Eigenbau Insel-BHKW zum Wärmepumpenantrieb

  • Hallo liebe Freunde der Kraft-Wärmegekoppelten Energieerzeugung,


    Ich bin Alex, 42, und arbeite im Motorenversuch einer unabhängigen Motorenentwicklungsfirma.


    Für mein EFH plane ich den Bau eines Insel-BHKW, um (erst mal) meine Wärmepumpen anzutreiben.


    Zu den Eckdaten: ca 220m2 Wohnfläche, derzeit beheizt mit 10m2 Solarthermie sowie zwei Ochsner Mini-EWP Erdwärmepumpen mit ca 4,4 KW Gesamtleistung, Leistungsaufnahme ca 600 Watt pro Stück.


    Da ein wenig angebaut wird und ich somit mehr Heizleistung benötige, steht der Bau eines Mini BHKW an.


    Bei Entwurf und Dimensionierung der Komponenten sind ein paar Fragen aufgetaucht, die ich hoffentlich mit Eurer Hilfe lösen kann.


    Folgende Kernbauteile sind bisher geplant:


    Motor Kubota Z482, Betrieb mit 1500 min-1 (ca 5KW bei Vollast) und Pflanzenöl
    Laufzeit ca 1500-2000 Stunden pro Jahr
    1 Phasen Synchrongenerator mit 12 KW (genügend Reserve da China-Ware) incl 220V AVR
    Steuerung über Siemens Logo mit KNX-Anbindung zur Visualisierung (das Haus wird schon über KNX gesteuert)


    Einspeisevergütung oder Subventionen interressieren nicht, da ich eh nicht ans Netz will und auch so ein kostendeckender Betrieb machbar ist.


    Der mechanische Aufbau stellt mich vor keine grossen Probleme, da es mein tägliches Geschäft ist, Verbrennungsmotoren mit kompletter Medienversorgung und Messtechnik zum Laufen zu bringen


    Nun zu den Fragen:


    1. Den Anlaufstrom der WP schätze ich auf ca 6KW (10-Fache der Nennleistung), reicht die Schwungmasse des Motors aus oder brauche ich einen Sanftanlauf (klappt der überhaupt bei Wärmepumpen)?


    2. Welche Steller sind für die Regelung der Einspritzpumpe geeignet, es scheit nicht sehr viele Hersteller zu geben, oder Google mag mich nicht?


    3. Wie sehr riecht verbranntes Pflanzenöl? Werden mich die Nachbarn hassen?


    4. Gibt es Erfahrungswerte zu China-Generatoren?


    Als spätere Option soll natürlich der Eigenstromverbrauch im Winter gedeckt werden, dafür muss aber erst mal alles laufen.


    Vielen Dank im voraus an alle, die sich Gedanken machen


    Gruss Alex

  • Abend,


    EFH plane ich den Bau eines Insel-BHKW


    Bei den Ideen wirst du dir erstmal ein paar kritische Fragen gefallen lassen müssen. ;)

    • Warum Insel?
    • Wird das ein Hobby-Bastel-Projekt oder steckt da wirtschaftlicher und störungfreier Betrieb dahinter?


    Eckdaten: ca 220m2 Wohnfläche, derzeit beheizt mit 10m2 Solarthermie sowie zwei Ochsner Mini-EWP Erdwärmepumpen mit ca 4,4 KW Gesamtleistung, Leistungsaufnahme ca 600 Watt pro Stück.


    BHKW-Strom zu verheizen ist eigentlich wäh! Es wäre effizienter Erd- oder Flüssiggas direkt zum Betrieb der Pumpen zu nutzen.
    Mal ganz davon abgesehen das du den Strom deutlich günstiger zukaufst als du ihn erzeugen kannst (dazu ganz am Schluss ein paar Zahlen).
    Wie alt sind die WP und hast du vielleicht eine durchschnittliche JAZ für uns?


    Kubota Z482, Betrieb mit 1500 min-1 (ca 5KW bei Vollast) und Pflanzenöl


    Pflanzenöl ist teuer und wird auch nicht günstiger. Da muss man schon fast mit nem €/l rechnen (alikante hat da bestimmt aktuelle Zahlen parat).


    Einspeisevergütung oder Subventionen interressieren nicht


    Bei Einspeisung per EEG rechnet sich der Betrieb im Moment noch bei 100% Stromverkauf. Wie lang ist aber unbekannt, die steigenden Brennstofkosten fressen die Vergütung auf.


    1 Phasen Synchrongenerator mit 12 KW


    Wieso den Generator so überdimensionieren wenn dein Motor nur 5kW bringt? Das macht dir nur den Wirkungsgrad kaputt.


    1. Den Anlaufstrom der WP schätze ich auf ca 6KW (10-Fache der Nennleistung), reicht die Schwungmasse des Motors aus oder brauche ich einen Sanftanlauf (klappt der überhaupt bei Wärmepumpen)?


    Sanftanlauf ist Grundsätzlich möglich, bei Änderungen an der Pumpe geht halt die Garantie flöten. Und den Anflaufstrom begrenzt auch nicht jeder Sanftstarter. Eventuell machbar wenn die beiden Pumpen zeitversetzt gestartet würden.
    Schwungmasse des Motors ist da so ne Sache, wenn du zu sehr an die Grenze gehst und die Drehzahl einbricht stimmt halt deine Netzfrequenz nimmer. Obs Licht flackert hängt dabei auch davon ab wie schnell dein AVR reagiert. Praktische Erfahrungen hab ich dazu keine.


    Zitat

    2. Welche Steller sind für die Regelung der Einspritzpumpe geeignet, es scheint nicht sehr viele Hersteller zu geben, oder Google mag mich nicht?


    Gibt nicht viel fertiges zu kaufen. Dagego hat da was im Angebot. Oder halt selber bauen (gibts einige gute Lösungen im Forum).


    Zitat

    3. Wie sehr riecht verbranntes Pflanzenöl? Werden mich die Nachbarn hassen?


    Ich hab keine PÖl-Anlage in der Nachbarschaft, aber vom Geruch gehts eigentlich. Problematischer ist der Umgang mit dem anfallenden Ruß.


    Zitat

    4. Gibt es Erfahrungswerte zu China-Generatoren?


    Ich wüsste jetzt nicht. Gibts zu dem Teil ev. eine CE-Konformitätserklärung?
    Die ist nicht zwingend erforderlich, aber die Ausführung der AVR wäre ev. nicht nach VDE und wenn du das nachrüsten musst kann schnell viel Geld verschwinden.


    Zitat

    Als spätere Option soll natürlich der Eigenstromverbrauch im Winter gedeckt werden, dafür muss aber erst mal alles laufen.


    Wie hoch ist dein Stromverbrauch (ohne(/mit WP) im Jahr?



    Die versprochenen Zahlen:
    Heizstrom kostet gerade 0,16€/kWh HT, 0,12€/kWh NT
    Heizöl 0,76€/l, darasu bekommst du ~10kWh Heizwert.
    Elektrisch bekommst bei nem BHKW wenns gut läuft auf einen Wirkungsgrad von ~30% (das wirst du in deiner Insel nicht hinbekommen!). D.h. 3kWh el/l .
    Oder 0,253€/kWh el.


    Da wär die Wärme (6kWh) zwar "geschenkt" und auch noch keine Steuerrückerstattung drin (gibts die auf Eigenbauten überhaupt?). Aber auch kein Schornsteinfeger, keine Wartung, kein BHKW und vor allen kein PÖL!



    Ich möchte dich nicht Gewalt von deinem Vorhaben abbringen, überlege dir aber genau (auch wenns nur Hobbs werden soll) was du dir davon versprichst und erwartest. Es gab schon viele die so ein Projekt wieder eingestampf haben - und der Inselbetrieb machts nicht unbeding einfacher.
    Mit ein paar Zahlen können wir mal in Ruhe durchnudeln was dich der Spaß im Betrieb kosten würde.



    Gruß JAU

  • Hallo,
    den Sanftstart gibt es hier von ganz allein. Die Spannung bricht für Sekundenbruchteile ein. Die Elektronik der Pumpen muss da mitspielen, sonst funktioniert das nicht.
    Ich habe da praktische Erfahrungen mit 2 kW Luftkompressoren an 6kVA Notstromaggis.


    Gruß

  • 3. Wie sehr riecht verbranntes Pflanzenöl? Werden mich die Nachbarn hassen?



    Ähnlich wie ein Auto mit Biodiesel, also etwas nach Pomesbude



    Nun wie die Nachbarn reagieren, kann hier natürlich keiner sagen,
    ich kenn ja Deine Nachbarn nicht, wird wohl etwas an der Mentalität liegen


    wenn durch den Geruch dauernd Hunger und den nachgibt, wird der Nachbar jedenfalls
    deutlich an Gewicht zunehmen, eigentlich heißt es Dicke sind gemütlich, von der Logik her
    also Nein :pfeifen:


    Es gibt natürlich möglichkeiten den Geruch nicht zu verbreiten, allein das
    wird etliches Kosten |__|:-)

  • Hallo liebe Freunde der ökölogischen Stromerzeugung und danke für die Antworten.


    Um mein Projekt näher zu beschreiben muß ich wohl weiter ausholen:


    Derzeit sind vorhanden: 2 Ochsner Mini Direktverdampfer Erdwärmepumpen JAZ geschätz um die 3, da ursprünglich als Brauchwasserwärmepumpen gedacht diese zur Hausheizun zweckentfremdet wurden. Sie sind so simpel aufgebaut wie ein Kühlschrank, d.h. Verdichter, Hoch- und Niederdruckschalter, Klixon, 1 Relais-fertig.
    Der Stromverbrauch beträgt für beide ca 1200 Watt/Stunde der Gesamtverbrauch lag letztes Jahr bei 2800 KWh (bei uns kostet WP-Strom 0,16 € / KWh) daher laufen Sie über den Normaltarif (0,22 € /KWh) ->ca 600 €/Jahr. Die Differenz lohnt den Extra Zähler kaum


    Die Wärmepumpen speisen einen 1000L Pufferspeicher, der sein Temperaturgleichgewicht (FBH ein) bei ca 30°C hat. An diesen Speicher sind 10m2 Solarthermie (das ist Hobby in meiner Region). Der Puffer besitzt einen Brauchwasser Wärmetauscher (Wellrohr) nachgeschaltet ist ein Elektronischer Durchlauferhitzer.


    Die Wärmepumpen sorgen für die Grundwärmeversorgung des Hauses, wenn es meiner Frau zu kalt ist (<20°C) mache ich den Kaminofen an und verbrauche so nochmal ca 4 Festmeter Holz.


    Mein Hauptproblem ist, daß ich für den Anbau 2-3 KW Extra benötige, folgende Optionen bestehen:
    Gasheizung d.H. Gastank oder Hausanschluß, Gastherme->teuer
    Ölheizung, d.H. Öltank, Heizung->teuer
    E-Heizstab->billig in der Anschaffung, teuer im Betrieb und ökologisch katastrophal


    BHKW mit Pflanzenöl:
    Bei Erzeugung der 1,2 KW Energie für die WPs fallen ca 2,5KW thermisch ab
    Die Energie für die WPs erzeuge ich somit für ca 0,11 € d.h. Heizkosten reduzieren sich für den Bestand um 300 Euro (ohne Wartung)
    Pflanzenöl hat kein gefahrenpotenzial, d.h. problemlos lagerbar


    Das BHKW im Eigenbau stelle ich mir als kostendeckendes Hobby vor, d.h. Bauteile müssen sich refinanzieren, meine Arbeit ist umsonst.


    Ausblick:
    Teile des Hausstromverbrauchs werden im Winter durch das BHKW erzeugt, d.h. Waschmaschine, Trockner, Beleuchtung, TV+Hifi, sowie Kühlschränke. Ab diesem Moment komme ich in die "Gewinnzone" (hoffentlich).


    Dieses erstmal zur Erklärung der Ist-Situation, auf eure Antworten werde ich später eingehen und danke für euer Interesse


    Grüsse aus Remscheid,


    Alex

  • Hallo Freunde des motorisch erzeugten Stromes,


    wie versprochen noch ein paar Anmerkungen zu euren Antworten:


    @ Technikfreak: Danke für die Info, das hatte ich gehofft


    @ Jau: Danke für Deine mahnenden Worte, sind wirklich schon viele Projekte gescheitert


    den Generator wollte ich doppelt so groß nehmen, da ich den chinesischen Prospektwerten nicht traue, die Differenz bei rotek.at sind ca 80,- Euro.


    Inselprojekt, weil ich mir den ganzen EVU-Krempel spare (ENS, Papierkram, verschleudern des Stromes zum EEX, Extrazähler usw,usw.
    Da ich die Laufzeit des Kubota auf ca 15000h schätze, habe ich ca 8 Jahre (1500h/Jahr) Spaß am BHKW, dann kann man weiter schauen.


    Der Haushaltsstromverbrauch ist ca 10KW/Tag, wenn ich die später im Winterhalbjahr zu 2/3 selbst erzeuge (nur die Haupt 2-Phasenverbraucher), habe ich schon fast die Wartungskosten raus.


    Die sensiblen Verbraucher würde ich über einen DC Kreis mit Wechselrichter versorgen


    @ Manfred jaja die Nachbarn, ich kann mir halt schlecht vorstellen, wieviel Geruch ca 300g (1,2KW*250g/KWh) verbranntes Pflanzenöl pro Stunde machen, vielleich hat ja jemand ein BHKW in der Nachbarschaft


    Liebe Grüsse,


    Alex

  • Die sensiblen Verbraucher würde ich über einen DC Kreis mit Wechselrichter versorgen



    Hallo Alex, das hört sich wirklich sehr interessant an. Wie weit bist Du hier schon mit der Systemauslegung, hast Du bereits erste Komponenten identifiziert die das leisten können? In welchen DC-Bereich planst Du zu fahren. Hast Du ein Vorbild vor Augen? Vielleicht Asy.Belastungsmaschine mit Umrichter o.ä.


    Deine Gedanken EEX gegen WP zu tauschen finde ich persönlich sehr symphatisch. Mir gehen seid der letzten Welle der extremen Kraftstoffpreiszuwächse ähnliche Gedanken durch den Kopf. Werde mich bei Gelegenheit sicherlich hierzu auch mal im Forum austauschen.


    Gruss, KWK

  • Hallo KWK,


    nachdem ich von Victron Phönix eine Ausarbeitung bezüglich der Stromversorgung auf Yachten gelesen habe, kam mir die Idee die empfindlichen Geräte über Wechselrichter zu versorgen. Da ich wie gesagt in der Motorenentwicklung arbeite, ist mir durch "Zufall" eine Wassergekühlte Lichtmaschine eines BMW M5 in die Hände gefallen. Diese soll über eine 100Ah Batterie gepuffert jeweils einzelne Wechselrichter für TV, Beleuchtung, Kühlschränke versorgen, aber nur wenn das BHKW läuft. Die vielleicht 20% Elektrischen Verlust nehme ich dabei in Kauf, da mich die KWh dann halt 0,13 € kostet, der Invest aber durch Kleinstwechselrichter minimal ist. Da die Batterie nicht als Speicher arbeitet, halten sich deren Verluste in Grenzen und der Verschleiß ist gering, da ja keine tatsächlichen Lade-Entladezyklen anfallen.


    Vielleicht sehe ich manche Dinge auch zu einfach......


    Gruß Alex

  • @ Manfred jaja die Nachbarn, ich kann mir halt schlecht vorstellen, wieviel Geruch ca 300g (1,2KW*250g/KWh) verbranntes Pflanzenöl pro Stunde machen, vielleich hat ja jemand ein BHKW in der Nachbarschaft


    Jetzt trommelt zwar jemand in Berlin mit den Fingern auf der Schreibtischplatten
    aber trotzdem werd ich |__|:-) schreiben :schimpf:



    die 250 g/kWh die sind ein schönes Ziel allein des werd nix :pfeifen:


    http://www.i-m-a.de/pdf/kubota…482_deutsch_IMA_Druck.pdf


    auf selbiger PDF sind zwar 1500 Drahra pro Minute nicht mehr drauf, bedeutet aber
    nich das es weniger wird als bei 1600 angegeben und dort ist zu lesen


    270 g/kWh und da ist von Diesel die schreibe also Pflanzenöl knapp 300 g/kWh
    und das für 1 kW an der Welle mit Chinesegenerator kommst in etwa auf 500g je Stund
    wenn Du 1200 Watt möchtest, gut das hast Du garnicht wissen wollen, trotzdem nur das
    hinterher nicht gesagt wird, warum hat das keiner gesagt.


    Es sei denn Du hast einiges an Ideen in Reserve wost den Japaner das sparen lernst :glaskugel:

  • Hallo Manfred,
    danke für den Hinweis,
    angegeben sind ja die Vollastverbräuche, 250g/KWh sind vielleicht optimistisch, aber in Teillast denke ich mit einem Generatorwirkungsgrad von 80% (ist das realistisch) mit max 350g/kwh (evtl. mit optimerter Nockenwelle für 1500 min-1) hinzukommen.


    Da ich aber vorrangig die 3 KW Heizleistung benötige (bei geringem Invest) ist die Stromerzeugung für die WPs rentabel, sobald ich unter EVU-Preis liege!


    Und ein bischen Hobby muß auch sein :-)



    Liebe Grüsse und Dank

  • Abend,


    du scheinst dir schon recht genau überlegt zu haben wie du das anpacken willst...
    Ich greife mal ein paar Punkte auf die mir ins Auge gesprungen sind.


    Pflanzenöl hat kein gefahrenpotenzial, d.h. problemlos lagerbar


    Leider nicht ganz. Die Schwierigkeit liegt dabei nicht in Vorschriften und Regeln sondern vielmehr im Produkt. PÖl ist nur begrenzt lagerfähig. Nach 1/2 Jahr sollte der Vorrat aufgebraucht sein und Licht darf auch nicht rankommen.
    Hab auch schon gelesen das welche 2 Tanks wechselseitg nutzen um speziellen Problemen aus dem Weg zu gehen.


    Das BHKW im Eigenbau stelle ich mir als kostendeckendes Hobby vor


    Bei PÖl geht das schnell nach hinten los. EternalEnergy hats professionell mit Chineseneinzylinder versucht und das Produkt letzes Jahr eingestellt. Kurz bevor sie den Laden mit ihren Pellets-BHKW vollends an die Wand gefahren haben.


    Bei Erzeugung der 1,2 KW Energie für die WPs fallen ca 2,5KW thermisch ab
    Die Energie für die WPs erzeuge ich somit für ca 0,11


    Ich hab den Preis gerade versucht nachzurechnen und bin gescheitert. :blush2:


    Aus den 1,2kW können wir praktischerweise gleich kWh machen.
    1,2kWh/0,3=4,11kWh Input (30% el. Wirkungsgrad entspricht ~270-280g/kW)
    Bei 10kWh/kg HÖl entspricht das 41,1% oder 0,411l/h
    0,76€*0,411=0,31€ Input bzw. 0,25€/kWh el.


    Das Problem dabei: je schlechter dein el. Wirkungsgrad umso teurer wird dein selbsterzeugter Strom.


    Mal von der thermischen Seite betrachtet:
    Für die 0,31€ bekommst du bei angenommen 30% el. und 90% Gesamt
    1,2kW WP * 3 (JAZ) + 2,5kW th = 6,1 kWh
    bzw. 0,051€/kWh (148% Gesamtsystem)


    Bei 15% el. kosten dich die 1,2kWh 0,61€ (8kW Input), bekommst dafür aber auch mehr thermischen "Abfall". Weiterhin 90% Gesamtwirkungsgrad angenommen:
    1,2kW WP * 3 + 6kW th = 9,6 kWh
    bzw. 0,064€/kWh (120% Gesamtsystem)


    Dagegen mit gekauftem Strom:
    1,2kW * 3 = 3,6kWh für 0,073€/kWh bei 0,22€/kWh oder 0,053€/kWh bei 0,16€/kWh
    Ich hab den Grundpreis (wie die Wartungskosten des BHKW) mal untern Tisch fallen lassen...


    Generatorwirkungsgrad von 80% (ist das realistisch)


    Ja, hab ich bei meinen 270g/kWh auch so angenommen - passt aber nur wenn der Generator nicht hoffnungslos überdimensioniert ist. ;)


    Da ich die Laufzeit des Kubota auf ca 15000h schätze


    Was sagt eigentlich der Hersteller? Weiß das ev. jemand?


    Inselprojekt, weil ich mir den ganzen EVU-Krempel spare


    Ok. Wobei ich mir das etwas verzwickt vorstelle mit dem "zusätzlichen Eigenstromverbrauch". Denn du musst deine Verbauch irgendwie aufs BHKW umstellen. Im Winter mag das noch hinhauen dann kannst du das BHKW auf Dauerlauf lassen und bei geringerem Wärmebeadrf ev. eine WP abstellen. Aber in der Übergangszeit? Und was ist wenn wegen Solarertrag plötzlich der Puffer voll ist? Wegkühlen?


    Die sensiblen Verbraucher würde ich über einen DC Kreis mit Wechselrichter versorgen


    Mir ist da neulich eine Idee zu gekommen: bessere USV haben einen Aschluss für externe Kapazitätserweiterung. Ob man da auch mitm BHKW drauf könnte? _()_


    Da die Batterie nicht als Speicher arbeitet, halten sich deren Verluste in Grenzen und der Verschleiß ist gering, da ja keine tatsächlichen Lade-Entladezyklen anfallen.


    DIe Batterie ist dann nur als "Stütze" für den Laderegler vorhanden.


    Da ich aber vorrangig die 3 KW Heizleistung benötige


    Ja verzwickte Sache. Normal schaut man wieviel Strom man unterbekommt und sucht sich ein passendes BHKW. Sollte das thermisch nicht genügen (Regelfall) wird zugeheizt.


    Vielleicht sehe ich manche Dinge auch zu einfach......


    Die herangehensweise ist halt ungewöhnlich, deswegen bin ich auch ein wenig skeptisch. Aber schad ja nix sich mal von ner andren Richtung ranzuwagen und drüber nachzudenken.
    WP als Spitzenlast"kessel" wurde natürlich schon mal diskutiert. Unter bestimmten Bedingungen lässt es sich sogar betrieswirtschaflich abbilden überschüssigen Strom per Heizstab zu "verbennen". Also könnte es auch hier Möglichkeiten geben...



    mfg JAU

  • aber in Teillast denke ich mit einem Generatorwirkungsgrad von 80% (ist das realistisch) mit max 350g/kwh (evtl. mit optimerter Nockenwelle für 1500 min-1)

    Kannst Du über eine optimierte NW in der Teillast bei einem Dieselmotor wirklich entscheidende Punkte machen? Liefergrad hast Du auf jeden Fall genug, da Teillast. Denkst Du an kürzere Öffnungszeiten?


    Ich hab den Preis gerade versucht nachzurechnen und bin gescheitert.


    Die Schwiegrigkeit bei Modell Alex ist, das er offensichtlich alles ohne Förderung zu rechnen hat. Mit KWK-Förderung geht es einfacher. Für jedes kWh entgangene EEX muss ich 5,5 cent blechen. Das kann ich mit der WP 3fach in Wärme wandeln. Damit kostet mich die Wärme grob rund 2 unschlagbare cent/kWh oder?


    Gruss, KWK

  • Mahlzeit,


    Mit KWK-Förderung geht es einfacher.


    Nicht beim Eigenbau, da ist zusätzlicher Aufwand nötig um die kwk-Förderung auf den Strom überhaupt zu bekommen.
    "Einfacher" im Sinne von schneller rentabel - klar.


    Zitat

    Für jedes kWh entgangene EEX muss ich 5,5 cent blechen.


    Mag sein das es daran liegt das ich eben erst vom Paketdienst aus den Federn geschellt wurde, aber das Versteh ich grad nicht.


    Zitat

    Das kann ich mit der WP 3fach in Wärme wandeln. Damit kostet mich die Wärme grob rund 2 unschlagbare cent/kWh oder?


    Weil die vielen Zahlen etwas unübersichtlich sind nochmal was bei mir rauskam:

    Zitat von JAU

    1,2kWh/0,3=4,11kWh Input
    0,76€*0,411=0,31€ Input
    1,2kW WP * 3 (JAZ) + 2,5kW th = 6,1 kWh
    bzw. 0,051€/kWh (148% Gesamtsystem)


    Unter der Voraussetzung das er Heizöl verbrennt und 30% el. Wirkungsgrad erreicht - was ich in der Konstellation für unrealistisch halte.


    mfg JAU

  • Hallo KWK,


    habe mal ein in unserer Datenbank gestöbert.


    Wir hatten zwei Kleindiesel (zwar luftgekühlt, spielt aber hier keine Rolle) auf dem Prüfstand, der beste speziefische Kraftstoffverbrauch lag bei ca 220g/KWh bei halber Nenndrehzahl und 3/4 Last.
    Zur Verbesserung fallen mir 3 Punkte ein:
    1. Durch die Abgasgesetzgebung (Tier4) ist der Einspritzzeitpunkt später als bestmöglich, um die NOx Emmissionsgrenzen einzuhalten.
    2. Der Einspritzzeitpunkt ist relativ statisch über die Drehzahl, man könnte für seinen Betriebspunkt den Bestwert ermitteln.
    3. Falls nur Teillast gefahren wird, kann die Luftzufuhr über die Nockenwelle oder eine Drosselklappe vermindert werden, um nicht unnötige Kompressionsarbeit zu leisten.


    Damit sind zwar nur ein paar Prozentpunkte drin, wenn ich aber wüsste, wie ich den Verbrauch um 30% reduziere, wäre ich womöglich nicht hier, sondern auf den Bahamas oder eingekerkert.


    Liebe Grüsse,


    Alex

  • Hallo Jau,


    danke für Deine Ausführungen, Deine Berechnungen sind natürlich absolut korrekt und decken sich mit meinen Zahlen.
    Die 11 Cent/Kwh bezogen sich auf den Fall, dass ich die Wärme brauche, der Strom quasi Abfallprodukt der Wärme ist.


    Eternal Energie habe ich natürlich verfolgt, ein BHKW mit China-Diesel halte ich schon im Selbstbau für problematisch, verkaufen und dann haften kann nur nach hinten losgehen.
    Wer schonmal die Fertigungsqualität und Masshaltigkeit der Bauteile gesehen hat, weiß wovon ich Rede, auf wichtige Themen wie Restschmutzanalyse möchte ich gar nicht weiter eingehen.
    Die Leute vergessen leicht, das man bei der geplanten Laufzeit eines BHKW penibler vorgehen muß als bei einem Rennmotor, da sich jeder Fehler (gerade was Schmutz und Verschleiß angeht) auf die Lebensdauer auswirkt.


    Zum Stromeigenverbrauch:
    Ich unterscheide hier Sommer und Winterfall.
    Im Sommer ist das BHKW aus, da Solarthermie genügend warmes Wasser macht.
    Im Winter (ca November-März)wird das BHKW im Schnitt 10h/Tag laufen, die Laufzeit lege ich dahin, wenn ich zuhause bin.
    Beim Eigenstromverbrauch muss man sich von dem Gedanken trennen, alles selber zu erzeugen. Man kümmert sich um die Grundlast, Beleuchtung, Kühlschränke, Waschmaschine, Trockner, TV, (aber nur, wenn in meinem Fall das BHKW sowieso läuft und die WPs antreibt), lässt aber die Finger von der Versorgung der kurzzeitigen Spitzenlastverbraucher, d.h. Herd, Föhn, Wasserkocher, Kaffemaschine, Staubsauger usw, hier steht der Aufwand in keinem Nutzen zur Ersparniss meiner Meinung nach.
    Dadurch erzeugt mann mit wenig Aufwand die KWh für von mir aus 13 Cent. Sobald das BHKW steht, weil genug Wärme erzeugt wird, werden die Verbraucher wieder vom EVU versorgt. Wenn der Tag halbwegs planbar ist (bei mir geht das) übernimmt das EVU nur den teuren Spitzenverbrauch und die Grundlast des Hauses, wenn BHKW aus.
    So stelle ich mir das jedenfalls vor.


    Zur Laufzeit des Kubota-Motors: Der Motor macht einen guten Eindruck mit Zahnrad getriebenr Nockenwelle, Erfahrungen im Bekanntenkreis (bei Kubota Landmaschinen) sind ebenfalls positiv, desweiteren wird der Motor nur mit 1500 min-1 und max 3/4 Last betrieben, bei vernünftiger Pflege und ein paar Tricks denke ich sind 15000h und mehr machbar.


    Soweit erstmal von mir,


    Liebe Grüsse,


    Alex