Verdient ein BHKW wirklich Geld?

  • Hallo,
    ich bin neu hier und habe mich schon ein wenig durch das Forum gelesen.


    Wir überlegen unsere Gasbrennwerttherme die ziemlichem Mucken macht durch ein BHKW mit Spitzenlastkessel zu ersetzen.
    Das Objekt ist ein EFH mit Schwimmbad
    Wohnungsgröße 450m²
    Beckeninhalt 50m³
    Brauchwassererwärmung über Wärmepumpe
    Heizung im Schwimmbad: 100m² Fußbodenheizung
    Heizung in der Wohnung: Schrag Umluftheizung
    Das Haus ist von 1982 und war / ist gut gedämmt
    Wärmebedarf mit Schwimmbad 80000kWh Gas
    Brennergröße 50kW
    Berechnete Brennergröße 38kW
    Strombedarf mit Schwimmbad (Umwälzung und Entfeuchter) und Luftheizung und Wärmepumpe 27000kWh
    2 Stromzähler da Wärmepumpenstrom vergünstigt ist.
    Gemäß Senertec Rechnung nach deren Prospekt bezahle ich dann im Jahr nur noch 955€ Energiekosten.
    Nach meiner Berechnung Spar ich nur noch 100€ an Energiekosten ohne Förderung
    Und 2300€ mit Förderung.
    Ausgegangen von 25 Wochen Heizperiode und 24h BHKW Laufzeit (4200h)
    Wann also verdient der Dachs sein Geld?


  • Das Haus ist von 1982
    Wärmebedarf 80000kWh Gas
    Strombedarf 27000kWh


    Ausgegangen von 25 Wochen Heizperiode und 24h BHKW Laufzeit (4200h)
    Wann also verdient der Dachs sein Geld?


    Der Dachs verdient rund 10 ct pro kWh, wenn der Strom selbst genutzt wird und nicht eingespeist wird. Das ist meist der Knackpunkt, dass der mit seiner Leistung von 5,5 in kleineren Objekten zuviel zurückspeist. Im Prinzip ist nichts dagegen einzuwenden, ein BHKW der 5-kW-Klasse in ein Gebäude von rund/knapp 100 MWh Wärmebedarf einzusetzen. Euer Strombedarf von 27.000 geht nach dem Rausschmeißen der Wärmepumpe aber tendenziell auch zurück, lass es mal einen durchschnittlichen Lastbedarf von 3 kW sein. Damit ist die Bandbreite des elektrischen Bedarfs grob geschätzt (den Lastgang kann man auch durch einen Energiemonitor von ELV messen - oder mal eine Smart Meter einbauen und Daten auslesen) von 1-5 kW. Meist wird wohl Strom rückgespeist was ökonomisch subobtimal ist. Ein modulierendes Gerät hätte dann bei euch wahrscheinlich Vorteile, z.B. ein Ecopower - da gibt es auch die kleine Version mit 3 kW. Lass Dir von denen auch mal ein Angebot machen und erstelle mal eine Lastverlaufskurve über den Tag - der Aufwand lohnt sich, weil man dann weiss, womit man zu rechnen hat.


    Gruß,
    Gunnar


    Energiemonitor-EM-1010-PC
    Netzteil nicht vergessen mitzubestellen.

  • Hallo pinin


    und Herzlich Willkommen im Forum.


    ja ja, dem Werbespruch "Die Heizung die Ihr Geld verdient"
    stehen wir auch eigentlich eher kritisch gegenüber.
    Das suggeriert bei Vielen, dass es sehr einfach wär
    aber eine sinnvolle BHKW-Diemensionierung ist recht komplex
    Wenn alles top läuft, kann es aber tatsächlich soviel Gewinne erwirtschaften, dass im Laufe der Zeit die Investkosten wieder eingespielt werden.


    Na schaun wir mal bei Dir
    Ich weiss nicht, wie der senertec-Vertreter bei Dir gerechnet hat, und auch nicht, wie Du rechnest.
    Ich rechne mal, was ich erwarten würde
    1. erscheint mir die Spitzenlast etwas hoch gegriffen
    2. die erwartete Laufzeit würde ich schon höher Einschätzen
    => Ich vermute, dass hier mit "normalen" Werten gerechnet wurde...also Standard-Werten für ein Wohnobjekt.
    Ich würde -so aus der Ferne- vom reinen Bauchgefühl anderes Schätzen, denn im Gegensatz zu einem "normalen" Objekt sollte der Anteil der Wärme-Grundlast bei Dir höher ausfallen (durch das Schwimmbad)
    ...evt. wurden aber auch deutlich höhere Einsparpotentiale im vergleich zum heutigen Kessel angenommen,
    die dadruch die Laufzeiten wieder absenkten.


    Wie dem auch sei,
    ich rechne mit 4.800 Stunden, Gaspreis 5cent, Strompreis 18cent, EEX 5 cent, konservative 60% Eigennutzung und würde dann auf folgende Werte kommen
    Kosten Gas-Mehrverbrauch(für Stromerzeugung) - 1.320,00
    Ersparnis Energiesteuer 580,80
    Vergütung der Eigennutzung 809,42
    Vergütung Stromverkauf 1.173,22
    Ersparnis Stromeinkauf 2.851,20
    Summe 4.094,64


    weiterhin müssten noch Wartungskosten ab (geschätzte 800€/a)


    In meinen Augen eine recht runde Sache.


    Der Einwand von gunnar ist schon korrekt,
    eine bessere Eigennutzung ist immer von Vorteil...hier könnte eine Lastmessung hilfreich sein
    Das Argument der Wärmepumpe....nun ja, ist die nur zur WW-Bereitung, oder auch zu Heizzwecken?
    Falls nur WW, dann spielt die Stromersparnis hier keine große Rolle


    noch Fragen/Hinweise
    - Ist das Schwimmbad bedeckt? falls nein, hier könnte man sehr viel Einsparen
    - wie groß ist die Oberfläche?
    - Ich würde hier in dem Objekt seeeeehr viel Wert auf die Steuerung legen. Hier ist jeder Euro gut angelegt. Wie man die Wärmeverteilung macht, eventuell auch verschiedene Schaltschwellen für den Entfeuchter (ob nungerade BHKW läuft oder nicht), hydraulische Änderungen, wenn BHKW im grenzfall ist (da könnt das Bad ja auchmal 2° kälter betrieben werden) und und und
    unser admin sien Job ist die Regelungstechnik und er betriebt auch eine shop für soclhe Fragen
    http://www.energietec.eu


    Dachs sollte machbar sein (falls Strombedarf wirklich kaum einschränkbar),
    aber es gilt generell...mehrere Angebote einholen
    vielleicht ist ein ecopower doch interessante,r oder ein anderer senertec-Partner günstiger

  • Vielen Dank für Eure schnellen Antworten.
    Beim Dachsvertreter war ich noch nicht, wollte aber demnächst mal so einen Infoabend besuchen.
    Die Senertec-Rechnung habe ich mir aus deren Verkaufsprospekt abgeschaut.
    Was mich wundert ist folgendes. Der Eigenverbrauchte Strom und die erzeugte Wärme taucht in der Senertec-Rechnung als Guthaben wieder auf.
    Auch in der Rechnung von Firestarter ist der Eigenverbrauchte Strom in der Guthabenseite???
    Die Wärmepumpe ist zur Warmwasserherstellung. Wird auch zunächst so weiter genutzt.
    Das Becken ist 8x4m und nicht abgedeckt.
    Eine Abdeckung kostet ca. 6k€. Dafür lässt sich ne Menge Strom produzieren.
    Geschaltet sollte das BHKW so, daß das Becken in der Nacht gefiltert und geheizt wird, wenn die Nachtabsenkung greift. (Erste Überlegung)
    Meine 4200 Betriebsstunden errechnen sich aus 25 Wochen Vollast = ungefähre Heizperiode.
    Die 80000kWh Gasverbrauch sind über die letzten Jahre gemessen worden.
    Der 38kW Heizkessel ist damals beim Bau des Hauses errechnet worden. Wir hatten mal (zwischenzeitlich) eine 20kW Heiztherme und die war zu klein.
    Mein Excel-sheet bekomme ich leider nicht hier rein und könnte es per PN zur Verfügung stellen.[/size]