MFH Einsatz BHKW

  • Hallo,


    hier die Frage eines Interessenten die mich per Mail erreicht hat. Der Interessent ist nicht ganz so firm in Sachen Foren, weshalb ich die Sache für ihn in die Hand nehme ;)


    Hier sein Anliegen:



    @Fire das ist doch ein Fall für dich, Zahlen sind ja schon super vorhanden ;)


    Gruß
    Tom

  • Hallo Tom,


    und noch viel mehr...Hallo Interessent und Herzlich Willkommen im Forum


    jaja,
    die Sache mit dem "ersten Mal" in einem Forum unterwegs sein.


    eigentlich recht einfach,
    einfach auf Regeistrieren klicken und ein paar Angaben machen (obwohl zugegebenerweise unsere Angaben-Liste sehr lang ist)
    und schon ist man drin. Das Tippen von Beiträgen ist dann echt einfach
    ..einfach mal probieren (und wenn was schief geht, da können wir Mods ja auch noch was richten;))


    Zum Objekt
    ...die Postleitzahl vom Objekt wäre recht hllfreich,
    denn ich verwende die Klimadaten des Objektstandortes in der Simulation

  • Moin Fire,


    Zitat

    die Postleitzahl vom Objekt wäre recht hllfreich


    kannst du haben: 02828 Görlitz ||_


    Habe ich erstmal weggelassen weil ich nicht wusste obs ihm recht ist, aber wenns der Sache dienlich ist ;)


    Grüße
    Tom

  • na,
    nochmal ich


    ...die Sache mit den Klimadaten ist nicht unwichtig,
    aber extreme Abweichungen hat man da auch nicht
    je weiter ödtlich (kontinentalers Klima) deste mehr schiebt sich das nach unten, da halt mehr extreme
    und je weiter westlich und/oder Meernähe, desto weniger Höhen und Tiefen und damit mehr Grundlastanteil


    ...für eine grobe Betrachtung gehts sicherlich auch so für den Anfang
    Ich hab jetzt einfach mal den Stutgarter Raum genommen


    ---------


    zum Objekt


    - 126 kwh/m²a
    ist sciherlich schon ein respektabler Wert....die alten Gemäuer sind wohl von Hause aus schon dicker und energiespartechnisch habt ihr bestimmt schon einiges Investiert, richtig?
    - Der (bisherige Kessel)
    oh graus...selbst wenn der zu Zeiten reinkam, also wenn der zu Zeiten kam, wo der Energieverbrauch doppelt so hoch was...dann, naja
    aber für'S heutige Objekt ist der ja sowas von überdimensionert. Die zweite Stufe abzukelemmen war sicherlich richtig, aber dennoch (ist vermutlich der gleiche Brennraum?) wird hier schon einiges an Verlusten generiert, da stark überdimensioniert
    Ich würde auf eine Spitzenlast von ca. 32kw erwarten.


    zu den Fragen


    Zitat

    Von ecopower habe ich ein Angebot zum 4.7 G vorliegen. Ich glaube aber, dort sind "schöngerechnete Zahlen" vorhanden:


    ja, wie auch in anderen Branchen, gibts hier und da "Schönrechner", gut, dass Du Dich extern informierst (z.B. bei uns)

    Zitat

    Amortisationszeit unter 5 Jahren bei Brutto rd. 19.000 € ??? Wäre recht erfreulich, klingt mir aber einfach zu optimistisch.


    BHKWs könne auch sehr kurze Amortisationszeiten schaffen...z.T. echt unter 2 Jahre,
    aber da brauch man schon äußerst passende Objekte und in kleineren Leistungsklassen wär das absolut untypisch
    ...5 Jahre klingen schon ambitioniert, aber da werden wir nochmal rechnen
    Der Preis von 19.000€ erscheint mir recht gering. Ist das nicht "nur" der Listenpreis? Mit Puffer und Einbindung (<-gerade die Hydralik sollte heutzutage schon sauber aussehn) kommen da schon recth stattliche Summen zusammen. 19k wären alles inklusive wirklich nett


    Zitat

    Es ginge nur auf, wenn ich den erzeugten Strom auch an alle Mieter verkaufen könnte (ich wohne selbst im EG mit 102 qm und Eigenverbrauch von rd. 4.000 kWh)


    recht so,
    Du hast Dich wohl schon gut belesen
    Ja, der Verkauf an die Mieter ist schwer zu empfehlen...hier muss man Überzeugungsarbeit leisten,
    aber die Aussicht auf kleine Preisnachlässe (z.B. Zählermiete) könnte vll. was bewirken.

    Zitat

    Selbst mit einem Pufferspeicher 1.000 Lit. kann ich mir eine erreichbare Laufzeit von ca. 6.000 BStd. nicht so recht vorstellen, wo soll ich im Sommer mit der Abwärme hin ?


    ...das unterschätzt man leicht,
    "Sommer" ist in Deutschland gar nicht lang...in den meisten Gebieten hat man über 250 Heiztage..auch wenn die oft nur nen bissl macht
    Im Sommer, hast Du noch die Warmwasserbereitung...in Deinem Fall knapp 40kw pro Tag, da würde z.B. auch das ecopower schon gute 3 Stunden laufen. Und damit man auf hohe Laufzeiten kommt, wird ein bhkw fast immer ein gutes stück kleiner ausgelegt, als die im Objket benötigte Spitzenlast...also so, dass es schon an küheln Tagen 24h läuft und nciht erst bei extrem kalten.


    Eine Laufzeit von 6.000h würde ich aber bei Dir auch nicht erwarten...meien Simulation kommt auf ca. 5.400 Stunden
    Das ecopower kann auch modulieren,
    dabei kann man höhere Laufzeiten (dann halt nciht "Voll-"Benutzungsstunden erreichen)...das ist gut für die Laufzeit,
    aber hier muss man genau hinschaun, da die Wartungskosten anch Betriebsstunden (und nicht nach produzierte el) anfallen.


    Zitat

    Wie ist das Zusammenspiel Spitzenlast-/BHKW ?


    Die Steuerung des BHKW (falls man nicht noch ne externe hat)
    überwacht das System...wenn das BHKW an seine Grenzen stößt (und Sollwerttemperaturen unterschritten werden) fordert das BHKW vom Kessel zusätzliche Leistung an. Das ist i.d.R. sehr einfach, da die meisten Kessel über einen Schnittstelle "externe Lastanforderung" verfügen.
    ...oder ganz banal(dann sogar ohne bhkw-Stuerung), der WW-Fühler des Kessels geht in den Pufferspeicher. Kessel nur noch auf WW-Bereitung, springt an z.B. wenn 50°C unterschritten


    Zitat

    Könnte man statt Erdgas Methanol einsetzen ?


    Ich glaub schonmal gehört zu haben, dass ein Hersteller daran werkelt
    ...war das Giese???
    aber auch ega, aktuell ist mir keines bekannt (ist ja auch sicherheitstechnisch ne Herrausfordeung sich z.B. 5.000 L -benzinartiges...okay spiritus- in den Keller zu stellen)


    Zitat

    Eine mögliche 100%-Fremdfinanzierung habe ich schon in der Tasche... (30T€ zu 3,8% mit kostenfreier Bereitstellung bis 2011 !!!), Eigenkapital macht in der V+V steuerlich wenig Sinn.


    Vorsicht,
    beim Thema Steuern...hier gibts sehr unterschiedliche Auffassungen der FA...oder auch des einzelnen Finanzbeamten.
    Eine bundeseinheitliche Regelung ist mir noch nicht bekannt...drum, im zweifelsfall sich vorher schlau machen


    Wirtschaftlichkeit
    für eine genaue Betrachtung wären hier u.a. Zahlen wie Strombezugskosten, Gasbezugskosten...aber auch Deine persönliche Erwartung an die Preisentwicklung von nöten


    ...ich hab mal mit "Standartzahlen" eine Wirtschaftlichkeitsbetrechtung versucht
    Annahme: Strombezug 18c/kwh, Gasbezug 6c/kwh..erreichbare Stromeigennutzung 60%



    Kosten Gas-Mehrverbrauch 1.522,80
    Ersparnis Energiesteuer 594,00
    Vergütung der Eigennutzung 778,15
    Vergütung Stromverkauf 1.127,89
    Ersparnis Stromeinkauf 3.045,60
    Summe 5.545,64
    --------------
    macht unterm Strich: 4.022,84


    ...also das mit den 5 Jahren erstmal nicht schlecht


    ...die Schönrechnerei fängt bei den Wartungskosten an,
    hier weiss ich nicht exakt, wie die bei ecopower liegen...wenn man 3c/khw el, wären für eine Gasmaschine sicherlich ein realistisch, eher konservativer Wert.
    ...d.h. Wartungskosten würden von 760 Euro noch anfallen


    was nun noch nen Batzen ist,
    sind die Kosten für den Kapitaldienst...aber, hier sollte man auch nur ansetzen (Kosten_BHKW minus Kosten_Kesselersatz)
    ...denn auch wenn der alte Kessel vll. noch als Spitzenlastgerät vertretbar ist (der macht ja nur noch 10-20% im Jahr), wäre eigentlich wohl ein neuer fällig.


    zum Kapital,
    hier mal bei der KfW anfragen...bin mir nicht sicher, aber es sollten mehrere Programm passen, evt. 151 oder 152
    ...die würden mit ca 2,5% doch etwas attraktiver aussehn (auch mit tilgiungsfreien Anlaufjahren)



    Hoffe,
    ein wenig geholfen zu haben :)


  • toll,
    wo ich in der Zwichenzeit anders gerechnet hab ;)


    Aber mal kurz geschaut,
    nimmt sich nicht sooo viel
    Spitzenlast rückt nen bissl höher...so auf 33-34kw
    Und Laufzeit (was mich ein wenig überrascht) auch geringfügig höher
    ...aber sehr gering, so auf knappe 5.500h


    dürfte nicht soviel an der Sache ändern,
    drumm lass ich mal eine erneute Rechnung ;)

  • Hallo Forenfreunde, hallo firestarter !
    Ich versuche nun, mich auch hier im Forum zu bewegen - bin der Interessent aus 02828 Görlitz.
    Bevor ich auf Einzelheiten eingehe, will ich erst einmal sehen, wie mein Beitrag und wo erscheinen wird.
    Nur soviel zum Methanol-Einsatz: Es gibt in Sohland -Zittauer Oberland ungefähr - eine Firma (noch relativ unbekannt), welche ein Biomasse-KWK betreibt. Dort fällt dieses als "Abfall-Produkt" an. Sie betätigen sich auch als Anlagen-Projektierer (mit MAN-Motoren, vorwiegend im Ausland), jedoch ab 50 kW und damit zu groß. Bin jedoch am Kontakt wegen evtl. Erdgas-Ersatz, wenn es sich rechnen könnte. Es gibt noch keine Aussage zu den Transportkosten für die ca. 60 km Entfernung. Auch wollen sie mir mal die notwendigen Invest-Kosten für Behälter-Aufstellung und damit im Zusammenhang stehenden Kosten (BS-Auflagen usw.) ermitteln. Das MFH (bzw. beide) sind Altbauten aus vor 1900. Damit sollten die Wandstärken "definiert" sein. Im Kellerbereich (jeweils entkernte ehemalige Kohlenkeller der Mieter, Gesamtfläche je ca. 100 qm) betragen die Mauerstärken (Naturstein) ca. 80 cm, die KG/EG-Geschossdecke ist mit durchschnittlich 64 cm gewölbtes Ziegelmauerwerk...
    In einem der beiden MFH hatte ich im Rahmen der Komplettsanierung der "planmäßig leergezogenen und zum mittelfristigen Abriß vorgesehenen Ruine" 1991 bereits eine Flüssiggas-Versorgung von der Südgas GmbH übergangsweise wegen der Vorbereitung des Wechsels von Stadtgas zu Erdgas. Der "UNICAL-Kessel" mit 2-stufigem Gebläsebrenner wurde wegen einer Physiotherapie im EG (mit UWM) auf 110 kW und 1.000 Lit. WW-Boiler ausgelegt. Die 2.Stufe habe ich nun seit 1 Jahr dort auch trennen lassen, die ursprgl. 2 Speicher von "Vogel & Noth" mußte ich schon 1998 gegen einen 500 Lit. Hochleistungsspeicher wegen Emaille-Rissen austauschen lassen...
    Mein grundsätzliches Anliegen ist Senkung des Primär-Energiebedarfes mindestens im Kostenbereich, um die Nebenkosten für Heizung/WW für weiter erfolgreiche Vermie-tungen unter den jetzt erreichten Wert von 10,50 €/qm p.a. drücken zu können. Eine Infrarot-Dokumentation mit Wärmebildkamera ergab keine wesentlich erkennbaren Verlustquellen. Lt. Energiebedarfsausweis solle ich den Verbrauchsstand eines "gut gedämmten EFH" erreicht haben, wobei es sich hier um ein 4-geschossiges Reihenhaus handelt (zzgl. KG und DG). Da ich bereits bei o.g. Sanierung Holz-Iso-Fenster (Denkmal-Schutz !) mit Durchgangswert 1,1 einsetzen ließ, machen weitere Dämmaßnahmen wirtschaftlich keinen Sinn mehr. Ich habe ohnehin die noch offenen Frage, inwieweit ein BHKW-Einsatz unter WE-Modernisierung im Sinne der 11%-Kostenumlage zählen könnte. Weder der Deutsche Mieterbund noch sonst jemand kann mir diese Frage bisher beantworten...
    Soviel erst mal als ersten Beitrag. Vielleicht hat jemand dazu bereist in einem solchem Rahmen schon Erfahrungen sammeln können.
    Viele Grüße an alle - ich werde versuchen, am Treffen in Goslar teilnehmen zu können. Michael


    PS: Bin nun 61-jähriger EU-Rentner, habe diese MFH 1988 (da gab es heftigen Kampf zu DDR-Zeit, da man ja max. ein MFH besitzen durfte...) geerbt und bewirtschafte diese nun seitdem. Steuerlich "schleppe" ich aus der damaligen zwischengewerblichen V+V finanzamtlich per 31.12.2008 festgestellte Verlustvorträge von rd. 350 T€ mit, meine Erben freut`s einmal... Ich betreibe diese beiden MFH schon immer in vollkommener Einzel-Eigenregie - von der Werterhaltung über die Buchhaltung bis zum Erbrecht und ohne Steuerberater, da hat man fast einen 24h-Job... Allein die Sicherung des Vermietungsgrades als existenzsichernde Altersversorgung von ca. 95% über die 20 Jahre hat mich allerhand an Gesundheit (vom Eigenkapital ganz zu schweigen) gekostet, auch deshalb nun GdB 70%...

  • Hallo Firestarter,


    danke für die Menge Informationen, muß ich erst mal verdauen.
    Meine derzeitigen Strombezugskosten für meinen "Eigenbedarf" bei Flexstrom sind im 3.600-er Paket verankert. Die Gasbezugskosten bei Mitgas GmbH betragen bis 31.12.10 Netto 4,54 Cent/kWh. Ich glaube, da habe ich schon einiges erreichen können... Jetzt prüfe ich den Wechsel zu Teldafax, nur das man dort auch wie bei Flexstrom in Vorkasse gehen muß. Das wären bei meinen Gasverbräuchen beider MFH gesamt ca. 7.500 € (in 2 Verträgen) - ein gehöriger Batzen Geld...
    Den "Mieterstromverkauf" würde ich bei ca. 15 Cent/kWh Netto ansetzen wollen ? Ich glaube, das ich durch jahrelang gute Verhältnisse mit den Mietern - wohne ja selbst in einem von beiden MFH im EG) da wenig überzeugen muß - regional hier spielt der Preis die ausschlaggebende Rolle (Könnt euch ja mal die Kaufkraft von Görlitz ansehen...). Da in der Stadt ca. 4.000 bezugsfähige (nicht nutzungsfähige von sog. Steuersparmodellen sinds nochmals ca. 2.000) Wohnungen leerstehen - sind rd. 20% - ist der Vermietungs-"kampf" zwischen WBG/WGG und privat fast aggressiv geworden. Ich kann da nur mit niedrigen Nettomieten (durchschnittlich über die 12 WE`n mit rd. 820 qm) von 4,15 €/qm mithalten und bei den gesamten NK liege ich mit 2,24 €/qm - beide Werte mtl. - akzeptabel niedrig im Vergleich. Es sind alles Eigentumswohungen, wobei der gesamte Bestand der beiden MFH in alleinigem Familienbesitz (ich, meine Frau, Schwager und Sohn) steht und ich alle Geschäfte erledige - quasi als Verwalter. Unterm Strich bleibt (nach WEG gerechnet) bei 30% BW-Kosten - nicht BK ! - und Kapitaldienst p.a. ein Betrag von ca. 6.500 € (da bilden wir noch keine IH-Rücklagen !) übrig. Da die Renten von mir und meiner Frau (ich als ehem. Abt.-Ltr. in einem KW, meine Frau als ehem. Lehrmstr.) mit zus. rd. 1.300 € mtl. nicht zu üppig ausfallen, kann man ersehen, das die V+V der damals richtig eingeschlagene Weg zur Altersvorsorge war. Die gilt es jetzt auszubauen - ebend auch mit Hilfe BHKW !?! -.
    Da ich vom s.Zt. Ausgangsvolumen über rd. 1,5 Mio. € Darlehen immer noch rd. 400 T€ Restschulden habe, ist die Neufinanzierung nicht so einfach. Die benannte Zusage habe ich vom "Zahnärztewerk Nordhessen" erhalten... Da diese jedoch ausschließlich im ETW-Bereich finanzieren, muß ich nun über meine SPK auf ein lastenfreies Teileigentum versuchen auszuweichen als Besicherung. Damit sollte deutlich werden, das ich die BHKW-Angelegenheit nur mit äußerster Vorsicht und möglichst geringstem Risiko angehen kann !?! Aber ich verspreche mir einiges davon, will auch die Hinweise zum Contracting prüfen und auch mal bei VW/Lichtblick reinschauen. Letzteres scheint mir jedoch noch zu unausgereift und mehr im EFH-Bereich zu liegen.
    So, nun sollte zu erkennen sein, das sich die technische Seite etwas mehr der ökonomischen bei mir unterordnent. Ich muß ja dabei auch daran denken, das nach meinem "Wegfall" alles weitergehen muß. Ich zähle schon zu den "biologischen Auslaufmodellen mit überschrittener Halbwertszeit und begrenzter Restnutzungsdauer"... :bomb: _:_ :D
    Gruß !
    pamiru48