Stromimporte aus dem Ausland nach dem Moratorium

  • Kurzgutachten des Ökoinstituts:


    Da die Kernkraftwerke (auch die im Ausland) sowieso schon rund um die Uhr fahren, sind die nach dem Moratorium festzustellenden Leistungsflüsse über die Grenzkuppelstellen nicht durch zusätzlichen Strom aus Kernkraftwerken zu begründen. Es sind eher zusätzlich ausgelastete fossile Kraftwerke, die nun das Preisgleichgewicht im intereuropäischen Stromhandel gemäß landesspezifischer Merit-Order-Kurven herstellen. Der CO2-Preis ist deswegen schon angestiegen - aufgrund der Deckelung des Cap & Trade Mechanismus im ETS sollten jedoch keine Mehremissionen auftreten.


    Der überwiegende Effekt des veränderten Handelssaldos kommt nicht aus einer Verstärkung der Importe sondern aus einem Nachlassen der Exporte, insbesondere nach Österreich, der Schweiz und den Niederlanden.


    Gruß,
    Gunnar

  • In dem Zusammenhang ist dieses hier auch ganz interessant:

    Zitat

    Die Bundesnetzagentur will die Kraftwerksbetreiber dazu verpflichten, bei drohenden Strom-Engpässen zur Stabilität der Netze beizutragen. "Das im März beschlossene Kernkraftwerk-Moratorium sowie revisionsbedingte Abschaltungen führen dazu, dass die Einspeiseleistung in Deutschland aktuell um rund 9700 Megawatt reduziert ist", sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, am Mittwoch laut Mitteilung in Bonn. Dies wirke sich auf die Lastflüsse im Netz aus.


    Zum ganzen Artikel


    Mich würde es nicht wundern, wenn die KKW-Betreiber - RWE-Großmann vorweg - an diesem Rad drehen nur um Strom-Engpässe künstlich zu verschärfen :diablo:


    Grüße


    AxelF

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  • Mich würde es nicht wundern, wenn die KKW-Betreiber - RWE-Großmann vorweg - an diesem Rad drehen nur um Strom-Engpässe künstlich zu verschärfen

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  • Dann sollte sich der B-KWK mal an seine Mitglieder und alle andere KWK Anlagen wenden und um Ausgleich bitten.
    Die Anlagen als "normale" Energieklos laufen zu lassen sollte möglich sein.
    Notstromanlagen wird es auch genügend geben die seit Jahren sonst nur zu den Inspektionen laufen.


    Würde auch die Möglichkeiten der KWK den unwissenden zeigen.
    Müsste der B.KWK natürlich entsprechend auch der Presse darlegen.
    Die Werbung unter den KWK Betreibern müsste alsbald anlaufen.


    Zusatzkosten für die verklappte Wärmeenergie sind natürlich das eigne Verlustgeschäft.
    Das HZA würde evtl. auch noch rebelieren, da die Energiesteuer ja auf einem Mindestwert begrndet.
    Auf das Jahr gerechnet sollte das aber kein Problem darstellen.

  • Definition für diessen Beitrag: WP sind elektrisch angetriebene Wärmepumpen. (damit Manni nicht schimpfen muss wie heute in einer anderen Rubrik)


    Dann sollte sich der B-KWK mal an seine Mitglieder und alle andere KWK Anlagen wenden und um Ausgleich bitten.


    Die haben in vielen Fällen doch die WP mit Rundsteuerempfänger ausgestattet und können die dann auch gezielt abschalten. Würde auch zur Netzstabilität beitragen. Würden die dann sogar mehr Verdienen, weil dann der frierenden WP-Betreiber irgend wann auf normal Strom schaltet. :evil:



    Mich würde es nicht wundern, wenn die KKW-Betreiber - RWE-Großmann vorweg - an diesem Rad drehen nur um Strom-Engpässe künstlich zu verschärfen :diablo:


    So weit würde der nicht gehen aber eine Verknappung durch Unterlassen. Bei uns steht das KKW Voerde auch heute wieder still (gehört dem RWE zu 50%). Das sind 2,1 GW die nicht am Netz sind. Es reicht das Ding einfach nicht hoch zu fahren um eine kritische Situation in ganz Deutschland zu erzeugen. *versuch*
    Oder die vergessen mal wieder, wenn die Hochspannungsleitung über die Ems abgeschaltet werden muss wegen der Schiffsdurchfahrt der Meyerwerft in Papennburg, eine Ersatzleitung zu schalten. Haben die letztens schon mal geübt und ein bisschen Chaos im Netz verursacht. :pfeifen:

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
    Oscar Perdok GmbH
    Gildeweg 14, 46562 Voerde
    Beratung, Planung und Installation von: KWK-Anlagen, PV-Anlagen, Stromspeicher mit Notstromfunktion, Eigene Herstellung von Ladestationen für E-Mobile, Energie-Effizienz incl. Kosten/Nutzen-Betrachtung, Ladestation für E-Mobile (kostenlos)

  • Dann sollte sich der B-KWK mal an seine Mitglieder und alle andere KWK Anlagen wenden und um Ausgleich bitten. Die Anlagen als "normale" Energieklos laufen zu lassen sollte möglich sein.


    Irgendwo steht eine Beschränkung von 70% Nutzungsgrad. Wenn man die Anlagen häufiger "nur" bei Spitzenstrompreisen, aber keinem Wärmebedarf betreibt, ist das in der einen Stunden (oder auch dem halben Tag machbar), aber wenn sowas häufiger vorkommt und eine KWK-Anlage, die vorher bei 78% Jahresnutzungsgrad nun auf 69% Nutzungsgrad sinkt, dann schiesst man sich finanziell ins Knie.


    Außerdem tut man sich schwerer, den KWK-Zuschlag innerhalb von 4 bzw. 6 Jahren (30.000 h) abzurufen, wenn relativ häufig Kondensationsstrom erzeugt wird.


    Prinzipiell stimme ich Dir überein. Mit KWK-Anlagen, die temporär als Kond-Strom-Anlagen gefahren werden (sei es bei BHKWs mit einem Notkühler auf dem Dach oder bei Entnahmekondturbinen keine Heizwärme aus dem Mitteldruckteil entnehmen) kann man einen großen Teil der oft geforderten Schattenkraftwerke stellen.


    Gruß,
    Gunnar


  • Die haben in vielen Fällen doch die WP mit Rundsteuerempfänger ausgestattet und können die dann auch gezielt abschalten. Würde auch zur Netzstabilität beitragen. Würden die dann sogar mehr Verdienen, weil dann der frierenden WP-Betreiber irgend wann auf normal Strom schaltet.


    BNetzA-Bericht vom 11. April 2011:
    Auswirkungen des Kernkraftwerk-Moratoriums auf die Übertragungsnetze und die Versorgungssicherheit


    In dem Bericht wird besonders der Mangel an Blindleistungsquellen im HöS-Netz zur statischen Spannungshaltung beschrieben.


    Zitat


    Oder die vergessen mal wieder, wenn die Hochspannungsleitung über die Ems abgeschaltet werden muss wegen der Schiffsdurchfahrt der Meyerwerft in Papennburg, eine Ersatzleitung zu schalten. Haben die letztens schon mal geübt und ein bisschen Chaos im Netz verursacht.


    Da gab's nie eine Ersatzleitung, sondern die haben vorher gerechnet: Ist beim Abschalten der Leitung die N-1-Fehlersicherheit im Netz nach wie vor gewahrt. Bei der Planung der Durchfahrt war das so, aber da hätte an sich eine zweite Rechnung unmittelbar vor dem Freigeben der Leitung erfolgen sollen, was unterlassen wurde. Dann hätte man wahrscheinlich festgestellt, dass sich aufgrund der etwas verschobenen Lastflüsse und der etwas vorgezogenen Passage keine N-1-Sicherheit mehr darstellen lässt und dann hätte die Meyer-Werft schlicht auf die nächste Flut warten müssen, weil dann die Leitung in Betrieb zu bleiben hat.


    Gruß,
    Gunnar

  • @Gunnar
    Hatte ja es ein wenig ironisch gemeint. :pfeifen:

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
    Oscar Perdok GmbH
    Gildeweg 14, 46562 Voerde
    Beratung, Planung und Installation von: KWK-Anlagen, PV-Anlagen, Stromspeicher mit Notstromfunktion, Eigene Herstellung von Ladestationen für E-Mobile, Energie-Effizienz incl. Kosten/Nutzen-Betrachtung, Ladestation für E-Mobile (kostenlos)

  • Hatte ja es ein wenig ironisch gemeint.


    Ist schon klar. Ich wollte nur verdeutlichen, dass durch die Eingriffe in die Wirkleistungsflüsse - sei es durch Redispatching von Kraftwerken (Kraftwerk im Süden rauf, Kraftwerk im Norden runter), oder durch DSM-Maßnahmen (großflächiges Abschalten von WP für 2-3 Stunden) - die sich abzeichnenden Probleme im Übertragungsnetze nicht vollständig gelöst werden können. Man braucht auch Kurzschlussleistung für die Schutztechnik (Überstrom für die "Sicherungen"), Blindleistungsquellen zur Spannungsstabilisierung, etc.


    Gruß,
    Gunnar

  • Hallo,
    es wird ernst für die Systemführer in den Netz-Leitwarten!


    Zitat

    ..........Von Samstag an sind nur noch vier Atommeiler am Netz. Es drohen ernste Stromengpässe,
    Das AKW Emsland wird zur Revision abgeschaltet. Danach sind nur noch vier deutsche Reaktoren in Betrieb
    Ab dem kommenden Wochenende ist Deutschland für einige Tage größtenteils atomstromfrei. Im Laufe des Samstags nimmt der Betreiber RWE sein Atomkraftwerk Emsland - mit 1400 Megawatt einer der leistungsstärksten deutschen Meiler - für die routinemäßige Revision vom Netz. Es ist das 13. Atomkraftwerk in Deutschland, das innerhalb weniger Wochen seinen Betrieb einstellt. Danach sind in Deutschland für einen Zeitraum von mindestens zehn Tagen nur noch vier von 17 Atomkraftwerken in Betrieb........


    Zum Beitrag Klick


    Grüße AxelF

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    Strom: ACH WIRKLICH ???!!!

  • Moin,


    und, schon irgendwas gemerkt ?(
    Ist doch alles nur Panikmache. Deutschland ist nicht das Herz der Stromproduktion, gibt noch andere die auch Strom produzieren können. Dann wird halt in solchen Fällen mal aus dem Ausland importiert, das senkt den Jahresexport etwas, mehr nicht.
    Letztes Jahr waren die Aussagen ja noch so das wenn 4 abgestellt werden alles zusammenbricht ^|__|^ ^|__|^
    Siehste mal was die für nen Bullshit reden nur um Ihre Gelddruckmaschinen weiter betreiben zu können und unsere Politiker waren da auch noch überzeugt (worden) von. Sagt doch alles über diese Spezies oder?
    Plötzlich ist alles anderst _()_


    Gruß
    Tom

  • Und der Strom muss ja auch von irgendwo hertransportiert werden und die Leitungen glühen nicht, ich seh zumindest die 380KV-Trasse hier nachts nicht :-)
    Also auch das eine Lüge, dass man da 1000de Kilometer Netzverstärkung braucht.


    LG


    Bruno

    Ich bemühe mich, garantiere aber keine Vollständigkeit und Richtigkeit, Beiträge ersetzen keine Steuer- oder Rechtsberatung!
    Ich Unterstütze den gemeinnützigen Gedanken dieses Forums und dessen gemeinnützigen Verein, der sicher nix gegen eine Spende hat, wenn ihm hier geholfen wurde.

  • Moin,


    Zitat

    Also auch das eine Lüge, dass man da 1000de Kilometer Netzverstärkung braucht.

    das ist im Moment mehr ein lokales Problem. Leitungen reichen oft noch, nur die Trafos sind zu schwach. Die Energieversorger kommen mit Tauschen kaum noch nach. Dieses Problem ist aber hausgemacht. Das es so kommen wird ist schon länger bekannt, investiert wurde aber nur das Nötigste, Gewinn war wichtiger.
    Problem sind dort oft Biogasanlagen die konstant Strom in die Leitungen pumpen. Ein Trafo darf 50% überlastet werden, hierfür muß er aber auch wieder abkühlen können was bei konstanter Einspeisung nicht der Fall ist.


    Bei PV kann über Tags überlastet werden, Nachts kann er wieder abkühlen.


    Der jetzt nötige Ausbau der Höchstspannungsebene ist für die Offshore Windkraftanlagen um den Strom von Nord nach Süd zu bekommen.



    Gruß
    Tom

  • Der jetzt nötige Ausbau der Höchstspannungsebene ist für die Offshore Windkraftanlagen um den Strom von Nord nach Süd zu bekommen.


    selbst das finde ich für übertrieben, wieviel Großkraftwerke werden denn im Vollausbau durch die Offshore-Windparks ersetzt?


    LG


    Bruno

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  • Zitat

    selbst das finde ich für übertrieben, wieviel Großkraftwerke werden denn im Vollausbau durch die Offshore-Windparks ersetzt?


    keine Ahnung. Hab mal was von ca. 25GW gehört die da gebaut werden sollen.
    Inwieweit dazu das Übertragungsnetz von Nord nach Süd ausgebaut werden muß, weiß bestimmt Gunnar. Ich denke es ist die Leistung die dort oben punktuell zusammen kommt (haben ja sehr viel Windkraftanlagen im Norden) was Probleme verursacht.



    Gruß
    Tom