Dachs: Einbau eines BHKW in mein Haus sinnvoll?

  • Hallo Forum-User!


    Ich habe ein Mehrfamilienhaus mit 230qm Wohnfläche (3 Wohneinheiten), dieses wird zu Zeit von einer Elektroheizung geheizt, der Jahresbedarf an Heizstrom beträgt ca. 27000 kW und normal Strom 10000 kW.


    Das Haus ist normal gedämmt. Ich möchte gerne die Heizung komplett umbauen (Flüssiggas mit Dachs), die Heizköroer und Verrohrung installiere ich selber. Lohnt sich dann ein Dachs oder eine herkömmliche Heizung?

  • Moin Wieze und Willkommen im Forum.


    Tja die Antwort ist leider ein klares Nein. Der Dachs ist zu groß für Dein Objekt. 27000/12,5 = 2160Bth


    selbst wenn in den 10000Kwh Stromverbrauch noch etwas WW Erzeugung steckt - die dann vom Dachs übernommen würde - kämest Du nicht auf ordentliche Laufzeiten.


    Das soll aber nicht heissen das ein BHKW grundsätzlich nix für Dich ist. Es gibt auch kleinere Modelle bzw. Möglichkeiten mehr Wärme unterzubringen zb. durch Versorgung des Nachbarhauses.


    Also gib uns bitte noch nähere Infos über die derzeitige Heizungsanlage (NS-Einzelöfen oder Zentrale?? WW-Bereitung mit HT oder NT Strom zentral oder dezentral??). Und warum Flüssiggas, etwa keine Leitung in der Strasse??


    Fakt ist aber das nahezu jede moderne Heizung besser und auch billiger ist als Nachtstrom zu verballern. |__|:-)


    mfg

  • Zitat

    Also gib uns bitte noch nähere Infos über die derzeitige Heizungsanlage (NS-Einzelöfen oder Zentrale?? WW-Bereitung mit HT oder NT Strom zentral oder dezentral??). Und warum Flüssiggas, etwa keine Leitung in der Strasse??



    Hallo alikante!


    Danke für die Antwort...




    Bei mir war ein Vertreter von Senertec und dieser meinte es würde sich ab 2500 Betriebsstunden lohnen.


    Folgende Angaben zu deinen Fragen:


    1. ich besitze Flächenspeicherheizungen (jeder Raum hat einen Heizkörper) bei den alten Nachtspeicheröfen hätten wir im Haus den doppelten verbrauch (Baujahr 1975)


    2. WW-Bereitung für Bäder über eine Luftwärmepumpe StibelEltron mit 300 oder 400l Wasser (Eingebaut 2008)


    3. HT liegt bei 70% und der NT bei 30%


    4. An der Straße liegt keine Gasleitung an


    Die Hausisolierung ist nach Vorschrift von 1994.
    Gibt es eine Alternative zum Dachs und wenn ja, welche?




    Vielen Dank!


    MfG Wieze

  • oha das wird Interessant.


    pflück mal bitte die Verbräuche auseinander


    - nur Heizung Kwh
    - nur WP (WW) Kwh
    - Strom für allgemein Verbrauch


    mfg


    mit Flächenheizung meinst Du sowas http://www.evo-werke.de/html/elektroheizung.html ????? ^^|__|

  • Die Heizung brauch im Jahr 27000 kW


    Davon sind HT 18500 kW


    und im NT 8500 kW das sind nur für die Heizung.


    Bei der WW kann ich dir den Verbrauch nicht genau sagen, da ich diesen nicht einzel gemessen habe. Könnte höchstens auf der Typbezeichnung nachschauen.


    Strom sind für alle 10000 kW



    Die Heizung ist von JaWo, dies kannst du auf http://www.sparheizung.de/ nachschauen


    Wir wissen das Elektroheizung unvorteilhaft sind und ich deswegen nach einer alternative suchen


    MfG Wieze

  • Hi,


    du benötigst also ca. 32000kWh Wärme/a wenn ich das richtig lese (bei angenommenen 5000kWh Strom für sonstiges) ?(


    Um diese Wärme zur Verfügung zu stellen, benötigst du ca. 2800h Laufzeit mit einem Dachs F5.5 (bin von 35000kWh ausgegangen da Wirkungsgrad nicht 100%).


    In den 2800h benötigst du ca. 57400kWh Gas und erhälst nebenbei ca. 15000kWh Strom.
    Angenommen du nutzt 20% von diesem Strom selbst, dann speist du also ca. 12000kWh/a ein.


    Mit diesen Zahlen kannst du ja schon mal grob rechnen ;)


    1. Anschaffungskosten - Förderung
    2. Brennstoffkosten - Mineralölsteuerrückerstattung
    3. Stromverkauf
    4. Stromeigennutzung
    5. Wartungskosten
    6. Finanzierungskosten (wenn vorhanden)


    Gruß
    Tom

  • Moin Wieze,


    Kommst Du mit den Zahlen klar??
    Am einfachsten ist da wohl eine Exeltabelle anzulegen und einfach die Anschaffungskosten und Unterhaltskosten der verschiedenen Alternativen gegenüberzustellen.


    Allerdings ist die Luft WP zur WW Bereitung auch nicht so optimal - hat die nen Heizstab, woher kommt die Ansaugluft??


    mfg

  • Bei mir war ein Vertreter von Senertec und dieser meinte es würde sich ab 2500 Betriebsstunden lohnen


    ....fragt sich nur, für wen es sich lohnt ))))))))))))


    Also Spaß bei Seite, Dir wird es nicht gelingen einen, einen Dachs bei Deinen Werten wirtschaftlich zu betreiben.


    Als Alternative überleg mal einfache Gasbrennwerttherme und wenn Du noch was für die Umwelt tuen willst, dann kombiniere diese mit einer solarthermischen Anlage. Auch hierfür gibt es Fördergelder der BafA.
    Spätestens nach Ablauf von zehn Jahren (Förderung KWK-Gesetz 5,11 Cent) wird der Dachs zur wirtschaftlichen Investitionsruine, da Du mehr Brennstoffkosten je erzeugte kW/h Strom benötigst, als der Strom an Wert nach dem EEX Preis hat. Also subventionierst Du dann nach der derzeitigen Rechtslage Deinen EVU , es sei denn, Du kannst jede kW/h Strom, die Du selbst erzeugst auch selber nutzt, aber wer kann das schon, insbesondere im Wohnungsbau!


    Bei unterstellten jährlichen Stunden von 2.500 Stunden hat er in zehn Jahren 25.000 Stunden gelaufen, die Lebenserwartung eines Daches beträgt mind. 80.000 Stunden. er ist bei Dir dann gerade mal eingelaufen, nur kannst Du ihn nicht mehr nach der derzeitigen Rechtslage wirtschaftlich betreiben
    Viele Grüße


    Bernigi

  • Allerdings ist die Luft WP zur WW Bereitung auch nicht so optimal - hat die nen Heizstab, woher kommt die Ansaugluft??


    Hallo alikante, Hallo Bernigo, Hallo Tom


    vielen Dank für die Aufstellung. Ich habe dies auch selbst noch einmal nachgerechnet, u.a. auch einmal mit etwas anderen Werten.


    Die Luft WP heizt mit Außenluft im Sommer und im Winter mit Umluft, zusätzlich ist im NT ein Heizstab zur Erwärmung vorhanden.



    Ich habe nun zu o.g. Angebot ein paar Zahlen, vielleicht könnt ihr ein paar Infos dazu abgeben:


    Brennstoffverbrauch für die Heizung 25.000kWh Ho/a Strom (IST)


    Brennstoffverbrauch für einen Dachs 41.774 kWh Ho/a.


    Ich kann mir nicht erklären, wie dies zu Stande kommt? Eine kwh ist doch eine kwh. Oder irre ich mich da?


    Zur Zeit bin ich am überlegen, eine Brennwerttherme zu installieren, da der Dax auch laut Senertec nur ca. 1866h Betriebsstunden pro Jahr (25.000kwh / 13,4kw th) laufen würde. Unsere Energiekosten würden sich mit diesem Dax auf 3.291€ (0,108 € /kwh, lt. Senertec) belaufen und somit eine statische Amortisationsdauer von 6,1 Jahren bedeuten.



    MfG Wieze

  • Brennstoffverbrauch für einen Dachs 41.774 kWh Ho/a.


    Ich kann mir nicht erklären, wie dies zu Stande kommt?

    Weil aus den 41.774 KWh Gas deine Heiz Wärme und zusätzlich 9890Kwh Strom erzeugt werden!!


    Der Dachs Verkäufer hat mit Kondenser gerechnet, ist deshalb auf noch weniger Laufzeit gekommen?? Die 13,5KW stimmen aber nicht es müssen 14,8 sein.
    Wenn ich das Durchrechne hat der Dachs F5,5 eine Leistungsaufnahme von 22,78KW / h Ho laut Datenblatt aber nur 20,5KW ????


    Irgendwie passt die rechnerei vorne und hinten nicht.


    mfg

  • Hallo zusammen,


    gesetzt sind 25.000kWh für Heizung. Wenn ich mit 92% Nutzungsgrad rechne, ergibt sich so eine Brennstoffverbrauch von gut 27.200 kWh. In Gas wären dies ca. 4500l, dies mit einem Preis von 0,4€/l multipliziert ergibt 1800€. Zusätzlich unseren Stromverbrauch von 10.000kWh = ca. 2000€. Damit wären wir bei dieser Heizung (Brennwert) mit ca. 3800€ im Jahr dabei + evtl. Solar zur Brauchwassererwärmung.


    Im Vergleich zu jetzt wäre dies schon bedeutend günstiger.


    Ein Dachs hat sich damit wohl erledigt. Vielen Dank für die Informationen, Zahlen und Gedankenanstöße.


    Der Vertreter hat mit einem Kondenser (bis ca. 3kW) gerechnet.


    MfG Wieze

  • Moin Wieze,


    ok Du kommst also auf Laufende Kosten von 3800€ p.a. für Energie (Wärme+Strom)
    Damit ist erstmal klar eine "standart Heizung" amortisiert sich niemals!


    Nochmal Überschlägig ne Berechnung zum BHKW:


    25.000Kwh(bei 99% und 14,8KW) = 1706Bth = 34.974Kw Gas = 5770Liter Gas = 2308€ p.a.
    10000Kwh elt - (0,2*9383Kwh) = 8172Kwh * 0,2€ = 1634€ p.a.


    Abzüglich:
    0,2 * 9383Kwh elt * 0,2€ = 375,32€ ( nicht bezogener Strom )
    0,8 * 9383Kwh elt * 0,1€ = 750,64€ ( Einspeise Vergütung )
    0,2 * 9383Kwh elt * 0,05 = 93,83€ ( KWK Zuschlag für Selbstverbrauch )
    0,43Cent/Kwh * 37,974 = 163,28€ ( Energiesteuererstattung )


    Damit lägen die laufenden Kosten bei 2560€ p.a. Du würdest also rund 1240€ preiswerter als mit der Gastherme kommen.
    ABER ob sich die Sache rechnet kommt auf die Differenz der Herstellungskosten an.
    Im übrigen habe ich die Umsatzsteuer nicht betrachtet, da läge aber auch noch potential von rund 200€ p.a. drin.
    Mfg


    PS: ich hoffe ich habe mich mit dem Verbrauch nicht verhaun, denn im Datenblatt sind nur KW angegeben nix mit Ho oder Hu.
    http://www.senertec.de/show_pd…me=technisches_datenblatt

  • Hallo Wieze,


    was alikante in seiner Berechnung vergessen hat, sind noch die Wartungskosten, die auch nicht unerheblich sind. Dürften dann knappen 300 Euro liegen.


    Zitat

    Ein Dachs hat sich damit wohl erledigt. Vielen Dank für die Informationen, Zahlen und Gedankenanstöße.


    Ich denke auch,
    dass ein Dachs nicht der Renner in Deinem Objekt wäre.
    Die Informationen geben wir gerne,
    Zahlen...ja, hier wird gern gerechnet
    und zum Thema ob sich was lohnt....es gibt Leute, die denken eine Wärmepumpe würde sich mächtig lohnen. Gut, bei sehr günstigen Vorraussetzungen kann es vertretbar sein, aber manche die haun sich für 40tsd ne Anlage rein, die mit ner JAZ von 2 läuft...und das finden die auch noch vertretbar....tzz tzz, also bei solchen Kandidaten darf man dann auch mal einen Dachs als Alternative zeigen :)
    und zu den Gedankenanstößen, da machen wir noch weiter :)
    - Dachs ist etwas "zu groß" für Dein Objekt
    Nur weil der Dachs eher nicht passt, muss man ja noch nicht weg von den BHKWs ;)
    Also müsst man mal schaun, ob es nicht kleinere Varianten gibt. Der whisper würde von den Daten schon besser passen, aber den gibt es nicht als Flüssiggasvariante (LPG). Das kleine ecopower??? keine Ahnung, ob die LPG abkönnen
    Irgendwas in der Leistungsklasse mit deutlich unter 10kw thermisch wär schon nicht schlecht.
    Evt. auch ein klein wenig warten, denn ich mach mir schon Hoffnung, dass noch mehr anbieter das kleine Segment entdecken.
    - Thema Solar?
    hmm, klar Sonne schickt keine Rechnung, doch müssen für eine Heizungsunterstützung schon gute Vorraussetzungen vorliegen (z.B. niedrige Systemtemperaturen). Im Bereich Warmwasser bringts schon eher was, aber viel merh als 2.000kwh würdest Du da wohl kaum benötigen.
    - Thema Gastherme
    Klar, die verbrennt nur und macht kein Plus...aber sicherlich billiger, als Deine jetzige Konstellation
    Dein Spitzenlastbedarf dürfte so bei 9-12kw liegen. Hier würde ich mir mal die "Elco Thision" Geräte anschaun. Die können zwischen 100 bis runter auf 10% der Nennleistung modulieren. Das erspart Taktungsverluste und schaffts auch häufig in den Brennwertbereich. Wenn Du einen gewillten Installateur(der bereit ist auf exorbitante Gerätemargen zu verzichten) hast....das Gerät kriegt man im i-net schon grob für 3.000 Euro. Also sollte man das durchaus für faire Preise installiert bekommen.
    - Pellets
    wären vll auch möglich...aber auch nciht billig in der Installation
    Interessanterweise steigen druch die Krise auch die Pelletspreise (weniger Produktion-> weniger Sägespäne->bei gleiche bis steigender Nachfrage)...aber generell sind die eher günstiger...ob das auch mittelfristig so bleibt? Ich hab immer meine Zweifel und glaub, dass alle Energieträger steigen.


    Was auch immer,
    ALLES ist besser, als mit Strom zu heizen.


  • Nur weil der Dachs eher nicht passt, muss man ja noch nicht weg von den BHKWs ;)
    Also müsst man mal schaun, ob es nicht kleinere Varianten gibt. Der whisper würde von den Daten schon besser passen, aber den gibt es nicht als Flüssiggasvariante (LPG). Das kleine ecopower??? keine Ahnung, ob die LPG abkönnen
    Irgendwas in der Leistungsklasse mit deutlich unter 10kw thermisch wär schon nicht schlecht.


    Nicht zu vergessen die Dampfmaschine von OTAG. In 2-3 Jahren ist ggf. auch der Honda MiniMotor Ecowil über Vaillant zu beziehen.


    Gruß,


    Gunnar