Blockheizkraftwerk sinnvoll / wirtschaftlich

  • Hallo,


    ich bin Neuling im Bereich Blockheizkraftwerke und würde gerne hören, ob folgende Gebäude sinnvoll/wirtschaftlich mit einem Blockheizkraftwerk bestückt bzw. kombiniert werden können.
    Vor allem in Gebäude 1 ist Handlungsbedarf. Die Heizungen der anderen Gebäude sind noch ok.


    Gebäude 1:

    • MFH, frisch gekauft, noch ohne Mieter
    • 2WE (je ca. 85 qm)
    • Gasheizung - ca. 20 Jahre alt
    • Baujahr 1970
    • ungedämmt
    • Anfang 2010 soll das Dach erneuert und aufgestockt werden. Dabei wird eine dritte Wohnung mit ca. 75 qm entstehen und das Dach gedämmt. Alle Fensternieschen und Rolladenkästen sollen ebenfalls gedämmt werden. Eine Fassadendämmung ist nicht vorgesehen.
    • Gasverbrauch (Nov. 2007 bis Okt. 2008 bei 2 WE bewohnt von je 1 Person insgesamt ca. 60.000 kWh / Jahr
    • Stromverbrauch (Nov. 2007 bis Okt. 2008 bei 2 WE bewohnt von je 1 Person insgesamt ca. 3000 kWh / Jahr


    Gebäude 2:

    • EFH (vermietet)
    • ca. 95 qm
    • Baujahr 1960
    • Ölheizung (Gasanschluss nicht vorhanden)
    • ungedämmt
    • Ölverbrauch ca. 3.500 bis 4.000 Liter pro Jahr
    • Stromverbrauch unbekannt (z.Zt. von einer Person bewohnt)


    Gebäude 3:

    • Zweifamilienhaus - Eigennutzung(4 Personen) + Eltern(2 Personen)
    • Baujahr 1970
    • ca. 240 qm
    • Dachdämmung 1996 mit PU Aufdachdämmung,
    • Ölheizung (ca. 15 Jahre alt) und Kachelofen (Gasanschluss nicht vorhanden)
    • Ölverbrauch ca. 4.000 Liter pro Jahr
    • Stromverbrauch ca. 7000 kWh / Jahr

    Gebäude 2 und 3 sind ca. 6m voneinander entfernt (Hauswand zu Hauswand) und direkt benachbart.
    Gebäude 1 ist ca. 70 m von Gebäude 2 und 3 entfernt
    Alle drei Grundstücke grenzen unmittelbar aneinander.



    Gruß Pitjes

  • das müsste sich positiv darstellen lassen, der der hier oft die Berechnungen macht wird sich da sicher mit Zahlen oder vielleicht auch zunächst noch mit Fragen zu Wort melden.


    Einzig die 70m Wärmeleitung schlägt da wohl in den Investitionskosten zu, aber je nach dem wer da in den einzelnen Grundstücken als Eingentümer im Grundbuch steht, gibt es für so etwas zusätzliche Fördergelder. Ist halt wichtig, dass nicht alles der gleichen Person gehört.


    Grüße


    Bruno

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  • Also als erstes Nahversorgungsleitung, da muss man also mit dem Bagger einen Kanal graben in dem dann die Wärmeleitung +Strom und Leerrohr für zuküntige Dinge verbuddelt werden.
    Rechne mal mit 100€ in Eigenleistung, sicherlich auch günstiger zu machen, aber eine fertige Leitung kostet bereits einiges.
    Ich würde da aber auf jeden Fall mal im Vorfeld ein Angebot einer Fachfirma einholen, sowie die Fördermittel abklopfen!
    Ansonsten sind die 70 Meter ein KO Punkt!
    Sollte der Grund wenig Steine enthalten, kann an das sehr schnell mit einer "Grabefräse" erledigen, die gibt es günstig bei Maschinenverleihern.


    Dann ist der Gesamtbedarf groß genug für ein KleinBHKW + Spitzenlasttherme, einbauen würde ich das alles am Gasanschluß, da Gasmaschine allgemein kostengünstigere Wartungskosten haben.
    Dein Holzkamin könntest du dann auch noch später gegen eine Wassergeführten austauschen, schon hast du einen weiteren Spitzenlastkessel...


    Wichtig sind jetzt erst mal die Besitzverhältnisse für die Fördergelder und das ihr in Mietverträgen gleich ein Energiecontracting einbaut, damit ihr später mehr Abrechnungsmöglichkeiten habt.

  • Vielen Dank schon mal für die Antworten.
    Zu den Besitzverhältnissen:
    Gebäude1 und Grundstück: Meins
    Gebäude 2 und Grundstück: Hat meine Schwester vermietet
    Bebäude 3 und Grundstück: Gehört meinen Eltern


    Bernd: Heißt KO-Punkt, dass der Dachs sich alleine für Gebäude 1 nicht rechnen würde, sondern nur bei Zusammenschluss aller drei Gebäude? Oder wie ist KO-Punkt gemeint?
    Der "Holzkamin" ist ein fest eingebauter Kachelofen. mit ca. 2-3 qm gekachelter Fläche. Ich glaube nicht, dass der sich leicht umbauen lässt.


    Gruß Peter


  • Bernd: Heißt KO-Punkt, dass der Dachs sich alleine für Gebäude 1 nicht rechnen würde, sondern nur bei Zusammenschluss aller drei Gebäude? Oder wie ist KO-Punkt gemeint?


    Die Wärmeleitung kostet schon ein paar Mark, aber das hängt insbesondere vom Buddeleiaufwand ab. Hast Du von dem Anwesen einen Link zu Google-Maps? Dann kann man sich besser ein Bild machen. Wenn man z.B. nur durch den Garten muss, ist das mit überschaubarem Geld zu machen. 70m * 100€/m = 7000 € ist auf jeden Fall eine Investition, die ich tätigen würde. Für Gebäude 1 allein ist der Dachs einen Tick zu groß bemessen. Bei einem kumuliertem Wärmebedarf über alle drei Häuser von 120-150 MWh/a passt er wunderbar.


    Gruß,
    Gunnar


    PS. Bis nach Goslar sind es nur 3 Stunden: http://www.bhkw-info-tage.de ;-)

  • Anbei ein Link auf Google Maps mit den drei Gebäuden. Auf der Strecke liegen nur die drei zugehörigen Gärten zu den Gebäuden.
    <<Link entfernt>>

  • Die Grundstücke 1 und 2 überlappen sich an der Ecke um ca. 3 - 4 m. Sollte kein Problem für die Wärmeleitung sein.
    Das Eckgrundstück unten rechts ist mit einer Scheune bebaut und in Fremdbesitz.


    Gruß Pitjes

  • Hallo Pitjes


    und von mir nochmal ein Herzlich Willkommen im Forum


    Zitat

    das müsste sich positiv darstellen lassen, der der hier oft die Berechnungen macht wird sich da sicher mit Zahlen oder vielleicht auch zunächst noch mit Fragen zu Wort melden.


    Ich denk mal,
    ich war damit gemeint ;)


    Also,
    ich würde hier erstmal gaaanz langsam anfangen.


    Ich tippsel hier einfach mal hier runter, was mir gerade so einfällt.


    Gebäude 2 und 3 liessen sich sicherlich einfach verbinden...egal, was kommt (BHKW oder was anderes) die beiden solltens chon allein wegen Wartung/Schorni und co zusammen.


    Gebäude 1 auch noch?
    da gucken wir mal später.


    Wie man was machen könnte haben sich schon andere gemeldet.
    Obs 100%ig wirtschaftlich wird...das steck ich mal kurz zurück


    denn,
    mir fallen hier ja gleich echte Extreme ins Auge

    Zitat


    Gebäude 1:


    * 2WE (je ca. 85 qm)
    * Gasverbrauch (Nov. 2007 bis Okt. 2008 bei 2 WE bewohnt von je 1 Person insgesamt ca. 60.000 kWh / Jahr


    60.000kwh für 2 Personen?
    na lassen wir mal die Personen aussen vor....nur die m²
    Das macht einen spezifischen Bedarf von 60.000 / (2 x 85) = 350 kwh/m² und Jahr
    und das im recht milden Winter 07/08
    Das ist unglaublich viel. Gut, bei einem schlechten Altbau sind hohe Werte möglich, aber das ist wirklich sehr sehr hoch
    (mal als Vergleich: meine Eltern haben BJ30, 24er Wände, komplett ungedämmt und landen bei irgenwas über 200)


    Das hier absolut dringender Bedarf ist, hast du ja schon festgestellt...

    Zitat

    * Anfang 2010 soll das Dach erneuert und aufgestockt werden. Dabei wird eine dritte Wohnung mit ca. 75 qm entstehen und das Dach gedämmt. Alle Fensternieschen und Rolladenkästen sollen ebenfalls gedämmt werden. Eine Fassadendämmung ist nicht vorgesehen.


    ...unbedingter handlungsbedarf
    auch mal einen Spezi (Wärmebild etc) durchjagen, denn allein mit einer fehlenden Dachdämmung und schlechter Aussenisolation ist das schon kaum zu erklären


    aber gut,
    dass ja die anderen Gebäude besser aussehen
    ...oder?


    machen wir mal weiter bei dieser Art der groben Plausibilitätsprüfung

    Zitat

    Gebäude 2:


    * ca. 95 qm
    * Ölverbrauch ca. 3.500 bis 4.000 Liter pro Jahr


    na hola,
    hier liegen wir ja auch bei 360 bis 420 kwh/m² und Jahr
    ....dass ist auch alles andere als normal


    Zitat


    Gebäude 3:


    * ca. 240 qm
    * Ölverbrauch ca. 4.000 Liter pro Jahr


    Hier sieht man doch schon einen Unterschied
    Diese Hütte hat die 2,5-fache Fläche wie Gebäude 2...und benötigt (trotz höherer Personenzahl) in etwa genausoviel
    Hier wird ein Wert von 160kwh/m² und Jahr erreicht
    Sicher, nach den Vorschriften der Energieeinsparverordnung immernoch etwas hoch
    ....aber das ist absolut realistisch und nachvollziehbar.


    Wäre hier der Wert auch aussem Rahmen geschlagen,
    hätt ich schon vermutet, dass Du im Hochgebirge beheimatet bist...aber anscheinend steht die Gebäude wohl doch in einer gemäßigten Zone.


    Aber sicherheitshalber doch die Frage....Die Objekte stehen nicht in einer klimatisch besonders rauhen Ecke?


    Also,
    als aller erstes den exorbitanten Verbräuchen von Geb.1+2 auf den Grund gehen.
    Das ist wirklich heftig und m.E. nur schwerlich durch eine ältere Heizung oder schlechter Dämmung erklärbar.
    In diesem Fall würd ich schon nen Taler in die Hand nehmen und mal einen Bausachverständigen das anschaun lassen (oder halt die Sparvariante eines Auskenners...also nicht zu Sachverständigen-Sätzen...mal untersuchen lassen)


    ----------------


    Puh,
    nun kommen wir langsam zum Thema BHKW


    Also,
    nehmen wir mal an -und das sollte nicht nur einen annahme bleiben-
    es werden die Verbräuche drastig reduziert....sagen wir mal auf 160kwh/m²a


    dann hätten wir zwar nicht mehr

    Zitat

    Für Gebäude 1 allein ist der Dachs einen Tick zu groß bemessen. Bei einem kumuliertem Wärmebedarf über alle drei Häuser von 120-150 MWh/a passt er wunderbar.


    einen Bedarf von bis zu 150tsd kwh


    aber mit 2x85 (Geb1) + 75 (Aufbau Geb1) + 95 (Geb2) + 240 (Geb. 3) = 580m²
    mal 160 kwh/m² a
    einen Wärmebedarf von gut 93tsd kwh


    okay,
    das ist nicht schlecht....bei diesen Bedarf dürfte sich ein Dachs(oder ein anderes Gerät in der Klasse) durchaus noch wohlfühlen.
    Eine detaillierte Betrachtung erspar ich fürs erste,
    da müssten eh erstmal kosten für Nahwärme-Leitung und co mit rein...also Angebote von Leuten vor Ort


    Aber ich denk mal,
    du hast jetzt eh erstmal genug zu tun ;)


    Für's erst mal schaun,
    wie die Heizungen so aussehn...eingestellt sind. Vielleicht könnt man paar Dinge verändern, damit zumindest in dieser Saison etwas entlastung hinzukriegen ist.

  • Hallo,


    also eine ausgesprochen rauhe Ecke haben wir bei uns nicht, obwohl wir bei schönem Wetter bis in den Westerwald blicken können ;-)


    vielleicht sollte ich noch was zu den Verbräuchen erläutern.


    Im Gebäude 1 hat eine behinderte ältere Person mit einer Betreuungskraft gelebt. Ich nehme mal an, die haben ordentlich geheizt.
    Den Verbrauch habe ich aus der letzten Abrechnung des Verkäufers, auf der immer auch der Verbrauch im Vorjahr ausgewiesen wird.
    Das Haus selber hat eine Grundfläche von ca. 10x12 Metern und wurde auf zwei Stockwerken als Einfamilienhaus bewohnt. Durch den aktuellen Umbau werden dort im nächsten Jahr zwei Wohnungen mit je 85 qm Wohnfläche entstehen. Eventuell muss man den Verbrauch ja dann auf ca. 110-120 qm je Stockwerk umlegen. Bin nicht so firm in diesen Sachen.


    Geheizt wurde bisher mit einer Gasheizung aus den 80ern, die auch die Warmwasserbereitung übernimmt. Das Mauerwerk besteht aus 30cm Hohlblock. Wie der hohe Verbrauch zustande kommt ist mir auch schleierhaft. Momentan baue ich dort um und werde wohl erst vernüftige Verbrauchsdaten erhalten, wenn die Modernisierungsmassnahmen durchgeführt wurden. In der aktuellen Saison werde ich nur soweit heizen, dass die Leitungen nicht einfrieren. Ich beabsichtige für die Dauer der Arbeiten im Winter eienen alten Kaminofen einzubauen und bei Bedarf mit Holz zuzuheizen.


    Gebäude 2 wird von einer älteren Dame bewohnt. Sie besteht darauf nachts durchzuheizen. In diesem Sommer wurde hier der Dachboden gedämmt, evtl. hat das schon Einsparungen ergeben, was sich aber erst im nächsten Jahr zeiten wird. Die 95 qm liegen auf zwei Stockwerken. Das Haus ist absolut ungedämmt.


    Auf jeden Fall werde ich mal Angebote einholen und mir insbesondere bei Gebäude 1 mal die Heizungseinstellung ansehen.


    Auf jeden Fall schon mal Danke für Eure Einschätzungen.
    Ich brauche auf jeden Fall in den nächsten 4-6 Wochen eine Entscheidung wg. der zukünftigen Heizung für Gebäude 1. Die beiden anderen Gebäude sind optional.


    Gruß Pitjes