BHKW Interresse

  • Hallo,


    kann mir jemand mal Infos geben, ob es sich lohnt, eine Klein BHKW für eine ganze Siedlung zu bauen?
    Erst einmal vorweg: wir sind eine Siedlung mit 15 Häusern, die alle so um 2002 gebaut worden sind.
    Leider wurde zu dieser Zeit nicht viel von Energiesparmöglichkeiten berichtet, da der Energiepreis doch "relativ" gering war.
    Wir suchen jetzt aber nach anderen Energiequellen.
    Auf
    dem Spielplatz unserer Siedlung könnte man das BHKW installieren, es
    müssten aber alle Häuser dran angeschlossen werden, lohnt es
    sich überhaupt? Falls so ein System überhaupt kostendeckend wäre, besteht die Möglichkeit weitere Haushalte anzuschließen.
    Für viele Informationen bedanke ich mich schon einmal im voraus.

  • Moin Moin und Willkommen im Forum.


    Eine Nahwärmeversorgung per BHKW zu speisen hat durchaus Vorteile auch monetäre.


    Aber der Aufwand 15 Häuser anzuschließen ist nicht ohne. Auch mit einem mini BHKW kommt Ihr da nicht sehr weit, ich denke 30-50KW thermisch (+Spitzenlastbrenner) sollten es schon sein.
    Bei einer solchen Größenordung ist es ratsam ein versiertes Ingenieurbüro zu beauftragen.


    Fürs erste könntest Du uns aber noch Daten zum Wärmeverbrauch,Stromverbrauch,Energieträger und zu den abständen der Häuser geben. Kannst ja auch per googel Maps mal ein Bild schiessen.


    mfg

  • Oha, ist ja schon fast eine Idealumgebung.
    1. Frage die Ringstrasse ist öffentlich? Dann könnte es "Probleme" mit der Konzesionsabgabe für die Nutzung öffentlicher Wege geben.
    Die Städte sind ja immer froh über zusätzliche einnahmen....


    Dann brauchen wir die Verbräuche der Häuser aufgeteilt in Heizenergie und Strombedarf.
    Wenn es geht bereits feiner unterteilt nach Monaten? Wäre natürlich prima! Jahresverbäuche gehen aber auch.
    Liegt bei euch schon Gas?


    Sobald wir mehr Daten zu den Verbräuchen haben kann unser Fire euch genauer sagen was bei euch machbar wäre.


    Nahversorgungsleitungen sind schnell verbuddelt und kann man auch prima in Eigenleistung machen.

  • Hallo,


    die Straße ist öffentlich, Gas liegt auch bei uns.
    Die einzelnen Verbräuche müssten man dann mal abklären,
    es kann aber grob gerechnet werden, das pro Haushalt ca.3000-3500 kW Strom und ca. 15000kW Gas verbraucht wird.

  • Hallo cwillen,


    herzlich willkommen hier im Forum :thumbsup:


    das ist doch ein schönes Vorhaben.


    So aus dem Brauch heraus ist das ein lohnendes Vorhaben,


    Mach doch mal eine Anliegerversammlung und frag doch mal ob es dort eine Gemeinschaft gibt die sich damit beschäftigen will.


    Die Anlagen Dimensionb würde ich auf 50 kW elektr. einschätzen das macht auch in soweit Sinn das sich dort eine Förderung von 10 Jahren hinter verbirgt,


    Was als erstes gemacht werden sollte ist eine Kostenaufstellung, BHKW in einer Fertiggarage als Aufstellungsgebäude mit Spitzenlastkessel und Pufferspiecher ok ist schon eine Doppelgarage.


    Trassenplan für die Leitungen Wärmeübergabestationen in den Häusern zur Längenermittlung und schon kann die Planung losgehen.


    Aus der Investsumme lässt sich dann die Wirtschaftlichkeit ableiten.

    Mit Energie geladenen Grüßen aus dem Teufelsmoor.
    Nicht nur privat bin ich von hocheffizienten BHKW überzeugt.
    Vom Hobby zum Beruf gekommen bin ich seit einigen Jahren auch Angestellter der MWB AG und seit Februar 2014 bei RMB Energie GmbH

  • Hallo cwillen
    und Herzlich Willkommen im Forum


    nun ja,
    wie meine Vorredner schon sagten ein schönes Projekt


    andererseits,
    möchte ich mal gleich Bedenken äußern
    Eigentümergemeinschaften(oder in diesem Fall eine Anliegergemeinschaft) zu überzeugen ist schon immer eine haarige Sache. Hier hat immer irgendwelche Bedenken und schiesst quer.
    Bei Euch, könnt ich mir es schon kritisch vorstelllen...schliesslich wurde das Feld erst vor 8 Jahren bebaut, da werden noch einige an der Finanzierung kanbbern. Technisch, werden die Heizungen sicherlich auch noch alle in Ordnung sein und somit kein dringender Bedarf für den einzelnen...auch wenn eine Nahwärmelösung nciht schlecht wäre.


    Schade,
    dass bei solchen Bauvorhaben es nciht zur Pflicht wird, dass sowas da zu sein hat..zumindest bei echten Neu-Erschliessungsfeldern.



    Nun mal weg von den Bedenken vor Ort, zu den eigentlichen Fragen
    - öffentliches Straßenland....ist schlecht
    da braucht man Genehmigungen und Konzessionsabgaben möchten die sich auch noch geben lassen
    Besser ist es, wenn man von Nachbar-zu-Nachbargrundstück könnte...könnte bei vielen dort auch klappen, aber wohl nicht bei allen
    Evt. mal prüfen, ob es tatsächlich öffentliches Strassenland ist...bei uns gibts einige solche NEubaugebiete, wo es Anliegerstrassen sind
    - Gasanschluss ist natürlich gut....denn mit Gas haben die meisten hersteller weniger Probleme (geringerer Wartungsaufwand wie z.B. Öl)


    Zu Leistungsschätzung
    kamen ja schon paar Bauchgefühle
    ..ich find insbesondere die von GB deutlich zu hoch...meinstes Du evt. thermisch?


    Wenn wir von 15 Objekten ausgehen, die in dem Dreh bei 15.000kwh Gas liegen, dann hätten wir gerade mal 225.000kwh Gas pro Jahr
    Hier sollte eher ein BHKW mit grob 40kw thermisch passen.
    Da gibts shcon eine Reihe von Herstellern...die Anlagen dürften da auch nciht ganz so üppig sein, dass man eine Doppelgarage braucht...Wenn man die Pufferspeicher outsourct (ich denk hier evt. an relativ kleine Friwas in jedem Objekt) sollte schon fast ein nicht zu winziger, herkömmlicher Heizungskeller reichen.



    Für BHKW gibts ne Förderung,
    und insbesonder für die Nahwärmeleitung könnte die Bafs-Förderung interessant sein
    ...umsonst gbts das ganze natürlich nicht..hie rmuss shcon jeder was zu tun


    Ich bleib skeptisch,
    was die Begeisterung aller Eigener angeht
    ...aber falls doch Interesse besteht,
    kann/sollte das ein Planungsbüro vor Ort erledigen....deren Zahlen wir natürlich auch gern uns hier anschaun ;)


  • Eigentümergemeinschaften(oder in diesem Fall eine Anliegergemeinschaft) zu überzeugen ist schon immer eine haarige Sache. Hier hat immer irgendwelche Bedenken und schiesst quer.
    Bei Euch, könnt ich mir es schon kritisch vorstelllen...schliesslich wurde das Feld erst vor 8 Jahren bebaut, da werden noch einige an der Finanzierung kanbbern. Technisch, werden die Heizungen sicherlich auch noch alle in Ordnung sein und somit kein dringender Bedarf für den einzelnen...auch wenn eine Nahwärmelösung nciht schlecht wäre.


    Ich sehe das genauso wie Marcel. Bis sich ein Dutzend verschiedener Meinungen auf eine gemeinsame Lösung geeignet haben, kann das dauern und die Ueberzeugungsarbeit muss innerhalb der Nachbarschaft geleistet werden. Es kommt kein Planer daher und will erst noch eine halbe Woche Ueberredungskünste pro Haushalt leisten - da hat er besseres zu tun, bzw. wenn man ihn adequat entlohnen wollte, ist das Projekt finanziell nicht zu stemmen.


    Machbar wäre das ganze schon, und da verweise ich gerne auf die Folien von Herrn Brosziewski (S. 63ff), einem BHKW-Spezialisten aus der Hannoveraner Ecke. Wichtig ist auch hier, die Stromverwertung in einem neu aufzubauenden Arealnetz innerhalb der Siedlung, damit der Ertrag auf der Stromseite nicht durch Netznutzungsgebühren und staatliche Abgaben aufgezehrt wird. Da kann man auch erst Haus für Haus umschalten auf die Eigenstromversorgung, aber langfristig sollten alle an dem gemeinschaftlichen Netz für Wärme und Strom mitmachen.


    Von der Dimensionierung hätte ich bei 15 Häusern a 15 MWh_th und 3-4 MWh_el an ein BHKW zwischen 10-20 kW_el gedacht (rund 1kW_el pro Haushalt). Man sieht, dass das ganze Projekt relativ überschaubar ist, d.h. das BHKW ist nicht allzu gross und der Aufbau des Mikro-Netzes für Wärme und Strom wird mit den Hausanschlüssen einen Grossteil der Investition auffressen. Schöner wäre ein grosses MFH mit der gleichen Wohnfläche, da muss man nur neben den Kessel das Gerät installieren und ein paar Kabel und Zähler umklemmen.


    De jure einfacher ist der Aufbau eines Netzes zwischen Nachbarn geworden, wenn es Häuser auf demselben Flurstück betrifft, ich bin mir aber nicht sicher, ob das auch bei euch zutrifft. Die organisatorischen Hausaufgaben müssen gemacht sein - d.h. wer mach mit und was sagt das EVU vor Ort: wollend die ggf. mitspielen und als Betreiber auftreten oder sucht man sich einen Energiedienstleister, der das Ganze auch von der rechtlichen Seite konzipiert, plant und betreibt.


    Weihnachtliche Gruesse,


    Gunnar