehrere Zuhausekraftwerke betrieben, ist ab (ich meine 30 kW) eine Netzprüfung vorgesehen. Da aber in solchen Fällen der Anschluss für den bisherigen Verbrauch auch größer dimensioniert war, ist das Netz darauf in 95% (aus der Hüfte geschossen / geschätzt) der Fälle auch bereits ausgelegt.

  • Nochmal, für Dich ist das wie Fernwärme. Mit dem Strom hast Du nichts zu tun!

    Ja das versteh ich doch.
    Mich interessiert nun mal trotzdem, was mit den Strom/Strompreis und der gleichen passiert... Teils aus privaten Gründen, teils im Zuge eines Schulprojektes...



    Diese Lichtblick Aggregate haben gegenüber herkömmlichen Gasheizungen doch den Vorteil, dass sie nebenbei auch Strom erzeugen (somit auch Steigerung des Wirkungsgrades). Gibt es sonst noch nennenswerte Vorteile?


    Bestehen andere Energieaufwände für die Bereitstellung des Erdgases als normal?

  • Hallo Vr_Hansi,


    ein Nachteil, meiner Meinung nach, im System ist, dass u.U die Wärmeverluste des Pufferspeichers zu deinen Lasten gehen!
    Wenn Lichtblick das BHKW startet, obwohl kein Wärmeanforderung anliegt, würde der Puffer langsam aber ungenutzt auskühlen! Da stellt sich die Frage, wie wird die Wärmemenge gemessen/abgerechnet - vor oder hinter dem Pufferspeicher!


    Zum erzielbaren Strompreis wird Lichtblick zwar Prognosen haben, aber ob die im Vorfeld veröffentlicht werden, kann ich mir nicht vorstellen. :negativ:


    Grüße
    AxelF

    Wikipedia: ICH WEISS ALLES!


    Google: ICH HABE ALLES!


    Internet: OHNE MICH GEHT NICHTS!


    Strom: ACH WIRKLICH ???!!!

  • Bist Du Dir sicher Axel? Mein letzter Stand war Abrechnung an der Abgangsleitung vom Puffer zum Verbraucher.


    Sicher kann man sich nie sein! ^^|__|


    Bei Lichtblick heist es, dass nur die tatsächlich verbrauchte Wärmemenge abgerechnet wird und koppelt den Wärmepreis an den Gaspreisindex des Statistischen Bundesamtes.

    Naja, wie auch immer, im Winter macht der Nutzer dann die Isolierung vom Puffer auf und freut sich über einen warme Kellerdecke :pfeifen:


    Es werden bestimmt noch jede Menge Probleme zu bewältigen sein, bis das irgendwann mal reibungslos funktioniert :S


    Grüße
    AxelF

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    Strom: ACH WIRKLICH ???!!!

  • Wie sieht ein Lastgang von den Abnehmern aus?
    Wieviel Strom kann an der Börse veräußert werden?


    Gibt es hier auch bereits Ideen welche Auswirkungen dieses Konzept auf den Strommarkt haben könnte?


    Lichtblick produziert den Strom nicht für die Börse sondern für ihre eigenen Kunden. Deswegen werden ggf. die BHKWs auch den Standard-Lastgang für ihre Kunden abfahren. Nur wenn ein theoretische Überschuss entsteht wird was an der Börse verkauft. Bei Unterdeckung wird an der Börse zu gekauft. Alles andere wäre für die ein Minus-Geschäft. Der Justus macht bei Buzzn genau das Gleiche. Aber ich nehme an, da es sich um einzelne Kleinkraftwerke unter 50 kW handelt, werden die versuchen die BHKWs mit Standard-Lastprofilen zu belegen. Ob sich die "Großen 4" das gefallen lassen steht noch auf einem anderen Blatt. ;(


    Aber es sind bisher nur Vermutungen. Ob die sich jemals in die Karten schauen lassen wage ich zu bezweifeln. :glaskugel:

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
    Oscar Perdok GmbH
    Gildeweg 14, 46562 Voerde
    Beratung, Planung und Installation von: KWK-Anlagen, PV-Anlagen, Stromspeicher mit Notstromfunktion, Eigene Herstellung von Ladestationen für E-Mobile, Energie-Effizienz incl. Kosten/Nutzen-Betrachtung, Ladestation für E-Mobile (kostenlos)


  • Lichtblick produziert den Strom nicht für die Börse sondern für ihre eigenen Kunden. Deswegen werden ggf. die BHKWs auch den Standard-Lastgang für ihre Kunden abfahren. Nur wenn ein theoretische Überschuss entsteht wird was an der Börse verkauft. Bei Unterdeckung wird an der Börse zu gekauft. Alles andere wäre für die ein Minus-Geschäft. Der Justus macht bei Buzzn genau das Gleiche. Aber ich nehme an, da es sich um einzelne Kleinkraftwerke unter 50 kW handelt, werden die versuchen die BHKWs mit Standard-Lastprofilen zu belegen. Ob sich die "Großen 4" das gefallen lassen steht noch auf einem anderen Blatt. ;(


    Aber es sind bisher nur Vermutungen. Ob die sich jemals in die Karten schauen lassen wage ich zu bezweifeln. :glaskugel:

    Danke... genau so was brauch ich....
    Meine Fragen vorhin wurden vor längerem mal vom Lehrer erwähnt, konnte mir aber nichts so genau drunter vorstellen... daher hab ich in die Richtung gefragt.


    Wie würde denn so ein Standard Lastprofil aussehen? Bzw wieso sollte es bei einem ZHKW anders aussehen als im normalen Haushalt?
    Man darf ja hier denke auch nicht von Lastprofilen eines 1 Familenhauses sprechen, sondern eher von größeren Häusern.

  • @gunnar: korrigier mich, wenn ich Blödsinn schreibe.


    Wie würde denn so ein Standard Lastprofil aussehen?


    In einem "normalen" Haushalt mist der Zähler nur den Jahresverbrauch. Er wird meistens nur einmal im Jahr abgelesen. Die Verteilung des Stroms auf die einzelne Tagen und Stunden wird über ein sogenanntes Lastprofil gemacht. D.h. die Zuordnung des Verbrauchs zu einer einzelne Stunde wird nur theoretisch auf Basis von Statistiken vorgenommen. Ob der einzelne in dieser Stunde den Verbrauch hatte ist unerheblich. Da auf Grund der großen Anzahl von Verbraucher in einem Versorgungsgebiet sich das relativiert.


    Man darf ja hier denke auch nicht von Lastprofilen eines 1 Familenhauses sprechen, sondern eher von größeren Häusern.


    Bei Mehrfamilienhäuser ist es eben versorgungsmäßig genauso als ob viele EF-Häuser angeschlossen werden. Ein Elektroherd bleibt ein Elektroherd egal in welchem Haus er steht. Im EFH gibt es nur ein Herd und im großen Wohnblock eben hunderte. Das Verbrauchsverhalten ändert sich dadurch nicht.

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
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  • Moin,


    Zitat

    Aber ich nehme an, da es sich um einzelne Kleinkraftwerke unter 50 kW
    handelt, werden die versuchen die BHKWs mit Standard-Lastprofilen zu
    belegen.

    genau so ist es. Auch für die Einspeisung wird ein Standard-Einspeiseprofil verwendet, spart eine 1/4h Messung. Diese Einspeiseprofile gibt es für alle möglichen Erzeugungsanlagen, also PV, KWK aus Biogas, Wind usw.. Sind teilweise schon auf den Webseiten der Energieversorger einzusehen.
    Die Energieversorger kommen da nicht mehr drum rum. Soweit ich weiß müssen die sich entscheiden was sie anwenden. Entweder über 1/4h Messung oder Lastprofil.


    Gruß
    Tom

  • Bei Mehrfamilienhäuser ist es eben versorgungsmäßig genauso als ob viele EF-Häuser angeschlossen werden. Ein Elektroherd bleibt ein Elektroherd egal in welchem Haus er steht. Im EFH gibt es nur ein Herd und im großen Wohnblock eben hunderte. Das Verbrauchsverhalten ändert sich dadurch nicht.

    Mit größeren Häusern meinte ich jetzt auch Firmengebäude usw.
    Da wird der Lastgang doch anders aussehen. Im Familienhaus wird doch bspw zwischen 6-7 Uhr morgens viel Strom gebraucht, wohingegen in einer Firma eher zwischen 8-9 Uhr der Strombedarf ansteigt. Das meinte ich damit. Oder ist etwas anderes unter Lastgang zu verstehen?



    Kann mir einer von euch Hinweise (Links/Tipps) zu den Energieaufwänden für die Bereitstellung des Erdgases geben?