BHKW mit Photovoltaikanlage kombinieren -> Schaltung Zähler?

  • Der Eon Mann sagte etwas, dass man die Einspeisung teilen könnte, im Sommer Eigenverbrauch
    der Solaranlage, im Winter Eigenverbrauch KWK. Ist das das, war ihr mir Eurem Zählerplan erreichen wollt? Ich habe das so verstanden, dass beide (KWK und EEG)
    zu jeder Zeit auf Eigenverbrauch laufen können!? Könnt Ihr mir nochmal helfen?


    Bei welchem EON-Regionalversorger bist Du?


    Das Schema der Zählerkaskade sollte auch im EON-Konzern schon bekannt sein. Vielleicht braucht Dein Ansprechpartner nur eine firmeninterne Schulung. Das Rechenschema ist wirklich nicht sehr kompliziert und ich hab's auch begriffen, nachdem ich es mir in Ruhe angeschaut habe. Sowohl hier im Forum als auch im PV-Forum sind Beispiele kursiert, wo das Meßschema durch Netzbetreiber akzeptiert wurden.


    Gruß,
    Gunnar

  • Moin Gemeinde,


    ich habe im BDEW Machwerk was Interessantes gefunden - man könnte hieraus alles andere Ableiten.


    http://www.bdew.de/bdew.nsf/id/DE_Umsetzungshilfe_zum_Kraft-Waerme-Kopplungsges_-_KWK-G/$file/KWK-G-Umsetzungshilfe2009_Version1-0_20091221.pdf


    Schema Seite 15.


    mfg


  • Schönes Fundstück. Aber ich werde nicht schlau aus der Gleichung für den KWK-Anteil des Überschussstroms:
    A_KWK / (A_KWK + A_konv + A_EEG) * A_ÜS


    Das geht davon aus, dass in der Kundenanlage ein "Strom-See" entsteht, und nur anteilig der rückgespeiste Überschussstrom über die erzeugte elektrische Arbeit aufgeteilt wird. Mit dem gleichen Schema könnte man auch die EEG-Strom Rückspeisung ausrechnen.
    A_EEG / (A_KWK + A_konv + A_EEG) * A_ÜS


    Aber kann denn nicht jeder durch vertraglich gestützte Willenserklärung entscheiden, von wem wieviel Strom bezogen wird? (Struktuierte Beschaffung)
    Also ein Band von der KWK-Anlage, dann noch eine PV-Anlage (Überschuss wird rückgespeist) und bei Unterschuss wird die konventionelle Anlage zum Lückenfüllen eingesetzt, Reststrom kommt vom Netz.


    Mit ist das Schema ein wenig zu statisch.


    Gruß,
    Gunnar

  • Hallo alikante,


    erst mal "ehrendes Gedenken zum heutigen Tage" für deine beiden (mit Kreuz behafteten) Maschinen...


    Ich bin mir bei der von dir zitierten Ausarbeitung nicht so ganz sicher, wie es da mit der aktuellen und Verbindlichkeit überhaupt aussieht.
    Wenn ich mir das Energiekonzept des Fachausschusses "Erneuerbare Energien bis 2050" von 06/2010 bedenke, vergleiche was sich im "10-Punkte-Sofortprogramm der Bundesregierung" von 10/2010 davon wiederfindet - dann kommen mir zur Zielrichtung des in 12/2009 erarbeiteten Dokumentes erhebliche Zweifel...
    Wie lange und wie durchsetzbar wird das dort Formulierte Bestand haben ??? Du bezeichnet es als "BDEW-Machwerk", daraus resultiert automatisch die Frage - welche Rolle spielt dieser bei der Weiterentwicklung des für uns interessanten Teilgebietes "Mikro-BHKW" ??? Ich kann hier (noch ?) keine positive Durchgängigkeit erkennen @:pille


    Ich versuche mir zu verinnerlichen, was kommunikativ publizierend die 3 Plattfor(e)men im Internet für eine Wertigkeit darstellen. Da steckt m.E. leider noch zu wenig hinter.
    Abgesehen davon, das in unserem Forum die kumulativen Zahlen unter "BHKW-Power" rechts im Portal mal einer korrigierenden Analyse unterzogen werden sollten, betrachte ich "Das Sprachrohr" der BHKW-Vertreter insgesamt als noch "viel zu leise" und noch nicht eindringlich genug. Das ist immer noch äußerst schwierig den Betreffenden nahezubringen - leider. Hab aber auch kein wirkliches Rezept,wo man da noch ansetzen könnte... Der e.V. könnte da ein richtiger Schritt werden.


    Ich habe nun meine Widerspruchsfrist zur endgültigen BAFA-Ablehnung mit dem vorgestrigen Tage nach div. Recherchen und reiflicher Überlegung ungenutzt verstreichen lassen. Da sich im Forum diesbezüglich auch niemand mehr anders dazu positioniert hat, ist diese Problematik nun - für die Politik leider wieder mal erfolgreich und abschließend - vom Tisch :diablo:
    An eine adäquate Neuauflage glaube ich bei der bewiesenen Stärke und demonstrierten Einflussnahme im Sinne einer "Vorführung der Bundesregierung zu ihrer eigentlichen Ohnmächtigkeit den real wirtschaftlich Regierenden gegenüber" nicht mehr. Also gilt es andere Wege zu suchen - ausgehend von der Stabilisierung der dezentralisierten Basis...
    Klingt nun alles ein wenig philosophierend, wollte nur mal erneut appellierend an eine verstärkt reale Mitarbeit der User hier im Forum (s.z.B. Aufruf zur Beteiligung in Richtung Clearingstelle !?!) aufmerksam machen. Im Hintergrund nur stillschweigend teilhaben und Erkenntnisse anderer nutzen ist einfach zu wenig und m.E. irgendwie zu eigennützig... |__|:-) Damit meine ich keinesfalls die ohnehin unermüdlich wirkenden Aktiven und "Aktivisten"... Es müssen nur erheblich derer mehr werden !!! :sos::ninja:


    pamiru48

  • Aber kann denn nicht jeder durch vertraglich gestützte Willenserklärung entscheiden, von wem wieviel Strom bezogen wird? (Struktuierte Beschaffung)

    na nö, wir sind doch nicht bei "wünsch Dir was".


    Klar laut diesem Schema ist jede Kundenanlage ein "Stromsee" wenn Überschuss entsteht fließt was raus wenn Mangel herscht fließt was rein. Der Besitzer des "Stromsees" hat aber die Möglichkeit seinen See zu regulieren indem er seine Eigenerzeugungsanlage(n) auf die Gegebenheiten abstimmt.
    Die Berechnung dazu ist Doch das was alle Welt will - eingeschlossen Du- nämlich eine Bilanzielle Durchleitung. Die Gesamteinspeisemenge wird im gleichen Verhältniss aufgeteilt in dem die Nettostromerzeugungsmengen der Eigenerzeugungsanlagen zueinander stehen!!


    Es sei dahingestellt ob das statistisch passt - aber es wäre eine Möglichkeit von vielen, und damit könnte man arbeiten (wenns denn zum Grundsatz würde). Ein weiterer Vorteil bestünde in der einfachen Umsetzbarkeit - es wird lediglich ein Zweirichtungszähler und die jeweiligen Erzeugerzähler benötigt, aufwendige Zählerschrankumbauten würden entfallen.


    mfg


    PS @Gunnar - bist Du im Bilde wie lange der BDEW noch braucht um die neue "Umsetzungshilfe zum EEG" fertigzustellen???

  • Hallo, grad beim EVU angerufen um kund zu tun, das noch ne PV aufs Dach soll mit gleichzeitiger Nutzung des BHKW und eigenverbrauch.


    Antwort:Das geht nicht.


    Hab ihnen dann schon mal gesagt, das ich es ihnen zeigen werde, wies geht... :-)_:-)

  • So, nachdem nun das Fax mit der Einbindung ein paar Stunden gesackt war, hab ich nochmal zum Telefonhörer gegriffen und siehe da,
    sieht alles supi aus von der technischen Seite..... wie das vom Rechnungswesen abgerechnet wird wird noch bearbeitet/ geprüft....


    :thankyou: Supi Leute!!!



    :tanz::walklike::freunde::party:

  • So, bei uns ist nach dem Vorbild der OVAG das so durchgegangen, sprich abgenommen worden. _:_
    Einen Haken hat diese Schaltung allerdings. Der Strom der PV- Anlage wird erst dann als Eigenverbrauch genutzt, wenn der Strom des BHKWs nicht mehr ausreicht, ansonsten leider eingespeißt. :crygirl:

  • So, bei uns ist nach dem Vorbild der OVAG das so durchgegangen, sprich abgenommen worden. _:_
    Einen Haken hat diese Schaltung allerdings. Der Strom der PV- Anlage wird erst dann als Eigenverbrauch genutzt, wenn der Strom des BHKWs nicht mehr ausreicht, ansonsten leider eingespeißt.


    Das ist die Natur des Energieerhaltungsatzes: Erzeuger 1 + Erzeuger 2 = Verbraucher 1 (Haus) + Verbraucher 2 (Netz).


    Spass beiseite, das schöne am BHKW ist ja, dass man es ausschalten kann, wenn viel PV-Strom generiert wird (Stromführung) und den Wärmespeicher erst dann wieder aufladen kann, wenn die Sonne nur noch halb am Himmel steht bzw. untergegangen ist. Im Sommer und in der Übergangszeit, wo viel PV-Ertrag und nur wenig Wärmenachfrage zu erwarten ist, kommt man doch im Zweifel mit einem vollen Puffer über die Mittagszeit oder?


    Gruß,
    Gunnar

  • Moin

    Aber besser so, als gar nicht möglich!!! |__|:-)

    dieses "Limitation" der Zählerschaltung hatte ich ja von Anfang an genannt - aber auch nen Ausweg!!! Wenn das BHKW seinen eigenen Verbrauch extern bezieht also nicht aus dem Zweig des Erzeugerzählers kann man die Eigenerzeuger auch drehen. Beim Eco ist das zwar schwierig aber nicht unmöglich, frag mal Pamiru.


    mfg

  • Ja, theoretisch schon, aber in der Praxis schon schwerer, als wenn die PV vorrang hätte.


    Die PV speist doch vorrangig ins Netz - wenn einem das nicht gefällt, kann man die Anschlusspunkte von BHKW und PV in der Zählerkaskade vertauschen. Es wird vorrangig das verbraucht, was näher am Verbraucher sitzt und das vorrangig eingespeist, was näher am Netz angeschlossen ist.


    Schaut man sich die Betriebswirtschaft an, dann wird schon offenbar, dass es momentan ökonomisch geboten ist, die PV vorrangig einzuspeisen und den BHKW-Strom vorrangig zu verbrauchen (unter der Maßgabe, das BHKW optimiert stromgeführt zu betreiben mit einem Signal vom Hauptzähler am abrechnungsrelevanten Zählpunkt). Das Umklemmen der Anschlüsse ändert ja nichts an der generellen Energieflusssituation, sondern es werden nach wie vor z.B. 5 kW eingespeist (Sonne scheint, BHKW läuft weil kalter klarer Tag im Spätherbst). Wenn die 5 kW dem BHKW zugerechnet werden bekommst du die EEX-Vergütung + vNNE (KWK-Zuschlag gibt's sowieso), wenn die 5 kW der PV zugeordnet werden gibt's die EEG-Vergütung für die Volleinspeisung.


    Daher ist es nach den aktuellen Tarifen geboten, die PV-Erträge erst mal selbst zu nutzen und das BHKW stromgeführt zu betreiben, wenn aber aus PV + BHKW eine Rückspeisung erfolgt, dann sollte dies erstmal der PV-Strom sein.


    Gruß,
    Gunnar

  • Wenn das BHKW seinen eigenen Verbrauch extern bezieht also nicht aus dem Zweig des Erzeugerzählers kann man die Eigenerzeuger auch drehen. Beim Eco ist das zwar schwierig aber nicht unmöglich, frag mal Pamiru.


    Das betrifft zum einen die geförderte KWK-Strommenge, die über den Erzeugerzähler an der Maschine erfasst wird. Wenn das BHKW über eine externe Versorgung die Nebenaggregate (Pumpen, Steuerung, etc.) antreiben kann, dann erhöht das den am KWK-Stromzähler gemessenen Ertrag. (Vom Systemgedanken finde ich das grenzwertig, dass ein energieverschwendendes BOP noch belohnt wird. Netto-KWK-Stromerzeugung sollte auch reichen, aber bei großen, komplexen KWK-Anlagen gibt's wohl Bilanzierungsschwierigkeiten.)


    Zum anderen ist die Frage nach der Korrektheit der Zählerkaskade da. Wenn nun der Einspeiser der näher am Netz sitzt, auch noch hohe Standbyverluste hat, verfälscht das die Ergebnisse der Kaskade ein bisschen. Das ist nicht gravierend bei PV und auch nicht bei einem BHKW (wie groß sind die Meßfehler geeichter Arbeitszähler?) aber ein BHKW mit kompletter Heizungssteuerung und Pumpe verbraucht halt auch Strom, wenn es gerade steht. Daher ist die externe Versorgungsklemme ein sinnvolles Feature. Der Dachs hat sowas ja drin, wie wurde das bei Ecopower gelöst?


    Gruß,
    Gunnar