Lohnt KWK im Einfamilienhaus ?

  • Hallo Zusammen,


    ich lese schon seit geraumer Zeit hier im Forum mit. Jetzt bin ich auch am überlegen mir evtl. ein BHKW in unseren Keller zu stellen.


    Sorry ich weiß, wurde glaube ich schon mal diskutiert :S


    Habe mich auch schon mal selber damit befasst. Sind ja genug Anregungen und Rechnungen im Forum zu finden. bei mir wird dass aber wohl eine ganz enge Sache mit dem BHKW .


    Zu den Daten:


    Einfamilienhaus mit Büro im Untergeschoss:
    Bj 1989
    Nicht besonders gedämmt, Doppelverglasung.
    300 m3 Wohnfläche / beheitzte Fläche


    Bisheriger Heizkessel: Viessmann Vitola, 24 KW. Heizung + WW (Boiler 140L, Zirkulation), ohne Pufferspeicher.
    Meines Erachtens ein wenig überdimensioniert.


    Gasverbrauch im Schnitt 39.000 KWh/a
    Strombezug mit Büro im Untergeschoss ca. 7.000 KWh/a


    Wäre nett wenn mir Jemand helfen könnte


    Vielen dank schonmal
    Philipp

  • Eher nicht.
    Du liegst irgendwo bei 2.000 std. bei der verbreitesten Leistungsklasse.
    Das einzigste wäre ein Whispergen der aber bei dir auch recht groß erschein, Firestarter hat da schon einige Berechnungen für den Kleinen hier eingestellt.
    Bitte einmal die Suchfunktion nutzen, und dort zum Whispergen einlesen.


    Ansonsten wird dir solltest du nachbarn haben, eine Nahversorgungsnetz, nicht nur ein BHKW rentabel machen.
    Sondern auch die Investkosten je Haus rapide senken!
    Also in beide Richtungen denken, wobei Nahversorgungsnetze mein Favorit sind, den so kommen mehrere Nutzer an ein BHKW und man kann größere Anlagen verbauen die einen besseres Verhältniss Kosten je KWH haben.


    Bernd

  • Moin,


    da kann ich mich Bernd nur anschliessen - die aktuell gängigen BHKW sind groß für dein Häuschen und würden deshalb nicht kostendeckend zu betreiben sein.


    Es gibt aber einige neue Hersteller am Markt die sich an noch kleineren BHKW versuchen. Der Whisper ist derzeit wohl der bekanteste unter den kleinen - hat aber den Nachteil nur 1000Watt elt. zu bringen genau wie der Lion.


    Schau mal unter http://www.waetas.de/index2.htm die bieten micro-BHKW mit 2,4,6KW elt. an. Du kannst auch auf die BAFA Liste kucken und dort die wenigen Micro-BHKW raussuchen.


    Ein ganz großer Nachteil ist das noch keiner ein solches Gerät gesehen hat bzw. betreibt (gilt nicht für Lion und Whisper) und deshalb weder positive noch negative Berichte existieren. So ist das halt mit neuen Firmen am Markt!!


    Mfg

  • Hallo und Herzlich Willkommen im Forum,


    wie meine Vorredner schon sagten,
    wird es etwas eng für eine BHKW-Anwendung.
    Der Tip mit einer Nahwärmeversorgung (natürlich wieder von Bernd) ist gut, denn nicht nur im Invest spart das Kosten (man denke z.B. an Kosten für Schorni, Gasgrundgebühr, Zähler usw usw...da kommen fix ein paar 100€/a zusammen)


    ansonsten,
    gibts mittlerweile auch ein paar kleine Anbieter...(recht neue)
    auch das abgeregelte (weil eigentlich ist es ja ein großes) ecopower ist schon relativ klein.
    aber Euer Strombezug ist nicht sonderlich hoch, so dass eine hohe Generatorleistung kaum von nöten ist (alles was mehr ist, muss eingespeist werden, was kaum was bringt)


    der Whispergen wurde bereits genannt,
    hier möchte ich allerdings im Gegensatz zu meinen Vorrednern darauf hinweisen, dass der ursprünglich aus dem maritimen Bereich kommt und somit schon einiges an Erfahrung mitbringt...auch in Europa laufen und liefen schon einige Testgeräte erfolgreich seit ca. 2006....so dass ich etwaige Befürchtungen (weil er als BHKW in D recht neu ist) bezüglich der Risiken entschärfen möchte.


    Elektrische Leistung ist gering,
    aber z.B. in Eurem Fall ist kaum mehr von Nöten, da ihr eh nur einige 100W Grundlast habt und für Lastspitzen aus Wasserkocher, Herd und Fön ein größeres keinen Sinn macht.
    Simulierte Laufzeiten liegen bei ca. 4.800 Stunden im Generatorbetrieb.


    In einem der letzten Themen kamen Widersprüche zu den Datenblattangaben auf. Hier versuchen wir als Forum Klarheit zu schaffen. Falls da nichts großartige skrummes ist (und man insbesondere 1kw Nennleistung hat) könnte man ihn durchaus ihn Erwägung ziehen.

    Zitat

    Bisheriger Heizkessel: Viessmann Vitola, 24 KW. Heizung + WW (Boiler 140L, Zirkulation), ohne Pufferspeicher.
    Meines Erachtens ein wenig überdimensioniert.


    ein wenig, ist ein wenig untertrieben.
    Ich komme auf eine simulierte Spitzenlast von ca. 14 KW
    - falls whisper interessant wird, könnte es ein klein wenig (als stand-alone) eng werden, denn er macht "nur" 12kw
    aber....wenn sich durch eine effizientere Technik Einsparungen ergeben, dürfte es vom Gefühl her sogar reichen
    Man könnte ja 1-2 Jahre den Gaskessel daneben stehn lassen und wenns unproblematisch auch ohne läuft dann handeln
    - falls der Kessel drin bleibt, bei der nächsten Wartung ruhig einen Gasdüsenwechsel auf kleine Lesitugn vorsehen
    Dürfte kaum was kosten und das Teil kommt seltener ins takten.

  • Vielen Dank für die zahlreichen Antworten.


    Whispergen habe ich mir schon mal angeschaut.
    Die technischen Daten sind für mich aber doch ein wenig irreführen:


    Elektrische Leistung bis zu 1KW ?
    Liegt es Vielleicht an den Rücklauftemperaturen des Heizkreises damit der Stirling ausreichend gekühlt wird?
    Thermische Leistung: Minimum 5 KW, Nennbetrieb bis zu 7 KW ? Heißt das, dass der Stirling erst bei 7 KWth läuft?



    Da könnte man mal bei einer Flasche Bier drüber Diskutieren :-)@@(-:
    Hallo Bernd: Mit dem Nahwärmeversorgungsnetz habe ich mir überlegt. Doch mussten wir bei uns die Leitungen komplett quer durch den Keller / Büro legen, beim Nachbarn sieht es ähnlich aus.
    Das wäre doch ein immenser Aufwand.


    alikante: Danke für den Link. Diese Powerstation macht aus technischer Sicht einen guten Eindruck: 6 KWth, 2 KWel. Guter Schnit für so ein kleines Ding. Aber max. Vorlauftemp. 65°C.


    firestarter: Wow so viele Tipps auf einmal, Respekt.


    Das kleine ecopower ist warscheinlich schon zu unrentabel für unsere Zwecke. Vor allem wenn es häufig im Teillastbereich läuft (Wartung).



    Das mit dem Whispergen , dass der aus dem maritimen Bereich kommt wusste ich. Da lief das Ding noch auf Gleichstrom.
    Es gibt für den whisper natürlich ein dickes PLUS weil er sich schon bewährt hat und weil der Stirling wohl sehr Wartungsarm ist.
    Andererseits ist das Verhältnis Thermischer / Elektrischer Ausbeute sehr mager.


    Wie bist du denn auf die 4.800h Laufzeit gekommen? Hast du die im Zusammenhang mit dem Whisper ausgerechnet, mit 5,5 oder mit 7 KW? Vielleicht noch wichtig: Die Anlage soll in Stuttgart stehen.


    Der Vissmannkessel ist schon überdimensioniert. Aber Vielleicht haben die 24 KW was mit der WW Bereitung zu tun. Damit er den voll aufgedrehten Wasserhahn abdecken kann. - OK ist Schwachsinn. Der Kessel muss eh raus wenn das BHKW kommt.


    Spitzenlast von 14 KW. Aha, könne (nach Bauchgefühl) fast hinkommen. Bei welchen Minusgraden Draußen? Die 2 fehlenden KW können wir mit unserem Kachelofen abdecken oder ich wickel einen Tauchsieder um den Heizungsvorlauf. ))))


    Schöne Grüße
    Philipp

  • Naaabend

    Zitat


    Whispergen habe ich mir schon mal angeschaut.
    Die technischen Daten sind für mich aber doch ein wenig irreführen:


    Elektrische Leistung bis zu 1KW ?
    Liegt es Vielleicht an den Rücklauftemperaturen des Heizkreises damit der Stirling ausreichend gekühlt wird?
    Thermische Leistung: Minimum 5 KW, Nennbetrieb bis zu 7 KW ? Heißt das, dass der Stirling erst bei 7 KWth läuft?


    da bemüht sich das Forum gerade um Klärung
    ....dazu wird s die Tage sicherlich neuere Info's dazu geben ;)
    vorab dazu: es sieht eher nach Nennleistungsangaben aus


    Zitat

    Da könnte man mal bei einer Flasche Bier drüber Diskutieren :-)@@(-:


    dem bin ich überhaupt nicht abgeneigt *Achtung insider* ))))
    aber Bonn????
    naja, vll. bist Du ja einer der Beamten, die mal so flux auf lau nach Berlin vorbei schaun können
    ...dann fände sich sicherlich eine Möglichkeit :D


    Zitat

    Hallo Bernd: Mit dem Nahwärmeversorgungsnetz habe ich mir überlegt. Doch mussten wir bei uns die Leitungen komplett quer durch den Keller / Büro legen, beim Nachbarn sieht es ähnlich aus.
    Das wäre doch ein immenser Aufwand.


    Nun ja,
    aufwand muss vertretbar bleiben....müsst man mal durchrechnen lassen
    evt. gehts ja einfacher mit ner kleinen buddelaktion durch den Garten ;)


    Zitat

    alikante: Danke für den Link. Diese Powerstation macht aus technischer Sicht einen guten Eindruck: 6 KWth, 2 KWel. Guter Schnit für so ein kleines Ding. Aber max. Vorlauftemp. 65°C.


    ABER 65°C???
    Soll das heissen, ihr braucht öfters mehr???
    Also selbst ein schlechter Altbau sollte mit einem ordentlichen hydraulischen Abgleich heutzutage damit auskommen


    joar,
    das Verhältnis elektrisch/thermisch ist echt mager
    aber, verkaufter Strom bringt kaum pluspunkte....sodass hauptsächlich auf den eigengenutzten geschielt werden sollte.
    Wenn ihr nun 25.000kwh erzeugen würdet, ändert das nichts an Eurem geringen Bedarf von 7.000 h


    auf die 4.800h
    bin ich mit einer eigenentwickelten software gekommen
    ..hier allerdings mit den Klimadaten für Bonn...müsst ich dann ncohmal schaun
    entspicht keiner DIN, aber das tun auch die Herstellerberechnungen nicht (die ggf. anfechtbar wären)
    Drum...alles ohne Gewähr (ist halt nur eine Abschätzung)
    ...aber praktisch, sind die Ergebnisse schon recht brauchbar und nicht gänzlich verschiedene, wie sie diverse Hersteller ermitteln ;)
    gerechnet mit 7kw thermisch


    die 24kw "könnten" schon für eine gute Zapfleistung sorgen,
    aber dann bräucht man auch keinen Boiler sonder könnte gleich auf Durchlauferhitzung gehn.


    Spitzenlast von 14kw hat auch mein tool ausgespuckt
    ...es gibt auch andere Abschätzungsvarianten...z.B. die Schweizer Formel
    Wird gerne von diversen Leuten verwendet, die den überdimensionerten Herstellerangaben nicht vertrauen. Diese Faustformel ist dort absolut gängig und nimmt einen Wert von Jahresverbrauch in kwh durch 3000 als Grundlage (also noch etwas weniger, als ich annehm)
    Falls es knirsch wird, muss der Kessel auch nicht raus...bzw. als backup darf der auch drinbleiben
    Macht ja nichts, wenn der eh so gut wie nie in anspruch genommen wird.


    Bei welchen Temperaturen die Spitzenlast erreicht wird???
    hmm...da möcht ich Dich nicht verängstigen. Ich bin da meist unter dern Angaben der Kesselhersteller
    ...eigentlich gilt für die Auslegungtemperatur ein Wert, der aus "die Temperatur, welche in den letzten 20 Jahren mindestens 10mal für 2 Tage erreicht wird" ermittelt. Interessanterweise, haben manche recht laaaange Zeitreihen und auch das wie.
    Ich halt mich auch dran, komm da aber z.B. in Berlin eher auf einen Wert von -10°C und nciht auf -16°C wie es manch Herstellertabelle macht. Und wir reden hier von Tagesdurchschnittstemperaturen (!) diesen Winter haben wir sie mal geknackt...aber selbst wenn's knirsch wäre, bringen mich 2 Tage wo es im Wohnzimmer nur 18 statt 21 Grad bringt nicht um.


    Ihr habt noch einen Kachelofen/Kamin?
    da braucht ihr Euch dann überhaupt keine Sorgen zu machen...der schafft deutlich mehr als 2kw...für den Fall der Fälle

  • So, bin wieder online


    firestarter: Nein, bin kein Beamter, da bleib ich lieber Student :roflmao:
    Nach Berlin ist doch schon ein Stückchen... Aber wir können uns ja in der Mitte, auf der Hannovermesse, treffen - wolte ich die Woche sowiso hin. :hexe:


    "Vorlauftemp. über 65°C": Nein brauchen wir natürlich nicht, höchstens um WW zu machen. Ich dachte eher an eine höhere Temperatur um mehr Wärme in einem Puffer speicher zu können.


    Sagen wir mal im Winter VL Temp 50 °C, wenn ich dann im Puffer nur max. 65 °C habe, habe ich eine Spreizung von 15 K.
    Das wären bei einem 1000 L Puffer ca. 17 KWh.
    Damit käme ich im Winter vielleicht ne gute Stunde aus -> BHKW taktet zu häufig?
    Mal abgesehen davon, dass das BHKW im Winter überhaupt dazu kommt den Puffer zu laden. Aber in der Übergangszeit.


    Korrigiert mich wenn ich einen Fehler gemacht habe.


    Also mein momentaner Stand wäre vorzugsweise der Whispergen .
    Braucht der denn überhaupt einen Pufferspeicher? Sind bei dem die Starts auch so kritisch wie beim Verbrennungsmotor?
    -> Ist ja ein Stirling.
    Gut, der "Heißluftmotor" braucht sicher auch 1-2 Min. um zu starten. Dann wäre es von elektrischer Seite betrachtet doch besser einen kleinen Puffer zu verbauen. Evtl. Einen mit integrierter WW Bereitung.


    Was mein Ihr dazu?


    MfG Philipp

  • Ich bins nochmal


    Habe gerade der Firma AEM ein paar Technische Daten entlocken können.


    Die angegebenen 5,5 KW th Minimum und 7 KW th Nennleistung sind abhängig vom Brennwertnutzen, also von der Rücklauftemp.
    Der Stirling läuft nach Aussage von AEM in beiden Fällen.


    Angeblich gibt es keine Probleme mit höheren Rücklauftemperaturen, z.B. dass der Stirling keine Ausreichende Temperaturdifferenz erhält.


    Die maximale Vorlauftemp. beträgt 82 °C


    Lieferzeit momentan 3. Quartal 2009


    Der Preis ist ein Komplettpreis und beinhaltet: Whispergen , Puffer mit Wellrohr, Regler und diverse Teile für die Einbindung. 11.900 €


    Wer bietet weniger?


    Philipp

  • Hallo firestarter,


    du hast mir bisher immer sehr geholfen mit deinen Antworten. Vielen Dank dafür.
    Wärst du so net und könntest mein Objekt nochmal durchrechnen mit Sitz in Waiblingen (bei Stuttgart)?


    Bj 1989


    300m2 beheizt
    Gasbrenner 24 KW
    39000KWh/a
    Strom 7000KWh


    Danke dir schon mal.