Wie binde ich den Nachbarn ein?

  • Hallo,


    da ein Heizungsautausch ansteht, überlege ich die Anschaffung eines BHKW für mein efh (200m² Wohnfläche). Stromverbrauch pro Jahr ca. 8.000 kwh, Heizung (gas) ca. 22000 kwh pro Jahr. Warmwasser läuft bisher über Strom. Frage 1: loht sich dann überhaupt ein bhkw? Frage 2: ggf. könnte ich meinen Nachbarn mit einbinden. (2-Fam. Haus ca. 200 m² gesamt). Die Verbräuche sind mir bisher nicht bekannt, Warmwasser läuft dort über Gas. Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um den Nachbarn mit anzubinden? Der Anschluss bezieht sich vermutlich nur auf den Strom? Müsste also nur ein Kabel (durch den garten) verlegt werden (Entfernung ca. 90 Meter)? Welche Vorteile ergeben sich für den Nachbarn, wenn er mitmacht. Danke für einen Tipp.


    Max

  • Moin Helpme und willkommen im Forum.


    im allgemeinen wir aus einem BHKW im EFH kein Goldesel weil ganz nüchtern betrachtet das Gebäude zu klein und damit der Energieverbrauch zu gering ist!!


    Ganz Überschlägig könnte man mal mit dem Whispergen (das kleinste Gerät, und hoffendlich ab März am Markt) rechnen.


    Deine Zahlen: 22000KWh Heizung : 5Kw = 4400Betriebstunden ok das klingt ganz ordentlich ABER wenns drausen zu kalt wird werkelt das Gerät mit 12KW und schmälert so die Betriebstunden.(dazu wäre die Heizlast des Gebäudes wichtig)


    In besagten 4400Stunden würde die Kiste 4400KWh elt erzeugen und 4400m³ Gas verbrauchen. Kosten würde das Teil warscheinlich 12000Glocken minus BAFA Förderung 1360€ = 10640€


    So nun kannst Du mal selber weiterrechnen ob es sich für Dich persönlich lohnt.


    mfg


    PS 1~230Volt über 90meter an den Nachbar zu liefern ist nicht Sinnvoll

  • danke für die Hinweise. Ein paar Rückfragen hätte ich noch, da ich "Anfänger" bin:


    Was passiert, wenns draussen kalt wird? Warum schmälert das die Betriebsstunden? Wie ermittele ich die Heizlast? Was ist das für ein Wert? Mit dem Weiterrechnen tue ich mich etwas schwer, gibt es irgendwo ein excel-sheet für so eine rechnung? Warum ist das mit dem Kabel zum Nachbarn ein Problem, geht über die Distanz etwas "verloren"?

  • Hallo helpme


    und Herzlich Willkommen im Forum.


    Zitat

    Frage 1: loht sich dann überhaupt ein bhkw?
    Frage 2: ggf. könnte ich meinen Nachbarn mit einbinden. (2-Fam. Haus ca. 200 m² gesamt).


    zu 1. ökologisch auf jedenfall, wirtschaftlich...naja, wie alikante schon sagte...im EFH sind die Verbräuche in der Regel so gering, dass es kaum geeignete Geräte gibt, die einen wirtschaftlichen Betrieb zulassen.
    ...aber es kommt Besserung, da mittlerweile einige Anbieter in den Markt für EFHs vorpreschen.
    zu. 2. Eine Einbindung des Nachbarn kan die Misere des "zu geringen Verbrauchs" abfedern. In Deinem Fall, wäre aber eine rein elektrische Einbindung wohl nciht ausreichens. Wenn Du z.B. sowas wie einen Dachs hättest, würde die Laufzeiten nur bei 2.000+x Stunden betragen. also bräuchte man auch einen thermischen Nachbarn. Ein Nahwärmenetz zu Deinem Nachbarn der auch sein Haus mit Wärme versorgt wäre denkbar (solch ein Ausbau wird auch gefördert). Das würde den thermischen Bedarf erhöhen, längere Laufzeiten ermöglichen und eher einen wirtschaftlichen Betrieb gewährleistn.


    das müsste man sehr genau durchkalkulieren, da ja mit Mehrkosten zu rechnen wäre.
    Dennoch kann sowas Sinn machen, da die Kosten der Erneuerung auch durch 2 geteilt wird.
    Macht nen bissl Arbeit und muss auch nicht wirtschaftlich unterm Strich sein...dann halt Pech gehabt.


    Der ander Hinweis von alikante,
    sollte sehr gut passen. Ab März (hoffen wir mal) sollen die Geräte der Großserie vom Whispergen auf dem Markt verfügbar sein.


    Entgegen alikantes Vermutung, hat der aber 7kw thermisch....da würde ich bei Dir Laufzeiten von bissl über 3.000 Stunden prognostizieren...mit Warmwasser wirds dann bissl besser und dürfte schon über 3.500h liegen.


    Die elektrische Leistung ist leider gering..mit nur 1kw
    also würdest Du grob 3.500kwh produzieren. Aufgrund der sicherlich vorhandenen Spitzenlasten (wann brauch man schon "nur" 1kw, aber auch Leerläufe (Grundlast in der Nacht liegt ja sicherlich unter 500W) würdest Du davon nur einen Teil nutzen, und auch was Einspeisen.


    Dennoch,
    der Anlagenpreis ist geringer als bei anderen BHKWs....und in Deinem Fall bräuchtest Du keinen weiteren Spitzenlastkessel, da der integrierte Zusatzbrenner(der mit seinen 5kw äußerst selten anspringen würde) ausreicht (bei geschätzter Spitzlast von 10kw mit WW)


    Nach meiner Einschätzung,
    wird der Whispergen bei Dir nicht nur kostenneutral (im Vergleich zu nem Kessel) zu betreiben sein, sondern sollte sogar einen kleinen Gewinn abwerfen.


    Für die andere Variante (größeres BHKW + Nachbar)
    kann man so noch keine Abschätzung treffen..dazu müssten die Installationskosten und seine Verbräuche bekannt sein.

  • So nochmal ich, danke Fire für deine Unterstützung :thumbsup:


    ich habe mal das Datenblatt durchgesehen http://www.aem-heek.de/module/…rGen_Technische_Daten.pdf


    ich denke die 5,5KW - 7KW thermisch am Hauptbrenner sind abhängig von den Rücklauftemperaturen - ist so eine Eigenheit des Stirling!!


    @helpme - hast du FBH oder Konvektoren?? Um den Wärmebedarf/Heizlast zu errechnen brauchen wir die Bezeichnung/Daten deiner jetzigen Gasheizung, und evt kannst Du uns die Betriebstunden pro Jahr mitteilen. Oder hast Du evt. jetzt wo es so kalt war täglich Verbräuche und Betriebstunden aufgeschrieben - das wäre der Bringer ||_


    Der Motor-Generatorsatz bringt beim Whisper 5,5-7KW thermisch und 1000Watt elektrisch, wenn die thermische Leistung nicht ausreicht wird ein zweiter interner Brenner zugeschalten, damit erhöht sich die thermische Leistung auf 12KW.
    ABER er bringt weiterhin nur 1KW elt.


    Zum weiterrechnen müßtest Du mal deine Kosten für Gas und elt zusammentragen, dann kann Dir geholfen werden.


    Die Leitung zum Nachbarn wäre 90meter!!!! Ein Nahwärmerohr kostet schon 50€ / meter minimum und da ist es noch nicht in der Erde.
    Um Förderfähig zu sein müsste glaube ich 400kwh pro Meter und Jahr erreicht werden,das sind 36000Kwh thermisch - kann der Nachbar das überhaupt vertun??



    mfg

  • nochmal zu Deinen Fragen


    Zitat

    Wie ermittele ich die Heizlast?


    Nun ja,
    erstmal was es ist. Eine heizung soll ja immer für behagliche Wärme sorgen und bei zentraler Erzeugung auch noch das Warmwasser bereiten. Während die WW-Bereitung das ganze Jahr relativ gleichmäßig erfolgt, wird die Heizung je nach Aussentemperatur (und Sonnenschein, interne Gewinne, Windstärken etc. und auch Nutzerverhalten) unterschiedlich stark benötigt.
    Also sollte eine Heizung von ihrere Nennleistung so ausgelegt werden, dass sie auch am kältesten Tag alles schafft.
    Dazu gibt es ein recht aufwändiges Berechnungsverfahren DIN-EN Norm...die wegen systematischer Schwächen gerade erst wieder neu geregelt ist.
    Praktisch, nehemn die meisten Heizi's ihre Erfahrungswerte und machen das Pi x Daumen (was meist mit zuviel Sicherheit beaufschlagt wird und somit zu einer Überdimensionierung führt)
    ...andere nehmen gern die "schweizer Formel" Jahresbedarf in kwh / 3.000
    Ich hab mir nen Tool gebastelt, was die Klimadaten des jeweiligen Wohnortes berücksichtigt
    ...mahcne wir uns nichts vor, es spielen viele Faktoren eine Rolle, so dass es bei keinem ganz exakt sein wird...aber recht gut kommt man bestimmt ran


    In Deinem Fall rechne ich halt mit einer Heizlast von ca. 10kw (wenn auf zentrale WW-Bereitung umgestellt wird)


    Zitat

    Was passiert, wenns draussen kalt wird? Warum schmälert das die Betriebsstunden?


    Ein BHKW wird aus wirschaftlichen Gründen (hat was mit einer "vermurksten Förderstruktur des Gesetzgeber und unfairen Bedingungen der Netzbetreiber) gerne so ausgelegt, dass es nur eine gewisse Grundlast abdeckt. Das führt dann zu hohen Laufzeit und besserer Wirtschaftlichkeit.
    Wenns nun drauss kalt wird, braucht man noch einen zusätzlichen Brenner, damit man die Heizlast abdecken kann.
    Alikante meinte in seinem post es sicherlich so, dass der whisper einen internen Brenner hat, der da einspringt, ABER er hatte die Laufzeiten durch Energiebedarf/thermische Leistung ermittelt (da auch mit nem falschen Wert) und kam auf 4.400 Stunden. Diese wären aber nicht ganz korrekt, da zu gewissen Zeiten halt der Spitzenbrenner burnt wo der %tuale Anteil der Stromversorgung sinkt....deshlab wohl bei 4.400h keine 4.400 kwh rauskommen würden ;)


    Hoffe das war deutlich erklärt :)



    edit: Danke Alikante für die Berichtigung...hmm, 5,5-7kw thermisch? Hat ich anders in Erinnerung, lass mich aber gerne korrigieren :). Das macht natürlich eine exakte Berechnung etwas schwieriger...aber, geringere thermische hat was vom elektrischen Wirkungsgrad...also was positives...in Spitzenlastfällen aber wieder eher umgekehrt.
    Dennoch halt ich einen echten Rutsch in die Verlustzone in diesem Fall für absolut ausgeschlossen.

  • danke für die ausführlichen Hinweise. Meine alte Heizung ist ca. von 1985, ob FBH oder Konvektoren--- keine Ahnung, was ist das? Der verbrauch liegt wie gesagt bei ca. 22.000kwh/Jahr. Betriebsstunden kann ich nicht sagen, kann man ja auch nirgendwo ablesen. Kosten für Gas liegen im Jahr bei 2.400,- €, Kosten für Strom liegen im Jahr bei 2.000,- €. Was noch zu nüberlegen wäre, wären Solarkollektoren auf dem Dach. Habe voll Süsausrichtung und Platz für ca. 30m². Kann man das mit einem BHKW kombinieren und könnte das Sinn machen?

  • danke für die ausführlichen Hinweise. Meine alte Heizung ist ca. von 1985, ob FBH oder Konvektoren--- keine Ahnung, was ist das?

    1985 ? dan wäre die wohl noch atmosphärisch (ohne Gebläse) hat also um die 80% Wirkungsgrad??
    FBH = Fußbodenheizung
    Konvektoren = Heizkörper ;-_

    Zitat

    Der verbrauch liegt wie gesagt bei ca. 22.000kwh/Jahr. Betriebsstunden kann ich nicht sagen, kann man ja auch nirgendwo ablesen. Kosten für Gas liegen im Jahr bei 2.400,- €, Kosten für Strom liegen im Jahr bei 2.000,- €.

    Bin kein Heizungsbauer, die 22000Kwh/Jahr sind wohl aus der Gasabrechnung? dann wird sich mit nem BHKW nicht viel (evt +5 bis 10%)dran ändern weil besserer Wirkungsgrad.

    Zitat

    Was noch zu nüberlegen wäre, wären Solarkollektoren auf dem Dach. Habe voll Süsausrichtung und Platz für ca. 30m². Kann man das mit einem BHKW kombinieren und könnte das Sinn machen?

    Das ist die beste Überlegung weil: die Sonne schreibt keine Rechnung!! Und die derzeitigen Fördersätze decken rund 50-75% der Investition. Sonne + BHKW ist allerdings ökonomisch schwierig obwohl ökologisch sehr empfelenswert.


    Fire kannst Du dich bitte der Berechnung widmen - Daten haben wir ja mitlerweile genug!! Ich muß mal eben malochen gehn, bis heut abend 22:00Uhr.


    Mfg

  • Zitat

    Was noch zu nüberlegen wäre, wären Solarkollektoren auf dem Dach. Habe voll Süsausrichtung und Platz für ca. 30m². Kann man das mit einem BHKW kombinieren und könnte das Sinn machen?


    naja,
    wie alkinate schon meint

    Zitat

    Sonne + BHKW ist allerdings ökonomisch schwierig obwohl ökologisch sehr empfelenswert.


    Sicherlich möchtest Du wissen warum
    - Für die Wirtschaftlichkeit eines BHKWs spielen die Betriebsstunden eine Rollen. Wenn nun der solarertrag ordentlich was bringt, dann läuft das BHKW seltener ;)
    ...und das ausgerechnet dann, wenn BHKW kaum was zu tun hat (ausgerechnet im Sommer wo nur WW-Bereitung)
    - ökolohisch ist klar, aber z.T. auch ökonomisch, weil die Sonne keine Rechnung schreibt.
    - BHKW und Solar ist so eine Hassliebe....denn in einem anderen Punkt, passen sie ganz hervorragend zusammen. Bei beiden wird ein Pufferspeicher eingesetzt. Das ist natürlich super, da sich so die Kosten für diesen halbieren (je nach Betrachtungswinkel)


    Für solar,
    wäre es zusätzlich noch interessant, ob Du nun FBH oder Heizkörper hast ;)


    Kombination müsst man mal durchrechnen,
    ich vermute, dass die beim whisper gar nicht sooo negativ bemerkbar macht, da die Fixkosten aus Annuitäten geringer ausfallen als bei manch anderen...und die Stromproduktion (gerad im Sommer) eh winzigst ausfällt.

  • danke. Habe mal bei ecopower meien Daten in die Berechnung getippt und komme auf 744€ Ersparnis pro Jahr. Wäre das noch eine Alternative zu Whispergen? Habe noch vergessn zu sagen, daß ich gerne eine neue Sauna im Keller installieren würde. Der Ofen zieht so ca. 5-6 kw. Das käme also so ca. 2x die Woche noch an Stromverbrauch hinzu.