Warum BHKW nicht monovalent betreiben?

  • Hallo zusammen,


    ich stelle mir schon seit einiger Zeit die Frage, warum fast immer der bivalente BHKW-Betrieb bevorzugt wird. Um auf viele Nutzungsstunden zu kommen und um damit möglichst viel Strom zu erzeugen, wird jetzt wahrscheinlich gleich die Antwort sein.


    Wenn ich aber davon ausgehe, dass mein Haus eine bestimmte Menge Wärmeenergie im Jahr braucht, dann würde ich die im monovalenten Betrieb bei geringerer Laufzeit komplett erzeugen. Bei einer Anlage im bivalenten Betrieb nur einen Teil der Wärmeenergie bei hoher Laufzeit. Bei gleicher Stromkennzahl der Anlagen würde ich im monovalenten Betrieb absolut also auch mehr elektrische Energie erzeugen, die ich nutzen oder einspeisen kann.


    Da die Lebensdauer von BHKW ja auch begrenzt ist, frage ich mich, was eigentlich genau gegen den monovalenten Betrieb spricht. Über Antworten und Anmerkungen zu meiner Theorie wäre ich dankbar.

  • Moin, Moin,


    wenn ein BHKW monovalent betrieben wird, dann muss die max. thermische Leistung des BHKWs gleichgrößer als max. benötigte Heizleistung sein. D.h. man muss ein rel. großes BHKW installieren was natürlich entsprechend teurer ist. Für diese Betrachtung ist es unerheblich ob es moduliert oder nicht.


    Ich versuch es mal ganz einfach zu erklären:
    Als Beispiel: wenn man mit ca. 30 Tage im Jahr mit Temperaturen von unter z.B. 0°C (gilt für den Niederrhein) hat so würde man die max. Leistung des BHKWs nur an diesen Tagen nutzen. An den übrigen Tagen müsste das BHKW getaktet oder runtermoduliert werden (kommt für diese Betrachtung aufs Gleiche raus). Es liefert weniger E-Energie.
    Wenn man aber das BHKW kleiner dimensioniert würde es an mehr Tagen mit voller Leistung laufen. Durch die geringerer Investition ergibt das eine höhere Rendiete bezogen auf die Investitionssumme. Wenn man so will mehr Zinsen. Man muss aber für die kalten Tage noch ein Spitzenlastkessel installieren. Dieser Kostet aber nur ein Bruchteil von dem was ein BHKW kostet. Auch der Unterhalt ist Preiswerter.
    Aus diesen Gründen ist die bivalente Betriebsart im Wohnhausbereich die wirtschaftlichere.

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
    Oscar Perdok GmbH
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  • naja,


    das mit dem Preis würd ich jetzt nicht als k.o. sehn


    Ich versuchs mal noch anders,
    - für monovalent, braucht es: Nennleistung=max.Spitzenlast
    - aus rein klimatischen Gründen, wird ein Gerät mit Spitzenlast ca. 2.000h im Jahr benötigt
    am kältesten Tag halt 24h, und bei 0°C vielleicht 12h..und im sommer meientwegen 1/2h(fürWW)
    - 2.000h bedeutet aber auch, dass es ncihtmal 1/4tel des Jahres überhaupt läuft,
    ergo wenig Gelegenheit den erzeugten Strom selber zu nutzen...und nur selbst erzeugter ist der Renner, währenddessen eingespeister kaum was bringt.



    Ich geb Dir recht,
    diese Praktiken sind durchaus zu hinterfragen, aber bei aktuellen Rahmenbedingungen ist es nciht anders wirtschaflich zu betreiben.

  • Hallo Kuli,
    genau das ist es, es muss passen .
    Ich betreibe selber eine BHKW Anlage vom typ Ecopower4.7 monovalent seit 2006. Noch habe ich nicht gefroren nicht mal bei minus 15° C
    Ein paar Daten: Hausgröße ca. 200 m² beheizt. Baujahr 1982 alles mit Fußbodenheizung, 4 Personen Haushalt 4600 BSTD Laufzeit im Jahr.
    Im Moment Kaufe ich 3 kW Strom am Tag dazu bei Plus 7°C, 22 kW werden Verkauft und alles ist Kuschelig Warm. Anlage läuft derzeit 20 Std. in der Nacht wird abgeschaltet weil wenig Strombedarf und der Speicher Kühlt schön runter bis zum Morgen dann geht das Spielchen wieder von vorne Los. Dies alles lässt sich sehr genau mit dem Ecopower realisieren.
    Wie gesagt es muss passen.
    Die meisten meiner BHKW Kunden sind Monovalent und Arbeiten äußerst Wirtschaftlich.



    Gruß Heiko, innovative Heiztechnik

  • 2000,- € Reingewinn

    ?(
    Oh - da würd mich ja mal interessieren, was Du da alles bei der Berechnung berücksichtigt bzw. nicht berücksichtigt hast... :S


    Ich habe schon einige solcher Schön-Rechnungen gesehen, bei denen z.B. die Kosten für die selbst benutzte Wärme beim BHKW als Einnahme gezählt wurden, ohne daß sie in gleicher Höhe auf der privaten Ausgabenseite wieder in Abzug gebracht worden sind.


    Bin gespannt :rolleyes:


    André

  • Moin,


    er wird halt alles selber machen und braucht keinen teuren Kundendienstmonteur bezahlen wie der Großteil der Betreiber. Auch wird er die Teile zum Einkaufspreis bekommen und schon sieht die Rechnung auch im Ein- u. Zweifamilienhaus besser aus, ist bei mir auch so. Wenn ich auf Firmen angewiesen wäre, könnte ich den Dachs verschrotten weil sich der nie rechnen würde und der Betrieb mit einem normalen Kessel günstiger wäre.
    Was tut man nicht alles um sein grünes Herz zu beruhigen :rolleyes:


    Gruß
    Tom

  • - für monovalent, braucht es: Nennleistung=max.Spitzenlast


    da bin ich nicht ganz Deiner Meinung: Mit einen schönen Pufferspeicher kann man Spitzen sehr schön glätten, so dass man auch die Anlage vielleicht auch in Richtung höhere-mittleren Last auslegen kann. Wenn dann noch nicht gedeckte Spitzen übrig bleiben sollten, kann man prüfen diese ggf. mit einem preiswerten e-Heizstab abzufangen. Keine pauschal Aussage! Sollte jeder nach seinen wirklichen Bedürfnissen entscheiden

  • Moin,


    er wird halt alles selber machen und braucht keinen teuren Kundendienstmonteur bezahlen wie der Großteil der Betreiber. Auch wird er die Teile zum Einkaufspreis bekommen und schon sieht die Rechnung auch im Ein- u. Zweifamilienhaus besser aus, ist bei mir auch so. Wenn ich auf Firmen angewiesen wäre, könnte ich den Dachs verschrotten weil sich der nie rechnen würde und der Betrieb mit einem normalen Kessel günstiger wäre.
    Was tut man nicht alles um sein grünes Herz zu beruhigen :rolleyes:


    Gruß
    Tom


    und bevor nun wieder ein externer Forenfrscihling hier mitleist
    Tom meint es mit Sicerheit so, wie er bei ihm betrieben wird (nämlich auch, oder zumindest annähernd monovalent)
    In einer Einbauumgebung mit mehr Laufzeit,
    wird auch kundendiesntversorgter Dachs profitabel laufen.


    Die 2.000€ Gewinn (und nicht entwa Einnahmeüberschussrechnung)
    halte ich auch für dreist...hier im Forum wolln wir doch sachlich argumentieren.
    Hier wären ja grob 100% Stromeigennutz (was schon bei perfekter Modulation des 4.7er in nem EFH erforderlich machen würde) nötig
    und dann gehts auch nur in die Richtung, wenn man in einer Vollkostenrechnung den Kapitaldienst sportlich vergisst

  • Moin,


    Zitat

    Tom meint es mit Sicerheit so, wie er bei ihm betrieben wird (nämlich auch, oder zumindest annähernd monovalent)

    genau so. Wie man in diese Betriebsweise (monovalent) als "Ottonormalbetreiber" 2000€ Überschuss erwirtschaften soll, ist mir schleierhaft _()_
    Meiner läuft auch monovalent, Kessel ist nur als Backup vorhanden und weil man im Notfall mit Holz heizen kann.
    Würde ich alles machen lassen müssen (Wartung, Reaparaturen usw.) würde mit Sicherheit nicht mal eine schwarze 0 bei rumkommen.


    Zitat

    In einer Einbauumgebung mit mehr Laufzeit,


    wird auch kundendiesntversorgter Dachs profitabel laufen.

    So ist es. Es muss einfach das ganze drumherum zusammenpassen, ansonsten ist ein BHKW eine Geldvernichtungsmaschine ;)
    Das verhält sich übrigens mit jedem Heizsystem (WP, Pelletskessel usw. ) so, ist keine Eigenart von BHKW's, hier kommt es nur mehr zum Tragen weil komplexere Zusammenhänge und Geldflüsse.


    Gruß
    Tom