Ein neuer Dachs, stimmen die Zahlen?

  • Hallo liebe Dachs-Freunde, wir denken über einen Dachs nach und haben ein Angebot vorliegen und die Daten von Senertec . Da ich Herstellerangaben gegenüber erstmal kritisch bin, wollte ich mal die Eckdaten vorstellen, um Eure Meinungen dazu zu hören:
    Behinderteneinrichtung für 15 Personen, über 500 qm Wohnfläche, 150 Jahre alt-schlecht gedämmt. Energiebedarf ca 50 Kw
    Ölverbrauch bisher ca 12 000 Liter
    Stromverbrauch 20 830 Kwh, Anbieter Lichtblick 18,5 Cent/Kwh
    EVU: Eon-Avacon


    Folgendes Angebot liegt vor:
    Gesamtinvestkosten 30 000 €
    Laufzeit Dachs 5976 Std/Jahr
    70 % Stromeinspeisung, 30 % Selbstnutzung
    Einspeisevergütung 12,5 Cent/Kwh
    Wartungsvertrag 800 €/Jahr für den Dachs
    Pufferspeicher 750 Liter
    Der alte Kessel bleibt stehen und deckt die Spitzenlast ab.
    Neuer Verbrauch mit Dachs ca 13 100 Liter/Jahr
    Einspeisung Strom 21 628 Kwh a 12,5 Cent
    Erstattung Mineralölsteuer 750 €
    Kfw Kredit mit 1,8 Zins, 20 Jahre Laufzeit
    Soll ergeben 3448 € Gewinn bei 1878 € Anuität.


    Was meint Ihr: 6000 Std bei dem Bedarf, haut das hin? Reichen für so viele Leute 750 Liter Puffer? Wie sieht es mit der Laufzeit im Sommer aus? Wartungsvertrag, 800 € o.K.? Für uns als Einrichtung wollen und können wir möglichst garnichts selber machen was die Wartung angeht – wir brauchen da all-inclusiv-Angebot.
    Ich freue mich auf Eure Anworten – Danke.

  • Schon mal hier im Forum nach Berrechnungen gesucht?
    Da gibts schon eine Menge aussagen zu dem Thema.


    Um dich aber jetzt nicht im Regen stehen zu lassen.


    30.000€ ist ne Menge Geld, scheint aber fast schon normal zu werden X(
    Es ist auf jeden Fall besser mehere Angebote einzuholen!!! und dann nachzuverhandeln.


    Der Energiebedarf deines Hauses und der hohe Warmwasserbedarf ist auf jeden Fall richtig gut für ein BHKW .
    Es kann dir sogar passieren das du im Winter 2 Dachse brauchen könntest.


    Hast du Verbrauchszahlen notiert? Wenigstens monatlich?
    Ohne Zahlengrundlagen über Verbäuche kann man nur über den dicken Daumen schätzen, und dabei ist die angegeben Auslegung mit 1 Dachs und Spitzenlastkessel auf jeden Fall ok.


    Bei dem großen Warmwasserbedarf würde ich auch über einen größeren Pufferspeicher nachdenken.
    In der Auslegung wie du sie beschrieben hast bekommst du einen 750 Liter Pufferspeicher, das Trinkwasser wird dabei durch einen Plattenwärmetauscher erzeugt. Hat Vor- und Nachteile, mal hier im Forum nachlesen.


    Im Sommer brauchst du den Dachs nur für Warmwasser, bei dem Bedarf wird er aber auch dort einiges zu tun haben.


    Unser Bruno hat auch viel Warmwasserbedarf, ich weiß jetzt nicht für wieviele Personen, aber sein Dachs läuft auch im Sommer 10 Std. am Tag.


    Die Wartungsvertragkosten solltest du dir auf jeden Fall schriftlich geben lassen! Und auf mindesten 80.000 Betriebsstunden festlegen.
    Öler sind "scheinbar" etwas empfindlicher als Gasmaschinen.

  • Hallo strohballenhaus, hallo Bernd,
    die Daten erscheinen mir plausibel, schließe mich Bernd voll an, wenn Gas möglich, dann Gas, weil niedrigere Wartungskosten. Mehrverbrauch Öl könnte höher sein, je nachdem wie alt der Heizkessel ist. Bei überdimensioniertem 30 Jahre altem Kessel liegt der Mehrverbrauch zwischen 0 - 10%. Wenn Du einen neuen Brennwertkessel hast, wird der Ölverbrauch durch den zusätzlichen Dachs eher bei 30% anzusiedeln sein. Das Anbieten von KfW-Kredit ist beachtlich, scheint ein gut ausgebildeter Betrieb zu sein. Wenn er alles tut und auch noch viele Referenzen hat (unbedingt vorher nennen lassen und dann auch ein paar besuchen. Telefon bringt nichts, denn am Telefon bekommt man selten eine 100% offene Antwort, die nichts verschweigt).
    Dann zuschlagen, Gruß
    Stefan

  • Hallo,


    ich kann mich der Zustimmung nicht anschließen. Ich hatte meine Zahlen auch schon mal hier im Forum, mit dem Ergebnis, bei 6000 Stunden noch kein Gewinn. Bei mir wurde noch mit 18.000 Euro gerechnet. Wenn nun bei Dir schon 30.000 Euro nötig sind, kann Deine Rechnung nicht aufgehen.
    Schau mal nach ob in der Rechnung jährlich 3.000 Euro als Kosten für die Abschreibung aufgeführt sind.
    Ich kann Dir nur empfehlen einmal Tom's Wirtschaftlichkeitsberechnung (links unten im Boardmenü) zu betrachten. Tom macht alles selbst, rechnet ohne Zinsen und mit einer Abschreibung von nur 750 Euro im Jahr und ist trotzdem noch im Minus!
    Auch auf http://www.heizungsvergleich.de lassen sich Argumente finden. Was würde es eigentlich kosten Dein Gebäude besser zu isolieren?



    Und weiterhin im Osten geht die Sonne auf.

  • Hallo Rolfi,


    zunächst mal, kannst Du mal einen Link zu dem Beitrag von Dir setzten, damit wir das mal nachprüfen können? Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass bei einer Laufzeit von 6000h per anno keine Rentabilität herzustellen ist. Aussedem ist zu beachten, dass die 30.000€ die gesamten Kosten und nicht die Mehrkosten gegenüber einer herkömmlichen Heizung sind, welche bei der Rentabilität zum Ansatz kommen müssen. Und dann machst Du den Vergleich mit Tom´s Anlage, welche weniger als 3000h per anno läuft. Dass diese nicht wirtschaftlich zu betreiben ist ist logisch.


    Aus meiner Erfahrung, kann eine BHKW-Anlage je nach örtlicher Gegebenheit ab ca. 4500h wirtschaftlich betrieben werden. Bei 6000h muss es schon mit erheblichen unwiedrigkeiten zugehen, dass diese nicht Betriebswirtschaftlich incl. Finanzierungseinrechnung zu betreiben ist.


    Grüße


    Bruno

    Ich bemühe mich, garantiere aber keine Vollständigkeit und Richtigkeit, Beiträge ersetzen keine Steuer- oder Rechtsberatung!
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  • Hallo,


    habe im Forum noch mal nachgesehen und meinen ersten Eintrag am 12.02.2006 unter Portal- Erfahrungsaustausch- Berechnung Kosten/Nutzen Dachs- Seite 2 gefunden. Im Verlauf bis zum 19.02.2006 wurde bei meinen 4000 Stunden ein Minus ermittelt. Wenn ich micht recht erinnere wurde damals mit einem Mehrpreis für den Dachseinsatz von 15.000 Euro gerechnet.
    Wenn es nun schon 25.000 Euro sind, steigt natürlich die Mindeststundenzahl für die Rentabilität. 3.400 Euro Gewinn sind damit sehr unwarscheinlich.





    Im Osten geht die Sonne auf.





    Dachs HKA der Senertec Kraft-Wärme-Energiesysteme GmbH » Erfahrungsaustausch » Berechnung Kosten/Nutzen Dachs

  • Hallo Rolfi,


    tja, wenn Du jetzt meinen Beitrag von oben liest, dann sollte alles klar sein. Bei unter 4500h muss schon viel passen, oder man ist eben recht "Grün"(nicht Senertecgrün sondern ökologisch) in seiner Ideologie, damit ein Dachs Sinn macht. Hier hatten wir es von 6000h. Es wird inzwischen bei den hohen Gaspreisen aber wahrscheinlich nicht mehr für 3400€ Gewinn reichen. Hier kommt es aber auch auf die selbstgenutzte Strommenge an. Ich halte in dem Gebäude eine Selbstnutzung von 30% als sehr konservativ gerechnet. Solange es aber keine Gebäude-Lastkurve gibt, ist die Berechnung so ok.


    Grüße


    Bruno

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  • Hallo Bernd und Bruno,


    leider sind die Zeiten mit billigem Öl vorbei und auch die Dachspreise ändern sich in gleicher Richtung.


    Wenn also Strohballenhaus die Anlage aus dem Angebot für 30.000 Euro montieren lässt, wird er beim heutigen Ölpreis keinen Gewinn erziehlen.
    Der Mehrpreis gegenüber einem einfachen Ölkesseltausch auf heutigen Standart liegt bei mindestes 22.000 Euro. Damit der Dachs sich in 10 Jahren, bevor die Förderung ausläuft, bezahlt macht, muss er jedes Jahr 2.200 Euro für die Tilgung oder Abschreibung aufbringen.


    Wenn Strohballenhaus ein all-inclusiv Angebot sucht, bleibt ihm nur ein Vollwartungsvertrag mit 3,3 Cent pro kWh Strom incl. Mehrwertsteuer, ab 01.01.2007 dann natürlich 3% mehr. Bei 6000 Stunden mal 5,5 KW und 3,3 Cent ergiebt das 1089 Euro pro Jahr.

    Als Zinsen für das KfW-Darlehen fallen im Durchschnitt 200 Euro im Jahr an.


    Nun zum Heizöl. Wenn dieses mit einem Wirkungsgrad von 100% in Strom umgewandelt wird, benötigt der Dachs pro Stunde 0,55 Liter für die 5,5 KWh. Bei 6000 Stunden also 3.300 Liter. Bei heutigem Ölpreis mit 62 Cent abzüglich Rückvergütung von 6 Cent pro also 3.300 x 0,56 Euro = 1.848 Euro.


    Kosten zusammen Heizöl 1.848
    Wartung 1.089
    Zinsen 200
    Abschreibung 2.200


    gesamt 5.337 Euro


    Da der Dachs ein Teil des erzeugten Stroms selbst verbraucht, ergibt sich als abgegebene Leistung 6000 Stunden x 5,3 kW = 31.800 kWh.


    Wenn ich nun Kosten von 5337 Euro durch Leistung mit 31.800 kWh teile erhalte ich den Preis pro kWh . In diesem Fall mit 6000 Betriebsstunden ergeben sich beeindruckende 16,78 Cent pro kWh.


    Wem kann Stohballenhaus diesen Strom verkaufen und dabei über 3.000 Euro Gewinn erziehlen? Auch wenn er den Strom selbst nutzt, wird er auch mit zusätzlicher 2 Cent Gutschrift pro kWh nicht den Preis erreichen, welches ihm das EVU bei jährlicher Abnahme von fast 32.000 kWh einräumen wird.


    Oder wo habe ich mich verrechnet?



    Und wieder geht im Osten die Sonne auf.

  • Hallo Rolfi,


    ich will nur auszugsweise auf Fehler hinweisen:


    1. Die Ökosteuerbefreiung gilt nicht nur für den Stromanteil von 0,55 l sondern auch für den Brennstoff des Wärmeanteils. Dies erweist sich gewinnerhöhend.


    2. Die Kosten für eine sicherlich alternativ notwendige Heizung wurde nicht berücksichtigt, selbst wenn bivalent gefahren wird, reduziert der Dachs als Hauptwärmeerzeuger die Kosten für Heiztechnik.


    3. Auch die Wartungskosten weist Du allein dem Stromerzeugungsanteil zu. Notwendige Wärme wird aber auch erzeugt, hier würden alternativ auch Wartungskosten anfallen.


    4. Ich sehe den Dachs als einmalige Anschaffung, die mit Austauschmotor und Reparaturen eine Anschaffung fürs Leben ist. Also wie ein Haus, einmal angeschafft.......


    PS AfA Abschreibung heißt das der Wert in den Büchern abgeschrieben wird, nicht das die Anlage tatsächlich wertlos ( 51 ct) wert ist. Ein Kfz ist auch nicht nach 5 Jahren nur 51 ct wert.


    Gruß an alle Dachsbetreiber und den Rest der Welt

  • Hi Dachsfan, hi Rolfi,


    Dachsfan , sehe ich fast genauso wie Du.
    Abschreibungen würde ich betriebswirtschaftlich dennoch rechnen, jedoch wenn ich schon mit einem Vollwartungsvertrag rechne, dann muss diese auf die laufzeit des Vollwartungsvertrages gehen, also bis 80000h oder sehe ich das falsch. 80000/6000= 13,3 Jahre.


    @Rolfi, weiter Gewinnerhöhend wirkt es sich aus, wenn der Dachs monovalent arbeitet und in Süden von Deutschland betrieben wird. Dann spart man sich auch noch die Herren von der schwarzen zunft. Korrigiert man dann noch die Abschreibung wie ich oben beschrieben habe, und berücksichtigt, dass nicht nur das Heizöl teuerer geworden ist, sondern auch der Strompreis, dann kommt man in jedem Fall in den grünen Bereich.


    BHKW-betreiber haben meist nicht nur einen Grünen Heiz- und Stromkessel im Keller, sondern meist auch ein grünes Herz.


    Grüße


    Bruno

    Ich bemühe mich, garantiere aber keine Vollständigkeit und Richtigkeit, Beiträge ersetzen keine Steuer- oder Rechtsberatung!
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  • Hallo liebe Dachsfreunde und -kritiker,
    vielen Dank für die tolle Diskussion, ich will Euch mal unser konkreten Zahlen pro Jahr vorstellen:
    Bisheriger Verbrauch Öl 12.000 l a 06172 € und 20.830 Kwh Strom a 0,185 € (Lichtblick)=Kosten 11.260 €


    Zahlen mit Dachs:
    Verbrauch ÖL (Kessel+Dachs) 13140l = 8.110 €, Wartung Dachs lt. Angebot 803 €, Strom Erzeugung bei 5.976 Std (5,17 Kw/Std) 30.896 Kwh.
    70% Einspeisung a 0,125 € = 2.704 €, 30% Eigenverbrauch 9.268 Kwh, Einkauf Strom 11.562 Kwh = 2.139 €, Erstattung Mineralölsteuer (5976 Std a 1,8 l/Std) x 0,07 € = 753 €
    Kosten mit Dachs = 7.595 €.
    Macht einen „Gewinn“ von 3.665 €.


    KfW Darlehen 30.000 € für 1,8 %, 20 Jahre Laufzeit, 10 Jahre Zinsbindung laut KfW-Darlehensrechner: 1. Jahr tilgungsfrei 543 €, 2. bis 10. Jahr 1.878 € Anuität.
    Zins&Tilgung in zehn Jahren machen also 17.445 €, Die Restschuld beträgt 17.150 €, der Gewinn durch den Dachs 36.650 €, minus den gezahlten Anuitäten bleiben 19.205 € zur kompletten Tilgung nach zehn Jahren mit einem Rest von 1.760 €. Jedes weitere Jahr Laufzeit bringt dann den vollen Gewinn!


    Ich finde, dass sich das gut rechnet.
    Viele Grüße Florian (Strohballenhaus)

  • Hallo Florian,


    deine Zahlen sind absolut schlüssig. Was noch dazu kommt sind evtl. Steuerliche Vorteile und die nicht vorhersehbaren Preissteigerungen bei Öl und Strom.
    Sind die Wartungskosten ein Vollwartungsvertrag und wenn ja über welche Laufzeit?


    Gruß
    Thomas


    P.S. Selbst wenn du über die Laufzeit auf 0 rauskommen solltest (angenommener GAU) dann hat dich die Heizung nichts gekostet. Das soll ein normaler Kessel erstmal nachmachen und nebenbei hast du der Umwelt was gutes getan ;)

  • Der Wartungsvertrag ist wohl ein Vollwartungsvertrag, mit allen Inspektionen und Teilen. Ich habe ihn aber noch nicht schriftlich, soweit sind wir noch nicht. Wahrscheinlich hat Senertec da einen Vordruck, den sie bei allen verwenden.
    Viele Grüße Florian