Bund der Energieverbraucher: Erneuerbare als Sündenbock

  • Zitat

    Ausgerechnet die zukunftsfähigen erneuerbaren Energien müssen derzeit als Sündenbock herhalten: Angeblich sind sie schuld an den jüngsten Strompreiserhöhungen. Entsprechend heftig werden die Erneuerbaren befehdet. Doch die Polemik gegen Erneuerbare ist in Wahrheit ein Ablenkungsmanöver, mit dem die Stromkonzerne von ihren überzogenen Preisen und Gewinnen ablenken.

    • Tatsächlich steigt die Umlage für erneuerbare Energien ab 1. Januar 2011 um 1,5 Cent je Kilowattstunde von bisher 2,05 auf dann 3,53 Cent je Kilowattstunde. Diese Umlage müssen jedoch nicht die Stromkunden zahlen, sondern zunächst die Stromversorger. Es ist deshalb nicht wahr, dass sich die Haushaltsstrompreise automatisch um diesen Betrag erhöhen müssten.
    • Die Stromeinkaufspreise der Stromfirmen haben sich, auch durch die Einspeisung von erneuerbarem Strom, in den vergangenen zwei Jahren deutlich verringert. Diese Einsparungen sind etwa so hoch wie die gestiegene EEG-Umlage. Von der Kostenseite her gibt es deshalb keine Rechtfertigung für eine Strompreiserhöhung (Der Sechs-Milliarden-Raubzug).
    • Es ist unredlich, lediglich die Kostensteigerung des EEG an die Verbraucher weiterzureichen und die Kostensenkungen beim Stromeinkauf stillschweigend als Zusatzgewinn einzustreichen.
    • Die Gewinne der drei größten Stromkonzerne sind in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen: von sechs Milliarden Euro jährlich im Jahr 2002 auf über 23 Milliarden jährlich im Jahr 2009 (Gewinnexplosion bei den Stromkonzernen).
    • E.on Vorstand Dr. Johannes Teyssen sagte auf der Bilanzpressekonferenz am 10. November 2010 klar und öffentlich, dass sich die Strompreise für Haushaltskunden nicht an den Kosten, sondern am Wettbewerb orientieren.
    • Die branchenweite Erhöhung der Strompreise um 1,5 Cent/kWh hat also den Charakter einer Preisabsprache unter den Stromanbietern. Die Begründung "gestiegene EEG-Umlage" ist lediglich ein Codewort um die Öffentlichkeit in die Irre zu leiten und die erneuerbaren Energien zu diffamieren.
    • Bereits in den vorangegangenen Jahren hatten die Stromversorger die Preise jeweils um gut einen Cent erhöht - ohne ausreichende Begründung.
    • Die Preise wurden in den vergangenen Jahren hauptsächlich von den Grundversorgern erhöht.
    • Der Bundesgerichtshof hat die Versorger in der Grundversorgung verpflichtet, alle Kostensenkungen unmittelbar an die Kunden weiterzugeben (BGH VIII ZR 138/07 Rn. 39, VIII ZR 81/08 Rn. 18). Die Preiserhöhungen stellen damit vermutlich einen Rechtsbruch dar.
    • Der rasche Ausbau erneuerbarer Stromerzeugung vermindert den Stromabsatz aus konventionellen Kraftwerken und damit das Kerngeschäft der Stromkonzerne. Diese Konzerne haben also allen Grund, um ihre gewaltigen Gewinne zu zittern und die Öffentlichkeit gegen die Förderung erneuerbarer Stromerzeugung aufzubringen.
    • Verbraucher müssen den Neubau von Kraftwerken stets über den Strompreis bezahlen. Die Einspeisevergütung nach dem EEG senkt die Erzeugungskosten der Erneuerbaren Energien mit großer Geschwindigkeit. Sie entspricht daher den Kosten für den Bau neuer Kraftwerke. Durch die Finanzierung über das EEG ist von vornherein entschieden, dass mit diesen Geldbeträgen nur die Erneuerbaren ausgebaut werden. Den Stromversorgern ist die Entscheidung darüber, welche Kraftwerke gebaut werden, aus der Hand genommen.
    • Der Vorsitzende der Bundesnetzagentur, Mathias Kurth, warnte die Stromversorger davor, die gestiegene EEG-Umlage in voller Höhe auf die Strompreise der Verbraucher aufzuschlagen. Auch der Vorsitzende der Monopolkommission, Professor Justus Haukap äußerte sich in diesem Sinne.

    Fazit: Für den Stromkunden erwecken die Strompreiserhöhungen den Eindruck, die Erneuerbaren würden den Strompreis im Jahr 2011 um zusätzliche 1,5 Cent/kWh verteuern. Dieses Argument hält einer kritischen Prüfung nicht stand. Wer dennoch so argumentiert, macht sich fehlender Sachkenntnis oder einer interessengeleiteten Argumentation verdächtig. Verbraucher wollen mit ihrem Geld den Ausbau Erneuerbarer finanzieren und sind auch bereit, dafür höhere Strompreise in Kauf zu nehmen. Versorger missbrauchen diese Bereitschaft, um sich die Taschen zu füllen.
    Es stellt sich also nicht die Frage, ob wir uns den Ausbau der Erneuerbaren leisten können und wollen. Denn dazu gibt es keine Alternative. Sondern es ist zu fragen, wie lange wir den Stromversorgern ihre überzogenen Preise und ihre Lügen noch durchgehen lassen wollen. Durch den Anbieterwechsel weg von den Konzernen und ihren Töchtern kann jeder Verbraucher die Rote Karte zeigen: Ohne jedes Risiko. Er wird nicht nur mit einem guten Gewissen, sondern zusätzlich noch mit Kosteneinsparungen in Höhe von mehreren hundert Euro belohnt.

  • Beim Wechsel wird nur ein kleiner Druck auf die 4 Großen ausgeübt. Netzbetrieb, Regelstrom und Erzeugung liegen doch größtenteils immer noch in deren Händen.Selber produzieren ist angesagt. Wenn jeder 2e Haushalt ein eigenes BHKW mit 5kWel hätte entspricht das eine Kraftwerksleistung von 50 GigaWatt. Dann könnte man alle AKWs abschalten und bräuchten keine Laufzeiverlängerung.

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
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  • Ich hab gestern auch Post bekommen und erstmal geschluckt: 25,59ct/kWh ab Januar (höchste Tarifstufe, hab auf der Baustelle nur 500kWh verbaucht).
    Oktober '08 waren es 21,50ct/kWh. Im Moment 23,17.


    Eigentlich wollte ich bei der EnBW bleiben bis das BHKW steht - aber das hat sich glaub erledigt...



    mfg JAU

  • Ich könnt mir den hier vorstellen: http://www.switch-energie.de/
    Bei Verivox steht der 28% fossil Anteil käme aus KWK. Und ich finds auch toll das da nicht mit irgendwelchen Lockangeboten gearbeitet wird. 1 Tarif für alle und fertig!


    Gibt ja nix ätzenderes als mit einen 100€-Bonus die Kunden anzulocken um sie im nächsten Jahr abzuziehen. :beaengstigend:



    mfg JAU

  • Toll! Ich hatte am Sonntag Nacht noch per Mail bei switch nagefragt ob sie auch wegen EEG die Preise anziehen und bis heute keine Antwort erhalten. :(


    Also doch nen anderen Anbieter suchen.



    mfg JAU

  • Hallo,


    günstiger geht schon noch, aber wer Ökö-Strom möchte, da ist der schon vorne mit dabei, finde ich - zumal ein Großteil der konventionellen Anbieter deutlich teurer sind!
    (ich gebe bei Verivox 25.000 kw/h Jahresverbrauch ein und habe RWE- als Netzbetreiber)


    AxelF

    Wikipedia: ICH WEISS ALLES!


    Google: ICH HABE ALLES!


    Internet: OHNE MICH GEHT NICHTS!


    Strom: ACH WIRKLICH ???!!!

  • guckst du


    Danke! Habs mal nachgerchnet und binauf eine Erhöhung um knapp 0,7ct/kWh gekommen. Wenn ich mir das Datum anschau bin ich mal gespannt ob nicht vielleicht doch noch ne Email kommt.
    Falls nicht wärs dennoch ein ko-Kriterium: potenziellen Kunden nicht antworten - wie wird das erst wenn man mal Kunde ist. ;(


    Städtische wär bei mir auch nur 10€ günstiger als der aktuelle Tarif, was bei switch viel ausmacht ist der niedrige Grundpreis von nur 45€.
    Wobei mir da grad auffiel das die auch einen einmaligen Bonus gutschreiben, abhängig vom angemeldeten Jahresverbauch.



    Öko muss es nicht sein, aber wenns nachhaltiger und günstiger ist wär ich ja blöd...



    mfg JAU


    P.S. switch war bei meiner Verivox-Anfrage auf Platz 3.

  • Haben wir nicht alle gelernt das der Strom der aus der Steckdose kommt nicht grün ist, wenn nebenan kein Biokraftwerk steht?
    Oder andersrum bei mir Grüner ist, weil ich nur 1/3 des Strom von den bösen Mächten beziehe, dafür halt 2/3 mit guter CO2 Bilanz einspeise.
    Der Mix bei denen ist halt wie bei allen Liefernaten, der typische Deutschlandscheisshausmix.
    Ohne Atomstromfilter im Hausanschluss kriegt man den Atomstrom da nicht raus, und was soll ich danch mit dem strahlenden Atomstromrest machen?
    Zu Frau Merkel schicken????


    Soll ich grün bezahlen wenn ich eh kein Grün bekomme?
    Ein grünes Etikett kann ich mir auch alleine auf den Stromzähler kleben, davon wird der auch nicht grüner.
    Da nehme ich lieber das gesparte Geld und investiere weiter in Sparmassnahmen und bessere Stromerzeugungsanlagen.
    Das ist dann mein kleiner Beitrag die Frau Merkel ohen rentenposten dastehen zu lassen, ich stell die auf jeden Fall nicht als Rentnerin ein!!!!
    Da kann se lieber die Asse mit ner Dreckschuppe ausschaufeln

  • Soll ich grün bezahlen wenn ich eh kein Grün bekomme?


    Ja Bernd


    Nicht weil du Grünen Strom bekommst, wer Dir das erzählt, der will
    dich verarschen, selbiges erzähle ich Dir nicht ich bin ja kein Märchenerzähler



    Aber


    Du bist als Kunde bei eine grünen Lieferanten geführt ( welcher ist absolut Wurst )
    und so ein kleines Gewicht in der Politischen Willensbilldung, je mehr
    Kunden aus Ehrlichen Gründen dort ( ich will keinen Atomstrom ) je mehr macht
    Angi diesen _()_ Klar ist Ökostrom Schwindel schreibt Greenpeace Energie
    selbst,


    Zitat

    Viele Firmen stützen ihre Angebote auch auf sogenannte RECS-Zertifikate – das sind Papiere, die im Rahmen des europaweiten „Renewable Energy Certificate Systems“ ausgegeben werden. Eingekauft werden die Zertifikate – zum Bruchteil eines Cents pro Kilowattstunde – häufig bei Wasserkraftwerken in Norwegen; und mit ihnen darf dann jedermann eigenen Strom als Öko-Energie vermarkten. Formal ist daran wenig auszusetzen, denn im Gegenzug darf der Betreiber des norwegischen Wasserkraftwerkes seinen Strom nicht mehr grün nennen. Doch die meisten Kunden in Norwegen interessiert der ganze Zertifikate-Zirkus nicht.


    selbiges stammt aus


    http://www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=5922


    Greenpeace bezog Jahrelang aus Norwegen und nun Donaustrom weil das Papier dort billiger ^^|__|


    aber trotzdem ist das wie in der Arbeitslosenstatistik wenn da man
    Leute schönrechnen kann, wirds gemacht und so ist der Grüne Heiligenscheinstrom
    zuminderst aktiv gegen Atomkraft, wenn auch in Wahrheit eine Luftnummer