Biogas 100kw el. Leistung rentabel?

  • Hey,


    vorab möchte ich mich kurz vorstellen, ich bin wie mein nic schon sagt neu dabei. Ich studiere Regenerative Energietechnik an einer Fachhochschule und möchte gerne einen gedankengang eines bekannten überprüfen. ich hab schon ca. 1 stunde hier gestöbert, doch bin nicht so recht weitergekommen, deswegen möchte ich nun meine Frage hier offen in die runde werfen und hoffe das jemand mir helfen kann.


    Soooooo:


    Ein bekannter von mir hat vor 2 jahren ein ehemaliges budeswehrdepot für sein gerwerbe gekauft, jetzt brauch er ein wärmekonzept. Er sagt er kann zertifiertes 100% Biogas von einem Landwird über das erdgasnetz beziehen für 9 ct/kwh + transportkosten. Bei einem 100kw biogasmotor braucht man ca 50m³ gas pro stunde bei erdgas wahrscheinlich weniger oder? wie kann ich das nun mir nun die erforderliche gasmenge errechen und damit auch die bezugskosten, wenn ich sage es sind dann 10ct/kwh? Muss ich das mit der z-zahl und dem Brennwert rechnen? ich stehe voll aufm schlauch. Bekommt er dann auch die 21,67c/kwh (KWK und NaWaRo) nach eeg, sofern die eon das anerkennt?


    Vielen dank für eure hilfe, ich komm einfach nicht weiter.

  • Hallo neu_dabei,


    und Herzlich Willkommen im Forum!


    Zu Deiner Frage: Erdgas und Biogas oder besser Biomethan werden nach Brennwert abgerechnet. Der erforderliche Energieeinsatz eines 100kWel - BHKW von bspw. 290kW muß mit dem Heizwert-Brennwert-Faktor von 1,11 für Erdgas multipliziert werden. Bei dem örtlich zu recherchierenden Energieinhalt des Erdgases von angenommenen 10kWh/m³ kommt man dann auf ca. 32,2m³ Erdgas pro Stunde.
    Wie die Bestimmung der Transportkosten des zu Biomethan aufbereiteten und eingespeisten Biogases bemessen werden, kann Dir nur der Erdgasversorger bzw. Erdgasnetzbetreiber sagen.
    Gemäß EEG wird für die Biogasaufbereitung normalerweise auch der Technologiebonus in Abhängigkeit von der Biogasanlagengröße (EEG Anlage 1) gewährt. Aber wie kommst Du mit EEG-Grundvergütung, Nawaro- und KWK-Bonus auf 21,67ct/kWh?


    In Abhängigkeit von dem örtlichen Erdgaspreis kann ich Dir aber jetzt schon sagen, dass der Einsatz von Biomethan zu 9 oder 10ct/kWh Ho gegenüber dem Einsatz von Erdgas mit KWKG-Vergütung im Vergleich zu einer konventionellen Erdgasheizung wirtschaftlich gesehen nicht sinnvoll ist.



    Denkmaler

  • jo,


    dekmaler hat ja die wichtigsten Punkte benannt


    und um es nochmal deutlich zu machen
    WAS AUS DEM ERDGASNETZ KOMMT, HAT ERDGAS EIGENSCHAFTEN
    (auch wenn es durch Einsoeisung von Biogas irgendwo anders nur zertifiziert ist)


    Die 21,67 kommen mir irgendwie bekannt vor...glaub es ga da solch eine Kombination
    ...aber das war wohl was mit 2010er Sätzen


    Für aktuelle Vergütung nochmal ins EEG gucken.


    und auch richtig von denkmaler benannt,
    ein Teil der Vergütungen muss vom Biogaseinspeiser zertifiziert sein, z.B. NaWaRo-Bonus
    oder auch Technologie-Boni nach Anlagengröße (als die Größe der Biogasanlage) und glaub es gibt noch Formaldehyd-Bonus.


    KWK-Bonus natürlich, wenn vor Ort.



    Biogas sollte auch nen bissl günstiger als 9ct (ohne Transport) zu haben sein
    transportkosten können stark variieren....von unter 1ct bis vll. 1,5


    Ich teile die Einschätzung,
    dass Biomethan aus dem Erdgasnetz nicht wirtschaftlich zu betreiben ist


    Beipsiel: aus 3kwh Biomehtan, bekommt man 1kwh Strom und 2 kwh Wärme (grob Übershclägig ohne Verlustbetrachtung)
    Die 3kwh Biogas kosten dann grob 27ct
    Bei -nehmen wir mal an- 21ct Stromvergütung, kosten uns die 2kwh Wärme 6ct...also 3ct/kwh
    ...was erstmal nicht so schlecht klingt


    Nun haben wir aber noch Wartungskosten und Kapitladienst für die Anschaffung usw
    so dass man hier keine Wirtschaftlichkeit schaffen wird.


    zum vergleich BHKW nach KWK-G
    3kwh Brensntoffbezug kosten meinetwegen 15ct (aktuell eher drunter)
    Wenn man den Strom selber nutzt, dann erstpart man sich Stromeinkauf von 17(?) ct/kwh...und dann gibts noch den KWK-Zuschlag drauf, also 22ct/kwh
    ...7ct Überschuss und die Wärme gibts auch noch
    Hier lässt sich dann auch gut die Wartung und die Anschaffungskosten wieder reinspielen
    - wenn man aber den Strom einspeist, dann gibts vll. 10ct/kwh (EEX+KWK-Zuschlag), dann wären noch 5ct für 2kwh Wärme....auch nciht shclecht,
    aber für die Refinanzierung wirds nicht reichen.


    Drum, die Anlage nach KWK-G auslegen und dabei eine recht hohe Stromeigennutzung anstreben

  • und glaub es gibt noch Formaldehyd-Bonus.


    Ja aber der wird nicht vom Eispeiser Zertivziert das muß der KWKbetreiber
    selber gebacken bekommen, die Rechnungen sind mit Vorsicht zu genissen
    den bei der Neufassung des EEG wird die Vergütung von Biogas gestutzt werden.



    Sind die Planungen also recht Langwierig und klemmts am Schluß mit der Umsetzung
    ist man auf einmal in der Fasung von 2012 wie die genau wird :glaskugel:

  • Bei -nehmen wir mal an- 21ct Stromvergütung, kosten uns die 2kwh Wärme 6ct...also 3ct/kwh ...was erstmal nicht so schlecht klingt

    Vermutlich gibt es da noch ein weiteres Problem:
    Alle Verträge über Biogaslieferung, die ich kenne (sind zugegebne nur ein paar) gehen von einem ganzjährigen Betrieb aus, weil der Lieferant ja eine teure Aufbereitungsanlage betreiben muss. Will heißen, die Rechnung sollte auch ohne Wärmenutzung halbwegs aufgehen.


    bluwi

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  • 1. Achtung 5,11 Ct/kWhel KWK-Zuschlag gibts nur für die ersten 50 kW Leistung, danach 2,1.
    2. Die Mineralölsteuereinsparung bei Erdgas nicht vergessen.
    3. Die EneV nicht vergessen.
    4. Vielleicht mal kucken wie der Stromverbrauch denn so ist, den ich evtl. substituieren kann......evtl. ist eine 100 %-Rückspeisung nach EEG besser als 50 % Eigenverbrauch + 50 % Rückspeisung nach KWKG.
    5. Wie hoch sind denn überhaupt die Strom- und Wärmeverbräuche des Anwesens?
    6. Was gibts denn für Strom -und Wärmeverbraucher?
    7. Gibts denn ein Wärmenetz und wenn ja wie groß/ Systemparameter?
    8. Erdgasanschluss vorhanden?
    9. Zustand Heizzentrale?
    10. Oder vielleicht doch eine fundierte Voruntersuchung machen lassen?


    Aloa
    Horst Bernauer BET