Wirkungsgrad eines BHKW?

  • Hallo,


    wer gibt mir Infos über ermittelten/gemessenen Wirkungsgrad (eingespeiste Energie (mögl. mit Art), abgegebene elektrische Energie, abgegebene thermische Nutzenergie) sowie größe des BHKW.


    Danke

  • Hallo Rumpelbär,


    ich kann dir da nur die Datenblätter der Hersteller empfehlen, sonst versteh ich deine Frage nicht.


    Der eingesetzte Brennstoff sagen wir mal 100 kW als Hu angeben
    elektr. Leistung 30 kW
    therm. Leistung 60 kW


    das endspricht einem Wirkungsgrad von 90 %


    Oder meinst du was andere ?

    Mit Energie geladenen Grüßen aus dem Teufelsmoor.
    Nicht nur privat bin ich von hocheffizienten BHKW überzeugt.
    Vom Hobby zum Beruf gekommen bin ich seit einigen Jahren auch Angestellter der MWB AG und seit Februar 2014 bei RMB Energie GmbH

  • Hallo


    noch etwas zur Präzisierung. Die Frage ist ob eben die Herstellerangaben auch in der Praxis, z.B. im laufe eines Jahres ereicht werden.
    Ich kenne eine Messung an einem Mini-BHKW, dort liegt der Verlust bei ca. 25% ,
    eine kurzeitige Vergleichsmessung (ziemlich ungenau) bei einem Brennwertkessel ergab einen Verlust von ca. 17%.
    Die Messung erfolgte in der Praxis und nicht unter Idealbedingungen im Labor aber mit geeichten Geräten.
    Hierbei wurden die Energiemengen erfaßt, setzt natürlich, denke meist nicht vorhaneden, einen Wärmemengenzähler nach
    dem BHKW voraus ... nur den wird kaum einer haben ...


    Bleibt eben die Frage welche Werte werden in der Praxis wirklich erreicht?

  • ... nur den wird kaum einer haben ..

    Das kann aber kein technisches Problem sein, wenn die Wärme in einen Wasserkreislauf geht. Solche Zähler bekommst Du für unter € 20,-, wenn die Eichzeit abgelaufen ist (was nicht bedeutet, dass die dann nicht mehr richtig zählen). Die sind inzwischen so preiswert, dass sich das nacheichen nicht mehr lohnt. Da kann man sich auch einen neuen leisten.


    bluwi

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Der geistige Horizont mancher Menschen hat einen Radius von NULL. Das nennen sie dann Standpunkt.

  • Hm - ich (vielleicht einer der Wenigen ?) habe einen Wärmemengenzähler nach BHKW "ecopower 4.7 G" vorm Pufferspeicher.


    Dazu meine kumulativen Werte seit 29.01.2010 bis heute :
    - Gasverbrauch 5.033 cbm = 53.210 kWh (Umrechnungsfaktor lt. GV)
    - WMZ = 31.230 kWh
    - erzeugte P el. = 10.730 kWh (EVU-Zähler), davon 3.480 kWh eingespeist -11.375 kWh (geräte-interner Zähler)-
    - erzeugte P th. = 32.300 kWh (geräte-interner Zähler)
    - Betriebsstunden = 3.750 h
    - bezogener Zusatzstrom = 7.530 kWh


    D.h. es wurden im Gebäude (10.730 - 3.480) + 7.530 = 14.780 kWh verbraucht (12 WE). Darin befindet sich noch ein marginaler Eigenverbrauch, sowie der Gebäude-Allgemeinstrom - ist aber für die gedachte Beurteilung unrelevant, eher in Richtung Wirtschaftlichkeit...
    Wärmebilanzmäßig geht es nun nur so :
    Gasverbrauch 53.210 - 31.230 (für Heizkosten/WW) = 21.980 kWh Gasanteil für die Stromproduktion.
    Nun kann man philosophieren, was dieser Gasverbrauch zur P el. für eine Relation darstellt. Es ergibt sich das Verhältnis 2,05 kWh Gas/kWh Strom.
    Das Datenblatt gibt einen Gasverbrauch leistungsabhängig 0,6...1,9 cbm/Std. (variierend, da modulierend von 1,3...4,7 kW) an, die Stromkennzahl ist mit 0,38 vermerkt, der Wirkungsgrad mit 90%.
    Nach den Bh hätte ich demzufolge 5.033/3.750 = 1,34 cbm/h verbraucht - guter Mittelwert. Vergleicht man die P el. dazu 10.730/3.750 = 2,86 kW sollte auch dieser Wert für den Zeitraum Febr. - Sept. - d.h. fast ohne Wintermonate - respektabel sein.
    Widersprüchlich bleibt die erzeugte Wärmemenge von 31.230 zum Gasverbrauch, da die Differenz von 21.980 kWh nicht wirklich darstellbar wird...
    Vielleicht kann mir da noch jemand auf die Sprünge helfen ??? @:pille
    Ich denke aber, mit o.g. Werten solltest du schon etwas anfangen können.


    Interessant wird es für mich demnächst in der Richtung, das ich mittels einer 5,52 kWp-Fotovoltaik versuchen will, den "Fremdbezug" 7.530 kWh möglichst weit durch ebenfalls Eigenverbrauchsnutzung von der PV zu senken. Das wird sich aber erst in ca. 09/2011 wirklich beweisen (und sich keinesfalls auf den Wirkungsgrad auswirken !), da ich die Module absichtlich mit Anstellwinkel 10° für max. Sommerertrag aufstelle. Ebend in dieser Zeit produziert das BHKW (wärmegeführt) ja wenig Strom. Damit läuft die PV zwar nicht optimal - aber die Erzeugung von dort in den Win-termonaten ist im Verhältnis gesehen eh vernachlässigbar für die hier gedachte Wirkung...
    Da ich sehr schlecht den Eigenverbrauch einer PV-Anlage in einem MFH einschätzen kann (lt. PVIGS sollen ca. 4.600 kWh p.a. herauskommen), bin ich dazu mal an Meinungen aus dem Forum interessiert.
    Ansatz :
    Bei geschätzt 35% EV aus der PV wären das rd. 1.610 kWh (der Einfachheit halber mit Vergütung 0,2205 ges. gerechnet) = ca. 350 €. Um diesen Betrag würde der Fremdbezug geplant sinken (hier ist jedoch der verbrauchsabhängige Lastgang in den Tagesstunden entscheident !!!), d.h die rd. 1.265 € würden auf 995 € sinken (können !?). Mit der "Rest"-Einspeisevergütung PV von rd. 3.000 kWh x 0,3405 = rd. 1.020 € käme gesamt dann mit rd. 1.640 € ein schon respektables Ergebnis (grob prognostiziert) aus der Kombination BHKW + PV (ohne die BHKW-Erlöse !!!) zu Stande... Wäre das so nachvollziehbar ? - Die Fremdbezugseinsparung würde noch um die kalenderjährliche volle Laufzeit dann proportional sinken - ... Oder wo steckt evtl. ein Trugschluß ??? :verrueckt:


    pamiru48

  • Hallo Pamiru 48,


    habe leider erst heute Deinen Beitrag gelesen, habe offensichtlich keine mail über den neunen Beitrag bekommen.


    Wenn mann mit Deinen Werten folgendes rechnet:
    ( abgelesen Werte Strom 10730 kWh + Wärmemenge 31230 kWh) / (Energieeinsatz Gas 53210 kWh) x100 = 79% nutzbare Energie (d.h. für mich = Wirkungsgrad)


    Klingt für mich realistisch. Schade das es keine weiteren Infos von anderen Anlagen gibt.


    Mit wieviel Wirkungsgrad ist Dein KKW lt. Hersteller angegeben?


    Zur PV:
    Ich würde den PV-Strom auf Grund der deutlich höheren Vergütung kommplett einspeisen, und wie bisher den nicht durch das KKW erzeugten Strom zukaufen. Über Eigenverbrau von PV kann man nachdenken wenn die Vergütung / kWh kleiner als der Kaupreis wird.


    bis später
    rumpelbert

  • Moin,


    Zitat

    Zur PV:


    Ich würde den PV-Strom auf Grund der deutlich höheren Vergütung
    kommplett einspeisen, und wie bisher den nicht durch das KKW erzeugten
    Strom zukaufen. Über Eigenverbrau von PV kann man nachdenken wenn die
    Vergütung / kWh kleiner als der Kaupreis wird.

    da solltest du vielleicht mal ein Update deiner "Ansicht" durchführen und dich mal in einer ruhigen Minute intensiv mit der Berechnung bei einer PV Anlage zur Eigenstromnutzung befassen ;)



    Grüße
    Tom

  • da solltest du vielleicht mal ein Update deiner "Ansicht" durchführen und dich mal in einer ruhigen Minute intensiv mit der Berechnung bei einer PV Anlage zur Eigenstromnutzung befassen


    Ja, das ist wirklich nicht schwer:
    Die kWh in Volleinspeisung bringt bei Kleinanlagen 28,74 ct
    Die kWh im Eigenverbraucht bringt 16,74 bzw 12,36 ct plus den gesparten Energiebezug aus dem Netz von rund 20 ct, macht insgesamt
    36 / 32 Eurocent, was 10 bis 20 Procent mehr ist.


    Mehr ist in diesem Fall besser. Bei BHKWs war diese Tatsache des ökonomisch sinnvolleren Eigenverbrauchs schon länger bekannt, bei der PV hat sich das erst mit dem EEG 2009 herumgesprochen und es wird auch langfristig so bleiben. (Gridparity heisst man kann den Strombezug ersetzen, aber bei Einspeisung wird man langfristig nicht mehr allzuviel bekommen, weil der Strom bei einer vielzahl von Solarstromanlagen kaum noch etwas Wert sein wird - aber es gibt ja noch die steuerbare KWK-Technik als Ergänzung.


    Gruß,
    Gunnar

  • Hallo,


    hier wurde folgendes geschrieben:


    "Die kWh in Volleinspeisung bringt bei PV-Kleinanlagen 28,74 ct
    Die kWh im Eigenverbraucht bringt 16,74 bzw 12,36 ct plus den gesparten Energiebezug aus dem Netz von rund 20 ct, macht insgesamt
    36 / 32 Eurocent, was 10 bis 20 Procent mehr ist."


    Was sind das für 16,74 bzw. 12,63 ct bei Eigenverbrauch?


    Danke

  • Moin,


    hier mal eine Beispielrechnung:


    Angenommen du hast eine PV mit 10kWp, dann erzeugst du rund 10000kWh (habe der Einfachheit mit 1000kWh/1kWp gerechnet).



    Angenommen man schafft diese 30% Grenze nicht, dann erfolgt folgende
    Vergütung bei einem angenommenen Bezugspreis von 21,00 Cent/kWh und 20%
    Eigennutzung:



    10000kWh => 20% = 2000kWh * 0,3331€/kWh = 666,20€


    8000kWh *0,2874€/kWh = 2299,20€


    Gesamt = 2965,40€



    Bei z.B. 50% Eigennutzung:



    10000kWh => 20% = 2000kWh * 0,3331€/kWh = 666,20€


    => 30% = 3000kWh * 0,3774€/kWh = 1132,20€


    5000kWh *0,2874€/kWh = 1437,00€


    Gesamt = 3235,40€




    Volleinspeisung:



    10000kWh => 100% Einspeisung = 10000kWh * 0,2874€/kWh = 2874,00€/kWh


    Das bedeutet aber auch, Anlage sollte einigermassen zum Gebäude (Strombedaarf -> Grundlast passen). In der Vergangenheit bei Volleinspeisung gab es nur groß, größer am größten.


    Wie man das ganze noch am besten steuerlich macht, muß man mit seinem Steuerberater bequatschen.
    Ich hab das ohne MWST-Rückerstattung und son gedöns gemacht. Habe mir die Anlage einfach gegönnt, der Rest war mir ziemlich schnuppe. Mir macht es einfach nur Spaß zu sehen wie über den Tag der Grundlastbezug immer kleiner wird :rolleyes:


    Guckst du: http://online-bhkw.de/stromzaehler.php und dann einfach auf einen Wert klicken um die Verläufe zu sehen ;)



    Gruß
    Tom


  • Was sind das für 16,74 bzw. 12,63 ct bei Eigenverbrauch?


    Tom hat das am Beispiel recht anschaulich vorgerechnet. Die Vergütungssätze für die Volleinspeisung bzw. den PV-Zuschlag auf eigenverbrauchten Strom kann man hier nachlesen:
    Bundesverband Solarwirtschaft
    Bundesnetzagentur
    Erneuerbare-Energien-Gesetz §33(2)


    PV-Strom wird also gefördert, wenn man ihn ins Netz einspeist. Diese Förderung reduziert sich um 16,38 bzw 12 ct (bei mehr als 30% Eigenanteil), wenn man den Strom selbst verbraucht, aber dann braucht man diese Kilowattstunden natürlich nicht selbst vom EVU für rund 20 ct/kWh zu kaufen. Somit ist der Eigenverbrauch finanziell attraktiver und PV-Anlagen lohnen sich eher auf Objekten, wo man den Strom direkt verwerten kann. Das entlastet das Stromnetz: Besser das Dach einer Gewerbehalle in der Stadt als das einer Solarscheune auf dem Land. Ersteres ist bezüglich der Netzintegration viel viel einfacher.


    Gruß,
    Gunnar