Ist ein Dachs wirtschaftlich für mich

  • Hallo
    ich heiße Michael
    Nach durchforsten von etlichen Seiten im Internet unter anderem Besuch bei der Firma senertec bin ich immer noch nicht in der Lage mich definitiv für einen Dachs oder allgemein ein bhkw zu entscheiden .Da mein alter Kessel (Bj76 , 30KW) nun weichen muß steh ich vor der Entscheidung :Brennwertkessel oder eben etwas neues ( Fremdes )
    Mein Haus hat 265 qm , ist Bj56 ist nicht isoliert ,Fenster :Doppelverglasung BJ 1999 ,Wanddicke 30cm
    der Ölverbrauch liegt bei 5300 Liter (Heizöl)
    Stromverbrauch 7100Kwh
    Warmwasserverbr. ca54m3
    Dächer absolut Ost west ausrichtung Photovoltaik negativ
    Ich würde mich sehr freuen wenn mir einer bei meiner entscheidung helfen würde oder mich auf Alternativen hinweisen würde
    Sicherlich haben die Leute von senertec mir den Dachs empfohlen aber ich bin immer noch der Meinung das die Wirtschaftlichkeit grenzwertig ist


    Mit freundlichen Grüßen Michael

  • Hallo Michael


    und Herzlich Willkommen im Forum.


    Fein fein,
    dass Du Dich auch über andere Alternativen als einen schnöden Kessel informierst.


    Die Frage Dachs oder nicht,
    nun ja...erstmal könnte ein BHKW passen ;)


    Mal gleich eine Frage vorweg,
    Du hast bisher Öl...musst Du dabei bleiben? oder ist auch Erdgas mittlerweile auf der Strasse verfügbar?


    Zum wasserverbauch hast Du schon was gesagt,
    Wurde das WW bisher auch schon zentral, also über die Heizung erzeugt?


    Wie schauts mit der Verteilung aus?
    Erfolgt die über eine Fussbodenheizung, oder klassisch über Heizkörper?


    Nun mal zu Deinen Zahlen
    5.300 l Heizöl auf 265qm entsprciht gerade mal 200kwh/qm und Jahr....das ist relativ moderat.
    Ältere ungedämmt Gebäude liegen häufig in diesem Bereich...oder auch drüber
    Was mich etwas wundert, denn ein Ölkessel und erst recht BJ 76 (das ist doch bestimmt noch eine Konstanttemp.-Kiste) dürfte eine Menge Verluste erwirtschaften. Allein hierraus(und einer vermutlich schlechten Regelung, geschweige hydraulischem Abgleich) würde ich schon mit min. 30% Mehrverbrauch rechnen.
    Dann wäre der Verbrauch sogar relativ gering. Seid ihr recht sparsam? ...oder kommt evt. sonst noch gelgentlich ein weiterer Erzeuger (Kamin, Ofen?) mit zum Zuge?


    Wenn Du (warum auch immer) ein Effizienzwuder in Deinem alten Kessel steckt und Du tatsächlich 5.300 l brauchst, dann käme ein Dachs ungefähr auf 4.000 Stunden Laufzeit und damit in einem vertretbar wirtschaftlichen Bereich. (dazu später mehr, gehörn noch andere Dinge dazu)
    Ich rechne allerdings, dass Du wie gesagt mit 30% weniger auskommst, so dass ein Dachs nur noch um die 3.000 Stunden werkeln würde, was die ganze Sache weniger lukrativ erscheinen lässt.


    aber gut,
    villeicht kannst Du ja noch kurz was zu den obigen Fragen stellen
    - WW bisher zentral/dezentral
    - FBH oder Radiatoren
    - weitere Erzeuger? besonders sparsam?
    - muss Öl bleiben, oder auch Erdgas verfügbar?


    bis dann
    -fire-

  • dann käme ein Dachs ungefähr auf 4.000 Stunden Laufzeit und damit in einem vertretbar wirtschaftlichen Bereich.


    Hallo Zusammen,


    genau das ist der Irrglaube @:pille
    Ob sich ein fossilies BHKW rechnet oder nicht, hängt ausschließlich daran, wieviel Strom ich selber nutzen kann und hängt nicht von der Laufzeit ab. Ein Dachs, der 1000 Stunden läuft und wo jede kW/h Strom selber genutzt wird ist wirtschaftlicher als ein Dachs der 4.000 Stunden läuft und 2/3 des Stromes verlustbringend einspeisen muss. Denk bitte auch daran, was passiert nach 10 Jahren, wenn die KWK-Förderung ausläuft. Nach dem jetzigen Stand der Dinge, wirst Du jede kW/h Strom verlustbringend´an den EVU verkaufen müssen. Dieser wird vor lachen kaum in den Schlaf kommen, wenn er Dir eine kwh Gas für 6 Cent verkaufen kann und von dir eine kW/ Strom für 4 Cent (Baseloadpreis Börse Leipzig) zurück bekommt ))))))))))))


    Also mein Ratschlag wäre, stecke erstmal dein Geld in die Energieeinsparung und anschließend denk noch mal darüber nach ob ein BHKw Sinn macht @:pille


    Viele Grüße


    Bernigo

  • Vielen Dank für das schnelle Interesse an meinem Problem!


    Hier noch ein paar Daten


    Mein Heizölbedarf setzt sich zusammen aus 4200 Litern Heizöl und 6Rm Holz.Umrechnungsfaktor 1Rm Holz=1700Kwh
    Ohne Holz bin ich an die 6000 Liter Heizöl gekommen.
    Mit dem Holz heize ich den Großteil meiner Wohnung .
    Ansonsten besteht das Haus noch aus drei Mietparteien.
    Insgesammt Leben derzeit 7Personen im Haus
    Die heizkörper sind gewöhnliche Radiatoren.
    Die Warmwasserbereitung erfolgt auch über den alten Kessel mit einem Puffer für 200l Brauchwasser.
    Es giebt keine Erdgaszuleitung und ich muß gestehen ,daß ich eine Abneigung gegenüber Gas habe.



    wie gesagt ich bin Neuling ,ich hoffe die Informationen reichen aus um mir bei meiner Entscheidung helfen zu können.


    Allein Wärmedämmung würde mich über 20000 Euro kosten und kann ich dabei so viel Sparen?


    Mfg
    Michael

  • Hallo Michael,


    also zunächst würde ich mir da einen Energieberater holen, ein Teil dieser Kosten bekommst Du gefördert.


    Jede KWh die nicht verbraucht wird ist die beste, nicht nur, weil jede Preiserhöhung da voll durchschlägt.
    Also mal gucken was man machen kann mit Fenster, Kellerdecke, Dach, oberste Geschossdecke, Aussendämmung, Wärmeerzeuger.


    Beim Wärmeerzeuger kann evtl. nach genauer Betrachtung ein BHKW in Frage kommen. Was hierbei zunächst jedoch wichtig ist, ist Dein persönlicher Wunsch nach der Rentabilität. Dies schätzt jeder anders ein. Der eine will damit tatsächlich Geld verdienen, andere sagen, ich will künftig weniger für Energie bezahlen koste es was es wolle. Die Wahrheit liegt bei den meisten irgendwo dazwischen. Die meisten wollen wenigstens innerhalb einer bestimmten Dauer das mehr eingesetzte Geld durch Energieeinsparung wieder zurück. Unter mehr eingesetzt versteht man in Deinem Fall der Unterschied vom Austausch der aktuellen Heizung gegen eine Moderne gegenüber einem BHKW . Diese Kosten müssen zunächst ermittelt werden. Und dann musst Du uns noch sagen, wie lange Du bereit bist zu warten, bis die Investition wieder eingespart ist.


    übrigens Bernigo: Aus Deinem Beitrag spricht viel Frust, aber ein BHKW mit 1000Bh, auch wenn es 100% Eigenstromnutzung hat, wird nie betriebswirtschaftlich zu betreiben sein. Na ja, sagen wir mal unter normalen Bedingungen innerhalb 20 Jahren jedenfalls nicht. Aber sonst hast Du schon nicht ganz unrecht, dass eine gewisse Eigenstromnutzung für einen wirtschaftlichen Betrieb unerlässlich ist. Aber Michael hat 4 Parteien im Haus, da sollte mit Stromverkauf an die Wohnparteien einiges möglich sein.


    Grüße


    Bruno

    Ich bemühe mich, garantiere aber keine Vollständigkeit und Richtigkeit, Beiträge ersetzen keine Steuer- oder Rechtsberatung!
    Ich Unterstütze den gemeinnützigen Gedanken dieses Forums und dessen gemeinnützigen Verein, der sicher nix gegen eine Spende hat, wenn ihm hier geholfen wurde.

  • Hallo Michael,


    ein Entscheidung für oder gegen ein BHKW ist leider nicht eine so ganz triviale Sache,
    denn die Thematik ist recht komplex...es spielen viel mehr Faktoren mit rein, als bei anderen Dingen in der Gebäudetechnik.


    z.B. der Einwand von bernigo
    Klar, hat er recht, dass eine hohe Eigenstromnutzung von Vorteil ist (auch, wenn ich das aussschliesslich nicht unterschreiben würde)
    und ich sprach von Laufzeiten, aber irgendwie beinhaltet ja eine hohe Laufzeit auch die bessere Chance dann mehr selbst zu nutzen
    ...sorry, ich laber schon wieder ohne Dir viel zu Helfen


    nun mal weiter,


    Deine Angaben zum Energiebedarf sind recht unterschiedlich
    Im eingangsbeitrag sprichst Du von 5.400 l Öl
    im letzen Beitrag sagst Du nun 4.200 und 6rm holz
    andererseits, sprichts Du auch davon, dass Du ohne Holz bei 6.000 Litern landen würdest.


    versuchen wir mal den Wärmebedarf (also nicht, was Du im Kessel und den Ofen reinsteckst, sondern das was an Wärme oben ankommt) abzuschätzen.
    Hiezu mal vereinfachte Annahmen.
    - Wirkungsgrad Deines Kessel 0,7 (<-und das ist schon optimistisch)
    - Wirkungsgrad Ofen: 0,6 (?)
    Das wäre nach der 5.400l Angabe ein bedarf von 5.400 l x 10kwh/l x 0,7 = 37.800kwh
    beider 2ten Angaben wären es 4.200 l x 10 kwh/l x 0,7 + 6rm x 1.700kwh/rm * 0,6 = 35.520kwh
    nur Heizöl wären demnach 6.000 l x 10 kwh/l x 0,7 = 42.000kwh
    na gut, irgendwo in dem Dreh zwischen 35tsd und 42tsd kwh wird wohl der Wärmebedarf (Heizung und WW) liegen.
    Würde dann einen spezifischen Bedarf von knapp über 140kwh pro m² und Jahr bedeuten. Das ist für dies ungedämmte Objekt immernoch ein moderater, sogar ein guter Wert...heizen evt. die Mieter auch noch per Ofen dazu?


    Neben wir die goldene Mitte und setzen wir einen Wirkungsgrad von 0,9 einer modernen Heizung zugrunde (lass dich nciht von Herstellerangaben mit 100 +x Prozent verladen) dann kommen wir wohl auf einen Energiebedarf (also dass was unten rein muss) von gut 42.000 kwh.


    Brunos Tip

    Zitat

    also zunächst würde ich mir da einen Energieberater holen, ein Teil dieser Kosten bekommst Du gefördert.


    könnte für eine genauere Betrachtung sicherlich auch nicht schaden.


    Du sagst,
    dass kein Gas anliegt? Nicht im Haus? oder nichtmal auf der Straße?
    Warum bist Du kein Gas-Freund? Sicherheitsbedenken, oder wegen abhängigkeit der Versorger?


    Zitat


    Allein Wärmedämmung würde mich über 20000 Euro kosten und kann ich dabei so viel Sparen?


    Nun ja,
    also ein BHKW wird sicherlich auch nicht billiger....und wenn man hier (wenns gut passt) was sparen kann, so ist jede gesparte kwh die bessere.
    Mal ein einfaches Rechenbeispiel. Preisentwicklung Öl der letzten 15 Jahr ca. Faktor 4
    Nehmen wir mal an, Du kannst Du Energieeinsparung (wie Dämmung) aktuell 500€ im Jahr sparen...macht dann bei ähnliche Ölpreisentwicklung in 15 Jahren schon eine jährliche Ersparnis von 2.000. Aufsummiert über den Zeitraum ist die Investition da schon drin.


    nun nochmal zum thema bhkw


    Neben wir den obigen Energiebedarf, würde ich nun eine Laufzeit von 3.400 h schätzen.
    ...ganz nebenbei: Spitzenlast (also Nennleisutng einer Heizung müsste im Berecih von 15...16kw bei Euch liegen)
    die Laufzeit ist nun nicht so schlecht
    Wie sieht es mit dem Stromverbrauch aus, waren die 7.000kwh nur für Dich, oder für alle im Objekt?
    Falls für alle im Objekt wäre die Eigenstomnutzung nicht so prickelnd und den wirtschaftlichen betrieb schwieriger gestalten.
    Wenn wirklich nur Öl in Frage kommt, wäre die Wirtschaftlichkeit noch schlechter darstellbar, denn die Ölmaschinen haben deutlich höhere Wartungskosten als die Gasmaschinen.


    Resümee
    - falls die Mieter zusätzlich noch Strom benötigen, wirds besser
    - falls Gas auf der Straße und Du es Dir doch überlegst anzuschliessen und Gas-Dachs kommt, dann siehts auch besser aus


    ...ansonsten,
    ist ein wirklcih gewinnbringender Betrieb schwer zu realisieren



    noch mal allgemeines,
    - Den Tip einen Energieberater durchzuscheuechen würd ich zu Herzen nehmen
    Du verballerst bisher einen hohen 3-stelligen €-Betrag durch die alte Anlage sinnlos durch den Schornstein. Investiere ruhig eine ähnliche Summe (wie gesagt, wird z.T. gefördert) um mal richtig ins Bilde zu kommen
    - Maßnahmen wie Dämmung sind auf jedenfall immer gut,
    In Deinem Fall würde ich es zwar empfehlen, aber die Priorität hat eindeutig der überalterte Kessel.
    Aber erstmal andere Dinge auf den Stand bringen. Hydraulischer Abgleich (wird auch gefördert), Isolierung der Rohre, Einsatz von Hocheffizienspumpen (werden auch gefördert), vermutlich im Rahmen des Kesseltauschs.....ist ein absolutes Pflichtprogramm. Da kommen zwar auch paar Taler zusammen, aber es ist wirklich ein MUSS
    Deine Dämmwerte sind trotz fehlen der selbigen gar nicht so extrem schlecht. Dennoch, würde ich ggf. über einzelmaßnahmen nachdenken. Dämmung des Daches (besser gesagt "oberste Geschossdecke" und Kellerdecke lassen sich in der Regel ohne allzu hohen Aufwand (im Vergleich zu einer Fassadensanierung) bewerkstelligen.
    oder halt doch umfassende Maßnahmenpackete...da käme man an wirklich günstige Zinssätze via KfW ran.
    - dann die Entscheidung welcher Wärmeerzeuger
    .wenn Gas nicht in Frage kommt...na gut (oder auch nicht)
    .bei Öl bekomm ich wieder Bauchschmerzen (persönliche Einschätzung)
    aber wenn doc, dann schaun dass man ein gutes, modulierendes (wenigstens mehrstufig) Brennwertgerät bekommt
    .was solarunterstützes (dass geht auch auf Ost/West) würde vermutlich nicht sehr viel bringen, da wohl nur Trinkwasserunterstützung in frage käme
    . Wärmepumpe wegen vermutlich hoher systemtemperaturen auch nciht interessant
    . eine sinnvolle Variante könnte bei Dir ein Pelletkessel sein. Klar, deren Preise werden auch mal steigen aber dennoch nicht schlecht. Nachteilig sind höhere Investkosten, aber Lagerraum (da wo jetzt die Öltanks sind) sollte schonmal vorhanden sein
    . oder evt Holzvergaser?
    da Du bisher auch Holzunterstützt...evt. hast Du ja eine günstige Quelle?
    und egal welche Variante, aufpassen, dass eine gescheite Regelung dabei ist...slebst heutzutage werden noch Dinge als "witterungsgeführt" verkauft, die nur aus einem Drehregler für die Vorlauftemperatur bestehen.


    und auf jedenfall bei allen mehrere (!) Angebote einholen
    Es gibt immernoch vertrauenserweckende Heizi's der alten Schule die eine 30kw Kessel wieder gegen 30kw austauschen.
    Klar, wenns zu knapp ist, bleibt der Ärger an ihm hängen, aber eine Überdimensionierung führt zu Taktungsverlusten, Kondenswasserbildung und gehört nicht in die heutige Zeit. Ich glaube, dass Du mit 16kw hinkommst und würde Heizi's die Dir über 20kw anbieten wollen gleich skeptisch gegenüber stehn.