Dachs HKA: Laut und heiß?

  • Hallo zusammen,


    bevor ich mich entschlossen habe, mich für einen Dachs zu entscheiden, habe ich jede Menge von Informationen verarbeitet.
    Das Thema BHKW verfolgt mich seit ca. 25 Jahren und eigentlich wollte ich erst praktisch einsteigen, wenn die Kombination Wassrstoff und Stirlingmotor seriemäßig Verfügbar ist.
    Nun ja, das alter meiner Heizungsanlage hat mich trotz aller begeisteter Basteleien eingeholt.


    DER DACHS KOMMT.


    Nun war ich natürlich neugierig, den Dachs in Aktion zu sehen.
    Mein Lieferant besitzt so einen und hat ihn mir mit Stolz vorgeführt.
    Bingo! Da war er der DACHS.
    Und ich war ein bischen entäuscht.


    a) er war für mein Verständnis von technischer Ausgewogenheit zu laut.


    Denn, alles was laut ist verschleißt. Reibung erzeugt Lärm und damit Wärme ubnd einhergehend einen je lauter der Lärm einen größeren Verschleiß.


    b) der Motorblock war unheimlich heiß, heißer als mein Dieselmotor im PKw.


    Da die die erzeugte Wärme des DACHS als Heizungswärme genutzt wird glaubte ich, den DACHS kühler fühlen zu müssen.


    Steckt in der Nutzung der Motorblockhitze noch bastlerisches Potential zu dessen Nutzung?


    Trotz dieser Anmerkungen, der DACHS kommt, der Bastler freut sich, die Frau hat abendliche Ruhe.


    mit freundlichem Gruß an alle
    Werner

  • Hallo Werner,


    ja, der Dachs ist recht laut und dagegen kann man etwas tun.
    Senertec hat eine zusätzlich einklebbare Schwerschalldämmung und neuerdings auch eine Kantenisolierung. Sollte beim Senertec-Lieferanten als Zugabe eingefordert werden.


    Zu den Geräuschen, die so metallisch klingen. Das kommt von den Zahnrädern des Ventiltriebs. Die haben eine Geradverzahnung und sind beim Ablauf der Zahnflanken aufeinander eben lauter als Schräg- oder Pfeilverzahnung. Macht aber nichts, was klappert (beim Ventiltrieb) das geht auch nicht kaputt.


    Die Temperatur des Motorblocks aus Gusseisen ist doch ok, schliesslich beträgt der Heizungsvorlauf aus dem Dachs bis zu 83 °C. Nicht ohne Grund hat der Dachs deshalb auch einen Ölvorrat von 12 Litern gebunkert, von denen etwa die Hälfte zwischen den Ölwechseln verbraucht wird.


    Das Öl ist eine besondere Mischung für Temperatur- und Standzeitverhalten. Man kann es nicht durch herkömmliche Longlife-Motoröle ersetzen, das bringt nur Ärger. Wenn man Kosten sparen will, hilft die Wahl größerer Gebindeeinheiten, z.B. Sixpack oder 200 Liter Faß.


    So weit, so gut.


    Gruß
    Dietrich

  • Hallo Werner,


    das dein Dieselmotor im Auto eine geringere Temperatur hat glaub ich nicht. Die Temperaturen am Automotor bewegen sich in der Regel auch so um die 80°C. Beim Dachs ist es z.B auch so das alle Starts unter 60°C Motortemp. als Kaltstart bezeichnet werden und somit der Motor erhöhtem Verschleiß unterliegt. Das beste für einen Dieselmotor ist Dauerlauf mit konstanter Drehzahl und Temperatur.
    Die Abstrahlverluste des Motors sind auch sehr gering und somit nicht überzubewerten. Es kommt ja auch noch darauf an ob der Dachs in der thermischen Hülle des Gebäudes installiert ist oder nicht (meistens eher nicht) denn dann geht ja die Wärme auch nicht verloren.
    Ich würde keinen Aufwand betreiben die Abwärme zu nutzen denn damit geht ja evtl. wieder ein wenig Laufzeit verloren ausser du hast soviel Wärmebedarf das der Dachs nur die Grundlast abdeckt (was ja normal so gemacht werden sollte aber wer braucht im 1 u. 2 Familienhausbereich schon 100KW Heizleistung).
    Auf jeden Fall schonmal (y) zu deiner Entscheidung etwas für die Umwelt zu tun.


    Gruß
    Thomas

  • Hallo Dietrich, Hallo Thomas,


    vielen Dank für eure beruhigende und aufklährende Antworten.


    Ja, ich habe die zusätzliche Dämmung geordert, da ich jedes Risiko von Lärmbelästigung beseitigen möchte.


    Im August ist es soweit, dann wird der DACHS installiert.


    Ich freue mich schon darauf und bin gespannt darauf, welche Fragen wir in diesem Forum noch erörtern werden.


    Auf jeden Fall hat dieses Forum und die Anregung des einen oder anderen von euch dazu beigetragen, daß ich mich für den DACHS entschieden habe.


    mit freundlichem Gruß an alle
    Werner

  • Hallo zusammen,


    seit dem 5. August steht er nun in meinem Keller, der "DACHS".


    Ist schon eine tolle Sache und ich bin voll begeistert.


    Mein erster Eindruck, als ich ihn bei meinem Installateuren bewundern durfte, hat sich aber auch in der ersten Woche bei mir bestätigt. Der Dachs nutzt die volle Wärmekapazität, die er erzeugt, nicht voll zur Heizungs- oder Warmwassererzeugung aus.


    - Der Heizungsraum, in dem auch meine alte Ölheizung stand, staute sich die ungenutzte Wärme, obwohl alle warmwasserführende Rohre isoliert sind.


    Somit habe ich als erste Maßnahme alle Kellertüren geöffnet, damit die Überschußwärme des Heizungsraumes sich in den Kellerräumen verteilen kann.


    Resultat: Die Temparatur in der "Dachshöhle" ist wesentlich angenehmer und die restlichen Kellerräume fühlen sich temperiert an. Das gefühlte Feuchtigkeitsempfinden ist in diesen Räumen verschwunden.


    Toller Nebeneffekt dank "DACHS".


    viele Grüße
    Werner

  • Nochmal Hallo,


    das Feuchtigkeitsempfinden ist daher besser weil durch die höhere Raumtemperatur die rel. Feuchte sinkt. Die meisten Leute sind ja der Meinung das man im Sommer den Keller gut durchlüften muss damit er trocken wird. Das aber ist genau falsch. Da die Temperaturen in unbeheizten/bewohnten Kellerräumen relativ niedrig sind und im Sommer die Aussenluft relativ warm und so mehr Feuchte aufnehmen kann und dann auf die Kühlen Wände des Kellers trifft steigt hier schlagartig die relative Feuchte an. Im ungünstigsten Fall kondensiert dann sogar die Luft und Wasser fällt aus (in die Wand).


    Grüße
    Thomas

  • Hallo Thomas,


    ich stimme Dir voll zu, genau das ist auch meine Beobachtung.


    Damit aber alle Besucher meines Kellers, hier gibt meine Frau diverse Porzellanpuppenkurse, sich wohlfühlen, öffne ich nicht mehr die Fenster sondern lasse die Überschußwärme des Daches durch die Kellerräume streichen.


    Vielleicht schaffe ich es jetzt, die sich angesammelte Luftfeuchtigkeit in den Kellerräumen abzubauen.


    mit vielen Grüßen
    Werner

  • Moin Werner,


    zunächst auch meinen Glückwunsch zur Entscheidung zum Dachs.


    Die Strahlungswärme aus dem (geschlossenen) Heizungs- keller führe ich über eine Zwangslüftung (100er Leitung) in einen anderen Kellerbereich. Damit die Laufgeräusche nicht mit übertragen werden, habe ich das Lüftungsrohr am Wanddurchgang auf einer Länge von 1 m innen mit einer Schaumstoffauskleidung als Schallbremse versehen.


    Gruß
    Dietrich