Dachs HKA: Wirtschaftlichkeitsberechnung - Eckdaten?

  • @alle BHKW-Fans
    In anderen Foren wird ständig nach der Wirtschaftlichkeit von BHKWs gefragt. Meine Idee ist es, hier die Eckdaten mal zusammenzufassen, die notwenig sind um so eine Berechnung überhaupt durchführen zu können.


    Vielleicht findet sich ja jemand, der das ganze dann mittels Excel in eine qualifizierte Berechnung einfügt und sie dem Forum zum Download bereitstellt. :D
    Grüße
    Bruno

  • dann fang ich gleich mal mit den Faktoren an, die mir derzeit für eine Berechnung sinnvoll und notwendig erscheinen:


    • Bisheriger Brennstoff
    • Bisheriger Brennstoffverbrauch jährlich
    • Alter und Größe des derzeitigen Heizkessels
    • geplanter Brennstoff
    • Alter und Größe des Hauses


    be continued...


    Grüße


    Bruno

  • Hi,


    dann geb ich doch auch gleich meinen Senf dazu :D :


    - Stromverbrauch des Objektes
    - Anschaffungskosten
    - Wartungskosten
    - zu erwartende Reparaturkosten
    - Einspeisevergütung
    - Kraftstoffverbrauch
    - Wirkungsgrad des eingesetzten Kraftstoffs (therm.-elektr.)


    so das wars von mir ;)


    dann haut mal rein in die Tasten.


    Gruß
    Thomas

  • Liebe User,


    und weiter geht´s mit den Faktoren, die für eine Berechnung der Wirtschaftlichkeit wichtig sind:


    • aktueller Preis für den Kraftstoff für die Heizung
    • aktueller Preis für den Strombezug
    • aktueller Preis für die Strom-Einspeisung


    und was noch?
    Lasst Euch nicht so bitten!


    Grüße


    Bruno

  • Es ist doch beachtlich, welche Vorstellungen bezüglich der Wirtschaftlichkeit beim Wechsel auf ein BHKW angesetzt werden.


    Wenn das mit Wärme zu versorgende Objekt einen Wärmebedarf hat, der größer ist als die mögliche Leistung des eingeplanten BHKW , dann ist das positiv.


    Von den für das BHKW aufzubringenden Geräte- und Installationskosten sind diejenigen einer Alternativheizanlage abzuziehen. Nur die verbleibende Differenz ist einer Wirtschaftlichkeitsberechnung zu unterziehen, bei der die Kosten den Erträgen aus KWK- und Steuervergünstigungen (Gas,Heizöl) gegenüberzustellen sind. Weiter nichts, denn jeder angere Wärmeerzeuger verbraucht nur Energie und amortisiert sich nie.


    Da die Einsatzkosten der Energieträger (Gas, Heizöl, Strom) fortlaufend eher teurer als billiger werden dürften, braucht auch hier nicht schöngerechnet zu werden, denn beide Wärmeerzeuger brauchen Primärenergie.


    Der wichtigste Faktor ist, und das sollte nicht unterschätzt werden, der Eigenverbrauch und zukünftig auch der Eigenverkauf des erzeugten Stroms, weil die Beibehaltung einer Zwangsvergütung (KWK) nicht dauerhaft sicher ist.


    Gruß
    Dietrich

  • Hallo zusammen!


    Ich habe mich als neuer Dachsbegeisteter hier angemeldet, da ich mir wahrscheinlich einen Dachs in den Keller stellen werde. Durch Eure Beiträge bin ich gut gerüstet für ein erstes Informationsgespräch heute nachmittag, in dem ich den Heizungsinstallateur entsprechend mit Fragen, die sich mir auf Grund Eurer Beiträge bzgl. meines Hauses stellen, löchern werden kann.
    Ich bin gespannt, gerade in Punkto Wirtschaftlichkeitsberechnung, wie sich die Zahlen in Bezug auf mein altes Haus darstellen werden.
    Ich werde Euch berichten, was daraus geworden ist und werde auch die Daten hier mal, wenn Interesse besteht, einstellen.


    Schönes Wochenende und danke für Eure Erafahrungsberichte!

  • Hallo Techdachs,


    erstmal willkommen im Club der "Tierquäler" und zu deiner Entscheidung für einen Dachs ein dreifach (y) (y) (y) :]


    Wenn du Infos vom Gespräch hier weitergeben würdest wäre das super.


    Ich wünsch dir hier noch viel Spass und wertvolle Infos sowie ein Erfolgreiches Gespräch mit deinem Installateur.


    Gruß
    Thomas

  • Hallo zusammen!


    Danke für Eure freundliche Begrüßung. :)


    Das Gespräch war, wie nicht anders zu erwarten, sehr informativ. Wie versprochen, möchte ich die ermittelten Daten hier unkommentiert einstellen und zur Diskussion stellen:


    Meine bisherige Gas-Heizung:


    Brennstoffkosten: 3800 m3 x 56 ct/m3 = 2128 €/Jahr
    Stromkosten: 6200 kWh x 18 ct/kWh = 1116 €
    Wartung: 150 €


    Zusammen: 3394 €/Jahr = 282 € Abschlag min. im Monat


    Mein "Zoohändler" geht von einem Mehrverbrauch des Dachses im Vergleich zur alten Gasheizung aus, da ein Mehraufwand (Generatorantrieb usw.) entsteht. Auf Basis einer mit Formeln hinterlegten Excel-Tabelle, die er mit leider nicht zur Verfügung stellen wollte, errechnete er für mich folgende Werte:


    Kosten mit einem Dachs im Keller:


    Brennstoffkosten: 4430 m3 x 49,5 ct/m3 =2193 € (Gas schon vergünstigt!)
    Stromkosten: 2850 kWh x 18 ct/kWh = 513 € (Zukauf im Sommer)
    Stromvergütung: 7920 kWh x 13,6 ct/m3 = 1077 € (inkl. Förderung, EVU: E.on Avacon)
    Wartung: 192 €/Jahr


    Zusammen: 1818 €/Jahr = 152 € min. Monat


    Bei einer gleichzeitigen Finanzierung über das CO2-Programm der KfW, aktueller Zins liegt bei 2,88 %, käme ich im Monat zur Zeit auf leicht erhöhte monatliche Kosten: 152 € für Betriebskosten, 159 € für KfW.


    Der Dachs HKA MSR 2 G 5.5 - Erdgas soll mich mit allem Drum und Dran 28.621 € kosten.


    Schaut Euch die Daten bitte mal mit Euren erfahrenen Augen an und gebt mir bescheid, wie Eure Erfahrungen sind.


    Techdachs

  • ICh würde sagen, sieht alles sehr gut aus. Die Daten sind plausibel und nachvollziehbar, es gibt aber noch mindestens 100 andere Arten es zu rechnen.


    Aber selbs wenn der Dachs sich ein wenig weniger ökonomisch darstellen solle, ist Dir die Welt auf der Du und wir alle leben, nichts wert ?


    Da die Einspeisevergütung jährlich steigt, kann man meiner Meinung die Berechnung so stehen lassen. @:-

  • Techdachs
    Ich abe keinen Gas-Dachs, sondern einen Pöl-Dachs. Ich kenne deshalb nicht die Daten des Gas-Dachses. Im Falle des Öl-bzw.Pöl-Dachses habe ich mir eine (eigene)rechenweise angewöhnt, die ich dir einfach mal erläutern will:
    Der Dachs benötigt 30% mehr Energie um den Generator anzutreiben.
    Brauchst du 2000 Liter Heizöl, dann brauchst du mit dem Dachs 2600 Liter Öl.Um 2600 Liter Öl zu verbrennen läuft der Dachs ca.1452 Std(:1,79l/Std).
    In 1452 Std. macht der Dachs 7695kW Strom. Wieviel du jetzt einspeist und wieviel du selbst verbrauchst von diesem erzeugten Strom hängt von dir ab. Wenn dein Dachs eine hohe Laufleistung erzielt, deckst du mehr deines eigenen Bedarfes ab, dies zu optimieren ist anschließend deine Aufgabe, indem du dem Dachs sagst, wann er zu laufen hat, wenn du am meisten Strom verbrauchst. Ich hoffe das war verständlich?! Also die erzeugten 7695 kW Strom prozentual so aufteilen)ist dein Rechenbeispiel.
    Beispiel:
    60% Eigenverbrauch + 40% eingespeister Strom=
    4617 x0,18=831,06€+ 3078 x 0,136 =418,61€
    ergibt zusammen= 1249,67€
    Würde 1 Liter Heizöl 60 ct kosten, dann kosten 2600: 1560,-€
    1560,-€ minus 1249,67€=310,33€ zuzügl. Wartung und Reparatur.

  • Dachser, bei PÖl kommt das auch hin. Bei Gas ist der Brennwert Effekt des Dachses größer.


    Ich selbst habe die Umstellung ohne jeden Mehrverbrauch realisiert.


    Und das ohne jede zusätzliche Isolierung etc.

  • Hallo Techdachs,


    so so, Exeltabelle wird also nicht zur Verfügung gestellt. Warum? Hat der Verkäufer etwa Bedenken wegen Fehlen zugesicherter Eigenschaften?
    Ich denke Du wirst über 5200 m³ Gas benötigen. Falls ich richtig liege kannst Du Dir ja auf Deine Kosten einen Kasten Bier genehmigen.


    KfW läuft über 20 Jahre, hält der Dachs so lange?


    Zuschlag von 5,11 Cent pro kWh nach 10 Jahren unsicher. Hast Du das berücksichtigt?


    Hast Du Dich mal erkundigt welchen Preis Du aktuell erhalten würdest? Wie setzen sich die Dir genannten 13 Cent zusammen?
    Hast Du dazu eine Rechnung erhalten?


    Übrigens, wenn die Einspeisevergütung steigt, steigt auch der Gaspreis.


    Viele Grüße

  • Hallo in die Runde


    Meiner Meinung nach ist seitens des Gesetzgebers versäumt worden die KWK-Förderung an die Treibstoffkosten zu koppeln! :-(/
    Die 5,11 ct pro KWh auf 10 Jahre oder 19ct bei Pöl auf 20 Jahre fest veringert die Wirtschaftlichkeit bei steigenden Treibstoffkosten erheblich! Da tröstet der steigende Baseload-trallalala an der Leipziger Strombörse auch nicht wirklich! Heizöl ist immerhin seit Januar 2005 um ca 55% gestiegen!
    @:-
    AxelF

    Wikipedia: ICH WEISS ALLES!


    Google: ICH HABE ALLES!


    Internet: OHNE MICH GEHT NICHTS!


    Strom: ACH WIRKLICH ???!!!

  • Nun was mit Ablauf der 10 Jahre passiert weiß nun wirklich niemand, ich gehe davon aus, das der Zuschlag verlängert wird, um weiter KWK Anlagen zu fördern.


    Der Dachs ist aus meiner Sicht quasie eine Anschaffung für immer, auch wenn z.B. ein Austauschmotor für etwa 1000 € + Montagekosten bei z.B. 80.000 Betriebsstunden eingesetzt wird.


    Klar werden die Brennstoffkosten weiter steigen, aber das gilt auch für die Heizung die ja unstrittig auch Gas benötigt.

  • Hallo "Neuzweifler",


    gegen Zweifel ist nichts einzuwenden wenn sie berechtigt sind.


    Zitat

    Ich denke Du wirst über 5200 m³ Gas benötigen.


    Wie kommst du da drauf ?( Wenn man vom bisherigen Verbrauch ausgeht, stimmt die oben aufgeführte Verbrauchszahl für den Dachs (oder kennst du das Gebäude und den benötigten Primärenergiebedarf???). Wenn er den von dir genannten Verbrauch haben sollte wäre das doch nur gut für den Betreiber ;) (das gibt nämlich mehr Laufzeit :rolleyes :).


    Zitat

    KfW läuft über 20 Jahre, hält der Dachs so lange?


    Wieso sollte er nicht so lange halten ?(


    Laut der Berechnung oben kommt der Dachs auf ca. 2200h/a. Das macht nach 20 Jahren , ähh lass mal rechnen *grübel* *puhhh* *ähhh* glaube 44000h. Da ist der gerade mal eingefahren :D


    Zitat

    Zuschlag von 5,11 Cent pro kWh nach 10 Jahren unsicher. Hast Du das berücksichtigt?


    Das ist in der Tat die Unbekannte. Das wird dir keiner sagen können. Ich denke aber das der Strombezug bis dahin so hoch ist das der Wegfall nicht so tragisch wird. Ausserdem warten wir mal ab wie die Energieerzeugung der Zukunft aussieht. Die wird denke ich dezentral und dann können wir den überschüssigen Strom vielleicht an unsere Nachbarn oder so verkaufen.


    Zitat

    Hast Du Dich mal erkundigt welchen Preis Du aktuell erhalten würdest? Wie setzen sich die Dir genannten 13 Cent zusammen?


    Der Preis ist für die Zurückliegende Zeit 0,5-1 Cent zu hoch. Für die nächste Zeit wird der hinkommen.


    Zitat

    Übrigens, wenn die Einspeisevergütung steigt, steigt auch der Gaspreis.


    ...und der Strombezug auch :P ;)


    Wenn das Gebäude passt ist gegen ein BHKW nichts einzuwenden (Wirtschaftlich gesehen). Es gibt eigentlich fast keine bessere Alternative. Ausserdem kommt immer noch der Umweltbonus mit in die Rechnung. Diesen Wert muß jeder für sich ermitteln.


    Gruß
    Thomas

  • ...pssssttt, nichts verraten :P ;)


    Gruß
    Thomas