Betreff: BHKW in denkmalgeschütztem Altbau?

  • Ich wäre sehr dankbar für Hilfestellung bei folgender Frage:
    Ich überlege die Anschaffung eines BHKW für unser 100 Jahre altes, freistehendes EFH.
    Wärmedämmung ist wegen Denkmalschutz nur sehr bedingt möglich
    Wohnfläche ca.250qm, Gasheizung von 1996 Gasverbrauch 72500kWh/a,
    Stromverbrauch 12000kWh/a Lohnt sich hierfür ein Bhkw und welcher Typ
    wäre hier am besten geeignet?

  • Hallo und willkommen fiabcd


    um eine Antwortwort auf Deine Frage, BHKW ja - nein, zu finden bist Du hier schon richtig.


    Ich hab auch so ein denkmalgeschützes Schätzchen, ungefähr die gleiche Größenordnung (nur noch 250 j. älter) wie bei Dir, in 2010 um- und einen Dachs eingebaut. Läuft jetzt seit Okt. 2010. Bin zwar nicht so der BHKW-Technikspezi, da gibt bessere Leute hier. :-(|__|


    Aber einige Erfahrungen aus dem Betrieb kann ich schon beisteuern. Ich hab mich nämlich das letzte halbe Jahr täglich um mein grünes Haustier gekümmert, beobachtet und aufgeschrieben.


    Du wirst noch einige Fragen beantworte müssen bevor man wirklich was sagen kann.


    Wie ist die Nutzung von dem Haus (reines Wohnhaus?) und wieviel Leute wohnen da, weil




    Stromverbrauch 12000kWh/a


    scheint mir für normales EFH doch heftig.


    Von den restlichen Spezialisten werden sicher die anderen Fragen kommen, aber das wird schon.

    Die dezentrale KWK ist keine Brücke - sie ist die Lösung :thumbsup:


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  • Hallo,
    und herzliche Willkommen im Forum


    erstmal
    ein BHKW in denkmalgeschützen Objekten ist ausgeichnet um Anforderungen an besserer Energieeffizienz gerecht zu werden
    ...auch, um z.B. ErneuerbareEnergieWärmeschutzGesetz (z.B. in BaWü) für den Altbau zu erfüllen.


    Dennoch
    ein kritisches Wort zu Deinen Verbräcuhen...die scheinen mir -selbst im denkamlobjekt- doch um einige szu hoch
    Hier würd ich mal Ursachenforschung betrieben.


    BHKW in dieser Größenklasse wird keine cash-Maschine,
    aber dennoch kann man es wohl wirtschftlich betrieben werden


    Möglcihe Größenklassen -nach der Ursachenforschung, warum man nicht auch mit 50tsd kwh auskommen sollte
    wären wohl eine der neueren stirlinggeräte (brötje, senertec, evita oder auch der whispergen) oder im motorischen Bereich max. das ecopower 3.0

  • Der Wärmebedarf wird so bei ca. 50.000 kWh liegen.
    Aber teil doch mal mit, welchen Typ-Bezeichnung dein Kessel hat und welche Werte dein Schorni beim letzten mal gemessen hat. Dann kann man mal rechnen.
    Wenn dein Stromverbrauch und Wärmeverbrauch sich nicht wesentlich reduzieren lassen, halte ich ein 1 kW Gerät (Remeha, Senertec usw.) für zu klein. Diese produziern ca. 4000 - 6000 kWh Strom und ca. 24.000 - 36000 kWh Wärme (ohne SLK) pro Jahr.

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
    Oscar Perdok GmbH
    Gildeweg 14, 46562 Voerde
    Beratung, Planung und Installation von: KWK-Anlagen, PV-Anlagen, Stromspeicher mit Notstromfunktion, Eigene Herstellung von Ladestationen für E-Mobile, Energie-Effizienz incl. Kosten/Nutzen-Betrachtung, Ladestation für E-Mobile (kostenlos)

  • Wenn dein Stromverbrauch und Wärmeverbrauch sich nicht wesentlich reduzieren lassen, halte ich ein 1 kW Gerät (Remeha, Senertec usw.) für zu klein. Diese produziern ca. 4000 - 6000 kWh Strom und ca. 24.000 - 36000 kWh Wärme (ohne SLK) pro Jahr.



    Kann mich ja Irren ( mach ich eigentlich oft :blush2: ) aber am Anfang stand das Wort


    Ich überlege die Anschaffung eines BHKW für unser 100 Jahre altes, freistehendes EFH.
    Wärmedämmung ist wegen Denkmalschutz nur sehr bedingt möglich
    Wohnfläche ca.250qm,



    ich schließe daraus, verkauf aber keine BHKWs :pfeifen:, das angestrebt wird
    Auflagen der ENEV und wie sie alle heißen zu erfüllen, dazu bedarf es aber
    nicht zu 100% einer Vollversorgung durch das BHKW, so das ich ohne jetzt die
    letzte Fassung ( der Schei...ändert sich ja dauernd und mich betrifft es nicht )
    zu kennen, könnt also auch ein kleiners BHKW den von mir so gelesenen Effekt
    alle Vorschriften zu erfüllen ohne zu verarmen herbeiführen, ach Mist wieder :offtopic:


    Übrings da wär schon ein SLK im Haus ;)

  • ich schließe daraus, verkauf aber keine BHKWs :pfeifen:, das angestrebt wird
    Auflagen der ENEV und wie sie alle heißen zu erfüllen, dazu bedarf es aber nicht zu 100% einer Vollversorgung durch das BHKW, so das ich ohne jetzt die letzte Fassung ( der Schei...ändert sich ja dauernd und mich betrifft es nicht ) zu kennen, könnt also auch ein kleiners BHKW den von mir so gelesenen Effekt alle Vorschriften zu erfüllen ohne zu verarmen herbeiführen, ach Mist wieder :offtopic:


    Gem. EnEV muss ein gewisser Anteil (ich meine 70%, hab aber jetzt keine Lust das zu suchen) aus KWK kommen, wenn es als Ersatzmaßnahme gelten soll. Wird ein zu kleines BHKW installiert wird erfüllst Du die EnEV nicht. Du kannst aber Energie auch durch andere Maßnahmen als Wärmedämmung usw. einsparen. z.B. in der Beleuchtungstechnik. Auch eine Lüftungsanlage kommt in Frage. Kann ich aber wegen der Entfernung nicht beurteilen was überhaupt möglich ist. Beim meinem Freund, der ein Hotel betreibt, konnten wir den Stromverbrauch von 28.000 kWh/Mon. im Jahre 1995 auf Heute 8.000 - 9.000 kWh/Mon. senken obwohl er seine Zimmeranzahl in der Zeit von 14 auf 44 erhöht hat.

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
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  • das angestrebt wird
    Auflagen der ENEV und wie sie alle heißen zu erfüllen,



    Das sollte eher nicht das Ziel sein, denn EnEV und alte Bausubstanz passen zusammen wie Feuer und Wasser. Ich kenn das aus eigenen, leidigen Erfahrungen. Und jeder glaubwürdige Energieberater, da treibt sich ja auch allerhand Volk rum :-)_:-) , wird Dir bestätigen dass er sich schwer tut mit rechnen und Ratschläge. EnEV ist hier eher zweitrangig |__|:-)


    Ich hab mir viele Info´s bei www.konrad-fischer-info.de geholt.


    Dass für ein altes Haus mehr Energieeinsatz nötig ist sollte jedem Besitzer eines solchen Schätzchens bewusst sein.


    Wichtig ist dass die Sache bezahlbar bleibt. Nach EnEV hinrechnen kann man´s immer.


    @ ecoprofi war schneller, aber ist auch der Meinung

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  • och Männers,


    wir wissen doch gar nicht, warum er BHKW mag
    - will/muss er Effizienzmaßnahmen erfüllen?
    - will muss er z.B. EEWärmeG im Altbau erfüllen (viele BL haben es noch nicht)


    und wenn,
    was gilt dasnn?


    ÜS: die 70% beziehen sich nicht auf die Jahresheizarbeit, sondern Gesamtwirkungsgrad...kriegen die kleinen alle hin
    dann noch (falls BaWü) ne Stromkennzahl von 0,1
    In vielen anderen Dingen reichen 50% Jahresheizarbeit aus


    und ausserdem
    kann man auch prima detaillierte Verfahren verwenden, wo es BHKW eigentlich immer schaffen sollte andere Maßnahmen zu toppen


    PS: Hab gerad nen Architekten der in freudiger Erwartung ist,
    denn mit BHKW (für irgendwas in den 40tsd)schafft er die Eff70, wo er sonst aufwändigere Maßnahmen mit >200tsd gebraucht hätte.


  • PS: Hab gerad nen Architekten der in freudiger Erwartung ist,
    denn mit BHKW (für irgendwas in den 40tsd)schafft er die Eff70, wo er sonst aufwändigere Maßnahmen mit >200tsd gebraucht hätte.


    Keine Kohle kann brennen so heiß, wie de homlich Lieb zwischen Bayer und Preiß :-):-)


    es war aber net schlecht wenn der Threadstarter genauer definieren tät was
    wirklich ins Auge gefaßt

  • Liebe Teilnehmer,
    zunächst einmal herzlichen Dank für die schnellen Antworten, die mir deutlich gemacht haben, daß ich von dem Thema doch noch sehr weit weg bin.
    Ich will versuchen, die angesprochenen Fragen zu beantworten:
    Wir sind ein 4-6 Personenhaushalt, währed der Woche 3-4, am Wochende 5-6 Personen.
    Unsere Gasheizung ist eine Buderus GB112W/WT.
    Wir heizen auch nicht übermäßig stark, manche Räume sind an kalten Tagen kaum vernünftig zu erwärmen.
    Ich hatte mich schon vor mehreren Jahren über die hohe Energierechnung geärgert und mich über alternative Heizmethoden informiert:
    Solarpanels sind wegen Denkmalschutz nicht möglich.
    Geothermie scheidet wohl auch aus, weil wir uralte gusseiserne Heizkörper haben, die eine hohe Vorlauftemperatur brauchen.
    So stieß ich vor fünf Jahren durch einen Zeitungsartikel auf die Sun Mashine und gehörte zu den ersten Bestellern. Gott sei Dank wurde diese nie geliefert, da das Unternehmen inzwischen in Konkurs gegangen ist. Seitdem bin ich an dem Thema BHKW interessiert, ohne es jedoch in der Zwischenzeit weiter verfolgt zu haben.
    Grund meines Interesses ist Energie-und Kosteneinsparung, die ENEV sagt mir nichts?
    Vielen Dank für die Unterstützung.

  • die ENEV sagt mir nichts?


    ...des macht jetzt erst einmal garnix, ist vielleicht sogar besser so ))))

    manche Räume sind an kalten Tagen kaum vernünftig zu erwärmen.


    liegt das daran dass es der Kessel nicht schafft, oder sind die Heizkörper zu wenig? Würdest Du auch evtl. nachrüsten, mit allen dann anfallenden Unannehmlichkeiten (Staub, Dreck,)


    Wie groß ist der Pufferspeicher?


    Wieviele Heizkreise? Ein- oder Zweirohr Heizkreis?



    Zitat

    uralte gusseiserne Heizkörper


    Die lässt aber schon drin :!: Das geht nämlich, egal was Dir mancher Heizungsbauer erzählt.


    So, jetzt bist Du wieder dran.




    PS: Jaja die SunMashine, es wär so schon gewesen. Ich war auch ein Fan von der, die Kaufentscheidung ist mir dann aber leider, oder Gott sei Dank, abgenommen worden.

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  • manche Räume sind an kalten Tagen kaum vernünftig zu erwärmen.


    Das ist der Grund für den hohen Energieverbrauch. Der Kessel ist ja bereits ein Brennwertgerät. Der aktuelle Wärmebedarf liegt bei ca. 62.000 kWh/Jahr. Da kann man die 1-kW-Geräte vergessen.


    weil wir uralte gusseiserne Heizkörper haben, die eine hohe Vorlauftemperatur brauchen.


    Die gehören auch in einem alten Haus. Aber für ein BHKW eigentlich kein Problem. (s. auch Kommentar baulion)


    die ENEV sagt mir nichts?


    Bedeutet Energie-Einspar-Verordnung. In Google eingeben und man bekommt Links zum runterladen.


    Grund meines Interesses ist Energie-und Kosteneinsparung


    Da kannst Du in deinem Fall nur ein BHKW nehmen.


    PS: baulion, jetzt warst Du aber schneller

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
    Oscar Perdok GmbH
    Gildeweg 14, 46562 Voerde
    Beratung, Planung und Installation von: KWK-Anlagen, PV-Anlagen, Stromspeicher mit Notstromfunktion, Eigene Herstellung von Ladestationen für E-Mobile, Energie-Effizienz incl. Kosten/Nutzen-Betrachtung, Ladestation für E-Mobile (kostenlos)

  • Vielen Dank für die sehr hilfreichen Antworten und Hinweise. Mir ist jetzt erst so richtig klar geworden, wie hoch unser Verbrauch im Vergleich zu anderen tatsächlich ist. Leider sind die Dämmmöglichkeiten wegen des Denkmalschutzes stark eingeschränkt, ich werde mich auf jeden Fall noch einmal erkundigen, was trotzdem möglich ist. Der Hinweis auf die Website von Konrad Fischer scheint mir besonders hilfreich.
    Es scheinen sich alle einig zu sein, dass ein BHKW in unserer Situation sinnvoll ist.
    Mir ist jedoch noch nicht klar, welcher Typ von BHKW für uns am besten infrage kommt: ein kleines Gerät, das ständig läuft oder ein größeres, das man vermutlich nur während der Heizperiode sinnvoll nutzen kann?
    Gibt es so etwas wie ein Ranking der besten Modelle?
    Mir erschien seinerzeit die SunMachine wirtschaftlich besonders interessant wegen der Zusatzvergütung für erneuerbare Energien. Gibt es andere, funktionierende und praxiserprobte BHKWs die auch mit erneuerbaren Energien betrieben werden können, oder ist das vorläufig ein frommer Wunsch?


    Herzlichen Dank noch einmal für die Hilfe.