Frage an die Einspeise-Praktiker - Eigenbau ans Netz!

  • Hallo alle zusammen,
    als erstes ein großes Lob. Ihr habt mir schon oft, wenn auch unbewusst, sehr viel weiter geholfen. :thumbsup:


    Nun aber doch ein paar direkte Fragen.


    Wie sieht bei euch die Technik zwischen Generator und Stromzähler aus? Was müsste, abgesehen von der BHKW-Steuerung, noch an Steuerungstechnik da rein?
    Sprich, ich würde gern wissen was man an Elektroinstallation wirklich für einen problemfreien Genehmigungsablauf bräuchte.
    Wie schaut es aus mit Umrichtern, Überspannungsschutz usw.? Geht's auch ohne?


    Ich habe zwar im Bereich Elektrotechnik nicht nur zwei linke Hände, habe aber leider noch nie was aussagekräftiges dazu gefunden.


    Rein theoretisch könnte ich ja einen Asynchrongenerator direkt ans Netzhängen da die Netzfrequenz vom Netz vorgegeben wird. Aber was möchte da noch der EVU?


    Vielen Dank schon einmal für euer Bemühen!

  • hallo und willkommen im forum..


    also bei mir ist da zwischen dem BHKW und dem Zähler vom EVU noch ein Zähler eingebaut.. dieser zählt die erzeugten Kilowatts die vom BHKW an das Netz abgegeben werden.
    braucht man auch wegen der Förderung.
    ja und eine ENS brauchst Du natürlich auch.. ohne die wird Dir wohl dein EVU keine Erlaubniss zum Betrieb erteilen.

  • Hallo striegistalzwerg,


    Du benötigst, betrachtet vom Einspeisezähler bis zum Generator:


    • Sicherunge(en) in der Ausführung Neozed,
    • Erzeugungszähler geeicht,
    • RCD-Schalter (auch bekannt als FI-Schalter),
    • empfehlenswert: Überspannungsschutz,
    • Leitungsschutzschalter.


    Bei der Bemessung der Neozed-Sicherungen auf die Selektivität gegenüber dem Leitungsschutzsschalter achten. Als Leitungsmaterial empfehle ich für die Verlegung innerhalb von Gebäuden eine halogenfreie Mantelleitung, bei Verlegung im Freien darf diese jedoch nur in einem Kabelrohr verlegt werden, ansonsten ist im Freien PVC-Mantelleitung erforderlich (Erdleitung lasse ich mal aussen vor).


    MfG


    Heidjer

    • BHKW: Lion Powerblock Erdgas modulierend 2,5 - 16 kW th / 0,2 - 2,2 kW el
    • PV: 2,31 kWp / 1x SMA Sunny Boy 2500 / 11x SunTechnics STM 210 FWS
    • PKW: Toyota Prius II
  • Danke für die schnellen Antworten. :thumbup:


    Jetzt kommen wir der Sache schon näher.
    Vielleicht sollte ich euch noch paar mehr Infos zu meinem Vorhaben geben. (hätte ich vorhin schon mal machen sollen).
    Ich bin genötigt den landwirtschaftlichen Hof meiner Mutter zu übernehmen und halte gerade darüber eine 120kwp PV-Anlage auf das Dach zubauen. Habe aber noch das Heizproblem und dachte eben dabei an ein Pöl-BHKW. Aus finanziellen Gründen aber eines aus China. Mit 20kw el. und ca. 40kw th. welches dann wärmegeführt den Hof heizen soll. Das wären eine Werkstatt (130m²) und ein Wohnhaus (200m²). Und eben mit dem produzierten Strom die Kosten des Heizens senken.
    Jetzt ist meiner Meinung in dem Stück aus China ja ein Synchrongenerator und die ganze Maschine regelt sich ja Stromverbrauchsmäßig selbst. Ist ausgestatt mit Motorsteuerung, FI-Sicherungen, Anlassautomatik etc. Findet man z.B. bei ebay unter der Artikelnummer 110438682126.


    Dieses gute Stück plus Überspannungsschutz, ENS , Zähler (Strom, Warmwasser), Schmelzsicherungen. Und dann die Frage reicht das? Bzw. geht das so?
    Mein gedankliches Problem stecht in der Synchronisation des Netzfrequenz bei Synchronmaschinen und macht eigentlich den einsatz eines Umrichters erforderlich. Ein Asynchrongenerator würde dies vereinfahren aber keinen Inselbetrieb im Falle der Fälle zulassen (Also nur mit dem Aufwand einer Kondensatorbank).


    Ich weiß so ähnlich Themen sind hier im Forum schon diskutiert wurden, aber ich bin da noch nicht richtig schlau geworden. ?(


    Aber es ist ein Licht am Horizont.


    Danke noch mal für die Antworten.

  • hallo ..


    also mit einem synchrogen. ans netz vom evu ist so eine sache .. ( bin auch kein spezi !! ) aber ich hatte vor 3 wochen einen geplanten stromausfall von seiten des evu und da hatte ich ein großes aggi hier stehn..
    das hätte sich auf das netz synchro. können und bei abschaltung durch die evu nur noch mein haus gespeist... EVU hatte das grundweg abgeleht dieses Gerät so zu betreiben..
    ich musste eine komplette notstromeinspeisung installieren lassen mit extra umschalter !!
    einen asynchronen generator an das China Teil zu schrauben ist auch nicht so einfach ..bis unmöglich..
    eine relativ einfache sache wäre ein extra Stromkreis für das BHKW nur die Hauptverbraucher anzuschliessen.. das geht auch das EVU nix an..

  • Diesen Gedanken der zweiten Stromleitung für Starkstrom hatte ich auch schon. Aber die Stromabnahme ist eben doch keine Bandlast um die Heizzwecke zu befriedigen und der Aufwand angesichts der Anzahl der Gebäude auch groß.
    Diese China-Generatoren kann man auch mit Asynchrongenerator bestellen, zumindest meinte das ein Importeur am Telefon.


    Mal sehen... Es wird sich schon eine Lösung finden lassen.


    Mfg
    Striegistalzwerg

  • Hallo Striegistalzwerg, Du wohnst in meiner Nachbarstadt .Mit meiner 15 jährrigen Erfahrung kann ich Dir helfen und die Werkstatt die jetzt Deine wird ist mir bekannt denn dort wurden Traktore repariert. Ruf mich an: Ein Glück Auf aus der Stadt wo die Striegis in die Mulde mündet.

  • Moin,


    Du benötigst mindestens:
    - Generatorschütz
    - Motorschutzschalter
    - Leitungschutz (Schraubsicherung oder Automat je nach VNB)
    - ENS
    - Netzschütz(e) von ENS geschalten



    Das ist die Mindestausstattung nach VDE, jeder VNB kann aber in seinen Richtlinien noch weitere Schaltorgane platzieren (Lasttrenner,FI,Überspannungsableiter etc.) hier unterscheiden sich auch Synchron und Asynchron BHKW stark voneinander.


    Notstromaggis sind nur mit hohem Aufwand auf Netzparallelbetrieb umzurüsten!!


    mfg

  • ... Mit 20kw el. und ca. 40kw th. welches dann wärmegeführt den Hof heizen soll. Das wären eine Werkstatt (130m²) und ein Wohnhaus (200m²). ...


    Mal 'ne Frage an die Experten: Ist das Ding mit 40kw th. nicht ein bisschen groß geraten für 330m²?
    striegistalzwerg: Oder sollen noch zusätzlich landwirtschaftliche Gebäude beheizt werden oder wird sehr viel Warmwasser benötigt?
    MfG
    Heidjer

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  • Hi,
    naja, etwas überdimensioniert wäre die Sache schon. Anderer Seits ist es schon ein schöner Luxus ausreichen thermische Leistung zur Verfügung zu haben :walklike: . Man kann ja noch andere Sachen anstellen als nur im Winter heizen. Eine weitere Evolutionsstufe wäre dann der vorgeschaltet Holzvergaser um die 20ha Wald mal mit ins Spiel zubringen und Pöl nur noch als Zündöl. Da könnte man auch mit der "Abwärme" Hackschnitzel trocknen.
    Aber das ist Zukunftsmusik.


    Mfg

  • Hallo striegistalzwerg,
    nur wenn Dein BHKW ausreichend lange "am Stück" läuft, ist es wirtschaftlich; wenn das BHKW sich die Füße in den Bauch steht und mangels Wärmeabnahme nichts zu tun hat, macht's keinen Spaß, das war der Hintergrund meiner Frage bzgl. der thermischen Dimensionierung Deiner Anlage.
    Und wenn Du soviel Holzhackschnitzel hast, was hälst Du denn hiervon: Flash-Pyrolyse ?


    MfG
    Heidjer

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    • PKW: Toyota Prius II

    Einmal editiert, zuletzt von Heidjer ()

  • Hi Heidjer,
    danke für den Hinweis mit der Flash-Pyrolyse. Die betreiben das aber auch noch im Versuchsstadium und ist eine doch recht aufwendig Sache. Mit Pyrolyse habe ich mich schone eine ganze Weile beschäftigt, hatte auch im Studium mal eine Arbeit über Strohpyrolyse geschrieben. Das ist aber eine Technologie die für den Haus- und Hof-Gebrauch eher ungeeignet ist. Wer in diesem Sektor was machen möchte kommt eigentlich an der guten alten Holzvergasung unserer Großväter nicht vorbei. Diese etwas technisch aufgerüstet und verbessert und schon klappt es mit der Vergasung. |__|:-)


    Aus diesem Grund sehe ich da noch nicht das Problem der Überdimensionierung, auch wenn Ihr damit erstmal recht habt. Der grobe Plan war diese Teil erstmal als Pöl-BHKW zu bauen und anzumelden bis mein endgültiger Vergaser fertig ist und dann Pöl nur noch als Zündöl zu gebrauchen. Die Vergütung bleibt die selbe nur der Inputstoff wird "ergänzt" .
    Und die überschüssige Wärme kann zum Nachtrocknen der Hackschnitzel genutzt werden.


    Wird eben eine Anlage im landwirtschaftlichen Format.


    Meine Frage bezog sich auch viel mehr auf die Anregung einer Diskussion wie man diesen Stromerzeuger am kostengünstigsten und auch EVU verträglich an Netz bekommt.


    Ein paar grundlegenden und auch sehr gute Gedanken habe ich durch Euch jetzt schon bekommen.


    Ich werd die Tage mal bei der EM GmbH nachfragen, die bauen glaube ich auch fertige Steuerungen für den Netzparallebetrieb. Das wird dann bestimmt keine kostengünstige Lösung, aber man kann sich ja mal informieren.
    Vielleicht fällt den einen oder anderen ja noch was gutes ein.


    Mfg


    :thumbsup:

  • Servus,
    ich bin wieder etwas schlauer geworden. Der Kauf einer fertigen Steuerung für den Netzparallelbetrieb wird wohl das einfachste werden. Dort ist auch schon eine cos phi Regelung verbaut und man kann dem EVU alle benötigten Daten überreichen die für eine reibungslose Abnahme erforderlich sind.
    Der einzige Hacken an der Geschichte ist eben der doch recht stolze Preis von 4000€.


    Ich werde das Projekt Anfang nächsten Jahres mal starten und schauen wie es anläuft.


    Vielen Dank nochmal für euren Rat. :thumbsup: