Die unendliche Geschichte: EFH - BHKW - Rentabilität

  • Hallihallo,


    eines vorneweg (statt hinten drauf): nach gut dreistündigem Studium der für mich in Frage kommenden Beiträge in diesem Forum bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass sich ein BHKW für mich nicht wirklich lohnt (wenn auch grenzwertig).


    Zur Sicherheit möchte ich jedoch gedanklich ein bisschen in der Zeit zurückreisen und Eure Meinung zu meinen Randbedingungen hören..


    Also, vor ca. vier Stunden:


    Hallihallo,


    ich plane zur Zeit einen Neubau mit folgenden Daten: EFH mit Einliegerwohnung, KG, EG, OG und DG. Ca. 500qm Wohnfläche. Da ich mich noch in der Planungsphase befinde, d. h. ich hole mir gerade Angebote von verschiedenen Bauunternehmen, kann ich momentan nur sagen, dass das Haus wohl irgendwo zwischen dem Kfw40 und Kfw60 Standard liegen wird (deutlich näher am 40er als am 60er).


    An der Größe des Hauses kann man ja schon erahnen dass die Familie (derzeit meine Frau, ich und zwei kleine Kinder) voraussichtlich noch personelle Unterstützung in Form von mindestens 2-3 Kindern erhalten wird.


    Es ist eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und Wärmetauscher sowie eine Fußbodenheizung fürs gesamte Haus geplant.


    Da es sich um einen Neubau handelt, weiß ich natürlich nicht, wieviel Energie ich zum Heizen, für Warmwasser etc. brauchen werde.


    Ich bin bis jetzt immer (ohne groß darüber nachzudenken) davon ausgegangen, dass sich für uns ein BHKW rentieren würde, da es sich ja um ein relativ großes Haus mit ca. 500qm Fußbodenheizung handelt. Auch dürfte der Warmwasserbedarf bei einer jungen (noch wachsenden) Familie überdurchschnittlich hoch sein.


    Als ich gestern bei einem Installateur war, der mir ein Konzept für die Lüftungsanlage erstellt, meinte dieser dann, als ich erwähnte, dass ich mit einem BHKW liebäugle, dass dies für mein geplantes Haus (wegen fast-kfw40, niedrigtemperatur-heizung, wärmerückgewinnung, wartungskosten) ungeeignet sei. Er würde mir da eher eine Erdwärmepumpe empfehlen.


    Gegenwart:


    Nachdem ich in diesem Forum nun ein paar threads zu diesem Thema gelesen habe, tendiere ich tatsächlich dazu, dem Installateur zu glauben.


    Habt Ihr vielleicht Erfahrung mit vergleichbaren Konstellationen oder Tipps? Ich kenn mich langsam nicht mehr aus..


    Danke schonmal für Eure Hilfe..

  • Moin Moin und Willkommen im Forum.


    Da es sich um einen Neubau handelt, weiß ich natürlich nicht, wieviel Energie ich zum Heizen, für Warmwasser etc. brauchen werde.

    Nun wenn Du schon feste Angebote einholst gibts ja auch nen Architekten - der sollte den überschlägigen Heizwärmebedarf und die max Heizleistung schon kennen!!



    Er würde mir da eher eine Erdwärmepumpe empfehlen.

    Woher hat der Installateur die Verbräuche - oder hat er nur mit der "Provision" des WP Herstellers gerechnet?? Ist aber schonmal gut das er die keine Luftpumpe (Luft WP) andrehen wollte.


    Wir benötigen auf jedenfall die Daten des Architekten, sonst wirds nur ne gaaaaanz grobe Schätzung.
    KFW 40 waren doch 40Kwh/m² und Jahr?? Du sagst etwas drüber also 45*500= 22500Kwh Heizwärmebedarf.
    Das würden beim zb. Whispergen 22500Kwh/7KW= 3214 Betriebstunden sein - grundsätzlich ein solider Wert.
    ABER von den 22500Kwh muss ja noch die Lüftungswärme abgezogen werden, tja und da liegt der Hase im Pfeffer. Hast Du Daten für die Lüftungsanlage??


    Grundsätzlich bin ich aber der Meinung das der Strom den die Lüftungsanlage verbraucht durchaus gut von einem mini BHKW hergestellt werden kann - das gibt ne klasse Grundlast.
    Nur die Hydraulische Verschaltung wird es in sich haben denn beide Wärmeerzeuger benötigen kalte Rückläufe und müssten ja (um den Vorteil des selbst erzeugten Stromes) auch nutzen zu können, gleichzeitig laufen.
    Oder gibts die Warme Luft nur über ein Luft/Luft Register??? Dann wirds einfacher mit der Hydraulik!!


    Mfg

  • Hallo,


    ich plane zur Zeit einen Neubau mit folgenden Daten: EFH mit Einliegerwohnung, KG, EG, OG und DG. Ca. 500qm Wohnfläche.......
    .....An der Größe des Hauses kann man ja schon erahnen dass die Familie (derzeit meine Frau, ich und zwei kleine Kinder) voraussichtlich noch personelle Unterstützung in Form von mindestens 2-3 Kindern erhalten wird.


    Nun ja, dann wird die nächste Zeit ja wohl immer jemand zuhause sein, und somit bei seinen Aktivitäten auch Strom verbrauchen _()_ ....
    ....kleine Kinder, viel Wäsche waschen, bügeln etc.


    Das mit dem lohnen ist so eine Sache, zumal das für und wieder BHKW eine Entscheidung ist, bei der es von äußeren Faktoren die sich eben auch noch in der Zukunft verändern werden abhängig ist.


    Bei den hohen Brennstoffkosten im letzten Jahr war die Wirtschaftlichkeit nicht so gut, wie jetzt bei den niedrigeren Energiekosten, und höheren Stromkosten. Die Wirtschaftlichkeit eines BHKW wurzelt nun mal eben darin, das die Kwh Strom mehr kostet, als die Kwh Gas oder Heizöl. Wenn ich den Strom komplett selber brauche, dann kann ich mir für jede nicht von EVU bezogene Kwh ca. 25...27 Ct "gutschreiben" (eingesparter Strombezug + förderung in den ersten 10 Jahren)


    Ich habe einen Dachs, und der läuft eigendlich auch zuwenig, aber dadurch, das ich den Strom zu 80% selber brauche, denke ich das es sich dreht.


    Als ich gestern bei einem Installateur war, der mir ein Konzept für die Lüftungsanlage erstellt, meinte dieser dann, als ich erwähnte, dass ich mit einem BHKW liebäugle, dass dies für mein geplantes Haus (wegen fast-kfw40, niedrigtemperatur-heizung, wärmerückgewinnung, wartungskosten) ungeeignet sei. Er würde mir da eher eine Erdwärmepumpe empfehlen.


    Nun ja, unsere BHKW´s sind so Umweltfreundlich, weil wir mit der Kraftwerksabwärme unsere Wohnung heizen, die Erdwärme/Luftwärmepumpe holt die wärme aus der Umwelt zurück, die die Kraftwerke einbringen! :-)_:-)


    Man darf auch nicht vergesssen, das die preisgünstigkeit auf einem Sondertarif der Stromerzeuger beruht, der kann (leider am eigenen Leib erfahren) auch schon mal gekündigt werden....
    ...rechne doch einfach mal die Kosten mit dem "Normaltarif" aus.
    Der von Alikante ins Spiel gebrachte Wispergen würde mit seiner langen Laufzeit einen großenteil des Grundlastsockels beim Stromverbrauch decken...
    ...mit einem rel. großem Pufferspeicher könnte man die Betriebszeiten dann in die Tageszeit legen wo viel Strom gebraucht wird.


    Gruß Dachsgärtner

  • Hallo,

    Zitat

    die Erdwärme/Luftwärmepumpe holt die wärme aus der Umwelt zurück, die die Kraftwerke einbringen! :-)_:-)


    Man darf auch nicht vergesssen, das die preisgünstigkeit auf einem Sondertarif der Stromerzeuger beruht, der kann (leider am eigenen Leib erfahren) auch schon mal gekündigt werden....


    das trifft den Nagel auf den Kopf. Traurig, aber wahr!!
    Erinnert so an die Geschichte mit den Nachtspeicherheizungen.


    Gruß
    Technikfreak

  • Erinnert so an die Geschichte mit den Nachtspeicherheizungen.

    Die hatten aber durchaus ihre Berechtigung - damals.
    Als es nur die großen Kohlekraftwerke ohne Netzmanagement und Strombörse gab war der Nachtspeicherstrom ein Mittel um des Nachts überschüssigen Strom - runterfahren der Kraftwerke ging nicht - wenigstens noch "Sinnvoll" zu nutzen.


    mfg

  • Dein Installateur hat recht. Bei einem Neubau mit Kfw 40-60 ist auf jeden fall eine Wärmepumpe die bessere Wahl. Ich bin zwar auch BHKW Fan aber in Deinem Fall - wenig Verbrauch, Fußbodenheizung - macht es wenig Sinn.


    Grüße Gab

  • Hallo nochmal,


    also erstmal vielen Dank für die schnellen und ausführlichen Antworten!



    Zitat

    Nun wenn Du schon feste Angebote einholst gibts ja auch nen Architekten - der sollte den überschlägigen Heizwärmebedarf und die max Heizleistung schon kennen!!


    Tja. Die Architektin ist bis Montag im Urlaub und hat uns an ihrem letzten Arbeitstag vor zweieinhalb Wochen noch schnell den Vorabzug vorbeigebracht, damit wir die Zeit ihrer Abwesenheit schon für Angebotseinholungen nutzen können. Aus diesem Grund jonglieren wir momentan mit der Erfahrung der Bauunternehmer und verschiedenen Baustoffen, um möglichst kostengünstig an den kfw40-Standard ranzukommen. Also nächste Woche weiß ich sicher mehr. Aber ich denke, generell wirds wohl ein knappes Rennen.


    Mich fasziniert eben das Konzept der BHKWs, weshalb ich mich bei einem KopfanKopfRennen vielleicht nun doch eher wieder für ein solches Entscheiden würde. Mir gefiele übrigens das ecopower3.0 am besten. Also von den Daten her.


    Viele Grüße

  • Hallo 6god,


    Tja, welches Heizsystem _()_ das ist heute wirklich nicht so einfach!


    Kleine BHKW´s oder besser "stromerzeugende Heizungen" mit Stirlingmotoren stehen ja angeblich von einigen Herstellern, wie Viessmann, Senertec in den Startlöchern. Die sollen einen baugleichen Stirlingmotor von Microgen haben und bis zu 1,1kw/el leisten.
    Aber wann stehen die zur Verfügung?


    Eine Alternative zur Wärmepumpe könnte ja auch eine Pellettherme sein. Guckst du hier:
    http://www.heizungsratgeber.de…10-von-der-firma-eta.html


    AxelF

    Wikipedia: ICH WEISS ALLES!


    Google: ICH HABE ALLES!


    Internet: OHNE MICH GEHT NICHTS!


    Strom: ACH WIRKLICH ???!!!

  • Hallo 6god,


    bei ca. 22500kWh Heizwärmebedarf zzgl. Warmwasserbedarf (Waschmaschine schön am Warmwasseranschluss anschliessen ;) ) könnte doch der LION Powerblock mit entsprechendem Pufferspeicher für Euch interessant sein. Die etwas teurere Variante kann drei Heizkreise steuern, davon zwei mit Mischer, also für Fußbodenheizung.
    Seit der neuen Software vom Dezember 2008 funktioniert das richtig gut, zumal ich als Betreiber jetzt auch zahlreiche Parameter endlich selber einstellen kann :-):-) .


    MfG
    Heidjer

    • BHKW: Lion Powerblock Erdgas modulierend 2,5 - 16 kW th / 0,2 - 2,2 kW el
    • PV: 2,31 kWp / 1x SMA Sunny Boy 2500 / 11x SunTechnics STM 210 FWS
    • PKW: Toyota Prius II
  • Hallo 6god,
    ist es nicht so, das nicht nur ein Mini BHKW sondern auch eine Wärmepumpe einen Zusatzbrenner für Spitzenlasten braucht.
    Und wenn ,ist der im Angebot mit drinn?
    Ich habe von großen Auslegungs Schwierigkeiten und anhängenden Verfahren für WP gehört. Unternehmer erhielten schon erhebliche Strafen.


    Meiner Meinung nach, bist Du nach heutigem Stand ,mit einem BHKW auf der sicheren Seite.
    Hier wird das Invest mit 100% von der KFW finanziert,WP aber nicht.
    Das hat Gründe.
    Solarthermie ca. 6,25% CO2 ersparnis zu herkömmlischem heizen KFW Hilfe = 25 %
    Photovoltaic ca. 12,50% " " KFW Hilfe = 50 %
    Wärmepumpe ca. 25,00% " " KFW Hilfe = 75 %
    BHKW ca.30,00% " " KFW Hilfe = 100 %
    Mit der Impulsförderung reduziert mann auch die Kosten für BHKW .
    Schau mal,viele nutzen die Abwrackprämie für KFZ,die eigentlich eine Umweltprämie sein soll.
    Doch wer nutzt die Impulsförderung aus gleichem(BAFA)Hause mit dem selben Ziel,C02 reduzierung!
    Die wird in den Medien nicht so beworben ,vielleicht weil der Markt für Heizungen für die Wirtschaft nicht so
    interresant erscheint.


    Für Großfamilien müste die Energieversorgung die C02 am stärksten mindert, favorisiert sein.
    Die folgenden Generationen zahlen dann eventuell weniger.


    Ein Tip,lass Dir ein BHKW anbieten und melde das bei der BAFA proforma an.
    Das kostet nichts berechtigt aber an der Teilnahme am Impulsprogramm.
    Eine Maßnahmendurchführung kann 9 Monate brauchen.Wieder das gleiche wie bei der KFZ Umweltprämie!


    Gruß Haro.

  • Hallo 6god,


    bei ca. 22500kWh Heizwärmebedarf zzgl. Warmwasserbedarf (Waschmaschine schön am Warmwasseranschluss anschliessen ;) ) könnte doch der LION Powerblock mit entsprechendem Pufferspeicher für Euch interessant sein.


    Das denke ich auch - der LION Powerblock hat maximal 16kW, d.h. für das gut gedämmte Haus sollte kein externer Spitzenbrenner notwendig sein. Der maximale Leistungsbedarf wird bei Neubauten auch weniger durch den Heizbedarf im Winter bestimmt, sondern durch für Warmwasserzubereitung (-> 2 Wannenbäder einlassen und parallel Dauerduschen).


    Im Prinzip ist ein gutgedämmtes Haus sogar besser für die KWK geeignet als ein schlecht gedämmtes Haus, weil dann der gleichmäßige Wärmebedarf fürs Warmwasser stärker sichtbar ist. Der saisonal schwankende Raumwärmebedarf erzeugt dann nicht so große Unterschiede im Jahresverlauf der thermischen Gesamtlast. Damit ist die Auslastung einer Mikro-KWK-Anlage besser, auch wenn man eher ein kleineres Gerät braucht. (Statt Dachs und Ecopower also eher ein 1 kW Stirling oder gar ne Brennstoffzelle ;-).


    Gruß,
    Gunnar