Auslegung eines BHKW´s für Bäckereibackstraße

  • Hallo allerseits,


    Ich will im Rahmen einer Projektarbeit ein BHKW für eine Bäckereibackstraße auslegen, stell mir aber gerade die Frage, ob dies überhaupt Sinn macht. Die fiktive Backstraße läuft nämlich nur 8 Stunden täglich, und die bereitgestellte Wärme soll zur Erwärmung eines Thermalöls genutzt werden, das für die Backstraße genutzt werden soll.
    Das Problem ist, dass das Thermalöl auf insgesamt 280 Grad mit einer Gesamtleistung von 1,9 MW erhitzt werden soll (Das sind die Daten, die ich aus der Beispielbäckerei bekommen habe). Meine Frage ist nun, inwieweit und ob sich das Thermalöl durch das BHKW überhaupt auf diese Temperatur aufheizen lässt, und wenn ja, ob es überhaupt wirtschaftlich ist. Angaben über den genauen Stromverbrauch bekomme ich leider erst Anfang nächster Woche, soll aber angeblich sehr hoch sein, so dass sich ein größeres BHKW schon lohnen würde. Wenn ihr noch weitere detalliertere Angaben braucht, fragt einfach nach. Vielen Dank schon einmal im voraus

  • edit: diesmal war Bernd schneller :D



    Hallo
    und Herzlich Willkommen im Forum


    280°C???
    autsch, dass ist schon sehr dick


    im Bereich kleiner Leistungsklassen wohl nicht denkbar,
    bei den dickeren Dinger hab ich nicht so den Überblick, kommt mir aber dennoch recht hoch vor.


    evt. könnte aber was anderes passen, z.B. die Turbinen von equad
    http://www.microturbine.de/index.php/produkte/datenblaetter
    zumindest die 65kw Anlage macht Abgastemperaturen von über 300°C
    die dickeren Maschinen um die 280°C
    da könnte vielleicht mit einem passenden Abgaswärmetauscher was zu machen sein.


    Erfahrungswerte hab ich keine,
    und den Hersteller sollte man vielleicht nicht zu sehr mit "fiktiven" Projekten auf den Sender gehn
    ...aber ne kurze Anfrage, ob sowas denkbar wäre...warum nicht


    Ausm Bauch würd ich denken, dass es geht
    und bei hoher Stromaufnhame auch absolut um nicht zu sagen seeehr wirtschaftlich ist
    (u.a. haben die Teile recht geringe Wartungskosten)

  • Hi,
    bei der Bäckereigeschichte geht es vermutlich um die Beheizung eines Stikkenofens Beispiel
    Aber macht dies Sinn mit der Abwärme eines BHKW??? eher mit dem Strom! Dann würde ich aber einen solchen Ofen direkt mit Gas oder Öl befeuern. |__|:-)


    AxelF

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    Strom: ACH WIRKLICH ???!!!

  • Die Versorgung paraell zur bisherigen mittels BHKW ist kein Problem. Die Leistung von 1,9 MW füf das Thermalöl erfordert ein ebenso leistungsfähiges Aggregat bei Nutzung der gesammten Abgaswärme sowie elektrischen Energie. Eine Sonderanfertigung für nur 8 Betriebstunden täglich lohnt sich dass ? Der gute alte Öl - oder Gas - Brenner |__|:-) ist hier wirtschaftlicher.

  • Hey, danke schon einmal für die vielen Tipps und Anregungen. Hat mich in meinen Untersuchungen echt ein ganzes Stück weitergebracht. Vom Gefühl her müsste es daher eigentlich klappen, dass man zumindest ein Teil des Thermalöls mit dem Abgas aus dem BHKW vorheizen kann. Laut Hersteller des Thermoölerhitzers müsste anschließend so oder so noch ein Teil des Thermoöl vorgeheizt werden, wenn die Anlage dann anläuft…
    Ob es sich dann wirklich lohnt, hängt dann von der tatsächlichen Größe und dem el. Stromverbrauch des BHKW´s ab (Werte dafür sind leider immer noch nicht da) sowie den Wirtschaftlichkeitsberechnungen.
    Zu AxelIFs Antwort wollt ich noch sagen, dass es generell Praxis ist die Öfen mit Gas oder Öl zu betreiben, dessen Abwärme aber in der Bäckerei nicht optimal genutzt werden kann… Deshalb bin ich auf dieses Konzept gekommen. Auch ist es richtig, dass es sich bei einer Nutzungsdauer von 8 Stunden noch nicht rechnet, aber ich möchte einfach mal überprüfen, ab welcher Nutzungsdauer es sich lohnt…
    Hat irgendjemand vielleicht Erfahrungswerte, wie weit sich der Abgasstrom abkühlen würde, nachdem man das Thermalöl erhitzt hat. Ich weiß, es kommt alles auf die Größe des WÜTs sowie Vol.-Ströme usw. an… Die Frage ist, ob sich der Abgasstrom vielleicht noch anderweitig nutzen ließe.

  • Hallo Cray

    Zu AxelIFs Antwort wollt ich noch sagen, dass es generell Praxis ist die Öfen mit Gas oder Öl zu betreiben, dessen Abwärme aber in der Bäckerei nicht optimal genutzt werden kann… Deshalb bin ich auf dieses Konzept gekommen.

    Joa, aber mit einem BHKW ist die Abwärme des Backofens ja immer noch ungenutzt und zusätzlich steht die BHKW-Abwärme zur Verfügung, die ja auch sinnvoll genutzt werden muß!
    Wie sieht es denn mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung aus? Diese Abwärme dann in Büro, -Verkaufsräumen, Personalumkleide mit Duschgelegenheit usw. nutzen! Ein BHKW zu installieren um hauptsächlich den Backofen/Backstrasse mit Energie zu versorgen, halte ich für absolut unwirtschaftlich! |__|:-)

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    Strom: ACH WIRKLICH ???!!!

  • Hi Cray,


    Habe mir gerade mal die Datenblätter der Microgasturbinen angeschaut. Dort liegt der Abgaswärmestrom bei max 280°C.
    Diese Temperatur brauchst du fast schon im Backofen (bei italienischem Teiggebäck). Selbst wenn wir eine geringe Temperaturdifferenz von 20°C (Vorlauf 270°C wegen Übertragungsverluste und 250°C Rücklauf) hätten, könntest du nicht mal 20% der anfallenden Wärme im Ofen nutzen. Außerdem was machst du mit den restlichen 80% an Wärme? Bei 1,9MW Wärme im Hochtemperaturbereich hättest du noch mindestens 7,6MW Wärme um das Büro und das WW zu heizen :D


    Nach meiner Einschätzung nicht realisierbar.


    Philipp

  • Hey, danke wieder für Tipps. Es muss jetzt nur erst einmal nachgerechnet werden, wie viel Geld sich wo einsparen lässt! Kann aber bevor ich die genauen Daten für den Stromverbrauch nicht habe, leider noch nicht weiterrechnen

  • Bei 1,9MW Wärme im Hochtemperaturbereich hättest du noch mindestens 7,6MW Wärme um das Büro und das WW zu heizen :D

    Ist denn die Wärmelast ständig bei 1,9MW? Ich denke nur beim Anfahren - während des Betriebes sicherlich weniger als 50% davon _()_


    Wie kommst Du darauf das bei 1,9MW Input 7,6MW übrigbleiben ??? Freie Energie )))) )))) ))))


    Wenn 20% benötigt werden - also 0,38MW - dann bleiben 1,52MW über, damit ne Kältemaschine betreiben und den Rest für Heizung des Gebäudes


    mfg

  • Das ist richtig, die 1,9 MW werden nur beim Anfahren benötigt, wenn überhaupt (vielleicht lässt sich das Öl noch über einen Wärmespeicher auf gewisser Temperatur halten). Und zum Anfahren wird sicherlich noch eine Zusatzbefeuerung mit Gas nötig sein, da die Anlage ja nicht 2 Stunden lang umsonst laufen soll.


    Natürlich wird ein Großteil an Wärme nur als Niedertemperaturabwärme ausfallen, der lässt sich ja zur Heizzwecken, Gärwärmenutzung etc. ausnutzen, die Frage ist hier, ob der Anteil nicht wieder viel zu hoch ist im Gegensatz zur Hochtemperaturabwärme. Da ich noch keine genauen Zahlen der Hersteller habe, kann ich da noch nichts zu sagen.


    An eine Absorptionskältemaschine habe ich auch schon gedacht. Das Problem dabei ist nur, dass dann das BHKW 24 h laufen müsste, und ob es dann (selbst bei Stromeinspeisung ins Netz) noch wirtschaftlich laufen würde, halte ich für extrem fraglich.

  • sorry Cray,


    der momentane Stand ist absolut unbefriedigend - Du zäumst das Pferd von hinten auf !!


    Daten müssen her:


    - Wärmebedarf Ofen im Dauerbetrieb (welche Zeit 8h + Anfahren?)
    - Strombedarf Objekt (welche Prozesse,über welche Zeit)
    - Wärmebedarf Objekt ( Heizung,Warmwasser,Prozesse,Temperaturniveau)
    - Kühlbedarf Objekt (Prozesse,über welche Zeit)


    Das nur eine Turbine die geforderte Temperatur bringt ist erstmal klar. Das aber auch die Turbine generell am Strombedarf des Objektes festgemacht werden muß ist auch logisch. Damit wird die verfügbare Wärmemenge für den Ofen aber auch die zu nutzende Abwärme begrenzt - das ist auch gut!


    mfg

  • Hi alikante,


    Vielleicht habe ich mich nicht Verständlich Ausgedrückt.
    Die Hochtemperaturwärme (270-250°C) sind geschätze 20% der Gesammtwärme.
    Niedertemperaturwärme (250-90°C) sind die Restlichen 80%. Die man nicht wegkühlen sollte (aber zum kühlen verwenden kann ...)
    Also stehen nur 20% der Wärmeleistung der Turbine im erforderlichen Temperaturbereich zur Verfügung.
    Dies würde Bedeuten, dass ich die Turbine 5 mal größer dimensionieren muss.


    Jetzt Verstanden?


    Philipp

  • _()_


    Warum? Hat die Turbine mehrere Abgasstränge mit verschiedenen Temperaturen?? Soweit mir bekannt kommt der gesamte Abgasvolumenstrom mit gleicher Temperatur aus der Turbine - hat also 395KW(290KW) bei 280°C (C200).
    Der Rest ist ne Sache des Wärmetauschers - ist aber bei der originalen Befeuerung des Ofens mit Gas genauso also vernachlässigbar.


    Wo kommt da nun die Niedertemperatur her???


    mfg