Generator und Motor für Selbstbau-BHKW

  • Hallo Leute!


    Ich bin neu hier, überlege aber schon seit Jahren, mir ein BHKW zu bauen.
    Nun bin ich auf der elektrischen Seite und habe eine Frage zum Asynchrongenerator.


    Dieser Generator kann ja eigentlich ein Asynchronmotor sein. Diese gibt es in verschiedenen Effizienzklassen. Bei einem ordentlichen BHKW kommen dann im Jahr einige (hundert) KWh Differenz je nach verwendetem WIrkungsgrad heraus.


    Das beudetet bares Geld, wenn der Strom verkauft wird.


    Ich überlegte deshalb einen EFF1 Motor zu nutzen. Dann sah ich bei ebay Angebote über Asynchrongeneratoren, die einen Wirkungsgrad unterhalb von EFF1 (für Motoren) haben.


    Nun frage ich mich, ob der Wirkungrad als Motor überhaupt mit dem Wirkungsgrad als Generator vergleichbar ist. Und warum bietet man extra Generatoren an, wenn auch Motoren genausogut sind?
    Es muss doch einen Unterschied geben! Der Generator ist übrigens bei gleicher Leistung deutlich teurer.


    Kann mir das jemand erklären? Was ist zu empfehlen?


    Grüße
    Lars

  • Hallo Progressiv,
    Die Leistungsangaben eines Motors und Generators sind nicht direkt vergleichbar.
    Ein 10kw Motor würde bei 10 Kw Belastung im Generatorbetrieb nicht lange durchhalten. Dabei fließt ein stärkerer Strom im Läuferkäfig und produziert mehr Wärme.
    Praktische Erfahrungen dazu wurden im Forum schon gepostet und theoretisches von Alikante auch:
    Leistungsaufteilung im Generatorbetrieb bei 10 Nm Antrieb.
    Die Luftspaltleistung beträgt -3,14 kW (314 rad/s mal -10 Nm),
    die mechanische Leistung -3,28 kW (328 rad/s mal -10 Nm),
    die Rotorverluste 0,14 kW (-14 rad/s mal -10 Nm).


    Komplett hier:
    http://www.energie.ch/at/asm/verluste.htm


    Würde da doch vermuten das die Wirkungsgrade auch nicht direkt vergleichbar sind.


    Gruß
    Technikfreak

  • Vielen Dank Technikfreak,


    das habe ich so einigermaßen verstanden.
    Also es sollte ein Generator sein.



    Bei ebay fand ich welche von VEM mit einem Wirkungsgrad von 82% oder 90%.
    Hat jemand Erfahrung mit diesen Generatoren?
    Welche Firma oder welchen Generator könnt ihr mir empfehlen?


    Außerdem bin ich mir noch nicht über die Arbeitsdrehzahl im klaren.
    Für meinen Aufbau benötige ich auf alle Fälle eine Übersetzung, aber soll die nun zu 1500 oder zu 3000 UpM sein?
    Bei 3000UpM hätte man eine größer Energiespeicherung im Drehmoment des Generators, oder? Das dürfte zeitliche Drehmomentschwankungen etwas glätten. Macht das viel aus?


    Danke und Grüße
    Lars

  • Morgen,



    Also es sollte ein Generator sein.


    Ich denke das war es nicht was Technikfreak sagen wollte.


    Vielmehr: Motor und Generator kann man wegen ihrer grundsätzlich anderen Auslegung nicht anhand ihrer technischen Daten vergleichen.
    Der Generator muss bei Nennleistung mehr Wärme abführen können als ein Motor bei gleicher Nennleistung. Für die Praxis bedeutet das das man für den Generatorbetrieb einfach einen überdimensionierten Motor nimmt. Der ist dann natürlich teurer und der Preisvorteil schwindet.
    Weitere Hinweise aus dem Forum zur Auswahl eines geeigneten Motors: Alu- statt Graugussgehäuse und thermische Sicherung für jede Wicklung (3).



    mfg JAU

  • Hallo Jau,


    da es mir stark auf den Wikrungsgrad ankommt, brächte es nichts, wenn ich einen überdimensionierten Motor nähme, da dann der Wikrungsgrad schlechter wird.
    Es sei denn der Wirkungsgrad ist nicht bei Nennleistung am größten.


    Ein überdimensionierter Motor wäre aber vermutlich immernoch billiger als ein passender Generator.


    Grüße
    Lars

  • Was sagt ihr denn eigentlich zu den Drehzahlen?


    Welche Vor- und Nachteile gibt es, wenn ich mich zwischen 1500 und 3000 UpM Generatordrehzahl entscheiden möchte.


    Danke
    Lars

  • hallo Progressiv,


    wenn du viel Geld ausgeben willst/kannst, dann schau dich mal nach einem Permanentmagnet-Generator um. Da findset du Wirkungsgrade von 95% bis 99%. Das sind dann aber zwei Riesen für den Generator und nocheinmal fast für den Wechselrichter. Das gilt für max ca.6-10 kW. Damit kannst du dann auch die Drehzahl an die gewünschte Leistung anpassen. Schau dich mal nach Anlasserlichtmaschinen um. Iskra hat auch sowas. Wenn du dich umbringen willst, dann kannst du ihn auch selber bauen-iss nicht ganz so wild. Rechne aber mal die 10% Mehrertrag gegenüber einer Assynchronmaschine auf 10 Jahre. Beispiel: 20 000 Stunden mal 10% von 5 kWh mal Vergütung = ? .Auf die Kühlung kannst du auch verzichten und wenn du 2 oder 3 Drehstromwicklungen gleichzeitig aufbringst, dann hast du eine Restwelligkeit von unter 2%. Das ist etwas vereinfacht ausgedrückt. Den Motor kannst du nach seinem Kennfeld fahren, d.h. zu jeder Drehzahl kannst du weitgehend frei die elektrische Leistung einstellen.
    Ich weiß, dass jetzt Proteste kommen, von wegen Raumfahrttechnik und unbezahlbar, aber meine Eisenbahn macht überhaupt keinen Profit und mach mir dennoch Spaß.
    Gruß von Lienchen

  • Hallo Lienchen,


    ein Synchrongenerator gefällt mir nicht zur Netzeinspeisung. Da ist zu viel Elektronik notwendig.
    Geld hab ich auch nicht viel. Und einen Generator selbst wickeln traue ich mir auch nicht zu.
    Ich werde wohl auf einen effizienten Asynchrongenerator zurückgreifen.


    Aber Danke für Deine Hinweise.


    Grüße
    Lars