Eigenbau: BHKW mit einem Sabb-Diesel, wie fange ich am besten an?

  • Hallo,


    wir besitzen ein Einfamilienhaus mit ca. 108m² Wohnfläche. Als Heizung und Warmwasseraufbereitung haben wir eine Junkers-Gastherme. Ergänzend haben wir einen älteren Festbrennstoffkessel, der sich im letzten Winter jedoch etwas unterdimensioniert erwies. Also blieb uns nur übrig, die Therme auch noch zu nutzen. Vom Gas wollen wir uns aber dauerhaft verabschieden.
    Ich habe einen generalüberholten alten SABB-Diesel mit 8PS, ein richtig altes Eisenschwein, das Ergebnis einer norwegisch-dänischen Entwicklung der 60er Jahre. Auch habe ich ein Notstromaggregat mit einem Honda Diesel GD411 (leider luftgekühlt) und einem Generator mit 5kw Dauerleistung.


    Was meint Ihr, lässt sich aus dem Sabb-Diesel und dem Generator ein BHKW verwirklichen? Oder ist der Motor eher ungeeignet?


    Vielen Dank für Eure Antworten schon mal im voraus!
    Viele Grüße
    Andreas

  • Moin Moin,


    gehe ich recht in der Annahme das es sich um einen Schiffsdiesel Langsamläufer handelt?? Notstromer hingegen laufen meist mit 3000u/min also ein direktes flanschen wäre nicht möglich. Ausserdem sind Notstromgeneratoren nur mit sehr großem Aufwand Netzparallelfähig zu bekommen.


    mfg

  • Hallo Andreas,
    ein herzliches Willkommen hier im Forum.
    Vorweg, verwirklichen lässt sich vieles, die Frage bleibt – ist das auch sinnvoll?
    Meine Bedenken wären:


    -Du hast 108 qm Wohnfläche und dort soll ein BHKW mit 8PS Leistung zum heizen hin, das bedeutet um einiges an Laufzeit zu bekommen müsste die Wärmedämmung schon sehr „dürftig“ sein!
    - Dauerhaft weg vom Gas und dann zum Heizöl/Diesel für den Motor?? Ich weis nicht, ob das eine gute Idee ist? (Preisentwicklung)
    -Der Generator aus dem Notstromer ist mit Sicherheit nicht für die Dauerbelastung in einem BHKW geeignet und auch regelungstechnisch zum Parallelbetrieb am Stromnetz nicht einfach.
    - Bei einem Eigenbau sind doch einige Hürden in technischer, bürokratischer und sicherheitstechnischer Hinsicht zu meistern, alles nicht ganz ohne!!!


    Wie schaut es denn mit dem Festbrennstoffkessel aus? Dort könnte man z.B. einen Pufferspeicher für mehr Komfort einsetzen. Oder, um auch vom Gas wegzukommen, einen Pelletofen in der Wohnung der manuell mit Sackware befüllt wird (eine recht saubere Sache!)


    Als absolut vorrangig ist meinen Augen aber die Wärmedämmung – anstatt in einem Eigenbau würde ich dort meine Zeit investieren! |__|:-)


    AxelF

    Wikipedia: ICH WEISS ALLES!


    Google: ICH HABE ALLES!


    Internet: OHNE MICH GEHT NICHTS!


    Strom: ACH WIRKLICH ???!!!

  • Bei dem kleinen Bedarf ist es wirklich die bessere Lösung auf Dämmung, Solar, Holz zu setzen.
    Wird dir viel Geld und Nerven sparen.


    Ausser du hast noch Nachbarn die auch Wärme und Strom haben wollen und ihr schliesst euch zu einer BHKW Gemeinschaft zusammen.


  • Ich habe einen generalüberholten alten SABB-Diesel mit 8PS, ein richtig altes Eisenschwein, das Ergebnis einer norwegisch-dänischen Entwicklung der 60er Jahre.

    Ist das sowas http://www.nordsabb.dk/files/Sabb/Sabb10hk.pdf



    Bei viel Arbeit und viel Vorschriften würd ich den andern Zustimmen ||_


    Beim jetzt Isolieren wir mal auf Teufel komm raus Wärme bleib drin würd
    ich dass noch Vorsichtiger angehen das den alten Motor auf BHKW umrüsten :wissenschaftler:


    Interpretieren kann ich momentan noch nicht die Aussage der ersten Seite
    ( falls es der Motor ist )


    Zitat

    Brennoljeforbruk: 200 g/hkh (2,5 liter pr. time)
    Smøreoljeforbruk: 2 g/hkh

    wenn mein IKEA ( werde öfters mit Waffengewalt von meiner Frau in sowas gezwungen ) Schwedisch
    mal dem Smørebrot Kehrwert richtig ist, so sind das 200 g/Ps oder 272 g/kWh an der Welle zum Generator
    kein schlechter wert für einen Historischen Motor, etwas schwierig für ein Effizientes BHKW, weil den
    Notstromgenerator solltes Du nur in der Not verwenden, da Frist der Teufel Fliegen |__|:-)

  • Hallo,


    erst mal vielen vielen Dank, für die doch recht zahlreichen Antworten in der kurzen Zeit.
    Ihr habt Recht, es handelt sich um den alten Sabb-Schiffsdiesel. Laut, träg, recht sparsam aber dafür soll er bei ein wenig Pflege bald ein Leben lang halten. Ist halt noch "Friedensware".
    Es war nur so eine fixe Idee von mir, mit dem BHKW. Zur Zeit wohnen und leben wir in Norwegen und besitzen eine alte Snekke mit eben diesem Motor. Nur bekommen wir das Boot nicht verkauft, da dachte ich Motor raus und....BHKW eben.
    Wir werden nun in das Haus in D. in Isolierung investieren.


    Viele Grüße
    Andreas

  • Hallo,


    eine Frage habe ich noch an euch.
    Was meint ihr, wenn ich den alten Diesel nur zum Heizen und zur Warmwasserbereitung (Pufferspeicher) ergänzent zum Festbrennstoffkessel einbinde? Würde der Motor, bei einer moderaten Drehzahl und in angemessener Zeit, das Wasser im Kühlkreislauf soweit erhitzen können, das es zum Heizen ausreicht? Der Motor soll nur zum Einsatz kommen, wenn mal nicht mit dem Festbrennstoffkessel geheizt werden kann oder soll. Zur Stromerzeugung möchte ich den Motor nicht verwenden, da zu aufwendig.
    Die Kosten für evtl. Abnahmen und Genemigungen bitte mal außer acht lassen.


    Bitte schreibt mal eure ehrliche Meinung!


    Viele Grüße
    Andreas

  • Würde der Motor, bei einer moderaten Drehzahl und in angemessener Zeit, das Wasser im Kühlkreislauf soweit erhitzen können, das es zum Heizen ausreicht?

    Nein ich denke nicht weil was würde der denn so in der Stunde verbrauchen denke weniger als 1 Liter
    bis sich Motor und Abgaswärmetauscher ( falls ein sollcher überhaupt dann Vorgesehen )
    aufgewärmt hat ist ein halbe Stunde rum, wo das Wasser zu kalt für den Pufferspeicher und der Abgaswärmetauscher
    erfriert der da auch die Abgase nur Lau sind.



    Wenn müßtest Du einen Verbraucher Generieren ( doch Strom den aber Verheizen das
    erlaubt auch die Anlage mit Heizöl zu fahren ) was eventuell zu so einer Lösung führt



    Quelle http://prorotatherm.com/de/content/anwendungen


    auch hier ist der Einsatz von Heizöl erlaubt.



    p.s. nicht das ich Misverstanden werde das war keinen Kaufempfehlung


    http://www.muehle-heiligenrode.de/waerme.htm

  • der Link klingt sehr interessant und erfolgsversprechend. Jedoch sind auf der Web-Seite keine weiterführenden Infos zu Preis, Bezugsquellen.
    Eine andere Frage habe ich noch.
    Wie speise ich bei Stromausfall o.ä. mein Notstromaggregat elektrisch sauber in die Verteilung unseres Hauses ein? Möchte es selber erledigen. Habt ihr dazu eine Idee?


    Viele Grüße
    Andreas


  • Eine andere Frage habe ich noch.
    Wie speise ich bei Stromausfall o.ä. mein Notstromaggregat elektrisch sauber in die Verteilung unseres Hauses ein? Möchte es selber erledigen. Habt ihr dazu eine Idee?



    Wenn Du kein Elektriker bist Gelbe Seiten


    oder ein paar Leitungen extra ziehen die vom Notstrom zu den Notsteckdosen gehen,
    Keinesfalls ohne Sachkundige Eignung Notstrom mit Netzverbinden :tot:

  • Eine andere Frage habe ich noch.
    Wie speise ich bei Stromausfall o.ä. mein Notstromaggregat elektrisch sauber in die Verteilung unseres Hauses ein?


    Hallo Andreas,
    um dein Hausnetz mit Notstrom zu versorgen, muß es komplett vom öffentlichen Netz getrennt sein. Dazu gibt es Netzabwurfrelais, die bei Stromausfall die Leitung trennen und gleichzeitig eine Verbindung mit dem Notstromer herstellen! Aber Das wird nix mit einem einfachen Notstromgenerator! Der bekommt kein stabiles Netz hin und wenn dann im Notstrombetrieb ein paar Verbraucher (Kühlschrank, Kühltruhe, Pumpen, Licht, Kaffemaschine, Waschmaschine usw.) an und aus schalten, bekommt das Aggregat Schwierigkeiten "sauberen" Strom einzuspeisen. (das ist dan auch gefährlich für elektronische Geräte, Steuerungen usw!)
    Deshalb, wie Manfred schon sagt, ein paar Leitungen mit Steckdosen verlegen, wo bei Stromausfall ne Stehlampe oder auch ein olles Radio eingesteckt wird! Alles andere ist ziemlich aufwendig! |__|:-)


    AxelF

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    Strom: ACH WIRKLICH ???!!!

  • Hallo,
    ich war gerade noch mal auf unserem Kutter, und habe mal die Kühlwassertemperaturen gemessen. Bei 20 Grad Außentemperatur und bei einer Motordrehzahl von 970U/min brauchte ich 20min um das Kühlwasser von 17 auf 91 Grad zu erhitzen. Bei Leerlaufdrehzahl knapp über dem ausgehen (konnte ich nicht mehr messen) liegen immer noch dauerhaft 65 Grad an. Ich denke mal, bei der Drehzahl braucht der Motor fast keinen Kraftstoff mehr;) .
    Sollte es wirklich keine Punkte bringen, den Motor in den Heizkreislauf, sowie zur Warmwassererzeugung über einen Puffer einzubinden?


    Viele Grüße
    Andreas