Dachs: Erdgasverbrauch und Ökosteuererstattung

  • Hallo an alle Dachs-Besitzer!




    Habe heute meine 1. Erdgasrechnung nach Dachseinbau bekommen.


    Bin total geschockt.




    Vorjahr ohne Dachs: 77483 KWh


    jetzt mit Dachs :114205 KWh




    Warte ja noch auf die Stromrechnung, frage mich aber jetzt schon wie ich so eine Erhöhung durch Strom wieder aufholen kann.




    Kann mir jemand sagen wie die Ökosteuer bei der EON abgerechnet wird?


    Auf der Rechnung wird keine Ökosteuer ausgewiesen und auch nicht erwähnt, daß ich Dachsbetreiber bin.


    Wo bekomme ich jetzt meine Ökosteuer wieder??????




    Vielen Dank




    Thorsten

  • Hallo Thorsten,


    ein Mehrverbrauch an Gas kann erst mal ganz normal sein, der sollte sich aber über die Stromeinsparung, die Stromvergütung und über die Energiesteuerrückzahlung schnell rechnen.



    Die Steuer die du meinst ist die Energiesteuer, die du auf das Gas bezahlst. Die bekommst du am Anfang des Jahres nach der Meldung ans HZA wieder zurückerstattet.


    Hoffe du hast auch schon den KWK-Zähler, damit du die 5,11 cent auch auf den selbstverbrauchten Strom bekommst. Der sollt ebei dir als Gastwirt ja etwas höher ausfallen.



    Ansonsten schreib doch mal mehr Infos zu deinem Dachs. Seit wann läuft er genau? Wieviel Betriebsstunden hat er jetzt? Wie teilt sich der produzierte Strom auf - wieviel verbrauchst du selbst und wieviel speist du ein.


    Bitte mehr Infos



    vava

  • Von Anfang an.
    Hat dir derjenige der dir das BHKW eingebaut hat nicht erklärt was du wann mit wem abzurechnen hast?
    1. Du stelltst Rechnungen an das EVU , oder du teilst denen die Einspeisemenge mit und erhälst nach EE+VNE deine Einspeisevergütung .
    2. Solltest du eigentlich schon einen Erzeugungszähler eingebaut haben, dieser misst die gesamte Strommenge die das BHKW erzeugt hat und du bekommst darauf die Bafazuschläge je KWH.
    3. Musst du jedes kalendarische Jahr dem Hauptzollamt deines Ortes die bezogene Menge an Brennstoff melden um die Rückzahlung der Ökosteuer zu erhalten.


    Jetzt ist erstmal die Frage wer das für dich macht, oder ob du es selber machst.
    Sollte dein Verkäufer dich nicht informiert bzw. bei der ersten Abrechnungen geholfen haben, würde ich den mal auf die Füße treten.
    Allerdings schlußendlich bist du als Betreiber selber dafür zuständig diese Dinge zu machen!


    Dann zu deinem Verbrauch.
    Ein BHKW braucht von der pysikalischen Seite bereits mehr an Brennstoff da ja ein Teil in Strom gewandelt wird, dieser ist dafür aber das 3-fache Wert.
    Jetzt kommt es darauf an ob dein alter Kessel bereits ein Energiesparer war, dann schlagen die 30% Mehrbedarf natürlich voll durch.
    Viele hatten aber einen Uraltkessel ersetzt dessen Verschwendungssucht verdeckt dann manchmal den Mehrverbrauch eines BHKWs.
    Allerdings gibt es natürlich auf das Problem das einige Verkäuer die BHKWs einbauen und auf die Laufoptimierung wenig wert legen, genauso wie einige Betreiber, die sich dann hinterher über einen Mehrverbrauch wundern.
    Scheinbar hast du ja vorher nie vorher ein Verbracuhsbuch geführt, ebenso dich nicht dafür interessiert was dein BHKW so im Keller macht.
    Dadurch ist man dann bei der jahrlichen Endabrechnung manchmal überrascht was da rauskommt.


    Aber jetzt gib uns erst mal ein paar Infos zu deiner Heizungsanlage.
    Was ist wie eingebaut und hat dein Verkäufer einen Hydraulikplan gemacht, bzw. die Hydraulik abgestimmt.
    Ab heute führst du bitte ein Protokoll über deine Verbräuche, wie fein du das machst ist dir überlassen, je feiner um so besser allerdings will nicht jeder dauernd in den Keller rennen....
    Also würde ich monatlich vorschlagen.
    Sie bitte auch mal nach wie das Verhältniss Start je Laufzeit ist.
    Deine Vor- und Rücklauftemperaturen.
    Du solltest ja einen MSR2 haben, dann geht in dein Dachsportal, dort kannst du viele Daten bereits ablesen, ferner solltest du dort auch Grafiken zu Laufzeiten etc. erhalten.


    Also Infos beschaffen, Verkäufer aktivieren und schon gehts los.

  • Also mal kurz was zu meinem Dachs:



    Inbetriebnahme: September 2008


    Bh 4229 Starts 1454


    elektr. Arbeit: 23530


    therm. Arbeit: 59934


    Betriebsstunden am 01.01.2009 : 1478



    Habe heute mit Installationsbetrieb wegen der Abrechnug mit dem Hauptzollamt gesprochen. Sie sagten, daß würden sie am Ende des Jahres für mich übernehmen.


    Ein Zähler für den EVU ist bei mir installiert und auch gemeldet (Vertrag gemacht).



    Sobald meine Stromrechnung (wohl in den nächsten Tagen) kommt, werde ich sofort berichten, wie hoch die Rückzahlung sein wird.



    Vielen Dank für Eure sofortigen Antworten- so ein Forum ist doch einfach klasse.



    Thorsten

  • Eigentlich hättest du den Zoll für 2008 bereits Anfang 2009 erledigen müssen.
    Ob sich das Hauptzollamt jetzt noch auf die Auszahlung einlässt?


    Dann hast du mich wegen der Stromvergütung noch nicht ganz verstanden.
    Einmal hast du einen Bezug- und einen Einspeisezähler.
    Seit Anfang diesen Jahres gibt es aber noch einen Erzeugungszähler, der ist dafür da das du auch für den nuichteingespeisten Strom die Bafaförderung von 5,11Ct/KWh bekommst.
    Wenn du also einen hohen Eigenverbrauch hast und wenig einspeist lohnt sich der richtig!


    Noch mal den Einbauer nerven...

  • Hallo Thorsten,
    habe meinen Dachs seit Ende Januar.
    Laufzeiten sowie starts sind bei mir im Verhätnis in etwar gleich. 1040 Starts bei 3670 Stunden laufzeit.
    Meine Gasabrechnung ist trotz Dachs fast genau so wie im letzten Jahr.


    Ich hatte das Rundumsorglospaket von Senertec gekauft( Aufstellen,Anschließen, etc) Hätte ich mich daruf verlassen,hätte ich jetzt das gleiche Problem wie du.
    Stell mal deine Hydraulik ein, bin mal gespannt was dabei rauskommt.


    Sonst kann ich dir erst mal folgenden Tipp gegen.


    Fragen Fragen Fragen ,hier kann dir geholfen werden. ( Wurde mir auch)


    Frank

  • Also den Erzeugungszähler hab ich, der wurde vor der Inbetriebnahme vom Installationsbetrieb eingebaut und vom EVU abgenommen.



    Hab nochmal ne andere Frage.


    Mein Dachs MSR 2 hat zusätzlich einen Erdgas Nachheizer mit 24 kW. Diesen habe ich meistens ausgeschaltet, damit der Dachs längere Laufzeiten hat.


    Aber heute bei 7 Grad Außentemp. fordert er diesen schon. Verfahre ich denn richtig wenn ich so lange wie nötig warte mit der Zuschaltung oder hat das schon etwas mit meinem erhöhten Verbrauch zu tun?



    Aber vielleicht sollten wir erst dann weiterdiskutieren, wenn die Stromrechnung kommt, denn ich habe im Durchschnitt 45000 kW Stromverbrauch.


    Sehr hoch, ich weiß aber Gastronomie fordert viele Elektrogeräte. Auch hatten wir bis zur Dachsinstallation das Warmwasser über Durchlauferhitzer erzeugt.



    Thorsten


  • Bin total geschockt.


    Vorjahr ohne Dachs: 77483 KWh
    jetzt mit Dachs :114205 KWh


    Wie schon Bernd richtig erklärt hat, hängt der Mehrverbrauch vom Referenzkessel ab. Wenn das ein alter Bollerofen mit hohen Standby- und Abgasverlusten war, dann merkt man den Brennstoffmehrbedarf im Vergleich zum effizienten BHKW kaum. Wenn das allerdings schon ein guter Brennwertkessel mit nur geringen Verlusten war, dann muss der Strom ja irgendwo her kommen.


    Hast Du einen Kondenser mit im BHKW-Paket? Wenn nicht, könnte das auch ein Grund für den höheren Verbrauch sein.


    Und ganz wichtig... Es gibt auch kalte und mal wärmere Winter. Wenn ich mich recht erinnere, war 2007/08 recht lau, wohingegen der Winter Anfang des Jahres etliche Minusgrade generiert hat.


    Die Zuschaltung würde ich nicht optimieren, um möglichst viel KWK-Strom zu erzeugen. Es ist ökonomisch (wenn auch nicht ökologisch) suboptimal Strom zu erzeugen, um ihn dann einzuspeisen. Eine Stromführung, bzw. Stromoptimierung ist das A+O, insbesondere im Sommer und in der Übergangszeit. Also Bezugszählerwerte erfassen und die Kiste immer dann starten lassen, wenn (sofern noch Luft im Pufferspeicher ist) viel Strom verbraucht wird, so dass fast alles im eigenen Haus verwertet werden kann. Substituierter Fremdbezug ist in der Regel wertvoller als die Vergütung für die Einspeisung.


    Gruß,
    Gunnar

  • Auch hatten wir bis zur Dachsinstallation das Warmwasser über Durchlauferhitzer erzeugt.


    da fällt mir nix mehr dazu ein, wenn zuvor ohne auf diesen Sachverhalt hinzuweisen sich beklagt wird, dass sich der Energieverbrauch des Wärmeerzeugers erhöht hat.


    Grüße


    Bruno

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    Ich Unterstütze den gemeinnützigen Gedanken dieses Forums und dessen gemeinnützigen Verein, der sicher nix gegen eine Spende hat, wenn ihm hier geholfen wurde.

  • Hi,


    es wurde ja eigentlich von Bernd und Gunnar alles erörtert warum das so ist. Auch der Hinweis von Bruno ist richtig.
    Also warten wir jetzt mal ab was die Summen ergeben und dann wird gerechnet und ich bin mir ziemlich sicher das die Einsparung zur bisherigen Energieerzeugung und dem Bezug beträchtlich sein wird ;) Er wäre der erste Gastronom bei dem sich ein BHKW nicht rechnen würde ;)


    Also warten wir mal gespannt auf die Zahlen.


    Grüße
    Tom

  • Hallo Gastwirt...bzw Thorsten


    erstmal von mir nachträglich ein Herzlich Willkommen im Forum



    eigentlich wurde schon alles gesagt,
    aber ich versuch mal noch ein paar Dinge nachzuhaken, deutlicher zu machen


    - Umstellung Warmwasser von Strom auf zentrale (erdgas/bhkw) Erzeugung
    Wenn die "alte Abrechnung" nur die Raumheizung beinhaltete und die neue Raumheizung und Warmwasserbereitung,
    ist ein höherer Verbrauch absolut nachzuvollziehen.
    In Deinem Fall sogar ganz besonders, da im Gastro-Gewerbe der Energiebedarf für Warmwasser deutlich höher liegt als in einem Wohnhaus.
    Ich hab hier von einigen Gastronomen die Verbrauchszahlen mir genauer angeschaut....hier geht oftmals 30%...manchmal sogar 50% des Erdgases bei der WW-Erzeugung drauf. Wenn man sich das anschaut, und von Deinen "neuen" Verbrauchswerten mal pauschal nur 30% für WW abzieht, dann ist kaum noch ein Mehrverbrauch zu sehen


    - Das ein BHKW einen Mehrverbrauch verursachen kann, wurde wohl schon deutlich erwähnt.
    Wenn ich Deinen Zahlen seh und dass mit WW berücksichtige, wird kaum ein Mehrverbrauch übrig bleiben


    -Stromzähler
    Da bin ich mir nicht 100%ig sicher,
    ob Du weisst, was hier andere schon meinten. Also, Du müsstest einen Zäjler vom EVU ins Objekt haben, der genau wie früher Deinen Strombezug misst. Dann, müsstest Du neu einen Zähler haben, der die Stromeinspeisung vom Objekt zum Netz misst. Und dann (duch die Öndeung anfang 09) noch einen Zähler der direkt hinterm BHKW die Stromerzeugung misst, also auch das, was Du selber davon im Haus nutzt.


    - Vergleich Verbrauchswerte verschiedener Jahre
    Gerade 07/08 war ein ausgesprochen milder Winter...hier wurde vielerorts 30% weniger benötigt, als in anderen Jahren. Bei mir kamen wir sogar mit 10.000 kwh hin...und im Durchschnittsjahr brauchen wir eher 18.000...ja in finsteren Wintern sogar über 20.000


    Warten wir mal ab,
    was Deine Stromabrechnung bringt...
    Ich würde mich überhaupt nicht wundern, wenn Du jetzt nur noch 30 oder sogar nur 25tsd kwh Strom benötigst
    ...und Du davon noch einen dicken Batzen selber erzeugt hast und du unterm Strich nur noch 15tsd kwh vom EVU nachkaufen musstest.
    Das gibt ne fette Erstattung



    PS: alle Werte nur ganz grob ausm Bauch ermittelt...genauere Betrachtung kann man sich ja erstmal sparen und bei der Abrechnugn auf Plausibilität schaun