Bedingungsloses Grundeinkommen

  • Des öfteren gibt es hier im Forum Kritik an unserem politischem System, insbesondere an der Energie- und Wirtschaftspolitik sowie der Macht der Großkonzerne.
    Wohin der unserem System zugrunde liegende Kapitalismus uns gebracht hat, lässt sich jeden Tag aus den Medien entnehmen.


    Wäre es nicht an der Zeit, dass mündige Bürger sich auf einen neuen Weg begeben und unser Wirtschaftssystem auf eine grundlegend andere Basis stellen?
    Viele schlaue Leute haben sich seit langem Gedanken über ein „Bedingungsloses Grundeinkommen“ gemacht. M.E. eine faszinierende Idee.
    Momentan wird gerade eine politische Partei, die D4U-Partei, die dieses durchsetzen will, gegründet.
    Es werden reichlich neue Mitglieder gesucht und Ideen, die in die Gestaltung des Parteiprogramms einfließen.
    An der Wahlurne wird es eines fernen Tages möglich sein, die bisher beklagten Zustände in eine andere Richtung zu bringen.


    Weitere Informationen unter http://www.D4U-Partei.de


    Fundierte und ernst gemeinte Diskussionsbeiträge zu diesem Thema würde ich sehr begrüßen.
    Dachsilein

  • Gedanken sind frei, oder doch nicht???


    habe mir auf der im Thread genanten Hompage einige Seiten reingezogen, für einen Menschen der im Rahmen der "Sozialen Marktwirtschaft aufgewachsen ist haben einige Passagen den Geruch der SED, Alle bekommen das Gleiche, hat bis Honneker auch nicht funktioniert, wenn 40 Mio. Bundesbürger, egal für welche Arbeit 1500,--€ bekommen soll, wo bleib dann der Antrieb des einzelen mehr zu tun. Wie soll das Finanziert werden, meine Meinung hierzu ist, das ist hier ein Forum für Alternative Energien bzw. BHKW´s, Politische Fragen zu BHKW´s und Energie hier zu behandeln ist aus meiner Sicht ok., ansonsten ist der TE hier falsch.


    mein Spieß seines Zeichens Hauptstabsfeldwebel pflegte immer zu sagen; meine Schweine erkenne ich am Gang.

  • Hallöche,


    klar behandelt unser Forum hauptsächlich Fragen in Sachen Energie
    ...und für alles andere ist der offtopic-Bereich da, also hier schon genau richtig.


    Zum Grundeinkommen
    es gibt da eine Menge Dinge die dagegensprechen könnte, aber ich hab mich schon vor geraumer Zeit mit der Thematik befasst und auch mal mit ein paar Zahlen gespielt. Da kann man eine ganze Menge machen, denn viele Kenndaten kann man übers statistische Bundesamt erhalten.


    Nach vielen hin und her,
    bin ich für mich zu der Erkenntnis gekommen, dass dies nicht nur wünschenswert, sondern auch finanzierbar wäre.


    Warum?
    Na allein schon von der Zahl die mal in den Medien rumspuckte
    "Im Monat werden in Deutschland 800 Euro pro Nase von der rechten in die linke Tasche bewegt"
    Und da wurde ich stutzig, denn ich kenn einige Leute die locker diese Summe an Abgaben berappen, aber nicht einen einzigen, der solch eine Summe an Sozialleistung bekommt.
    Auch die Summe der Leute die berappen im Vergleich zu dem Empfängern haut in meinem Bekanntenkreis nicht hin.
    Irgendwo muss doch die Kohle bleiben.


    Wenn schon 800 Euro hin und hergeschaufelt werden, muss es auch finanzierbar sein


    Jedoch mit ein paar Einschränkungen im Vergleich zum obigen Partei-Programm


    - 1.500 Euro pro Nase finde ich deutlich übertrieben. Es soll ja ein Grundeinkommen sein.
    Nach meinem Verständnis halt soviel, dass man allein mit diesem Einkommen Grundbedürfnisse wie Wohnraum und Verpfegung hinbekommt.
    Pro Nase 40qm, +400 Euro für Verpflegungsgeld/Fahrgeld/Festnetz/Zeitungsabo...also nach meinem Geschmack sollte dies genügen. Und da es auch unbürokratisch sein soll lassen wir mal Wohngeldberechnungen und co weg und sagen 800 Euro pauschal.
    Denn der Anreiz nach "mehr" sollte schon behalten bleiben und wer halt in die Karibik möchte, muss sich halt bewegen um es finanzieren zu können.
    Nebenbei: Die Masse der Arbeiter+Angestellten bekommt deutlich unter 1.500 Euro netto
    Und Kinder dürften für meinen Geschmack auch geringer bemessen werden...ggf. stufenweise Anpassung


    Ach so,
    mal eine einfacher Zahl zur Finanzierbarkeit: 800€ [Grundbetrag pro Monat] x 70mio [Bürger mit dt. Pass] x 12 [Monate] = 672mrd Euro
    Klingt gigantisch viel, aber...Deutschland hat ja nicht nur einen Bundeshaushalt von über 300mrd/a...nein, auch die Landeshaushalte gibts noch und mit Abstand am gewaltigsten die Sozialhaushalte mit weit über 700mrd. Alles zusammen landet man bei weit über 1 bio Euro/Jahr
    Da die anderen Sozialsysteme (bis auf Besitzstände der Alteinzahler) fast vollständig gekippt werden könnten, ist das sicherlich machbar.


    - Über die Auszahlung muss man sich auch Gedanken machen
    vermutlich müsste es wirklich per Verrechnungsscheck gehen (für alle die keine feste bindung, z.B. Arbeitsvertrag haben)
    denn es gibt auf der Welt viel zu viele Ecken, wo man mit unter 500€ im Monat auskommt. Ein Export der Kaufkraft sollte schon begegenet werden.
    - Sämtliche staatliche Leistungen müssen zu einem steuerfinanzierten System umgewandelt werden.
    - Zur Begegnung von dumping-Löhnen sollte ein Mindestlohn kommen...Ich sag mal in der Größenordnung 4Euro/h. VIER EURO? Ja, es ist halt ein Mindestlohn und da die Grundbedürfnisse gedeckt sind, sollte es als Mindesteinnahme reichen.


    ICh sehe darin eine Menge Vorteile
    1. Klar, wer von uns würde nicht gerne eine Summe X bekommen
    2. Mittlerweile (Tendenz stark steigend) bekommen eine Reihe Rentner keine existenzsichernde Rente. Klar, wir haben einen Sozialstaat und die können das mit Rennereien zum Wohnungsamt und Grundsicherungsbehörde aufwerten. Ich hab den Papierkram mal für eine Bekannte erledigt...und kam selber arg ins Schwitzen. Welcher Renter soll schon damit klarkommen?...Dinge die ihm zustehen zu beantragen?
    3. Die Arbeitgeber würden aus vielerlei sicht deutlich entlastet. Einmal durch Wegfall der Soizialabgaben, aber auch durch ein höheres Angebot an preiswerten Arbeitskräften (da Lohngefüge wohl eher sinken dürfte)...und natürlich vom Papierkrieg, der nicht unerheblich ist
    4. Studenten? Wozu Bafög-Amt oder Studienkredit...dass kriegt man dann wohl ohne hin
    5. Arbeitslose? Na wozu tausende Beamte aurechnen lassen, wieviel ein Normbürger für Ersatzknopf und Zwirn (Kein quatsch, wurde wirklich bei der hartz4 Bemessung gemacht) im Monat benötigt und was ihm dann zusteht?
    6. Landwirte? da hätt man wohl weniger Probleme denen was zukommen zu lassen, ohne das es unter Agrasubvention von anderen Stellen gerügt wird. Und in den Gestehungskosten z.B. beim Theme Milch würde es sich auch (wenn auch recht gering) positiv bemerkbar machen
    7. Arbeitsmarkt allgemein?
    Da untere Löhne auch für Deutsche wieder darstellbar, würde die attraktivität von billigstjobs(für Ausländer) sinken und so manch Job vielleicht wieder von Deutschen gemacht werden.
    Auch eine Rückkehr von in letzten Jahren exportierten Jobs gerade in der Produktion wäre denkbar. Löhne, aber vor allem auch die Lohnabgaben...also die Lohnkosten für Arbeitgeber sollten den Arbeitsmarkt Deutschland wieder wettbewerbsfähiger machen.


    und und und


    und ein für mich ganz entscheidender "Wert" (der sich schlecht in Euros ausdrücken lässt)
    Die Dynamik, die sich in der Bevölkerung einstellen würde. Machen wir uns doch nichts vor, ein Arbeitnehmer der mal eben noch zusätzlich was machen will ist doch schon rein SV und Steuermäßig gehemmt...selbst bei Arbeitslosen dürfte die Bereitschaft nur gering ausgeprägt sein mal "uff die schnelle" irgend ein Job für paar Stunden zu machen. 2h anstellen, abmelden...für 5h jobben...und dann wieder anmelden, Kopien, Kontoauszüge beibringen und und und....und dann von der erarbeiteten Kohle im Zweifelsfall nur einen Bruchteil behalten dürfen (Anrechnungsbeträge)...also nee, dass ist nicht förderlich. Ganz nebenbei, dass selbst der Arbeitgeben noch Papierkram zu bewältigen hätte Warum er die Hilfskraft nciht fest genomen hat.
    Die Deutschen gelten weltweit als sehr fleissiges Völkchen. Wenn die Verwaltungs/Bürokratischen Grenzen fallen, bin ich mir sicher, dass es wieder ein Heer von Leuten gibt die "Schaffe schaffe, Häusle baue"



    PS: das Argument, dass dann keiner mehr was machen würde lass ich nicht gelten. Wenn man wirklich nicht will, dann könnte man das heute schon sehr gut durchziehn. Hart4 und sich nen bissl dusslig bei Bewerbungen angestellt kriegt man bestimmt hin. Klar, es wird immer welche geben, die tatsächlich nicht wollen (man höt von 3-5%), aber die überwiegende Masse die will ja und kommen mit den Sätzen auch überhaupt nciht klar.

  • wenn 40 Mio. Bundesbürger, egal für welche Arbeit 1500,--€ bekommen soll, wo bleib dann der Antrieb des einzelen mehr zu tun.


    Da hast Du etwas missverstande. Die Idee vom Grundeinkommen bedeutet nicht, alle bekommen das Gleiche - sondern alle haben die gleiche Basis. Viele (ich z.B.) würden mit Grundeinkommen sagen: ich dreh jetzt nicht nur Däumchen und glotze die Flimmerkiste platt, sondern mache
    a) was sinnvolles und
    b) was noch extra Geld in die Kasse spült.


    1500 oder auch 800 Euro pro Monat sind schön und gut - aber mit einem regulärem Job wird es mehr, so dass man sich neben der Grundversorgung auch noch die ein oder andere Annehmlichkeit leisten kann. Wie der Arbeitsmarkt aussieht, wenn keiner mehr unter Akzeptanz gewisser Restriktionen ungeliebte Arbeiten machen muss, vermag nur die Glaskugel verraten. Aber Müllmänner werden ggf. vielbezahlten Entsorgungsspezialisten und "Modeberufe" könnten inflationär und nur noch mager entlohnt auftreten.


    Gruß,
    Gunnar

  • es ist müßig über dieses Thema auseinanderzusetzen, missverstanden habe ich auch nichts von dem das auf der Seite http://www.d4u-partei.de/ geschrieben steht, meine Meinung |__|:-) hierzu ist einfach jene, das System nach 1945 hat sich nun 60 Jahre bewährt, Geld gibt es für Arbeit und Leistung, wer nichts leistet soll nur soviel bekommen das er am leben bleibt, meine devise lautet in bewegung bleiben, sich bilden bzw. Fortbilden, es gibt da einen Artikel der ist schon ein paar jahre alt,


    Low Performer
    Was High Potentials in punkto Leistungsbereitschaft den Unternehmen bieten, das geht den so genannten Low Performern gänzlich ab. Das Modewort, das wörtlich übersetzt „Minderleister“ bedeutet, geht auf Jack Welch, Manager-Ikone und langjähriger Chef von General Electic (GE), zurück.


    Mit der Formel „20-70-10“ ging der Ansatz von Welch in die Managementtheorie ein. Sie basiert auf der Annahme, dass es in jedem Betrieb nur 20 Prozent Top-Leute gebe. 70 Prozent gehören zu der breiten Masse derjenigen, die ihren Job anständig machen, ohne dabei zu glänzen. Die restlichen 10 Prozent zeichneten sich lediglich durch fehlende Leistung aus: die Gruppe der Low Performer. Doch Welch geht noch einen Schritt weiter. Er fordert auf der Grundlage einer konsequenten Leistungsbewertung eine systematische Mitarbeiterrotation, indem Unternehmen die Low Performer kündigen. Das brachte ihm den Spitznamen „Neutronen-Jack“ ein – eine Anspielung auf die Wirkungsweise der Neutronenbombe, bei der Menschen ausgelöscht werden, ohne Gebäude und Maschinen zu schädigen.


    Während sich ein transparentes Feedback für das Talent Management auch in Deutschland durchgesetzt hat, ist der Abschied von den Minderleistern hierzulande nicht so leicht zu bewerkstelligen. Durch die Medien ging der Begriff vor allem im Jahr 2003, als das Unternehmen Infineon ankündigte, dass seine Führungskräfte fünf Prozent der Mitarbeiter identifizieren sollten, die den geringsten Einsatz zeigen. Wenn auch Ermahnung und Weiterbildungsmaßnahmen nicht fruchten, sollten sie gehen. Das funktioniert allerdings nur reibungslos, wenn die Mitarbeiter per Aufhebungsvertrag dem Ende des Arbeitsverhältnisses zustimmen. Das Vorhaben scheiterte schließlich an Protesten des Betriebsrats und insbesondere am Abgang des Initiators, Vorstandschef Ulrich Schumacher, der aufgrund von Bestechungsvorwürfen das Feld räumen musste.


    Laut § 243 Bürgerliches Gesetzbuch ist der Arbeitnehmer verpflichtet zumindest eine „Arbeitsleistung mittlerer Güte“ an den Tag zu legen. Wer in Deutschland längere Zeit unter dem Arbeitsdurchschnitt bleibt, kann gekündigt werden. In der Praxis bereitet es allerdings erhebliche Schwierigkeiten festzustellen, ob der Mitarbeiter tatsächlich eine kündigungsrelevante Schlechtleistung erbringt. Der Gesetzgeber unterscheidet folgende Leistungsdefizite:


    •Minderleistung: die Arbeitsmenge des Mitarbeiters ist unzureichend
    •Schlechtleistung: die Qualität der geleisteten Arbeit ist ungenügend
    •Fehlleistung: der Mitarbeiter erbringt eine völlig falsche Leistung


    Wie war das nochmal, erst richtig informieren dann kritisieren, natürlich kann jeder in der BRD einem Glauben nachgehen, egal welche Partei es ist, lieber TOT als ROT sprach der Hummer und sprang in den Kochtopf :diablo:

  • Momentan wird gerade eine politische Partei, die D4U-Partei, die dieses durchsetzen will, gegründet.



    Da sich hier, wie ich finde, eine interessante Diskussusion ergeben hat, möchte ich den eingangs geschriebenen Artikel auf den augenblicklichen Stand aktualisieren:


    Die am 23.05.2009 in der Orangerie Kassel gegründete D4U Partei hat sich am Sonntag, 21-06-2009 auf einem Online-Sonderparteitag umbenannt zu " Demokratische Bürgerbewegung! D-BÜ " und dabei auch ihr Parteiprogramm verabschiedet.
    Sie tritt an unter dem Motto: " Deutschlands Zukunft nach Schweizer Vorbild unter Einbindung von bedingungslosem Grundeinkommen und natürlicher Wirtschaftsordnung "


    Die neue URL lautet: http://www.d-bue.de
    Es sind dort weitere Infos, wie das Parteiprogramm sowie die bereits gegründeten Landesverbände abrufbar.