Welches BHKW für größeres Einfamilienhaus ?

  • Hallo liebe Forenmitglieder, habe mich heute hier registriert, da mich das Thema BHKW sehr interessiert und ich über die Installation eines BHKW nachdenke.
    Mit 21 Jahren ist mein Viessmann Heizkessel schon betagt, wenngleich noch sehr gute Abgaswerte erreicht werden.


    Als Ersatz überlege ich ein BHKW .
    Wir bewohnen ein freistehendes Einfamilienwohnhaus von 1977 mit insgesamt 330 m2 Wohn-Nutzfläche, mit ausschließlich Fußbodenheizung, die über
    Wärmetauscher vom Heizkreislauf getrennt und über Außentemperaturfühler und Mischer geregelt ist.


    Die Warmwasserversorgung erfolgt zentral vom an den Heizkessel
    angeschlossenen (ca 5 Jahre alten) Boiler Viessmann Vitacell 300. Der
    Kessel hat eine Leistung von 24 kW .


    Das Haus wurde 1977 als Niedrigenergiehaus erbaut,die Fenster sind goldbedampft und haben einen K-Wert von 1.4 . Die
    Dachisolierung ist mit Styropor wohl seinerzeit nicht sauber ausgeführt
    worden.


    Seit 20 Jahren bewohnen wir das Haus, zuletzt mit einem Energieaufwand
    von 56.000 Erdgas und 7000 kWh Strom für unsere 4 köpfige Familie.


    Ist hier ein BHKW sinnvoll ? Welches Fabrikat ist empfehlenswert ? Wie hoch ist die Lärmbelästigung ?
    Danke schon im Voraus
    J.

  • Zitat

    56.000 Erdgas im Niedrigenergiehaus


    Also das ist etwa das was ich auch habe in einem 70er Jahre Beton ungedämmt Haus.


    Ich würde mir jetzt erst mal Gedanken machen wieso in dem Niedrigenergiehaus soviel Energie gebraucht wird!
    Du schriebst das die Dämmung wohl nicht so richtig gemacht wurde.
    Wäre da nicht jetzt der erste und günstigere Weg diese alte Dämmung upzudaten?
    Die Fenster mit 1,4er könntest du heute "relativ" günstig gegen 0,7er austauschen, die Rahmen gleich mit dort ist auch vieles besser geworden.


    Dein Gasbedarf ist zwar recht hoch, aber noch niedrig um ein BHKW wirklich rentabel laufen zu lassen.
    Zumal du eh nach dem Einbau anfangen wirst an der Restanlage zu optimieren und der Gesamtbedarf dadurch sinken wird. (Spieltrieb....)

  • Vielen Dank für die Hinweise. Tatsächlich sollte ich erstmal die Dachdämmung verbessern. Mit den Fenstern haben wir bereits begonnen, die ersten 3 Fenster eines Kinderzimmers werden erneuert. Mit dem Stichwort "Spieltrieb" hast Du natürlich recht. Ich mag gerne technische "Spielereien" und hätte mich gefreut, wenn das Ganze auch noch wirtschaftlich wäre.

  • Hallo papageno


    und Herzlich Willkommen im Forum.



    unser Bernd,
    hat ja schon irgendwie recht...aber ganz so skeptisch würd ich ein BHKW-Einsatz bei Dir nun auch nicht sehen
    In einem EFH ist sowas bestimmt keine Goldgrube, aber wenn man es so hinbekommt, dass man im Vergleich zu anderen Lösungen nichts drauf zahlen muss, ist man ja auch gern zufrieden.


    ...doch dazu später mehr,
    erstmal der schon von Bernd angesprochene Teil
    Jede gesparte kwh ist die bessere
    ist auch mein Motto


    da kommen wir mal zu Deinem Verbräuchen
    - thermisch
    Also klar, über 300m² ist schon recht üppig für ein EFH mit 4 Personen. Ist auch klar, dass man dafür etwas mehr braucht
    Allerdings, verbraucht ihr rund 170kwh pro Quadratmeter und Jahr
    Sicherlich gibts schlimmeres, aber das ist für ein Niedrigenergiehaus (auch wenn aus den 70ern) doch recht üppig.
    Hier zum einen wirklich mal die Dachdämmung untersuchen lassen !!!
    (wenn Du schon als nicht-fachmann[?] sagst, hier ist was im Argen)
    des weiteren halt andere Einsparmöglichkeiten in Betracht ziehen (insbesondere Dämmaßnahmen)
    - elektrisch
    auch hier kann ich mir einen leicht moralischen nicht verkneifen
    7.000 kwh für einen 4 Personen-haushalt find ich sehr viel
    Hier mal nach Stromfressen ausschau halten und insebsondere auch mal die Verbrauchsgewohnheiten kritisch betrachten. auf über 300m² kann man sich ja schonmal verlaufen, aber ein Raum der gerade nicht benutzt wird, kann auch Licht aus (auch wenn "nur Licht" sicherlich diese Verbräuche nicht allein generiert)


    Wir haben hier im Forum schon oft,
    über Objekte mit relativ geringen Verbräuchen gesprochen
    ...benutz mal bitte die Suche-Funktion
    Ich gehe -selbst bei 20%iger Verbrauchssenkung- von einem wirtschaftlichen Betrieb z.B. vom whispergen, ecopower3.0, lion aus
    Hab gerade kaum Zeit, aber schau mal in die anderen Beiträge, da hab ich ne Menge zu geschrieben (Vor-Nachteile)


    mi wirtschaftlich, mein ich hier
    dass sie es schaffen die Mehrkosten (im Vergleich zu nem Standardbrenner) schaffen allein reinzuspielen
    Achtung, ich denke ihr bräuchtet aber noch eine Spitzenlastlösung...dass könnte ggf. sogar der jetzige Kessel sein, da nur selten in Betrieb (15-20% der jahresheizarbeit)

  • Hi,


    naja wir brauchen 8.000 KW/h Strom pro Jahr in einem 4-Personen Haushalt =) Ich denke darin ist sehr viel von der jetzigen Ölheizung enthalten. Wenn ich mir anschaue was das Gebläse zur Feueranfachung für eine Leistung hat... gut 1KW und das gut 2.000 Stunden im Jahr...


    Unsere Zahlen:


    4500-5000 Liter Heizöl im Jahr.
    320m² Beheizte Fläche
    5 Personen
    Baujahr 1995


    Momentan bin ich am Bau eines BHKW´s für unser Haus. Wird vermutlich diese Woche noch platz im Keller finden.


    Es werden zwei Pufferspeicher Installiert sowie eine 30KW Batteriebank mit Wechselrichter angeschlossen. Dadurch sinkt die Lärmbelastung sowie der Wartungsaufwand. Als Motor kommt ein Chinasdiesel mit einem 8KW Generator zum Einsatz. Reiner Inselbetrieb ohne Netzeinspeisung.


    Die Anlage rentiert sich nach wenigen Jahren. Allerdings muss man hierfür schon sehr viel selbst machen. Ich rechne mit über 1000 Euro einsparung pro Jahr gegenüber unserer jetzigen Heizung.


    Gruß

  • Da ich bislang keine Vergleichszahlen hatte, habe ich mir über den Energieverbrauch wenig Gedanken gemacht. Räume, in denen sich keiner aufhält, sind grundsätzlichen nicht beleuchtet, mit Ausnahme nachts des Flurs im Schlaftrakt ( 60 W heruntergedimmt) , Lampe im Wohnzimmer 15 W bei Dunkelheit bis 01 Uhr und Wintergarten 25 W , dito. Eine Tiefkühltruhe (allerdings 15 Jahre alt) ein Tiefkühlschrank (8 Jahre) und insbesondere die Heizungspumpen, u.a. die Warmwasserpumpe die von 7 bis 24 Uhr das Warmwasser durch das Haus pumpt (diese Leitungen wurden offensichtlich kaum gedämmt, lassen sich aber auch nicht freilegen, da sie im Beton verschwinden), sind wohl die Hauptstromverbraucher. Hinzu kommen Telefonanlage, Anrufbeantworter wenige Standby-Geräte, Kühlschrank etc. Nun, wenn ich das so aufzähle, sehe ich selbst, dass dort Verbesserungsbedarf besteht. Die 330m2 Fläche werden übrigens nur zu ca 250m2 bewohnt und beheizt, der Rest ist Keller (mit Fußbodenheizung und vollbewohnbar). Leider hat das Haus keine Heizkörper, sondern nur Fußbodenheizung, sodass
    eine schnelle Reaktion auf Temperaturänderungen nicht möglich ist. Im Dachgeschoss (Schlaf - und Kinderzimmer) ist es im Sommer sehr heiß, im Winter aber nur wenig geheizt. Die Isolierung besteht aus Styropor, das aber wohl nicht ohne Kältebrücken verarbeitet wurde, ferner haben früher Mäuse und Marder ihr Unwesen dort getrieben. Lese ich mir mein Elaborat durch, so stelle ich fest, dass ich zunächst die Unzulänglichkeiten beseitigen muss. Vielen Dank für die Antworten, sie haben mir sehr geholfen.
    Gruß J.