Ein neuer und sein Dachs

  • Hallo zusammen,


    ich Lese hier schon seit einiger Zeit mit, habe dabei schon so einige gute Ratschläge erhalten, und möchte euch Heute erst einmal mich und meinen Dachs vorstellen.


    Mein Name ist Theodor, und ich betreibe zusammen mit meiner Frau ein kleines Hotel Garnie in Goch am Niederrhein. Durch einen Kollegen, wo wir des öfteren Urlaub machen, bin ich auf den Dachs gestoßen worden. Dieser Kollege ist so von der Anlage begeistert, das ich mich auch mit der Materie befasste, und zu dem Entschluss kam, das eine solche Anlage in unser Haus passen würde.


    Nach reiflicher Überlegung haben wir dann im Sommer den Entschluss gefasst, ein BHKW ( Dachs ) der Firma Senertec in unser Haus zu Installieren.


    Montiert wurde die Anlage Ende September, und dann am 01.10.2009 in Betrieb genommen. Die Installation war nicht ganz so einfach, da der Dachs SE G 5.5 ohne Brennwert nicht über eine Treppe in den Kellerraum zu bringen war. Somit wurde der Dachs auf unserem Parkplatz in ein paar Teile zerlegt, und dann Stück für Stück in den Keller getragen. Der Motor mit samt dem Generator wurde mit einem Kranwagen durch eine alte Luke, wo früher mal das Bier in den Keller geworfen wurde herabgelassen, und danach an Ort und Stelle wieder zusammengebaut. Da auch der Senertec Pufferspeicher nicht in unseren Keller zu verbringen war, wurde dieser durch einen 500 Liter Pufferspeicher der Firma Flamco ersetzt.
    Die Abgasleitung wurde mit einem Ausatzstück direkt an das Rauchrohr der Heizungsanlage angeschlossen. Somit gebrauchen der Dachs und die Heizung den selben Kamin.
    Der Dachs ist so in die bestehende Heizungsanlage eingebunden, das unser 22 Jahre alter Gas Heizkessel nur zu Spitzenzeiten eingreift, und die fehlende Wärme liefert.





    In der 1. Woche lief die Anlage nicht ganz Optimal, da der Monteur wohl einen Fehler in die Hydraulik eingebaut hatte. Nachdem die ganze Anlage von der Montagefirma noch einmal überprüft und etwas Umgebaut wurde, läuft der Dachs nun seit einer Woche wohl so, wie er soll.


    Zur Zeit komme ich auf 18 bis 21 Betriebsstunden pro Tag, dafür ist mein gesamtes Hotel Warm, und das komplette 60° warme Brauchwasser für alle Bäder und für unsere Spülmaschinen und Waschmaschinen wird auch von ihm erwärmt. Den Produzierten Strom verbrauche ich zur Zeit zu ca. 60 bis 70% selber.


    Für weite Infos stehe ich gerne zur Verfügung.

  • wie mir scheint wir die Gastrobande :-)_:-) hier immer größer.


    und das ist gut so!


    Das ist wie mit den PV-Anlagen bei Bauern. Bauern haben mit ihren Beriebsgebäuden (Ställe, Scheunen etc.) die besten voraussetzungen für Photovoltaik. Und was bei den Bauern PV ist, ist bei den Gastronomen BHKW . Ich habe inzwischen bereits von einigen gehört, die sogar im gemieteten Gastronomiebetrieb ein BHKW eingebaut haben. Da muss man halt mit dem Verpächter eine saubere Vereinbarung treffen dann geht sogar das.


    Grüße


    Bruno

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  • Das ist wie mit den PV-Anlagen bei Bauern. Bauern haben mit ihren Beriebsgebäuden (Ställe, Scheunen etc.) die besten voraussetzungen für Photovoltaik. Und was bei den Bauern PV ist, ist bei den Gastronomen KWK .


    Das ist ein guter Vergleich. Im DEHOGA-Sektor ist ein relativ hoher Strom- und Wärmebedarf auch im Sommer gegeben. Des Weiteren hat man für die hausinterne Stromverwendung keine solche Anstrengungen zu unternehmen wie beim Mehrfamilienhaus mit mehreren unterschiedlichen Rechtspersönlichkeiten.


    Eine überschlägige Rechnung macht ein BHKW sehr interessant bei folgendem Strom- und Gasverbrauch:
    BHKW-Größe bei Wärmebedarf (Kesselgröße) / Stromverbrauch pro Jahr
    5 kW bei 100.000 kWh/a (50 kW_th) / 30.000 kWh_el
    20 kW bei 300.000 kWh/a (150 kW_th) / 100.000 kWh_el
    50 kW bei 500.000 kWh/a (250 kW_th) / 250.000 kWh_el


    Die Aufstellung oben heisst nicht, dass sich eine Mini-KWK-Anlage nicht rechnet, wenn das Objekt kleiner ist und weniger Wärme oder Strom braucht, aber sofern die Größenordnung oben erfüllt ist, dann kann man von einer "Gelddruckmaschine" sprechen, wenn keine groben Fehler gemacht werden.


    So ist z.B. der KWK-Zuschlag über die ersten 10 Jahre zusammen mit dem Investzuschuss nach dem Impuls-Programm dafür verantwortlich, dass die Modulkosten (in etwa) allein durch die Förderung hereingespielt werden. Siehe Abb. 1 - rote (Schätzung des Modulpreises) und grüne Linie (kumulierte Förderung) entsprechen einander in etwa - gewiss, da kommt noch bei der Installation einiges hinzu, aber der größte Teil der Ausgaben ist abgedeckt.


    Ich spreche gerne von einer risikolosen Investition, da man sich über die Kapitalrücklaufzeiten keine großen Gedanken machen muss. Gerade der Bereich von 20-50 kW ist aus meiner Sicht ein sehr attraktiver Bereich, da hier die spezifischen Kosten deutlich geringer sind als in der Dachs-Klasse - d.h. aber auch, dass dies schon etwas größere Objekte sind, die nicht überall wie Sand am Meer vorhanden sind.


    Übrigends sind nicht nur reine Hotels gute Aufstellplätze für BHKW , sondern überall da, wo ein Küchenbetrieb ist und gewohnt (d.h. gebadet und geduscht) wird, wie z.B. Altenheime, Jugendherbergen, JVAs, Studentenwohnheime, etc.


    Gruß,
    Gunnar

  • Hallo,


    ich gehe mal davon aus, das ein BHKW sich für ein Hotel in unserer Größenordnung sich rechnet.


    Unser Wärmebedarf lag in den letzten Jahren bei ca. 70.000 kW Std. für die Gasheizung, und ca. 22.000 kW Std. für Strom.


    Dabei sei aber auch gesagt, das im Privatem Bereich noch einige Raummeter Holz durch einen Ofen gejagt wurden.


    Mal sehen, wie sich der Verbrauch an Energie in den nächsten Monaten so entwickeln. Wenn die Zahlen so bleiben, wie sie sind, kann ich vermutlich zufrieden sein.

  • Hallo


    und Herzlich Willkommen im Forum


    Zitat

    Für weite Infos stehe ich gerne zur Verfügung.


    dann schaun wir mal


    du sagtest,
    dass es es einer Alternative bedurfte....einem 500l Puffer


    500l erscheinen mir recht wenig,
    wie erfolgt die Brauchwassererwärmung? Sind hier noch relativ üppige Boiler vorhanden?...die ggf. auch zumindest WW puffern?

    Zitat


    Dabei sei aber auch gesagt, das im Privatem Bereich noch einige Raummeter Holz durch einen Ofen gejagt wurden.


    Mit Holz zu zu heizen ist ne feine Sache,
    aber hier bitte die Holz-Heizverhalten den aktuellen Gegebenheiten anpassen.
    Meist, heizt man ja gerade in der Übergangsziet zu,
    nun, wo das BHKW da ist, ist es schwer empfehlenswert in der Ünbergangszeit nicht mehr per Holz zu heizen (frisst ja Laufzeit des Dachses) sondern die Holzvorräte vor allem in Zeiten wo es schon kühler ist anzufassen. Wenn der Dachs eh 24h am Tag läuft. Hiermit ersetzt/unterstützt das Holz dann den wohl nicht mehr ganz so frischen Gaskessel

  • @ firestarter


    Hallo,


    warum könnte der 500 Liter Pufferspeicher zu klein sein, gibt es dafür einen besonderen Grund?


    Die WW Aufbereitung erfolgt weiterhin über einen 350 Liter Vissmann Speicher.


    Zum Heizen mit Holz sind wir bisher noch nicht gekommen, da der Dachs ja zur Zeit genügend Wärme für das gesamte Haus liefert. Wir werden vermutlich in diesem Winter, wenn der Dachs es alleine nicht mehr schafft, den Privaten Bereich wieder mit Holz heizen.


    Der doch schon etwas Betagte Gas Kessel, macht bisher noch keine Probleme, und der Gas Gebläsebrenner läuft noch immer ohne irgendeinen Ausfall in den ganzen Jahren. Ich höffe mal, das dieser Zustand noch lange anhält. ;)

  • Hallo


    nun ja...was heisst "ZU" klein,
    beim Thema Puffer kann man ganze Romane schreiben...da gibts Leute die "ohne Puffer" nicht schlecht finden,
    und andere die am liebsten 10.000l im Erdtank versenken wollten


    Das alles auszuführen, geht wohl hier gerade nen bissl weit,
    aber ich sag mal so...die meisten Dachs haben Puffer in der Größenordnung von 600-1.000 l daneben zu stehen und laufen gut damit.
    Deine 500l sind da sicher eher am unteren Ende.


    Aber mal nicht unruhig machen lassen,
    das wird schon irgendwie laufen....nur wären ein klein wenig mehr Puffer evt. nicht schlecht.
    Das kann man auch in aller Ruhe beobachten und falls man hier Optimierungspotenziel erkennt, könnt man ja evt. etwas aufrüsten.


    Warum?
    na ich könnt mir vorstellen, dass die Anlage dann wirtschaftlicher läuft (wie gesagt, erstmal beobachten)
    Der Dachs produziert ja viel weniger Wärme, als der alte Brenner
    Gerade im Hotel -auch wenns nicht so groß ist...ich tipp mal so auf grob 10-15 Zimmer- hat man ordentliche Lastspitzen durch Warmwasser-Bedarf. Ich sag mal morgens 10 Zimmer mit je 2 Mann unter die Dusche, dann die ersten zwei Spülmaschinen(die hoffentlich über WW laufen) angeworfen, da sind die Vorräte an WW schnell erschöpft. Da keiner kalt duschen soll, aber der Dachs auch nicht schnell genug Wärme nachschieben kann, könnte es sein, dass der Spizenlastkessel häufiger einspringen muss.
    Im Winter ist das relativ egal, ärgerlich ist es in der Übergangszeit oder noch schlimmer im Sommer...wenn hier der Dachs nach 3-4 Stunden abschalten muss, weil Puffer voll....und dann alle Mann gleichzeitig unter die Dusche springen, den Puffer leerziehn und vll. der Spitzenlastbrenner aushelfen muss, obwohl der Dachs es ja locker in den nächsten 2h wieder schaffen würde.


    Einfach mal fleissig beobachten und protokollieren,
    nen bissl feinzuning tut so einigen BHKWs recht gut :)

  • @ firestarter


    OK, ich habe die Problematik verstanden.


    Mit der Größe des Hotels liegst du sehr gut. Wir haben 12 Zimmer. 8)


    Unsere Heizungsregelung ist so geschaltet, das die Warmwasserbereitung immer vorrang hat. Daher schafft der Dachs es zur Zeit auf jedem Fall das Warmwasser zu bereiten. Im Winter wird dann der Gaskessel anspringen, und auch dann nur so lange zuheizen, bis das WW aufbereitet ist.


    Unsere Spülmaschinen, und auch unsere Waschmaschinen laufen selbstverständlich schon seit ihrer Anschaffung mit Warmwasser. :D


    Die Maschinen werden nur im gegensatz zu früher nicht mehr zur gleichen Zeit gestartet, sondern immer schön eine nach der anderen, damit wir den Produzierten Strom auch möglichst selber verbrauchen.


    Zitat

    Einfach mal fleissig beobachten und protokollieren,
    nen bissl feinzuning tut so einigen BHKWs recht gut :)

    Das mache ich sehr zum Leidwesen meiner Frau seit dem 1. Tag. 8|


    Sie sagt immer.: So oft wie zur Zeit warst Du noch nie im Keller. :-)_:-)
    Ich Notiere mir jeden Abend die Daten aller Zähler.

  • Hallo zusammen,


    ich habe da mal ein paar Fragen zur Regelung meiner Heizung, denn ich bekomme die zur Zeit einfach nicht in den Griff. ?(


    Ich fange dann einfach komplett vor vorne an zu erzählen.


    Unsere bestehende Heizungsanlage wurde um einen Dachs ergänzt. Die alte Heizungsregelung soll weiterhin die Regelung der Wärmeverteilung übernehmen.


    Das aufgeheizte Wasser aus dem Pufferspeicher des Dachs wird in den Heizkessel ( am Rücklauf )eingespeist. Somit hat der Heizkessel immer Temperatur.


    Bisher war es so, das die Regelung eine Viessmann Tetramatik 3 folgendermaßen eingestellt war.:


    STK 1.0 -- STH 1.0 -- EH 0 -- Tagestemperatur 5 -- Nachttemperatur 5


    So lange die Heizungsregelung sich in der Nachtabsenkung befindet, sind die Temperaturen genau so, wie diese früher waren.


    Wenn nun die Regelung auf die Tagestemperatur umschaltet, fährt der Regler auf, und bleibt in dieser Stellung, und drückt 80° heißes Wasser in den Vorlauf der Heizungsrohre, bis der komplette Pufferspeicher leergezogen ist. Heute Nachmittag waren das dann am ende nur noch 38° Vorlauftemperatur.


    Da der Heizkessel unter diesen Umständen noch nicht einmal zur Unterstützung angesprungen ist, gehe ich davon aus, das bei den derzeitigen Außentemperaturen die Vorlauftemperatur von 38° gereicht hätten.


    Danach bleibt der Mischer voll offen, und die Vorlauftemperatur geht dann langsam, so wie der Dachs es schafft nach oben. Grad für Grad, bis auf über 50°.


    Da die Temperaturen im Haus dadurch fast unerträglich wurden, habe ich versucht durch drehen am Einstellknopf für die Tagestemperatur die Regelung dazu zu bringen, den Mischer etwas zuzufahren, damit die Vorlauftemperatur doch etwas gesenkt wird.


    Erst als ich den Regler auf die Stufe 1 gestellt habe, fuhr die Regelung den Mischer zu.


    In dieser Stellung wurde es dann zu Kalt, und ich habe den Regler auf 2 gestellt, und beobachte mal, was jetzt passiert, und wie sich die Temperaturen entwickeln.


    Ist das der richtige Weg, den ich da gehe, oder bin ich auf dem Holzweg?

  • Hallo Tewego,
    irgentwoher kenn ich das.

    Zitat

    Das mache ich sehr zum Leidwesen meiner Frau seit dem 1. Tag.


    Sie sagt immer.: So oft wie zur Zeit warst Du noch nie im Keller.


    Mach ich momentan immer noch (Einbau 26.01)

    Zitat

    Unsere bestehende Heizungsanlage wurde um einen Dachs ergänzt. Die alte Heizungsregelung soll weiterhin die Regelung der Wärmeverteilung übernehmen.Das aufgeheizte Wasser aus dem Pufferspeicher des Dachs wird in den Heizkessel ( am Rücklauf )eingespeist. Somit hat der Heizkessel immer Temperatur.


    Das die bestehende Heizanlage habe ich auch, allerdings hatte ich das gleiche Problem, ich denke mal du hast keinen Mischer, das bei Rücklaufeinbindung das heiße Wasser einfach durch die Heizkreise gepummpt wird.


    Frank

  • ähm
    ...eventluell hilft mal eine Skizze zum Verständnis ;)


    ...aber,
    ich würd gern schonmal mutmaßen
    Der Dachs ist im Rücklauf der Heizung?
    hmm..bin eigentlich nicht so fder Fan solch einer Einnbindung,
    da hier immer das warme Wasser durch den Kessel drückt, auch wenn der nicht benötigt wird


    hier nun meine Mutmaßung
    Du hasst also einen Mischer....ich nehm an 3 Wege mischer, mit einem Abzweick richtugn Vorlauf (dort wo es in die Heizung geht) und je einem Abzweick Rücklauf (von der Heizung) und einem vom Kessel (wo halt der Dachs davor hängt)


    Nun läuft das ja so mit der Regelung (also Deiner Kesselregelung)
    Er misst die Vorlauftemperatur und vergleicht die mit internen Heizkurven. Ist die zu gering, reisst er den Mischer weiter auf...ist die zu hoch, macht er ihn weiter dicht.
    Soweit so gut, das haut auch hin, solange vom Rücklauf (wie normalerweise üblich) auch kälteres Wasser zurückkommt.
    Nun tipp ich mal, dass der Mischer (also das was er ausm Rücklauf zieht) zwischen dem Puffer und dem Kessel sitzt.
    In diesem Fall kommt aber hier ausm (aus seiner Sicht) Rücklauf nicht das kalte Heizungswasser an, sonder das brütend heisse audm Puffer ;)
    Und der Kessel (also seine Regelung) tut das, was er für richtig hält...er dreht den Mischer immer weiter in die Richtung "gibt mir mehr Rücklaufwasser"...was ja eigentlich kälter ist...mit dem Effekt, dass er sich noch mehr heisses Wasser reinzieht ;)



    Nun ja,
    genug der Mutmaßung...evt mal eine Skizze machen ;)
    Nun "weiss" Dein Kessel natürlich nciht, dass er

  • ich denke mal du hast keinen Mischer, das bei Rücklaufeinbindung das heiße Wasser einfach durch die Heizkreise gepummpt wird.


    Hallo,


    die Heizkreise laufen über einen Mischer, nur habe ich derzeit das Problem, das ich diesen Mischer nicht Optimal über die Heizungsregelung eingestellt bekomme.