Holzgas: Hackschnitzel BHKW mit Nahwärme

  • Hallo,
    ich bin neu hier, habe aber hier schon einiges gelesen und Schilder mal kurz mein Anliegen bzw. Gedanke.


    Ich habe nebenberuflich ein Brennholzhandel.
    Das Holz wird in einer Biogasanlage fast zum Nulltarif getrocknet.
    Problem Nr.1 ist, der Anlagenbetreiber nicht nach kommt, und ich teilweise 2 Monate (!) mit meinen Holzlieferungen in Verzug bin! (Im Sommer nicht weiter schlimm, aber im Winter auch als Kleinunternehmer tödlich!)


    Problem Nr.2 ist, das die Anlage 25km einfache Fahrt in Entgegengesetzter Richtung meines Verkaufsgebietes liegt, da im eigentlichen Verkaufsgebiet keine Biogasanlage zur Holztrocknung gibt.



    Jetzt war mein Gedanke, ob sich vielleicht eine Hackschnitzel BHKW (KWK) lohnen würde.
    Eine reine Hackschnitzelheizung nur zum Trocken des Brennholzes wird sehr wahrscheinlich zu teuer kommen.


    Deshalb dachte ich an eine kleine, aber wirtschaftlich zu betreibende KWK Anlage (Vielleicht mit ORC Technik!?).
    Sprich, sich in einem Gewerbegebiet, sehr nahe meines Verkaufsraumes niederlassen.
    Der Vorteil wäre schon mal die kürzere Anfahrzeit (aktuell mind. 30min - max. 60min pro Lieferung) zum ausliefern, und die Lieferkosten wären für die Kunden nicht so hoch, was mich weiter Wettbewerbsfähiger macht.


    Durch die Hackschnitzel Vergasung eben den Strom einspeisen und verkaufen, und die entstandene Wärme im Sinne einer Nahwärmeversorgung an die umliegenden Gewerbebetriebe verkaufen.
    Einen Teil der dabei entstandenen Wärme benötige ich natürlich zum trocknen des Brennholzes.
    Da im Sommer nicht soviel Wärme zum heizen benötigt wird, wäre die Zeit optimal, um hauptsächlich das Brennholz zu trocknen, so das die Anlage das ganze Jahr über einigermaßen gleichmäßig Ausgelastet wäre.


    Wäre so was realistisch umsetzbar, bzw. betreibt vielleicht einer von euch so eine Anlage, oder weiß, wo ich mir mal sowas ansehen könnte?


    Gibt es eine Faustregel, wonach man sagen kann, das man pro benötigtem thermischen kW, so und soviel € Investieren muß?


    In der Annahme, das es evtl. in so einem Gewerbegebiet eine Gasversorgung gibt, und die Gewerbebetriebe mit Erdgas heizen - würde sich für die trotzdem ein Wechsel auf eine Nahwärmeversorgung lohnen?


    Danke schon mal im Voraus.

  • Hallo maddin77,
    herzlich willkommen hier im Forum!

    Das Holz wird in einer Biogasanlage fast zum Nulltarif getrocknet.


    Nun ja, ich denke das sich das darüber rechnet, das der Anlagenbetreiber wenn die Wärme genutzt wird zusätzlich den KWK Bonus für den eingespeisten Strom bekommt. So ein ...zwei Trockencontainer sind ja nicht so wahnsinig aufwendig.

    Deshalb dachte ich an eine kleine, aber wirtschaftlich zu betreibende KWK Anlage


    Also bei Hackschnitzel als Brennstoff möcht ich sagen, das sich klein und wirtschaftlich gegenseitig ausschliessen! |__|:-)

    Vielleicht mit ORC Technik!?).


    Hier mal was zu ORC Anlagen, man beachte, der Invest betrifft nur die ORC Technik :huh:

    In der Annahme, das es evtl. in so einem Gewerbegebiet eine Gasversorgung gibt, und die Gewerbebetriebe mit Erdgas heizen - würde sich für die trotzdem ein Wechsel auf eine Nahwärmeversorgung lohnen?

    !


    Ich wills mal so sagen, die meisten Biogasanlagen stehen auf landw. Nutzfläche auch weil die Grundstückspreise so niedrig sind.
    Das sieht im Gewerbegebiet schon anders aus....
    ...dann erzeugt so eine Anlage auch Emmisionen, zumindest riecht man es beim an- und abfahren der Feuerung. Holzverpackungsabfälle neben einen Bürohaus häckseln - wohl eher nicht.


    Es ist zwar eine interesante Idee, aber so aus dem Bauch heraus würde ich sagen das der Invest die möglichkeiten eines kleinen Unternehmens sprengt. :glaskugel:
    Obwohl die KFW Bank sowohl für die KWK Anlage mit Biomasse als auch für Wärmespeicher und Wärmetrasse interesante Konditionen anbietet! :rtfm::thumbsup:




    Gruß Dachsgärtner

  • Durch die Hackschnitzel Vergasung eben den Strom einspeisen und verkaufen, und die entstandene Wärme im Sinne einer Nahwärmeversorgung an die umliegenden Gewerbebetriebe verkaufen.
    Einen Teil der dabei entstandenen Wärme benötige ich natürlich zum trocknen des Brennholzes.
    Da im Sommer nicht soviel Wärme zum heizen benötigt wird, wäre die Zeit optimal, um hauptsächlich das Brennholz zu trocknen, so das die Anlage das ganze Jahr über einigermaßen gleichmäßig Ausgelastet wäre.


    Wäre so was realistisch umsetzbar, bzw. betreibt vielleicht einer von euch so eine Anlage, oder weiß, wo ich mir mal sowas ansehen könnte?

    Tja zu lesen gibts da schon was


    http://www.nodig-bau.de/index.…ID=2&showComment&cmd=blog


    ( Firmenseite http://www.holzenergiehof.com/ )


    in wie weit da Werbung und Realität zusammenpassen möcht ich nicht beurteilen.



    Ich kenn eine Landwirt bei Traunstein der hat gerade mit einen Hersteller den Prozeß
    so gewonnen vor Gericht, das Er wieder schlafen kann.


    Konzept Holzvergaser 80 kW el im Gewerbgebiet zur Scheitholztrocknung
    Kampfzeit des Versuchsbetriebs ein Dreiviertel Jahr Prozesszeit vor Gericht
    3 Jahre ( inzwischen hat sich auch bezüglich der Trocknung das EEG geändert
    Scheitholztrocknung wie in den oberen Link nur durch Zwei Firmen durch die
    Hintertür möglich ) Streitwert rund 500.000 € vom Gericht zugesprochen etwas über
    300.000 €


    Urteil Landgericht Traunstein Az.: 2 O 4552/07


    ein andrer Hersteller von Holzvergaser ist zu 3 Jahren und 9 Monaten verknackt
    worden


    http://holzgibtgas.com/viewtop…4327a94265300d0edd62ac40b


    Mit sehr viel Arbeit, Geduld und nicht der Erwartung das man Reich wird dabei kann man
    eien Holzvergaser betreiben und nach einigen Jahren wenn man den fast so genau kennt
    wie die Ehefrau ( ich bin Katholisch deshalb langjährige Bindung an Selbige ) und nicht
    nur als Kurzeitgspusie sieht nach könnts eventuell gehen, aber mehr eventuell als 100%ig.

  • Dachsgärtner


    Hallo,



    Das Gewerbegebiet das ich im jetzt im Auge habe, ist umgeben von z.B. Baywa, Globus Baumarkt, Getränkehändler, Autohändler/Werkstätten, Betonwerk, diverse Discounter wie Norma, ne Versammlungshütte von Jehovas Blindgänger :rolleyes: , usw.
    Bürogebäude gibt in diesem Sinne dort nicht.
    Ich denke nicht, das dies das Problem sein wird.


    Direkt am Ende des Gewerbegebietes liegen landw. Flächen (Getreidefelder, Rapsfelder,usw,) aber ich denke nicht, das man da ran kommt.
    Zudem werden die ihr Land auch nicht weit unter Preis von Gewerbegebietsflächen her geben wollen.

    Das ist so richtig, nur mein Problem ist, das ich insgesamt wegen der Holztrocknung 50 Kilometer Umweg fahren muss - was der Kunde natürlich nicht bezahlt!
    Wenn ich dies Kosten mal grb für 5 Jahre überschlage -naja.....

  • manfred


    Danke für die Links!



    Die Fa. Mothermik gibts anscheinend immer noch, da ich seit ein paar Wochen unterlagen von denen vorliegen habe.
    Aber ich denke mal nicht, das die diese Anlagen bisher in der Griff bekommen haben.

  • @ Manfred


    Welche Leistung hat eigentlich Deine Anlage? el. - th. ??


    Bin nicht neugierig aber wissen möcht ichs schon......


    " Ich geh jetzt zu meinem Holzvergaser und hol mit enen Kaffe... dann schau ma mal......."


    Gruß


    holzgaser

  • Welche Leistung hat eigentlich Deine Anlage? el. - th. ??

    Das ist etwas was so nich so einfach vom Landratsamt gewollt war,


    1 Antrag zu einer Zeit wo es noch keine anderen gab Ringsrum also
    2002 800 KW Feuerungsleistung Vergaserauslegung


    5 Zylinder Zündstrahlmotor mit separaten Gasventiel zur Vermeidung des CO Schlupfs
    und seperater Aufladung des Gasdrucks ( nicht über Turbo ) geplante Gastemperatur
    um 80° was eine Kolbenfülltemperatur um 45° ergibt die Maschine hat ca. 75 Liter Hubraum
    und 750 Umdrehungen Planleistung 220 - 250 kW Elektrisch die Abgasanlage ist für
    Thermoölausgelegt und sollte ein ORC Nachverstromung bekommen, um das nicht zu
    Genehmigen müßen ( es gab zu der Zeit kein Bezugsfälle geschweigeden Vorschriften,
    man hätte es als eigentlich zulassen müßen) verfiel das Amt auf einen Trick, man fordert
    einen 30 m Kamin und den lehnt man Baurechtlich ab :pfeifen:


    Insofern wächst der Mensch an seinen Erfahrungen, nur waren 3 Jahre rum bis dahin
    und in der FH Amberg und in Waldmünchen waren inzwischen Bezugsfälle, was den
    Herrn Atomlaufzeitverlänger


    http://www.welt.de/politik/deu…htwort-der-Kanzlerin.html


    etwas peinlich war und so wurde mir nahe gelegt statt Zündstrahler Gasmotoren zu verwenden


    ( inzwischen gibt es aber auch Holzgaser mit Zündstrahler
    http://www.youtube.com/watch?v=4kRhRPNgMH4 )


    und so konnte man den Kamin auf 12 reduzieren und das dann Abnicken (2006 )


    So lieferte der Holzvergaserhersteller Seinen Baukasten ohne Plan an und wart nie mehr gesehn
    ( dafür ich inzwischen auf der Refernzliste :schimpf: )


    und so brachte ich ertsteinmal einen 12 Zylinder MAN zu laufen was sich jetzt
    so um 130 kW Elektrisch bewegt.


    Eigentlich sollte ein noch ein Zweiter dazu aber in dem langen Weg die Problem
    aus den Weg zu schaffen entstand als Abfallprodukt der GFGKM und nun wird man
    dann seh ( hoffentlich noch vor den ersten Schnee ) was da Rauskommt, aber Psst
    nicht das da jemand :schimpf:

  • manfred


    was ist "GFGKM" ????



    meiner hat zur Zeit 15 bis 20 KW el und entsprechend thermisch. als Motor hab ich einen MAN Gasmotor mit 4,5l Hubraum.
    Der Gasmotor ist gebraucht und mit 35245 Btr. Stunden bei mir auf Holzgas umgestellt worden. Mitlerweile har er auch schon über 1200 Stunden mit Holzgas auf dem Buckel.


    Gruß holzgaser

  • Dann mal anders rum gefragt.
    Welche Möglichkeit gibt es noch, außer mit KWK?
    Also z.B. nur als reines Heizkraftwerk ohne Stromerzeugung.
    Was würden die Experten hier empfehlen? Gas, Rapsöl, Hackschnitzel?


    Sorry für die Fragen, stehe aber noch ganz am Anfang mit der BHKW-Technik und es gibt sehr viel zu lesen. :rolleyes:

  • Bin grad noch auf was gestoßen, wo durch die Verbrennung Wasserdampf erzeugt, und dadurch eine Trubine zur Stromerzeugung angetrieben wird. Allerdings ist der Wikrungsgrad anscheinend nicht so berauschend - was ist davon zu halten!?

  • wo durch die Verbrennung Wasserdampf erzeugt, und dadurch eine Trubine zur Stromerzeugung angetrieben wird

    Moin Maddin,


    so funktionieren die gängigen Kohlekraftwerke - tatsächlich kein Wunder an Effizienz.


    Um ein so großes Projekt auf die Beine zu stellen mußt Du erstmal die Rahmenbedingungen abstecken!


    - Benötigen die Anlieger überhaupt Nahwärme, wenn ja wieviel und über welchen Zeitraum und was würden die Anlieger zahlen
    - wie groß muß die Anlage nach obigem Bedarf sein


    erst nachdem obigen Zahlen bekannt sind kannst Du auf die Suche nach passenden Aggregaten und an die Wahl des Brennstoffs gehen. Bei so einem projekt macht Deine Scheitholztrocknung im Nebenerwerb nur einen geringen Prozentsatz aus.


    mfg


  • Also z.B. nur als reines Heizkraftwerk ohne Stromerzeugung.
    Was würden die Experten hier empfehlen?

    Bin kein Experte nur ein einfacher alter Handwerker, gerade deswegen
    würd ich Empfehlen das Kraft in Wort wen es nur Wärme erzeugt wegzulassen,
    weil sonst Experten meinen das sei ein Heizwerk und kein Heizkraftwerk, weil
    letzteres halt Strom erzeugen soll, ein reines Heizwerk nicht ;)



    Ein aussage was am besten sei ohne das Umfeld zu kennen ist schwierig
    befinden sich zum beispiel 3 oder 4 Heizkraftwerke in der Gegend, die
    Hackschnitzel nutzen, also sowas


    http://www.klimawerkstatt.wzw.…Martin_Sterflinger_01.pdf


    und neben denn dann noch eigene


    http://www.bioenergie-taufkirchen.de/bio/fakten.php


    ( letzteres ist ein Dampfkraftwerk )
    so ist zu erwarten das in der Gegend der Preis für Hackschnitzel nicht der
    Niedriegste, aber eventuell können die aus Technischen Gründen nicht alles
    verarbeiten und so wäre gerade dieses Material besonders Preiswert ( aber
    eben Technisch sehr anspruchsvoll )



    Pflanzenöl ist sicher wenn die Rahmenbedingungen stimmen immer noch
    ein Plusgeschäft, aber ohne zunahe tretten zu wollen, 4 Wochen einlesen
    und anschließemd 20 Jahre Geld damit zu verdienen ist eher unwahrscheinlich
    die Materie ist doch recht komplex und Gesetze ändern sich in den Bereich schneller
    als der Wind dreht |__|:-)