Wärmepumpe mit BHKW antreiben?

  • Hi,


    ich habe am wochenende mit einem Bekannten wegen meiner idee ein BHKW zu bauen ein wenig diskutiert. Er brachte die idee ob man nicht eine Wärmepumpe an ein BHKW anschließen könnte?!? Wir haben es mal durchgerechnet und es scheint ökonomisch gesehen recht sinnvoll. Die Wärmepumpe soll ihre Luftzufuhr aus dem BHKW-Räum erhalten, sodass diese schon etwas vorgewärmt ist und der Wirkungsgrad vom BHKW steigt. Zudem würde man sich einen Wassergekühlten Generator sparen.


    Ich mache mir da sorgen wegen der Tatsache, da es sich um eine Induktive Last handelt. Die Wärmepumpe hat einen Energiebedarf von maximal 4,85KW bei 400V Drehtstrom. Wäre das mit einem 5KW Synchrongenerator zu schaffen? Ich würde die WP dann am Netz, wegen des hohen Anlaufstromes, anlaufen lassen und dann auf Generatorbetrieb mittels Schütz umschalten. Würde das funktionieren oder sollte der Generator größer sein? Wie gesagt von Motoren habe ich keine Ahnung @:pille

  • Funktionieren tut so etwas, aber die Effizienz leidet.
    Besser ist da die motorrisch angetirebene Wärmepumpe, aus so einer Kostallation ist ja der Dachsmotor entstanden.


    Wenn ihr es so planen würdet das nur der Reststrom, der an das EVU gehen würde, in die Wärmepumpe gehen würde,
    hättet ihr euren teueren Strom im Haus ersetzt und würdet die WP zum Preis der Einspeisevergütung betreiben.
    Problem, ihr hättet dadurch eine sehr hohe Produktion an Wärme, braucht ihr soviel?
    Bei geplanten 5 KW würden vom BHKW ca. 13KW Wärme kommen zuzüglich 3 bis 4 x 5KW von der WP.
    Das ist eine Menge Wärme!!
    Ihr bekommt dadurch nur kurze Laufzeiten je Start zusammen, und hättet dadurch ebenso eine schlechte Eigenstromversorgung.


    Ich würde also eher ein kleineres BHKW und die WP auf kleinster Stufe betreiben um möglichst beides zu erreichen.


    Ansonsten sind BHKW und WP eine prima Kombination!


    Bernd

  • Was Bernd sagt stimmt :!: Das ist genau der richtige Ansatz :thumbsup:

    -- Die Sonne ist die Quelle unserer Energie, die es richtig anzuzapfen gilt ! ---
    „Nicht alles, was zählt, ist zählbar!“ „Nicht alles, was zählbar ist, zählt!“ Albert Einstein

  • Moin,


    hatte mir ebenfalls solche gedanken gemacht und auch schon Infos eingeholt.


    - Luftpumpe hat sehr schlechten Wirkungsgrad - je höher die VL Temperatur desto schlechter
    - bei zu warmer Luft >30°C leidet der Kompressor und gibt frühzeitig auf
    - Luftpumpe und BHKW klauen sich gegenseitig das "kalte" Rücklaufwasser - schlechterer Wirkungsgrad
    - nur teilweise paralleler betrieb von WP und BHKW möglich weil bei steigender RL Temperatur (>50°C) die WP abschaltet
    - Vermischung der VL von WP 55°C und BHKW 80°C nicht Sinnvoll bzw. beeinträchtigt Pufferschichtung


    mfg

  • Hi,


    na endlich mal einer der nicht die rosa WP-Brille auf hat :thumbup:


    Zitat

    - Luftpumpe hat sehr schlechten Wirkungsgrad - je höher die VL Temperatur desto schlechter
    - bei zu warmer Luft >30°C leidet der Kompressor und gibt frühzeitig auf
    - Luftpumpe und BHKW klauen sich gegenseitig das "kalte" Rücklaufwasser - schlechterer Wirkungsgrad
    - nur teilweise paralleler betrieb von WP und BHKW möglich weil bei steigender RL Temperatur (>50°C) die WP abschaltet
    - Vermischung der VL von WP 55°C und BHKW 80°C nicht Sinnvoll bzw. beeinträchtigt Pufferschichtung


    Genau so isses. Einzig Fuchs, denke ich, könnte dem Teil etwas abgewinnen :-)_:-)
    Die Leute wissen ja gar nicht was sie sich da für einen Mist in den Keller stellen und das EVU grinst ringsrum wenn es nicht die Ohren geben würde, die das Grinsen begrenzen :P


    Gruß
    Tom

  • - Luftpumpe hat sehr schlechten Wirkungsgrad - je höher die VL Temperatur desto schlechter
    - bei zu warmer Luft >30°C leidet der Kompressor und gibt frühzeitig auf
    - Luftpumpe und BHKW klauen sich gegenseitig das "kalte" Rücklaufwasser - schlechterer Wirkungsgrad
    - nur teilweise paralleler betrieb von WP und BHKW möglich weil bei steigender RL Temperatur (>50°C) die WP abschaltet
    - Vermischung der VL von WP 55°C und BHKW 80°C nicht Sinnvoll bzw. beeinträchtigt Pufferschichtung


    - Warum einen schlechten Wirkungsgrad? Man muss ganz klar auf ein Markenprodukt setzen. Die haben bei 7°C Luft noch einen COP von 3,55. Bei 0°C noch 2,8!!! Ok bei -15°C sinds dann noch 1,5 aber das haben wir selten.
    - Warum solch hohen Luft-Temperaturen? Ich will ja nicht im Sommer heizen =)
    - Nicht unbedingt. Alles eine sache der Durchlaufmenge. Die WP könnte z.b. in einem Schichtenspeicher den unteren Wärmetauscher bedienen, während das BHKW den oberen Wärmetauscher versorgt. Unten vllt bis auf 35°C aufwärmen und im oberen dann endgültig bis auf 60°C oder was ich brauch.


    Wärmepumpe und BHKW lohnen schon! Ich meine was bringt mir der 5 cent günstigere Wärmepumpen-Nachtstrom? Das was der günstiger ist muss die Wärmepumpe länger laufen weils nachts nun eben mal kälter ist als Tagsüber.


    Gruß

  • Hi,


    Zitat

    Die haben bei 7°C Luft noch einen COP von 3,55.


    glaubst du da dran ?(_()_


    Ich nicht ;)


    Gruß
    Tom

  • Es gibt doch irgendwo im Netz eine Auswertung der Fördergeldgeber die eine Auswertung der gemeldeten Anlagen gemacht haben.
    Den schließlich haben sich die Förderungsnehmer verpflichtet einen bestimmten COP zu erreichen um Förderfähig zu sein.
    Dort sahen die Pumpen dan recht schlecht aus, jedenfalls kam keine einzige auf die vom Hertseller versprochenen Werte,
    im Schnitt lagen sie fast alle unter den Förderrichtlinien.
    Was das für den Geldrückforderung an die Besitzer bedeutet, da streiten sich jetzt die Prüfer bei der KFW.
    Schließlich wurden die Fördervorgaben nicht erreicht....


    Wie geschrieben, WP sind sehr stark abhängig von den Temperaturdifferenzen.
    Als Kombi für BHKWs oder thermische Solaranlagen können sie eine Nutzungsteigerung schaffen.
    Diese muss allerdings nicht unbedingt eine Kostenverbessung bewirken!
    Das kommt immer auf die einzelne Umgebung an, leider.


    Bernd

  • Die Leute wissen ja gar nicht was sie sich da für einen Mist in den Keller stellen und das EVU grinst ringsrum wenn es nicht die Ohren geben würde, die das Grinsen begrenzen


    fraglich ist nur, wo grinsen sie mehr! Beim Dachs, wo sie ein kWh Erdgas teuerer verkaufen, als sie für den "edlen Strom" nach Baseload billig zurückkaufen, oder bei der Wärmepumpe?
    Ich glaube, jeder einspeisende Erdgasdachs führt zu großen Erheiterungen bei den EVU`s


    viele Grüße


    Bernigo

  • Hi,


    Zitat

    Ich glaube, jeder einspeisende Erdgasdachs führt zu großen Erheiterungen bei den EVU`s


    da hast du leider recht :S Deshalb muss das Ziel sein, soviel Strom wie möglich selbst zu verbraten.


    Gruß
    Tom

  • Hi,


    also ich hab lange rumgerechnet und eine Wärmepumpe mit BHKW bringt mehr als wenn ich auf ein BHKW auf Inselbetrieb bauen würde. Netzeinspeisung möchte ich einfach nicht =)


    An den COP glaube ich sehr wohl! Bei Markengeräten wie von Buderus ect. kann ich mir sicher sein das diese Werte mehrmals getestet sind und einen Mittelwert bilden. Da mach ich mir keine Gedanken.


    Mal eine andere Frage. Im Kühlkreislauf des BHKW... kommt zuerst der Motor in die Kühlkette oder der Abgastauscher???


    Auf was für einen Pufferspeicher sollte ich setzen? Ich wollte die Kombination gerne nur Tagsüberlaufen lassen. Nachts Heizung komplett abgeschaltet also das die Pumpen stehen. Welche größe sollte man veranschlagen? Wir brauchen im jahr 45.000 KW/h Wärme und das BHKW mit WP zusammen schätze ich auf gut 20-28KW je nach Aussentemperatur. Kann man sagen das der Speicher irgendwann zu groß wird? Sprich die kombination schafft es erst gar nicht den Speicher Aufzuwärmen bis auf Endtemperatur von ca. 50°C... 500L, 1000L oder sogar 1500L? Gibts da irgendwie eine Formel um das grob zu überschlagen?


    Achja einen Motor habe ich inzwischen. 1,4 Liter Diesel aus einem Seat Terra. Grade mal 140.000 KM gelaufen. Der soll recht sparsam sein. Muss ich noch testen. Zur not wird ein Zylinder abgeklemmt =P ^^|__|


    Gruß

  • hmm _()_ _()_ _()_


    Dein VW Dieselmotor 1W hat 48PS also zwischen 60-70KW Wärmeabgabe!!!!! Du müsstest den sehr wenig belasten um unter 20KW Wärme zu kommen - in diesem "Minderlastbereich" werden PKW Motoren nicht warm und versotten. An Pöl brauchst Du da gar nicht denken.


    mfg

  • Hallo,
    aber sieht auch nicht einfacher aus. Welche Drehzahl braucht die WP? Machen die Lager das mit? Wie halte ich Motor und Öltemperatur ausreichend hoch und wieviel Wärme muß abgeführt werden? Wie minimiere ich die Strahlungsverluste?
    Der Motor ist für den Dauerbetrieb mit Standgasdrehzahl nicht konstruiert worden. Klar kann es für jedes Problem eine Lösung geben, aber die muß man erst einmal finden. Kann funktionieren oder (erst einmal) in die Hose gehen. Bei PÖL auch gerne letzteres.

    Zitat

    Mal eine andere Frage. Im Kühlkreislauf des BHKW... kommt zuerst der Motor in die Kühlkette oder der Abgastauscher???


    Abgastauscher,WT Kühlwasser, (WT Motoröl), habe ich so schon mal hier gelesen.

    Zitat

    Sprich die kombination schafft es erst gar nicht den Speicher Aufzuwärmen bis auf Endtemperatur von ca. 50°C... 500L, 1000L oder sogar 1500L? Gibts da irgendwie eine Formel um das grob zu überschlagen?


    Ja:

    Zitat

    ...zur Formel, der Zauberwert ist 1,163kwh/m³K...so hoch ist die spezifische Wärmekapazität von Wasser Also, wenn Du 1.200l Puffervolumen hättest, dann 1,163kwh/m³K * 1,2m³ * (60°C-20°C) = 56 kwh....das ganze durch thermische Leistung von 10kw...würde guite 5 1/2h Laufleistung bedeuten (ohne Wärmeabnahme in dem Zeitraum


    Gruß
    Technikfreak