Probleme der Netzbetreiber mit den EEG

  • Hallo zusammen,


    angeregt durch einen Beitrag aus einem anderne Thema (Merit Order oder warum das EEG bald mehr als 4 ¢ je kWh kostet) zum Problem der Netzbetreiber mit dem EEG.
    Dort wird über die Bereithaltung einer Gasturbine als Ersatz für die durch Wolken verdunkelte Megawatt Solaranlage geschrieben.


    Hier werden wieder mal zwei Sachverhalte in einen Topf geworfen.
    1. Baut der "normale" Hausbesitzer eine Solaranlage auf sein Dach, so wird die Anlage nicht wesentlich größer sein wie der Stromverbrauch des Hauses. Damit muss das Netz auch für diese Anlage ausreichend ausgelegt sein.
    2. Baut der "Energieerzeuger" eine 100kW Anlage oder mehr, muss selbstverständlich auch das Netz entsprechend ausgelegt werden, damit evtl. Einspeiseschwankungen vom Netz aufgefangen werden können.


    Die Klagen der Netzbetreiber können daher doch nur daher kommen, dass in der Vergangenheit die Pflege der Netze vernachlässigt wurde oder bei der Genehmigung der Grossanlagen die Netzanbindung nicht berücksichtig wurde.


    Wir müssen also für die Nachlässigkeiten der Netzbetreiber bezahlen.


    Dachs2001

  • Die Klagen der Netzbetreiber können daher doch nur daher kommen, dass in der Vergangenheit die Pflege der Netze vernachlässigt wurde oder bei der Genehmigung der Grossanlagen die Netzanbindung nicht berücksichtig wurde.


    Wir müssen also für die Nachlässigkeiten der Netzbetreiber bezahlen.

    In der Sache gebe ich Dir recht, es erscheint mir aber zu einfach, so zu tun, als wäre das ein "Fehler" bei den Netzbetreibern.


    Damit da kein Missverständnis aufkommt: für mich gehört das Stromnetz in die öffentliche Hand, so wie das Straßennetz. Die Netzbetreiber sind also nicht meine Freunde, aber das ist ein anderes Thema.


    Aber der Fehler liegt im System. Ich kann doch auch von meinen Nichtfreunden nicht erwarten, dass die freiwillig was tun und Geld ausgeben, für etwas, was die gar nicht haben wollen. Und "beklagen" tun sich die ja auch nicht, die erklären nur, warum's teuer wird und verschweigen natürlich, dass sie es gerne teuer mögen, weil sie da ja wieder verdienen. Die bezahlen gerne die Zusatzturbine und das Gas für den Leerlauf, weil sie das wieder auf den Strompreis umlegen können und das natürlich mit einem ordentlichen Profit.


    Der Fehler liegt da, wo in blinder Ideologie Gesetze gemacht, der Nebenwirkungen aber ignoriert werden.


    Natürlich kommt das Problem mit den Leistungsschwankungen nicht von den Hausdächern, auch nicht, wenn die 100 kW haben. Die sind dafür zu gut verteilt. Allerdings kommen die Umlagekosten schon zum großen Teil von denen.

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Der geistige Horizont mancher Menschen hat einen Radius von NULL. Das nennen sie dann Standpunkt.

  • Wir müssen also für die Nachlässigkeiten der Netzbetreiber bezahlen.


    Hääää


    Klar muß der Verbraucher das bezahlen, oder spielen die Netzbetreiber Lotto und bezahlen
    davon die Investitionen.


    Der Spruch ist gradso als wie das bezahlt die Versicherung, die Versicherung bezahlt nur
    das was vorher die Kunden einbezahlt haben, meißt nicht der Kunde der nicht so dreist seine
    Versicherung bescheißt, soll heißen der geklaute Sportwagen der nach Rußland verscherbelt
    wurde wird eher ersetzt als die Handtaschen dir der Rentnerin tatsächlich geklaut wurde.




    Zitat

    2. Baut der "Energieerzeuger" eine 100kW Anlage oder mehr, muss selbstverständlich auch das Netz entsprechend ausgelegt werden, damit evtl. Einspeiseschwankungen vom Netz aufgefangen werden können.



    Genau hier spielt die Musik


    http://www.tennettso.de/pages/…Anlagenregister/index.htm



    ein Beispiel daraus erste Zeile wählen Stadtwerke Dachau
    zweite Zeile Zeitraum 2009


    sollte in der Überschrift stehen *Stadtwerke Dachau 2009 Jahresmeldung*



    Wasserkraft ergibt 13.668.290,000 kWh 86 % Vergütung 1.074.977,09 € 53%
    Klärgas 501.882,000 KWh 3,16% 45.721,45 € 3,2%
    Solar 1.723.041,999 kWh 10,84% 875.097,22 € 43,8%


    man sieht wen man will das der Wilde Strom 43,8% der Kosten macht ( ohne
    die wo noch zusätzlich durch die Regelung entstehen ) aber nur 10,84% an der Strommenge
    gerechnet auf das Ganze Jahr, bedeutet aber die Wellenbewegung von mal Strom
    mal nicht entspricht der im gleichen Zeitraum kontinuirlich und zuverläßig Stunde um Stunde
    Tag für Tag, Jahr um Jahr und das bald seit 100 Jahren.


    Die Regelung für die Zone ( man kann sich ja seine Raussuchen ) ist masgebend ob die
    Wasserkraft dort zurückgefahren wird oder nicht und nicht Wolckenzug in Buxtehude weil der
    Europäisch mit Dachau die Statistik ausniveliert, der Leitwart dort entscheidet auf Grund
    seiner Kostenstrucktur und vorgeschoben Netzgründen, was Er macht



    Wenn bei bluwie der Versorger sich für ein Gasturbine entscheidet ( eventuell weil der Profit
    dan in den Versorgungsgebiet bleibt ) so kann ich das nicht beurteilen, zu sagen das ist
    Blödsinn, weil die Ideologie Solar ist das Tollste und Beste ( klar was am teuersten muße es wohl
    sonst wärs Hirnrißig ) es so Vorschreibt werde ich mich hütten.


    Jede Stromlieferung sollte Sozialverträglich, Nachhaltig und so Effizent als möglich sein, wer meint
    Ideologien können Sachkenntnise und Erfahrungswerte so mirnichts dirnichts ersetzen, mag ja
    meinen alle die nicht Bedingungslos für Solar Jubeln sind Klimakiller, aber Tatsache ist und bleibt
    neben den das die Solarenergie die Teuerste ist, ist sie noch die mit den größten CO² Rucksack :whistling:


  • Damit da kein Missverständnis aufkommt: für mich gehört das Stromnetz in die öffentliche Hand, so wie das Straßennetz. Die Netzbetreiber sind also nicht meine Freunde, aber das ist ein anderes Thema. Aber der Fehler liegt im System. Ich kann doch auch von meinen Nichtfreunden nicht erwarten, dass die freiwillig was tun und Geld ausgeben, für etwas, was die gar nicht haben wollen. Und "beklagen" tun sich die ja auch nicht, die erklären nur, warum's teuer wird und verschweigen natürlich, dass sie es gerne teuer mögen, weil sie da ja wieder verdienen. Die bezahlen gerne die Zusatzturbine und das Gas für den Leerlauf, weil sie das wieder auf den Strompreis umlegen können und das natürlich mit einem ordentlichen Profit.


    Netzbetreiber sind recht eingeschränkt in Ihrem unternehmerischen Tun. Da der Netzbetrieb ein natürliches Monopol darstellt, werden sie von der BNetzA reguliert. Das heisst, die BNetzA schaut sich alle Kosten an, die als Netznutzungsentgelte auf die Netzkunden umgelegt werden können. Die können gar nichts "freiwillig" tun, wenn nicht klar ist, dass die Kosten umlagefähig sind. Der Betrieb von Gasturbinen gehört zum Beispiel überhaupt nicht in eine Kategorie, in der Netzbetreiber aktiv werden dürfen. Sie können lediglich von Betreibern solcher Anlagen Systemdienstleistungen z.B. Regelleistung über standardisierte Ausschreibungsprozesse einkaufen.


    Gruß,
    Gunnar

  • Sie können lediglich von Betreibern solcher Anlagen Systemdienstleistungen z.B. Regelleistung über standardisierte Ausschreibungsprozesse einkaufen.

    Ja genau, aber das ist doch immer das Spiel Linke Tasche - Rechte Tasche.
    Was sie ausschreiben, kann ihnen niemand vorschreiben und schon über die Ausschreibung läßt sich viel steuern. Es ist ja kein Zufall, dass es die weitgehende Monopolstellung der Stromversorger noch gibt. Und selbst wenn die Ausschreibung blitzsauber ist, letztlich will ja auch jeder Wettbewerber Geld verdienen und der Netzbetreiber darf, auch mit Aufsicht, für jedes Geschäft seinen Obulus verlangen und einkalkulieren. Nebenbei hackt eine Krähe der anderen keine Auge aus und rein zufällig gehört der Netzbetreiber wieder einem von den Strom - Monopolisten und die meisten Anbieter, die in der Lage sind, solchen Anlagen zu finanzieren und zu betreiben, gehören auch dazu.


    Aber das ist doch alles gar nicht das entscheidende Thema.
    Unter dem Strich ist es dem Verbraucher sowieso egal, wo das Geld landet. Fakt bleibt, dass die schöne, saubere Scheinwelt der Solaranlagen unter dem Lack überhaupt nicht sauber ist.


    Meine Position:
    Ich habe kein großes Problem mit PV auf den Dächern, wobei ich auch die ökologisch für mehr als fragwürdig halte. Aber die großen Parks sind aus meiner Sicht ein ökologisches Fiasko, weil heute die Flächen mit Minderwertigem (wenn auch teurem) Müll zugepflastert werden und den zukünftigen "guten" Zellen der Platz weggenommen wird.


    Beispiel: Wenn heute 25% von der PV - Umlage in BHKW-Förderung fließen würde und 25% direkt in Forschungsprojekte für Solarzellen und Speichertechnologien, dann hätten wir in sehr kurzer Zeit ein riesen Paket an CO2 Ersparnis und in 10 Jahren wesentlich bessere Solarzellen.


    Selbst wenn die Solarzellen auch auf heutigem Wege die Leistung erreichen würden, wie bei einer massiv geförderten Forschung, was sie nicht tun, weil heute das Geld primär in Fertigungsverfahren gesteckt wird, dann gibt es trotzdem in 10 Jahren kaum noch Flächen, auf denen man die Ausbringen kann.


    Mit einer durchdachten Vorgehensweise würden wir also
    - viel weniger Geld ausgeben,
    - hätten schon kurzfristig viel mehr CO2 Einsparung
    - und mittelfristig und langfristig eine wesentlich besser PV-Ausstattung.


    Was heute betrieben wird ist wirtschaftlicher Nonsens und ökologisch ein Knieschuss.

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Der geistige Horizont mancher Menschen hat einen Radius von NULL. Das nennen sie dann Standpunkt.

  • Ich habe kein großes Problem mit PV auf den Dächern, wobei ich auch die ökologisch für mehr als fragwürdig halte. Aber die großen Parks sind aus meiner Sicht ein ökologisches Fiasko, weil heute die Flächen mit Minderwertigem (wenn auch teurem) Müll zugepflastert werden und den zukünftigen "guten" Zellen der Platz weggenommen wird.


    Beispiel: Wenn heute 25% von der PV - Umlage in BHKW-Förderung fließen würde und 25% direkt in Forschungsprojekte für Solarzellen und Speichertechnologien, dann hätten wir in sehr kurzer Zeit ein riesen Paket an CO2 Ersparnis und in 10 Jahren wesentlich bessere Solarzellen. Selbst wenn die Solarzellen auch auf heutigem Wege die Leistung erreichen würden, wie bei einer massiv geförderten Forschung, was sie nicht tun, weil heute das Geld primär in Fertigungsverfahren gesteckt wird, dann gibt es trotzdem in 10 Jahren kaum noch Flächen, auf denen man die Ausbringen kann.


    Ich kann mich Deiner Meinung durchaus anschließen, dass die Mittel, die in die PV-Branche fließen, auch in der dezentralen Kraft-Wärme-Kopplung sehr gut angelegt wären. Ein explodierender Markt, wie man ihn in den letzten 5 Jahren in der PV beobachten konnte, hätte auch den Mikro- und Mini-KWK-Anlagen gutgetan und perspektivisch auch den technologischen Schritt hin zur stationären Brennstoffzelle beschleunigt.


    Falsch ist hingegen der Gedanke, man könne nur mit Forschung allein etwas erreichen. Die Lernkurve, d.h. die Kostenreduktion (sei es höhere Anlageneffizienz, sei es durch günstigere Anlagentechnik) kommt im Wesentlichen durch den kumulierten Output zustanden. Da ist natürlich auch F&E mit drin, aber Laborergebnisse nützen nur dann etwas, wenn sie auch in Produkte (Invention -> Innovation) umgesetzt werden können. Am Beispiel der Brennstoffzelle heisst das, dass sehr schöne Wirkungsgrade und Standzeiten von Labormustern erzielt werden konnten, als man dann aber das Zellendesign so änderte, dass man damit Massenware preiswerter fertigen konnte, ging beides erst mal in den Keller.


    Zu den Freiflächen-PVparks will ich gerne zugeben, dass ich die auch nicht so toll finde. Weniger aus ökologischen Gründen heraus - da kommt mehr Energie pro Hektar raus als bei Biomassenutzung und das sind auch wertvolle extensiv (Schafe?) bewirtschaftete Rückzugsgebiete wie z.B. die Magerflächen auf alten Halden. Ich sehe es eher aus ökonomischen Gründen: Die MW-Freifläche erzeugt Strom da, wo er relativ billig ist, auf der MS und z.T. auf der HS Ebene. Damit ist das Lernziel, Strom für 5-10 ct/kWh aus der Sonne zu erzeugen, noch in weiter Ferne. Die Dachanlage, die den Strom auch für den Eigennutzer in der Niederspannung erzeugt, hat als Lernziel einen Erzeugungspreis von ca. 20 ct/kWh - und das steht unmittelbar in 2-3 Jahren bevor. Wenn man diesen Sektor verstärkt, und da können wir als BHKW erfahrene schon mit Know-How in der hausinternen Stromvermarktung glänzen und helfen, dann kann in Deutschland das Fördervolumen für die PV drastisch zurückgefahren werden. Nicht ganz, weil natürlich auch der eingespeiste Strom einen gewissen Wert darstellen sollte, aber merklich im Vergleich zur jetzigen Situation.


    Und das Argument, dass die guten Standorte mit alten und schlechten Zellen belegt sein werden, das gilt immer - da kommt man nicht drumherum. Warum gab's in Deutschland nach dem Krieg einen Wirschaftswunderaufschwung? Weil die industriellen Standorte alle weggebomt waren und man dort Platz hatte für hochmoderne Anlagentechnik, die im Vergleich zu den bestehenden Industrien in England und Frankreich, die deutlich weniger gelitten hatten, plötzlich Wettbewerbsvorteile hatten. (Es gab natürlich noch weitere Gründe ... :- )


    Ein ökologisches Fiasko sind PV-Flächen mitnichten, aber die Frage ist, ob man die Lerninvestition bis zum Ziel PV-Strom für 5-10 kWh/ct zu erzeugen, nicht doch auf mehrere Schultern verteilen sollte. Aufgrund der Entwicklung regionaler Märkte in der Welt Richtung Grid-Parity werden immer mehr Stückzahlen nicht nur von DE und anderen FIT-getriebenen Fördersystemen generiert werden. Mit dem kleinen Aufpreis zwischen dem Wert des Stroms auf Endverbraucherebene und den Erzeugungskosten kann ein stabiler Markt in DE bewahrt werden, der größere Abstand zwischen EEX-Preis und Freiflächenkosten (auch wenn die geringer sind als bei kleinen Dachanlagen) ist eine höhere finanzielle Belastung.


    Gruß,
    Gunnar

  • Danke Gunnar,


    sehr aufschlussreich und im Zusammenhang schon verständlich. Nur leider sind wir nicht alles Fachleute auf Deinem Gebiet, viele von Dir verwendete Abkürzungen erschliesssen sich mir nicht. Vielleicht deshalb für die große Allgemeinheit etwas weniger Abkürzungen od. Kürzel. Danke. ||_

  • Falsch ist hingegen der Gedanke, man könne nur mit Forschung allein etwas erreichen. Die Lernkurve, d.h. die Kostenreduktion (sei es höhere Anlageneffizienz, sei es durch günstigere Anlagentechnik) kommt im Wesentlichen durch den kumulierten Output zustanden. Da ist natürlich auch F&E mit drin, aber Laborergebnisse nützen nur dann etwas, wenn sie auch in Produkte (Invention -> Innovation) umgesetzt werden können. Am Beispiel der Brennstoffzelle heisst das, dass sehr schöne Wirkungsgrade und Standzeiten von Labormustern erzielt werden konnten, als man dann aber das Zellendesign so änderte, dass man damit Massenware preiswerter fertigen konnte, ging beides erst mal in den Keller.

    Lieber Gunnar,
    meine Aussage ist ja nicht, dass man nur forschen muss, ABER


    - Es macht nur wenig Sinn, die Fertigung für Zellen zu perfektionieren, die man später nicht mehr braucht, weil neue Zellen vielleicht mit ganz anderen Verfahren hergestellt werden.
    - Auch Fertigungsverfahren können Bestandteil von gezielt subventionierten Maßnahmen sein. Will heißen, 50 Million gezielt in die Ausarbeitung von Fertigungsverfahren, die dann allen zur Verfügung stehen, bringen mehr, als 1 Milliarde mit der Gieskanne in die Fertigung qualitativ minderwertiger Ware zu pumpen. Genau Dein Beispiel der Brennstoffzelle zeigt das: Es wäre doch sinnlos, die Brennstoffzelle in der Masse mit überzogenenm Aufwand herzustellen. Es ist sinnvoll, zuerst die Hausaufgaben zu machen.


    Es ist keine Frage, dass es die von Dir beschriebenen Wechselwirkungen gibt und auch entsprechende positive Resultate zu verzeichnen sind, nur sind die Relationen nach meiner Überzeugung deutlich anders, als Du das gerne hättest. Die Logik, die mit der heutigen Politik verfolgt wird bedeutet, dass ich nicht meinen Garten giese und den Pflanzen gezielt Wasser zuführe, sondern das Wasser in der Luft verneble, weil damit die Regenmenge ansteigt. Die Vorstellung ist, dass das vernebelte Wasser mehr Regn auslöst, als es selber ausmacht. Ich sage, diese Vorstellung ist eine Illusion . Aus dem vernebelten Wasser wird sich zwar etwas niederschlagen, das steht aber in keinem Verhältnis zum Aufwand.

    Und das Argument, dass die guten Standorte mit alten und schlechten Zellen belegt sein werden, das gilt immer -

    Nein, da wiederspreche ich. Es geht nicht nur um die reine Fläche, wobei auch da Grenzen sind. Das Problem wird die gesamte erzeugte Strommenge sein. Solange keine adäquate Speichertechnologie verfügbar ist, und die ist nirgens in Sicht, so lange ist der nutzbare Sonnenanteil limitiert. Wir werden in 20 Jahren noch an den schlechten, teuren Zellen zahlen und haben zu wenig Nutzungsmöglichkeit für die neuen, effektiveren, Platz und Kostensparenden. Und alles Geld, das an dieser Stelle verpulvert wird, fehlt an anderer Stelle für eine effektivere Nutzung.


    Für mich läge die höchste Priorität auf der Speichertechnologie, weil PV und auch Windkraft ihr Potential erst ausspielen können, wenn wir brauchbare Speichertechnologien haben. Dafür würde ich jede Menge Geld bereitstellen. Der Ausbau von PV in der Fläche ist erst sinnvoll, wenn man dem theoretisch machbaren Wirkungsgrad auf 70 - 80% nahe gekommen ist. Kurzfristig, so für ca. 10 Jahre, wäre mit BHKW mehr CO2 - Einsparung zu erreichen, als mit allen anderen Maßnahmen zusammen.


    Ich wiederhole mich: Eine weniger ideologische Politik würde ökologisch viel mehr bringen. Das ist eine Frage der Nachhaltigkeit, die so gerne im Mund geführt, aber offensichtlich nicht verstanden wird. Wo heute nachhaltig draufsteht, ist noch lange nicht nachhaltig drin.

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Der geistige Horizont mancher Menschen hat einen Radius von NULL. Das nennen sie dann Standpunkt.

  • Für mich läge die höchste Priorität auf der Speichertechnologie, weil PV und auch Windkraft ihr Potential erst ausspielen können, wenn wir brauchbare Speichertechnologien haben. Dafür würde ich jede Menge Geld bereitstellen. Der Ausbau von PV in der Fläche ist erst sinnvoll, wenn man dem theoretisch machbaren Wirkungsgrad auf 70 - 80% nahe gekommen ist. Kurzfristig, so für ca. 10 Jahre, wäre mit BHKW mehr CO2 - Einsparung zu erreichen, als mit allen anderen Maßnahmen zusammen.


    Bei der Speichertechnologien muss man auch nicht soviel forschen, sondern eher machen. Die vielgepriesenenen Batteriespeicher habe eine Zeitkonstante = Energieinhalt / Leistung von wenigen Stunden, d.h. es reicht auch nur zum untertägigem Ausgleich und nicht für die 2-wöchige Windflaute. Bei den Akkus wartet man am besten ab, wie die Automobilbranche ihre Hausaufgaben macht. Technisch verfügbare Großspeicher sind die Pumpspeicher und hierzu sind Ausbaumaßnahmen vorhandener Speicherwasserkraftwerke (wie z.B. das Walchenseekraftwerk u.a.) in den Alpen und Skandinavien die erste Wahl. Da muss man attraktive Rahmenbedingungen setzen, damit diese Investitionen = zusätzliche Pumpkapazitäten getätigt werden und eine verstärkte Netzanbindung dorthin erfolgt wie z.B. das NorGer-Kabel und Folgeprojekte.


    Allein bei den adiabatischen Druckluftspeichern mit und ohne GuD-Konzept sehe ich noch Forschungsbedarf sowie Sondermittel für Demonstrationsvorhaben.


    Allerdings wird die Laufzeitverlängerung einen wesentlichen Anreiz für neue Speicher reduzieren: den Spread zwischen hohen und niedrigen Preisen. Da in Zukunft die Überkapazitäten im Grundlastbereich dazu führen werden, dass immer öfter ein Grundlastkraftwerk Atom/Braunkohle den Preis an der Börse setzt, werden die hohen Leistungsfluktuationen auf der Restlastseite wegen der flachen Merit-Order-Kurve nur in geringe Preisschwankungen übersetzt. Auch ein Speicher ist kein Selbstzweck, sondern der Investor will damit Geld verdienen - dies wäre einfacher mit einer Preisstruktur, in der ausgewogener Grundlast, Mittellast und Spitzenlast den Marktpreis bestimmt.


    Gruß,
    Gunnar

  • Bei der Speichertechnologien muss man auch nicht soviel forschen,

    Auch ein Punkt, den ich anders sehe. Das hat nur noch nicht richtig angefangen.


    Es hat meines Erachtens auch wenig mit Autos zu tun. Speicher fürs Auto haben Anforderungen, die bei Stationären Anlagen nicht gelten, schon gar nicht für großtechnische Anlagen. Da liese sich also vieles anders machen.


    Woraus schließt Du eigentlich, dass es keine anderen Speichertechnologien geben könnte, wenn man denn danach forschen würde ?????


    bluwi

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Der geistige Horizont mancher Menschen hat einen Radius von NULL. Das nennen sie dann Standpunkt.

  • Es hat meines Erachtens auch wenig mit Autos zu tun. Speicher fürs Auto haben Anforderungen, die bei Stationären Anlagen nicht gelten, schon gar nicht für großtechnische Anlagen. Da liese sich also vieles anders machen.


    Autos bringen Stückzahlen und Stückzahlen bringen die Preise runter - das ist das einzige was zählt.


    Eine komplett neuen Technologieansatz zu finden ist eher ein Zufallsprodukt aus der Grundlagenforschung. Das lässt sich nicht planen oder beschleunigen.


    Gruß,
    Gunnar

  • Zitat von »gunnar.kaestle«


    Autos bringen Stückzahlen und Stückzahlen bringen die Preise runter - das ist das einzige was zählt.


    da muss ich "bluwi" recht geben, die Speicher fürs Auto könnten zwar über die Stückzahlen die Preise herabsetzen, sind aber nicht unbedingt für die stätionäre Anwendung geeignet.
    Wenn ich allein an den Temperaturbereich im Auto denke (-40°C bis +85°c) so werden sich die Applikationsingenieure mit den derzeitigen Technologien noch schwer tun.
    Für stationäre Anwendungen gibt es bereits Technologien, die hinsichtlich Wirkungsgrad zu verbessern wären.


    Gruß
    Dachs2001

  • Zu den Freiflächen-PVparks will ich gerne zugeben, dass ich die auch nicht so toll finde. Weniger aus ökologischen Gründen heraus - da kommt mehr Energie pro Hektar raus als bei Biomassenutzung und das sind auch wertvolle extensiv (Schafe?) bewirtschaftete Rückzugsgebiete wie z.B. die Magerflächen auf alten Halden.



    Das ist eine Gebetsmühlenbehauptung der Solarist


    Nimmt man die gleiche Fläche und optmiert sie um Nachhaltig preiswerte und Sozialverträgliche Energie zu bekommen
    so ist der Hektarertrag und korrekten Vergleichsbedingungen ( also einrechnen der
    Reserve und Regelkraftwerke oder eventueller Speicher inclusive Leitungsverluste,
    den die werden in den Fall gern untern Tisch gekehrt ) größer.


    Optmiert bedeutet Richtige Pflanzenwahl ( C3 Pflanzen nicht der Miskantusmist von den der Alt schreibt
    http://www.sonnenseite.com/Aut…dliche+Welt,13,d2729.html )
    Perma oder Mischkulturen, gehalten unter optimalen CO² Bedingungen und im Richtigen Temperaturfenster


    aber Holländer züchten so Tomaten die wir fressen ( gut ich nicht ) aber aus Ökoidolgischen Gründen
    ist das denken daran in Deutschland tabu, ja Plasphemisch wäre ja Solastrom nicht mehr Gottgleich


    Strom aus Biomasse ist saisonal Speicherbar, bedarfsgerecht zu produzieren ( also wen der Strom
    gebraucht wird und nicht wann die Sonne scheint ) und wesentlich Kostengünstiger als die bisherige
    Ersatzreligon.


    Zitat

    Warum gab's in Deutschland nach dem Krieg einen Wirschaftswunderaufschwung? Weil die industriellen Standorte alle weggebomt waren und man dort Platz hatte für hochmoderne Anlagentechnik,


    das ist ein an den Haaren herangezogener Vergleich, in USA war so gut wie nix beschädigt
    trotzdem ist auch dort die Wirtschaft stark gewachsen, Deutschland war als Frontstaat des
    Kalten Krieges intressant wäre das nicht gewesen ist der Irak ein gutes Beispiel.


    Ein Krieg mit erfunden Gründen und nun ein Verwüstetes Land, in dem die Bevölkerung sehen
    muß wo sie bleibt :beaengstigend:

  • Strom aus Biomasse ist saisonal Speicherbar, bedarfsgerecht zu produzieren ( also wen der Strom
    gebraucht wird und nicht wann die Sonne scheint ) und wesentlich Kostengünstiger als die bisherige
    Ersatzreligon.

    Der Strom nicht, aber die Biomasse selbst ist speicherbar über lange Zeiträume.
    Und das Gas mindestens soweit, dass es Spitzen innerhalb eines Tages entschärfen könnte. Selbiger Cheffe von Versorger macht z. B. mit den Biogaserzeugern spezielle Verträge, nach dennen die in den Spitzenlastzeiten mehr bekommen und in den Flauten weniger.


    Hier wäre z.B ein weites Feld für Forschung, in dem Geld gut angelegt wäre. Aus meiner Sicht wäre da ne Menge Potential drin, wenn Speichertechnologien für Methan kostengünstig würden. Man kann heute Labortechnisch Methaneis bilden und das geht auch energetisch mit vernünftigem Wirkungsgrad. Nur nicht im Großen. Mit der entsprechenden Technik müsste das Gas dann nicht unmittelbar verbrannt werden, sondern könnte transportiert und gelagert werden. Mit 50 oder 100 Mio könnte da ne menge passieren.

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Der geistige Horizont mancher Menschen hat einen Radius von NULL. Das nennen sie dann Standpunkt.