BHKW für 500KW Heizlast. Praxiserfahrung?

  • Hallo zusammen


    Für einen Kunden möchte ich ein neues Heizkonzept erstellen, die Bestandsanlage besteht aus 2 Gasgebläsebrenner a'350 KW (2 Kessel) und einem Ölmoped mit 300KW im Nachbargebäude ( mittlerweile alles eine Gewerbeeinheit). Der Energieberater kommt mit einer Mischung aus Bauteilberechnung und Verbrauchswerten auf 600KW Heizlast.
    Meiner Meinung nach reichen auch locker 500KW da die Verluste und Verbrauchswerte durch fehlende Dämmung und utopische Heizkurven zu hoch sind.


    Die Heizlast besteht aus Bürofläche ca.3000qm mit Hk (VL60C) und Lager /Produktionshallen ca. 2500qm mit Hallendeckenlüftern (VL60C)


    Nun ist mein Vorschlag im Gebäudeteil A (alte Gaskessel) einen Kessel rauszuschmeissen und diesen gegen ein Erdgas BHKW mit Pufferspeicher (100KW) zu erstzen und im Nachbar/Nebengebäude im alten Ölheizraum ebenfalls den Kessel rauszusetzen und einen Pufferspeicher zu installieren der über eine Anbindeleitung ebenfalls vom Gebäude A mit gespeist wird.


    Bitte die Heizlast jetzt nicht festnageln, mir geht mehr darum Denkfehler auszuschliessen.




    Für Infos und Anregungen vorab besten Dank!

  • Hallo


    und Herzlich Willkommen im Forum.


    Also erstmal NEIN
    ...um ein na klar hinterherzuschieben.


    Zum Nein
    Ein BHKW wird nach mehreren Faktoren ausgelegt,
    zum einen wäre da der thermische Bedarf. Hier sollten die Objekte eine ganz hervorragende Wärmesenke abgeben und sich was tolles finden lassen.
    Zum anderen aber, hat die Stromeigennutzung IM Objekt einen wesentlichen Bestandteil für die Wirtschaftlichkeit, drum
    1. nur so auslegen, dass auch recht viel im Objekt bleibt und
    2. wenn das BHKW nicht läuft(z.B. keine Wärmeabnahme) auch keine Stromeigennutzung möglich.
    Also das BHKW deutlich kleiner auslegen, als es die Spitzenlast erfordern würde.


    Versuch mal Daten zu den Strmverbräcuhen zu organisieren
    und die SPitzenlastberechnungen...puh, immer haarig
    nen bissl besser wären vielleicht vorherige Verbrauchswerte...
    Bei den Dimensionen wären vielleicht auch monatliche Werte zu besorgen?
    und vom Strom her nen Lastgang?


    Versuch mal konkretere Daten zu bekommen
    So Pi-mal-Daumen könnte es auch sein, dass sich "nur" ein 50kW Aggregat (elektrisch) lohnt,
    da man hier nun auch wiederum in einer günstigeren Förderschiene liegt.


    aber das kriegen wir auch genauer hin
    drum bitte mehr Daten ranschaffen


  • die Bestandsanlage besteht aus 2 Gasgebläsebrenner a'350 KW (2 Kessel) und einem Ölmoped mit 300KW im Nachbargebäude ( mittlerweile alles eine Gewerbeeinheit). Der Energieberater kommt mit einer Mischung aus Bauteilberechnung und Verbrauchswerten auf 600KW Heizlast.
    Meiner Meinung nach reichen auch locker 500KW da die Verluste und Verbrauchswerte durch fehlende Dämmung und utopische Heizkurven zu hoch sind.


    Die Heizlast besteht aus Bürofläche ca.3000qm mit Hk (VL60C) und Lager /Produktionshallen ca. 2500qm mit Hallendeckenlüftern (VL60C)


    Pi Mal Daumenregel: Thermische Maximallast durch 10, ggf. bei kleinen Mini-BHKWs mit geringer Stromkennzahl abrunden
    und das ist die elektrische Leistung des BHKWs im ersten Optimierungsschritt:
    50 kW sollten reichen.


    500 kW * 1500BH = 750 MWh_th (Kesselanlage)
    Ein 50er BHKW hat rund 80 kW_th, mal 5000 Bh ergibt 400 MWh
    Damit wäre von der Wärme her genügend Betriebszeiten vorhanden.
    Die Hallenlüfter haben in der Regel nur eine geringe VL/RL-Spreizung, das erschwert den effektiven Wärmepuffereinsatz - eventuell helfen Latentwärmespeicher.


    Wichtig ist für die Wirtschaftlichkeit der Strombedarf (Lastgang, Preise für Arbeit und ggf. Leistung, NNE extra ausgewiesen?).


    Ansonsten spricht für das 50er BHKW (das ist die Brot-und-Butter-Einheit eines jeden Kompaktmodulherstellers), dass hier eine große Auswahl an Anbietern vorhanden ist. Desweiteren ist es die Grenze, bei der die KWK-Förderung 10 Jahre läuft im Gegensatz zu 6 (max. 30.000 Bh). Zuletzt hat es den Vorteil, dass Mini-KWK-Anlagen bis 50 kW auch nach Ablauf der Förderung ungefragt ins Netz einspeisen dürfen und dann vom Netzbetreiber die Vergütung nach EEX + vNNE erhalten (klar, kein Zuschlag mehr). Größere Anlagen müssen sich aktiv um einen Vermarktungspartner kümmern - das erzeugt Transaktionskosten, wenn man dies nicht täglich macht.


    Gruß,
    Gunnar

  • vielen Dank für die schnellen Info's


    Die Abrechnungsdaten werden erst kommende Woche zusammengestellt, zusätzlich werden wir eine Netzanalyse
    Über paar Tage laufen lassen und mal die Ruhezeiten und Wochenenden beobachten. Derweil werde ich mich mal mit den Abmessungen und der Einbringbarkeit in den vorhandenen Heizraum beschäftigen.



    Gruß