Ist ein BHKW etwas für uns? Immer die gleiche Frage!

  • Hallo,


    ich will mich bzw uns kurz vorstellen, damit jeder weiß mit wem er es zu tun hat.


    Ich bin Matthias, 30, Beamter (Garantie für 2 linke Hände und eingeschränktes Technikwissen :D ) und plane mit meiner Frau Jeany unseren Umbau/Umzug in unsere neue Heimat.
    Im Laufe des Jahres geht es für uns aus meiner Heimat Wilhelmshaven, in Jeanys Heimat Bünde.
    Dort haben wir die Möglichkeit eine Scheune umzubauen, die zum land.Betrieb meiner Schwiegereltern gehört.


    Da ich hier in WHV eine DDH mit Erdwärmepumpe besitze wollen wir natürlich auch im neuen Haus etwas in der Art haben.
    Wir haben uns für ein BHKW entschieden, weil ich irgendwo einmal gelesen habe "ein BHKW muss laufen, sonst lohnt es sich nicht".


    Objektbeschreibung:
    Das Objekt besteht aus einem Haupthaus und einer Scheune.
    Das Haupthaus ist isoliert, wie kann ich nicht genau sagen. An den Wetterseiten des Hauses wurde eine Außenverschalung vorgenommen. Neue Fenster sind eingebaut, aber wie da so in Bauernhausern ist....laaaaaaaaange Flure, kein Fußbodenheizung etc.pp. Im Winter war es bitterlich kalt, weil das Öl ja so teuer war.
    Die Scheune soll hingegen mit allem was geht optimal isoliert werden, um keine Heizkosten zu verschwenden.
    Gesamtwohnfläche beträgt zwichen 350-400m² (ggf. soll noch die Teichheizung an die Heizung angeschlossen werden, aber das ist wohl eher was für ein Teichforum)


    Da meine Schwiegereltern nicht weiter investieren wollen und lieber frieren, wir dort umbauen und wohnen durfen haben wir entschieden die Heizung zu kaufen.
    Somit und mit dem Spruch "ein BHKW muss laufen, sonst lohnt es sich nicht" sind wir dann auf ein BHKW gekommen.


    Sind wir auf dem falschen Dampfer?
    Hat jemand mit einem ähnlichen Projekt Erfahrungen?
    Wir dachten an einen "Dachs", ich favorisiere RS. Mir gefällt die Idee mit dem Papsöl...das könnten wir selbst anbauen *g*


    Soweit ersmal....

  • So, nun habe ich mal ein paar mehr Daten zum Haupthaus bzw zur Scheune



    Haupthaus:
    Ölverbrauch: 4500l/Jahr und es ist bitterlich kalt im Haus
    Stromverbrauch: 3500kwh


    Scheune:
    Ich kann dort leider nichts zum Verbrauch sagen.
    Aber ich kann einige Verbraucher nennen die außerhalb des „normalen“ sind.
    In unserem jetzigen Haus haben wir ca. 3500kwh
    aber ohne folgende Extras:
    2 amerikanische Kühlschränke (A+)
    1 große Gefriertruhe (A++)
    2 Aquarien + Technik (1000l + 200l)
    1 Teich, ca 120 qm mit entsprechender Filteranlage und Technik
    Büro mit mehreren PC die 24/7 laufen
    Vllt. konnt Ihr damit etwas anfangen.

  • Hallo und Tach,
    zuerst einmal schön das ihr über ein BHKW nachdenkt, aber nur mit den Spruch gut zu finden reicht nicht...
    Zuerst solltet ihr konkret an die Planung der Scheune mit deren Heizungsauslegung gehen und m² festlegen, ausmessen bzw vom Fachmann berechnen lassen, da ja eine Scheune nicht gerade mit einem Wohngebäude (gerade was die qm angeht) nich unbedingt zu vergleichen ist. Ist die Scheune denn im moment überhaupt beheitzt? Was steht an Speichern zur Verfügung und wieviel kw Leistung hat die alte Ölheizung?
    Ein BHKW hat auf jeden Fall einen höheren Ölverbrauch als die jetzige Heizung, da ihr den Strom allerdings dann selbst produziert, spart ihr zwar die Stromkosten vor allem im Winter, allerdings sollte man nicht meinen das deine Schwiegereltern finanziell entlastet werden monatlich...



    Gruß vom HAUBÄR

  • Moin matti.meyer,


    ganz entscheidend für die Auslegung eines BHKW zur Deckung der Grundlast ist der ganzjährige Warmwasserverbrauch. Kannst du dazu Angaben machen?


    Gruß Dietrich :S

  • Hallo matti.meyer


    und noch nachträglich Herzlich willkommen im Forum!
    Wie Haubär schon schrieb, wird das wohl ohne Fachplanung nix werden. - Wer soll denn den Um- & Ausbau machen? Der Planer dafür sollte auch eine Energiebedarfsrechnung zustande kriegen, die dann als Grundlage für die Haustechnik-/Heizungsplanung dient (als Fußbodenheizung ausführen!).
    Aufgrund der bereits genannten Zahlen, wäre wohl ein Dachs zu groß, aber ein Ecopower e3.0 (ca. 16kEUR + Puffer + Einbau) könnte ganz gut passen. Der geht aber nur mit Erd- oder Flüssiggas! - Wenn beides nicht in frage kommt, wird das mit einem Öl-Dachs wirtschaftlich recht eng. Der Rapsöl-Dachs ist nicht nur in der Anschaffung sondern auch bei der Wartung und beim Brennstoffpreis deutlich teurer und deshalb nur etwas für Umwelt-Enthusiasten, die das nötige Kleingeld übrig haben. Wenn das Rapsöl allerdings für lau zu haben ist, sieht das ganz anders aus. - Wie groß ist denn der Landwirtschaftsbetrieb?



    Denkmaler

  • Hallo Matti


    und Herzlich Willkommen im Forum


    puh,
    da hst Du mit Deinen Ideen ziemlich viel Fragen aufgeworfen.


    ...Fragen,
    die äußerst die sher komplexer Asufürhungen bedürfen und meine ohnehin schon nicht so kurzen Ausführungen (soviel Selbstkritik muss sein )))) ) noch gewaltiger werden lassen dürften.


    na fangen wir mal an

    Zitat

    Ich bin Matthias, 30, Beamter (Garantie für 2 linke Hände und eingeschränktes Technikwissen :D )


    Schön, dass Du sowas gleich ranstellst (auch ein Selbstkritiker, was?)
    da wissen wir immerhin, dass wir im Berecih der Haustechnik auch eher mit geringeren Vorkenntnissen zu rechnen haben
    Machen wir es kurz: Die Thematik ist nicht ohne (geht ja in Zeiten steigender Energiepreise auch um eine Menge Geld) und gerade im Bereich der BHKWs äußerst komplex.

    Zitat

    Wir haben uns für ein BHKW entschieden, weil ich irgendwo einmal gelesen habe "ein BHKW muss laufen, sonst lohnt es sich nicht".


    Puh,
    also dass ihr an ein BHKW denkt ist sehr löblich,
    aber einfach so (eher aus einem Bauchgefühl getroffen?) nicht hinzunehmen. Wenn man ein Objekt hat und sich über die Energeiversorgung Gedanken macht, sollten erstmal sämtliche Varianten in betracht gezogen werden. Und dann Stück für Stük der Kreis aus den Anforderungen wie Objektdaten, dann wirtschaftlichen Gründen, oder auch ökologischen Präferenzen langsam eingeengt werden....bis man halt DIE Lösung für SICH gefunden hat.
    Wir hier glauben an die Vorteile der BHKWs und beleuchten solche Lösungen gern...aber nciht nur, so dass Du bei uns schon nicht verkehrt bist...selbst wenn es vielleciht nicht bei Euch passen sollte (und was anderes bei raus kommt)


    Zitat

    Das Haupthaus ist isoliert, wie kann ich nicht genau sagen. An den Wetterseiten des Hauses wurde eine Außenverschalung vorgenommen. Neue Fenster sind eingebaut, aber wie da so in Bauernhausern ist....laaaaaaaaange Flure, kein Fußbodenheizung etc.pp. Im Winter war es bitterlich kalt, weil das Öl ja so teuer war.


    Zitat

    Haupthaus:
    Ölverbrauch: 4500l/Jahr und es ist bitterlich kalt im Haus
    Stromverbrauch: 3500kwh


    Kannst Du evt. noch etwas zum Haus sagen...also z.B. wieviel m² es hat?
    Was bisher für ein Kessel drin ist (kw Leistung, Baujahr, erfolgte die Warmwasserbereitung zentral?)

    Zitat

    (ggf. soll noch die Teichheizung an die Heizung angeschlossen werden, aber das ist wohl eher was für ein Teichforum)


    Joar,
    für die Feinheiten der Teichspezifischen Anforderungen, kannst Du gern da mal schaun
    ...aber für uns ist das auch seeehr interessant.
    IOst eine Teichbeheizung tatsächlich geplant? (Ist ja auch ein kleiner Luxus)
    falls ja, welchen Wärmebedarf wird daraus resultieren (evt grobe Abschätzung von den Experten des Teichforums)
    ...denn wenn, dann sollte die Wärme auf jedenfall von der Heizanlage kommen und bestimmt nicht elektrisch erfolgen.
    [an die Experten hier....das wär doch mal was, für eine Vollbrennwertnutzung, was ;) ]


    ...und wo wir beim Teich sind

    Zitat

    1 Teich, ca 120 qm mit entsprechender Filteranlage und Technik


    hier wären auch ungefähre Verbrauchswerte nett
    ...bei 120m² kommt sicherlich ordentlich was zusammen, was wesentlich für die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit eine Rolle spielen sollte. Versuch mal hier Werte wie durschnittlichen Enegrgiebedarf und co zu besorgen.


    Für den Wärmebedarf des Haupthauses und der "dann" umgebauten Scheune
    sollten tatsächlich die Berater vor Ort eine Aussage treffen können. Der Architekt (?) oder wer auch immer Euch beim Umbau berät, sollte sowas machen/gemacht haben.
    auf jedenfall jegliche Maßnahmen der Einsparung (Dämmung und co) ausschöpfen.


    Zitat

    Wir dachten an einen "Dachs", ich favorisiere RS. Mir gefällt die Idee mit dem Papsöl...das könnten wir selbst anbauen *g*


    Wioe gesagt,
    eine Festlegung auf BHKW würd ich zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht treffen...und auch nicht auf einen speziellen Typ.
    Villeicht passen auch ganz andere.


    Zum Thema Rapsöl generell
    - BHKWs mit Rapsöl werden nicht nach dem KWK-Gesetz gefördert, sondern nach dem EEG-Gesetz
    Das hat Vorteile im Bezug auf des Förderzeitraumes und auch den Objektanforderungen (dort speist man den Strom eher voll ein, und somit muss man nicht auf Dinge wie Stromeigennutzung schielen, was bei Anlagen nach KWKG absolut wichtig ist)
    Das hat aber auch Nachteile, da die Vergütung fix ist und man bei steigenden Energiepreisen im gegsatz zur anderen Förderung schlechter dasteht.
    - Rapsöl-Maschinen brauchen deutlich höhrere Wartungskosten (Abstand des Wartungsintervalls)
    - Die Standfestigkeit ist eher geringer
    ...alles in allem sind m.E. Rapsölmaschinen im augenblick eher nicht so sehr zu empfehlen


    speziell bei Euch
    - Wenn man es für Lau bekommt....dann müsste man es mal komplett durchrechnen...dass könnte (muss es aber nicht!!!) schon wieder interessanter laufen.



    Nun könnte man bei Euch ein paar Abschätzungen treffen,
    aber darauf würde ich ausnahmsweise mal verzichten und lieber auf konkretere Zahlen von Dir Warten, also
    - Wärmebedarfsrechnung vom Architekten (oder wer auch immer das da macht)
    ....noch besser einen fähigen Energieberater suchen !
    - Angaben zum Bedarf für die Teichheizung
    - Angaben zum Strombedarf für die Anlagentechnik für Teich


    auf den aller ersten Blick,
    könnte es eher eng für ein BHKW werden, ABER insbesonder durch die Teichtechnik (Stromgrundlast) könnte es doch eine interessante Ksite werden.

  • DANKE für die vielen Antworten.
    Ich werde mal probieren alle Fragen zu beantworten, soweit möglich.
    Die Fragen nach dem Verbrauch des Teichs habe ich in einem anderen Teichforum gepostet und werde die Antworten nachreichen.

  • Zitat

    „zuerst einmal schön das ihr über ein BHKW nachdenkt, aber nur mit den Spruch gut zu finden reicht nicht...“

    Also der Spruch war nicht der ausschlaggebende Punkt für die Überlegung eines BHKW , habenuns aber neugierig gemacht. In unserem Projekt geht es ja darum, dass wir ein „altes“, schlecht gedämmtes Haus und einen „Neubau“ gemeinsam versorgen wollen.



    Zitat

    konkret an die Planung der Scheune mit deren Heizungsauslegung gehen und m² festlegen

    Fläche für die Fußbodenheizung für die Scheune wird ca. 250 m² betragen. Die Scheune ist zur Zeit nicht und wird als Lager benutzt. Es stehen dort keine Speicher zur Verfügung.

    Zitat

    Warmwasserverbrauch

    Also ich kann dazu keine genauen Angaben machen. Aber ich glaube mal, dass bei meinen Schwiegereltern der WW-Verbrauch bei 38-40m³ liegt und bei uns lag er in der letzten Periode bei 42m³. Kann das angehen?



    Genau das versuche ich ja hier zu machen. Wenn wir nur mit Mühen und Schönrechnen wirtschaftlich sind, dann kommt es für uns nicht in Betracht. Um dieses auszuloten bin ich hier.



    Zitat

    Kannst Du evt. noch etwas zum Haus sagen...also z.B. wieviel m² es hat?
    Was bisher für ein Kessel drin ist (kw Leistung, Baujahr, erfolgte die Warmwasserbereitung zentral?)

    Haupthaus ca. 150 m² Wohnfläche
    Scheune ca. 250m² Wohnfläche
    Zur Heizungsanlage kann ich leider keine Angaben machen, besorge ich aber.


    Zitat

    Ist eine Teichbeheizung tatsächlich geplant? (Ist ja auch ein kleiner Luxus)

    Ja ist Sie. Der Teich soll im Winter erwärmt werden. Die Wärme soll von der Heizungsanlage kommen. Verbrauchswerte etc.pp reiche ich nach.



    Zitat

    Rapsöl

    Ist auch schon raus aus dem Rennen ....

  • Nachdem was ich gelesen habe -sei es hier oder in anderen Stellen- sind Investion, Wartung etc. sehr hoch.
    Der Vorschlag Brachland für Raps zu nutzen war nicht der Renner *g*, Land soll verpachtet werden. Somit wird es nichts mit der Selbstherstellung.


    Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren, wir sind ja noch mitten in der Planungsphase. Hoffe ja hier "das Richtige" für uns zu finden.

  • Mmmmmh nochmal ne Frage,


    ein ggü.liegendes Objekt gehört zur Familie. Es ist ein MFH mit 3 Wohneinheiten.
    Wäre es sinnvoll zu Prüfen, ob man es mit an die Stromversorgung anschließt?


    :offtopic: Ich weiß Fragen, Fragen, Fragen...

  • VERSPROCHEN der PROFI kommt!
    Wir haben in den nächsten Wochen mehrere Termine mit dem Architekten. Dann kommt auch noch der Energieberater hinzu.


    Anschluß an das andere Haus:
    Das Problem ist, dass Haus ist ca. 60m entfernt oder ist das gar kein Problem?
    Da war ja was mit meinem Technikverständnis ))))


    Gruß
    Matthias

  • Moin,


    60 meter ist etwas viel für ne Wärmeleitung an der nur 3Wohnungen hängen!! Dem Strom wärs egal , das macht aber allein keinen Sinn.


    Bitte beobachte den Architekten und Energieberater , wenn die beim Wort BHKW ein fragendes bis verstörtes Gesicht machen sind es die falschen Profis. )))) ))))