..wieder ein Neuer !

  • Moin Zusammen.


    Ich bin mir sicher das auch ich, als Neuling, die für Euch "üblichen" Fragen stelle.
    In ein paar wenige Details habe ich mich hier im Forum einlesen können, möchte Euch aber mein Vorhaben schildern und
    hoffe ein paar gute Tips ergattern zu können.
    Die Herstellerfirmen malen sicher alles rosarot.... das ist mir klar.


    Wir haben ein Backsteinhaus Bj 1850, nicht gedämmt, 230qm Wohnfläche.
    Der bisherige Flüssiggasbedarf kann nicht ermittelt werden da wir in den letzten Jahren mit Holz / Kaminofen "überwintert" haben.
    Lebensqualität sieht aber anders aus ;-) .
    Die alte LPG-Therme mit dem Gastank im Garten ist ein totaler Energievernichter. Unwirtschaftlicher wären höchsten
    siebenhinderteinunddrölfzig Einwegfeuerzeuge :-(


    Nach verschiedenen Ideen von Geothermie bis Pelletöfen ist mir klar geworden das einzig ein BHKW ein sinnvoller Ersatz sein kann.


    Nun endlich meine Fragen :


    1. Ist es wirtschaftlicher mit dem sündhaft teuren Flüssiggas ein BHKW zu betreiben oder eher mit PÖL ?


    2. Reicht denn z.B. ein 5,5kw Dachs für mein Haus ?


    3. Welchen BHKW - Anbieter würdet Ihr mir aufgrund Eurer Erfahrungen empfehlen.
    Ungern möchte ich auf einen Glücksriter reinfallen der "mal so nebenbei" ein BHKW gebastelt hat.
    So ein "Bananen-BHKW" das beim Kunden reift kann ich nicht gebrauchen.


    Vielen Dank an Euch im vorraus !!!


    Ich bin mir sicher das ich Euch mit viel mehr Fragen nerven werde wenn ich mich tiefer in die Materie reingefuchst habe...
    ...habt Nachsicht mit mir ;-) .


    Gruß


    hoxx

  • Hallo hoxx,


    und ein herzliches willkommen im Forum. :thumbsup:


    Zu deinen Fragen:
    Flüssiggas oder Pöl kann es nur eine Antwort geben: Flüssiggas!
    Begründung: Weniger Wartung, weniger anfällige Motoren!


    Was aber noch zu klären wäre, - ist ein BHKW im Objekt überhaupt sinnvoll? Welche Strommengen werden den gebraucht? Die Wirtschaftlichkeit kann im Grund nur gegeben sein, wenn ein Großteil des Stromes selbst genutzt wird.


    Dann zur Dämmung, ist da nix zu machen? Wenn die Fassade nicht geht, was ist mit Fenster, Kellerdecke, obere Geschoßdecke?


    Du schreibst, dass die LPG-Therme mit dem Gastank im Garten ein totaler Energievernichter ist, der Gasverbrauch würde aber beim BHKW unter umständen noch steigen, da die Stromproduktion ihren Anteil (grob 20 bis 30%) zusätzlich benötigt.


    Wenn schon Holz ein Thema ist, wie wäre es mit einem Holzkessel mit großem Brennraum und ein großer Pufferspeicher. Das sorgt für mehr Komfort, da nicht zu oft nachgeheizt werden muss. Dazu noch eine Therme für die ganz kalten Tage oder wenn mal keine Lust zum Holz nachlegen ist.


    Das wichtigste ist aber erstmal den Wärmebedarf durch Dämmung runter zu bekommen!
    Egal welcher Energieträger verwendet wird, eins ist sicher – es wird immer teurer!


    AxelF

    Wikipedia: ICH WEISS ALLES!


    Google: ICH HABE ALLES!


    Internet: OHNE MICH GEHT NICHTS!


    Strom: ACH WIRKLICH ???!!!

  • Danke AxelF.


    Nun ja.... schlechte Dämmung ist relativ !
    Wenn ich an diese seltsamen Superniedrigenergie-Häuser denke die hermetisch abgeriegelt sind, wo "Frischluft" von aussen zugeführt werden muß
    und mit einer Kerze geheizt werden kann....


    Unser Haus hat eine Doppel-Ziegelwand. Die ist NICHT innen aufgeschäumt wie es teilweise angeboten wird.
    Wir haben ringsum neue Doppelverglasung und das Dachgeschoss wird diesen Herbst isoliert. Das Dach selbst jedoch nicht.
    Aus einer Hütte Bj 1850 macht eben kein Niedrigenergiehaus.


    Dafür genießen wir ein gesundes Wohnklima.
    Kannst ja mal die Raumluft dieser Superhäuser auf Schadstoffe in der Raumluft messen.... da wirst Du krank !


    Sorry...ich verlasse das eigentliche Thema.


    Holzvergaser sind keine Alternative.
    14 Tage Winterurlaub und Du hast ein Haus mit geplatzten Wasserleitungen.
    Sowas taugt höchstens wenn man in der kalten Jahreszeit max. ein Wochenende weg ist.
    Ich denke, ich werde eine Beratung durch meinen DACHS-Dealer in Anspruch nehmen.


    Gruß


    hoxx

  • Ich denke, ich werde eine Beratung durch meinen DACHS-Dealer in Anspruch nehmen.

    Moin Hoxx,


    ja da kannste auch getrost ohne iregendwelche Daten hingehen :glaskugel: der Dachs passt immer |:-(


    Spaß bei Seite, rein von Deinen Quadratmetern erscheint mir der Dachs wohl zu groß,er würde sich deshalb auch nicht armortisieren.


    Für eine genauere Schätzung könntest Du ja mal die Flüssiggas Rechnungen der letzten 3Jahre rauskramen und aus dem gleichen Zeitraum die Stromrechnungen. Das verbrannte Holz müssen wir dann irgendwie schätzen oder war das auch gekauft??


    mfg Alikante


  • Unser Haus hat eine Doppel-Ziegelwand. Die ist NICHT innen aufgeschäumt wie es teilweise angeboten wird. Wir haben ringsum neue Doppelverglasung und das Dachgeschoss wird diesen Herbst isoliert. Das Dach selbst jedoch nicht. Aus einer Hütte Bj 1850 macht eben kein Niedrigenergiehaus.


    Die nachträgliche Kerndämmung ist eine wenig aufwendige Maßnahme, die relativ viel bringt. Das Wohnklima wird auch verbessert, weil die Oberflächen-Temperatur der Außenwände ein paar Grad rauf geht und sie dann im Winter weniger "Kälte abstrahlen". Ging das aus bauphysikalischen Gründen bei euch nicht? Ansonsten ist das Einblasen von Dämmgranulaten eine Aktion, die ich auf jeden Fall näher in Betracht ziehen würde, da sie im Vergleich zum nachträglichen Auftragen eines Wärmeverbundsystems viel günster zu realisieren ist.


    Ansonsten schließe ich mich meinen Vorrednern an: Um Geld zu sparen ist wohl eine moderne Brennwerttherme mit Flüssiggas am geeignesten, ergänzt um einen wassergeführten Holzofen/kessel, sofern man günstig an Holz herankommt und den Bedien-Mehraufwand nicht scheut, um den Flüssiggasverbrauch zu senken. Ein BHKW ist im EFH zwar auch möglich. Die momentan am Markt verfügbaren Geräte der 5-kW-Klasse sind aber tendentiell eher zu groß d.h. zu teuer in der Anschaffung und im Betrieb (Wartungskosten!) als dass mit zwei bis dreitausend Betriebsstunden nicht nur ökologisch, sondern auch ein ökonomischer Vorteil entsteht.


    Schade, aber für's Einfamilienhaus sind momentan die Geräte in der Entwicklung bzw. in der Markteinführungsphase. Das dauert noch, bis man ein uneingeschränktes "Greif zu!" äußern könnte. Es lohnt sich aber den otag lion, den Whispergen, den Microgen, oder andere Stirling-Entwicklungen sowie den Honda@Vaillant im Auge zu behalten.


    Gruß,
    Gunnar

  • hallo hoxx
    und Willkommen im Forum


    die Datenlage die Du uns gegeben hast ist recht dünn,
    der Vergleich mit den Einwegfeuerzeugen fand ich aber dennoch gut


    Tja
    Daten wären immer hilfreich


    Entscheidung für oder gegen ein BHKW
    hat halt eine thermische UND eine elektrische Seite...nur wenn beides Zusammenpasst hauts auch wirtschaftlioch hin


    thermisch machen wir doch mal ne gaaanz grobe Überschlagsrechnung
    Backstein ist doch hoffentlich schon halbwegs dick, obwohl Dämmung natürlich anzuraten wär
    Geschossdecke und Keller macht schon was her, als auch die Fenster
    na lass mal die Hütte auf einen Bedarf von 160...200kwh/m²a kommen, dann liegt man also grob bei 37...46 tausend kwh pro Jahr


    Damit würde ein Dachs so um die 3.000...3.500 h laufen,
    gibt schlimmeres, aber geht auch besser


    nun mal zum thermischen
    der Dachs macht 5kw, die größtenteils in der Hütte bleiben sollten, denn sonst wirds unwirtschaftlich
    Hier stellt sich die Frage, was alles dadrin ist?
    ein "größeres" EFH oder mehrere Wohnungen
    vielleicht ein dutzend Kinder und noch ein Pflegefall (hoher WW-Bedarf, aber auch Strom) und vielleicht noch ein computerfreak mit 10 servern?
    Ich vermute eher deutlich weniger als 5kw Grundlast


    also wenn BHKW, würd ich eher was kleineres bevorzugen...evt. das kleine ecopower3.0,
    aber auch nur, falls es dann elektrisch passt.


    ansosnten gibts in Bälde eine breitere Auswahl
    remeha startet in Kürze mit nem kleinen stirling, aber auch das honda soll bald kommen oder auch kirch usw usw
    es bewegt sich ne Menge.


    ------
    weiterhin muss man es mit Alternativen vergleichen
    Komfort ist das eine, kosten (nicht unbedingt) das andere
    BHKW ist erstmal teuer, Pellet aber auch
    Gas ist relativ günstig in der Anschaffung (erst recht durch vorhandene Tank und Installation) aber teuere im Betrieb
    Du sagtest bisher Holz...ist da evt eine günstige Quelle, weil z.B. im ländlichen Bereich?
    ------


    wie dem auch sei
    bei BHKW ist eh eine Spitzenlastlösung anzuraten, also ein backup-Lösung
    Bei Holz kommts drauf an, wenn man ggf. nur zufeuern will um Kosten zu sparen


    Was kann man tun?
    1. mehr Daten besorgen...Stromverbrauch, Gasverbrauch...Holzverbrauch?
    so hat man mehr überblick
    2. wenn BHKW sinnvoll ist, dann freuts uns natürlich (was eng bei Dir werden könnte)
    BHKW braucht ne backup/Spitzenlastlösung....hier würde sich ein Brenner mit gleichem Brennstoff (LPG) anbieten
    3. alternativ, könnte natürlich als Spitzenlastlösung auch eine Holzvariante rein
    ...wie wär's mit einem wasserführenden Kamin?


    Gib uns mal mehr Daten und wir schaun obs gehn könnte,
    ansonsten würd ich ausm Bauch herraus erstmal zu folgendem tendieren


    Zentral: neuen Pufferspeicher, aus dem die Wärmeverteilung geschieht
    gern auch, als Frischwasserstation, so hast Du einen neuen Boiler der auch hygienisch einwandfrei sein sollte
    daran: eine neue LPG-Brennwertherme/Kessel und auch ordentliche Pumpen, modulierend muss es nicht sein, da durch Puffer man schon ordentlich takten verhindert
    Hier hast du eine hoffentlich erstmal sichere und auch wirtschaftlich verträgliche Lösung
    Dann: (oder falls sich wirtschaftlichkeit abzeichnet auch gleich) könnte kleines BHKW mit an den Puffer ran
    Alternativ: könnte statt der Therme auch ein Holzkessel/wasserführender Kamin mit auf den Puffer rauf um dem BHKW ne Spitzenlast zu gönnen...oder falls kein BHKW(aber gaskessel) diesen mit günstigerem Holz etwas zu unterstützen.