Eigenbau: Asynchrongenerator zur Einspeisung ans Netz anschliesen

  • Ich bin mir sicher, daß dieses Thema schon oft diskutiert wurde, nur habe ich es bis jetzt noch nicht gefunden. Folgende Ausgangssituation. VW-POLO-Motor, 1,4l, 35 KW bei 4500 U/min. Ich habe den Motor geschenkt bekommen. Dier läuft mit Rapsöl, bis jetzt zumindest schon 10 Stunden. Ich bin Bastler und möchte jetzt noch einen Asynchrongenerator dazu kaufen. Die erste Frage wäre, soll ich den Motor bei 1500 U/min (nach Leistungsdiagramm ca.12 kW) oder bei 3000 U/min (ca. 27 KW) laufen lassen. Wie schliese ich den Generator ans Netz an, das ich eine ENS benötige ist mir klar, aber was noch. Reicht es einfach mit einem Schütz den Generator nacgh erreichen der Solldrehzahl ( ca. 1540 U/min o. ca. 3060 U/min) ans Netz zu schliesen.

  • Hallo,


    spreche mal mit Deinem Netzbetreiber, ob den Generator überhaupt so ans Netz nimmt, evt. gibt es Probleme mit dem Anlaufstrom. Auch ein Generator zieht beim Anlaufen Strom aus dem Netz. Wie möchtest Du die Anlage starten über den Generator oder Anlasser.
    Spreche mit Deinem Netzversorger, nicht das Du eine Menge Arbeit investiert und dieser Deine Anlage nicht ans Netz nimmt.


    mfg
    Dachs-Fan

  • Im Moment lasse ich den Motor noch mit dem Anlasser an. Kann man sicherlich auch weiterhin tun. Ein Generator benötigt Anlaufstrom??? Das wußte ich jetzt so nicht. Meinst Du vielleicht Blindleistung?


    Ja. Der Magnetisierungsstrom muss erst das Feld zwischen Ständer und Induktionskäfig aufbauen.

  • Ja. Der Magnetisierungsstrom muss erst das Feld zwischen Ständer und Induktionskäfig aufbauen.

    Das sollte bei einem bereits auf Nenndrehzahl gebrachten ASG aber in der Regel kein Problem sein.


    Falls doch gibt es dazu ein primitives Gegenmiitel: Ich schalte (aus anderen Gründen) meinen ASG über Vorwiderstände auf, die dann überbrückt werden. Als Vorwiderstand verwende ich stink primitive Heizstrahler (3 Stück a ca. € 20 ), denen ich noch eine Glühlampe parallelschalte, damit ich sehe, was anliegt.


    Gruss
    bluwi

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Der geistige Horizont mancher Menschen hat einen Radius von NULL. Das nennen sie dann Standpunkt.

  • So ungefähr habe ich mir das auch vorgestellt. Wie sieht es mit der Drehzahl aus? Ist es besser den Motor auf 1500 U/min oder auf 3000 U/min zu betreiben. Noch eine Frage hinterher, wie sieht es mit diesem ENS aus? Wenn ich den Motor auf Nenndrehzahl gebracht habe und diesen dann ans Netz schalten will. Wie mache ich das. Muß ich dann das ENS überbrücken, es mergt doch nicht das der Motor nun auf Nenndrehzahl ist, der Generator benötigt aber Blindleistung (ASG) aus dem Netz damit er ersteinmal Strom produziert.

  • Das sollte bei einem bereits auf Nenndrehzahl gebrachten ASG aber in der Regel kein Problem sein.


    Wenn der Rotor zwar schon synchron dreht, der Ständer aber noch nicht mit dem Netz verbunden ist, dann ist bzgl des magnetischen Flusses im Luftspalt noch gar nichts los. Gegenüber dem Aufschalten aus dem Stillstand spart man sich den Wirkstromanteil zum Hochbeschleunigen, der Blindstromanteil zum Aufbau des Induktionsfeldes muss noch kommen.


    Gruß,
    Gunnar

  • Um auf die ursprünglichen Fragen mal zurück zu kommen.


    zur Drehzahl:
    Ich würde den Motor bei 1500 U/Min. laufen lassen. Bei den üblichen Drehmomentverläufe von PKW-Motoren liegt das max. Drehmoment bei ca. 2000 U/Min. Daher wird der Motor bei 1500 U/Min. einen besseren Wirkungsgrad erreichen als bei 3000 U/Min. Verbessert aber auch die lebensdauer.


    zum Zuschalten des Generators:
    Ein Asynchrongenerator unterscheidet sich im Verhalten nicht vom Asychronmotor. Daher dürfte das Aufschalten auf das Netz überhaupt kein Problem sein. Jede Kreissäge, Lüfter usw. mit Drehstrommotor verhält sich identisch. Den Generator würde ich ca. 20 - 30% überdimensionieren um auch hier die Lebensdauer zu verbessern. Wenn man den um 50% überdimensioniert kann man den Motor sogar damit starten (meine Erfahrung).

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
    Oscar Perdok GmbH
    Gildeweg 14, 46562 Voerde
    Beratung, Planung und Installation von: KWK-Anlagen, PV-Anlagen, Stromspeicher mit Notstromfunktion, Eigene Herstellung von Ladestationen für E-Mobile, Energie-Effizienz incl. Kosten/Nutzen-Betrachtung, Ladestation für E-Mobile (kostenlos)

  • Eine ENS ist eine Schutzeinrichtung, die verhindern soll, dass der Generator ins Netz einspeißt obwohl z.B. ein Techniker an der Trafostation die Sicherungen gezogen hat. Hat aber mit der Aufschaltung des Generators nichts zu tun. Ähnlich wie ein FI-Schutzschalter, der wird ja auch nicht ein und ausgeschaltet, wenn man das Licht ein- und ausschaltet. Also die ENS hat nur was mit dem Netz zu tun.


    Ich meinte mit einfach aufschalten, dass man keine Widerstände oder sonstiges benötigt um den Generator einzuschalten sondern nur direkt ein Schütz uns das wars.

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  • Jetzt wird die Sache klarer. Asche auf mein Haupt, wer lesen kann ist klar im Vorteil. Da hätte ich aber noch eine Frage, benötige ich, mal vom ENS abgesehen, wenn ich einen AG verwende noch irgendeine Schutzeinrichtung zwischen Generator und Netz? Etwa Schutz von von falschen Frequenzen, o.ä. Was würdet Ihr vorschlagen?

  • Die Zuleitung zum Generator sollte normal abgesichert sein (B16A, 3 pol. beim Kabel NYM-J 5 x 2,5²). Am Generatorausgang der KWK-Zuschlag-Zähler ebenfalls eine Sicherung B16A 3 pol. bei einem Generator mit 11 kW Nennleistung.


    Beim Asynchronmotor/-genrator spielt die Frequenzgenauigkeit keine Rolle. Auch sonst braucht man das Netz nicht überwachen. Das macht dann die ENS alles inclusive.

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  • Warum 16 Ampere Sicherungen bei 11kw? Fließen bei 11kw nicht 20A ca.??

    16 Ampere halten das sicher nicht und 20A sind auch sehr knapp, weil die Blindleistung auch Strom verursacht und die Absicherung über die ganze Scheinleistung gehen muss.

    Beim Asynchronmotor/-genrator spielt die Frequenzgenauigkeit keine Rolle.

    Das trifft nur sehr bedingt zu. Wenn die Drehzahl um 5% neben der Synchrondrehzahl liegt, dann bringt der Motor / Generator ein hohes Drehmoment und zieht neben dem Blindstrohm einen hohen Wirkstrom. Das kann schon mal die Sicherungen werfen und dem Verbrennungsmotor tut das mechanisch auch nicht gut.


    Was den Verbrennungsmotor betrifft wäre zu überlegen, ob ein zwischengelege (Keilriemen; Getriebestufe ..) nicht sinnvoll wäre, um den Verbrennungsmotor im optimalen Bereich zu betreiben.


    Gruss
    bluwi

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