Wer liefert BHKW für 570 MWh ?

  • Hallo zusammen,
    wir haben hier eine Wohnanlage mit 37 WE und einer zu beheizenden Fläche von 3.746 qm. Der bisherige Verbrauchswert Heizung incl. WW beträgt 570.000 kWh/Jahr, gemittelt über 3 Jahre. Fakt ist leider: Eine neue Anlage ist fällig.
    Neben den üblichen Heizanlagen mit Gas / Solar / Pellet etc. kommt doch sicher auch ein BHKW infrage. Frage: Welche rennomierte Firmen können Anlagen solcher Grösse liefern und was bietet sich als Brennstoff an: Gas? Öl? Diesel? Was ist von einer Gasturbinenanlage zu halten? Alle sollten natürlich das EEG erfüllen, Zuschüsse von Bund und Land wären auch nicht schlecht. Soviel erst mal für heute, freue mich auf Anregeungen.


    Gruss


    Hanne

  • Moin Hanne und Willkommen im Forum.


    Also das ist sicherlich ne Hausnummer zu groß für unseren "Hausgebrauch". ;-_


    Ich könnte mir aber Vorstellen das die Capstone Turbine eine Möglichkeit wäre http://www.microturbine.de/


    ansonsten denke ich das Gunnar Kästle und Firestarter ein paar Ideen beisteuern können.



    Mfg

  • Hallo
    und Herzlich Willkommen im Forum.


    vornewech,
    möchte ich erstmal paar grundsätzliche Dinge loswerden/Fragen
    - 570 MWh auf die Quadratmeter entsprechen ungefähr einen Bedarf von 150kw/m² und Jahr
    Dies ist nicht unbedingt wenig und entspricht z.B. nicht der gültigen EnEV.
    allerdings ist die Anlage evt schon seeehr alt mit entsprechenden Verlusten behaftet, dass eine neue schon Einsparungen bringt
    - ein BHKW könnte hier bestimmt sinnvoll eingesetzt werden,
    Hier gibt es 2 Varianten...BHKWs die nach Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz gefördert werden und welche, die Nach dem Erneuerbare-Energie-Gesetz gefördert werden.
    Bei ersteren ist auch eine sinnvolle Stromeigennutzung ratsam. Bei zweiteren spielt dieser Punkt zumindest -Stand-Jetzt- keine Rolle.
    Dennoch, versucht man ein BHKW so zu dimensionieren, dass "nur" 50%-70% der Spitzenlast damit erreicht werden, da sie dann wirtschaftlicher arbeiten (hat was mit Förderregularien zu tun, die hohe Laufleistungen verlangen)


    Zitat

    was bietet sich als Brennstoff an: Gas? Öl? Diesel? Was ist von einer Gasturbinenanlage zu halten? Alle sollten natürlich das EEG erfüllen,


    ähm,
    hier kann was nicht ganz hinhaun....Gas, Öl und Diesel sind (zumindest, wenn nicht mit einem "Bio" vorneran deklariert) keine regenerativen Energieträger....und nur diese sind über das EEG förderfähig. Sobald fossilie Energieträger eingesetzt werden, gehts nur über das KWKG .


    Grundsätzlich ist bei Gas-Anlagen mit einem geringeren Wartungsaufwand zu rechnen...aber sicherlich spielen mehrere Faktoren eine Rolle, die für die Brennstoffauswahl gelten.
    Für EEG, gibts mittlerweile auch verschiedene Möglichketien. Am verbreitetsten wäre Rapsöl/Pflanzenöl. Aber in einigen Regionen gibt es schon echte Biogasanbieter...dann sollte es auch klappen (auch wenn mir persönlich noch kein Fall dazu bekannt ist) Auch Holzvergaser-Anlagen etc. wären denkbar, sind aber noch nicht wirklich schon in Stückzahlen verfügbar.


    Zu der Gasturbine,
    eher geringerer elektrischer Wirkungsgrad, aber dafür (fast) unschlagbar günstig im Unterhalt (Wartungskosten). Falls Du daran mehr interesse hast, könntest mal bei e-quad anfragen (siehe Herstellerliste im Forum). Von denen waren auch welche auf unserem Forentreffen und die machten (wie fast alle Hersteller) einen sehr guten Eindruck.

  • Hallo Hanne,
    ein Objekt deiner Größe bedarf natürlich einer genauern Planung und sollte unter keinen Umständen so pi mal Daumen dimensioniert werden.



    Als Faustformel könnte man sagen, dass von den 570.000 kwh Wärmebedarf ca 1/3 von einem BHKW übernommen werden könnten und eine Jahreslaufzeit von über 4000 Stunden unbedingt erreicht werden sollten. |__|:-)



    Um sich ein wenig in die Materie einzulesen sind die beiden Broschüren hier zu empfehlen:


    http://www.asue.de/images/vero…/BHKW-Checkliste-2007.pdf
    http://www.asue.de/images/vero…einbindung_bhkw_03_07.pdf


    AxelF

    Wikipedia: ICH WEISS ALLES!


    Google: ICH HABE ALLES!


    Internet: OHNE MICH GEHT NICHTS!


    Strom: ACH WIRKLICH ???!!!

  • 570 MWH hört sich im ersten Moment riesig an, aber bei lesen erfährt man das es der Jahresbedarf ist der alten Anlage und kein Leistungswert.
    Evtl. mal ändern, verwirrt evtl. nur die Leser.


    Also Ihr braucht ein BHKW für die Jahresleistung, jetzt ist da die Frage wie ist eure Anlage aufgebaut.
    Warmwasser zentral, oder über Stromdurchlauferhitzer?
    Wie groß ist euer Heizungsraum, wegen des Platzbedarfs BHKW , Pufferspeicher, Spitzenlastheizung etc.
    Warum unbedingt EEG als Vorgabe? Damit schränkt Ihr eure Auswahl stark ein.


    Monatsverbräuche werdet ihr ja nicht haben denke ich mal, also nehmen wir die Gradtagsverteilung.
    Dafür ist aber der WW-Anteil wichtig.
    Aus dem blauen tippe ich mal auf leistungsklasse 30/15, dazu noch einen moderne Spitzenlasttherme und schon kann man sparen.
    Grundsätzlich würde ich aber so oder so mir noch einen Energieberater hinzuziehen, der sich eure sonstigen Sparmöglichkeiten ansieht.


    Und nicht Bange machen lassen von Heizungsbauern, Energieberatern oder sonstigen Fachleuten, die sich noch nicht mit BHKW beschäftigt haben.
    Bei dem Bedarf ist ein BHKW momentan nicht nur sinvoll sondern eigentlich ein MUSS!!!


    Bernd

  • Hallo Hanne


    Ich habe ein Objekt was vom Verbrauch doppelt so groß ist, da es sich in diesem Fall um eine Wohnbebauung handelt kann ich als Vergleichs Objekt nicht in betracht gezogen werden.


    Aber so aus dem Bauch heraus würde ich eine 7,5- 15 oder eine 15-30 wählen.


    Das sollte man unbedingt vorher noch genau nach rechnen.

    Mit Energie geladenen Grüßen aus dem Teufelsmoor.
    Nicht nur privat bin ich von hocheffizienten BHKW überzeugt.
    Vom Hobby zum Beruf gekommen bin ich seit einigen Jahren auch Angestellter der MWB AG und seit Februar 2014 bei RMB Energie GmbH

    Einmal editiert, zuletzt von GB1530 ()

  • Hallo Hanne


    Du hast gefragt wer das liefert, und wir haben dir eine Dimensionierung angeboten.


    Zwei mögliche Lieferanten http://www.energator.de oder http://www.kw-energietechnik.de

    Mit Energie geladenen Grüßen aus dem Teufelsmoor.
    Nicht nur privat bin ich von hocheffizienten BHKW überzeugt.
    Vom Hobby zum Beruf gekommen bin ich seit einigen Jahren auch Angestellter der MWB AG und seit Februar 2014 bei RMB Energie GmbH

  • rrg, aäjm, mmh,
    gut, wir wolln ja keine Ferndiagnosen machen...aber halt so ein bißchen gibts immer ;)


    Hallo Axel, Bernd und Klaus,
    also klar...muss es nicht die volle Nennleistung bringen,
    aber selbst eine 100kw-Anlage(thermische Nennleistung) würde knapp 5.000h bringen (der Rest über Spitzenlast).
    ...also, kommt ja auf die Auslegeung EEG, oder KKWK an...und wie man ggf. den Strom nutzen kann/muss


    aber ein bissl größer als ne 15/30 dürfte es in meinen Augen schon sein.
    Eine 60er Turbine würde schon fast 6.000 schaffen


    Kommt natürlich auch drauf an,
    wie eine neue Anlage den bisherigen Bedarf senken kann....wenn 30% Verlust sich elemenieren lassen, dann natürlich weniger.


    Hanne
    Hierfür wäre mal interessant, was denn bisher für eine Anlage drin ist...Brennstoff, Baujahr
    ...und natürlich die Fragen der WW-Versorgung.


    Und wenn ich mir die Stromseite anschau,
    dann wären wir damit immernoch deutlich unter 1kw/Haushalt...womit man die Eigennutzung bestimmt auf ein verträgliches Maß bringt

  • Hallo Fire


    Klar muss man dort vorsichtig rechnen, bei einen Wärmebedarf von 570000 Kwh, ist die Spitzenlast vorsichtig zu behandeln. wieviele Tage im Jahr benötigt das Gebäude Spitzenlast?


    Wie schon geschrieben hast ist der Dämmwert nicht gerade herrausragend, ist würde dort die Maschine etwas kleiner wählen damit man näher an dem Grundlastwärmebedarf dran ist, schöner ruhiger 24h Tageslauf, oder was modulierendes.

    Mit Energie geladenen Grüßen aus dem Teufelsmoor.
    Nicht nur privat bin ich von hocheffizienten BHKW überzeugt.
    Vom Hobby zum Beruf gekommen bin ich seit einigen Jahren auch Angestellter der MWB AG und seit Februar 2014 bei RMB Energie GmbH

  • nun ja,
    Viele Dinge wissen wir ja nicht...also wie's da genau aussieht,


    aber mein Programm spuckt grob ne Spitzenlast von 210kw raus
    ...die definitionsgemäß ja nur an 2 Tagen im Jahr erreicht wird.


    ...d.h., das ca.
    bei 3-4°C bei 100kw,
    bzw. 8-9°C bei 60kw
    ...schon mit einem recht ruhigen 24h Verlauf zu rechnen wäre
    wohlbemerkt bei bei Plusgraden (und durchschnittlicher Tages-Aussentemperatur)


    Alle Angaben natürlich ohne Gewähr

  • Hallo nach Konstanz,


    die 570 MWh/a sind wohl der Gasverbrauch Hs? Alte Kessel, Jahresnutzungsgrad ca. 75 %?


    Dann liegt der tatsächliche Wärmeverbrauch ab Zentrale bei etwa 570 /1,1 x 0,75 = 389 MWhth/a. Davon kann man mit einem vernünftigen BHKW rd. 85 % decken, macht etwa 331 MWhth/a. Die thermische Leistung des Blockers würde dann bei 4.000 VBh/a bei rd. 85 kW liegen. Da gibts sehr schöne 50 kWel-Maschinen, zB vom schon erwähnten Konrad Weigel (kw-energietechnik.de, oder bei 2-g.de, oder halt gleich comuna-metall.de). Oder ein kleineres BHKW mit 40-50 kWth (ergibt dann ca. 7 - 8.000 VBh/a). Hängt vor allem an der Frage was man mit dem Strom anfängt. Und ob genug Platz für ein BHKW + Pufferspeicher 4-8 m³ da ist. Wir bauen die Blocker inzwischen eher grösser, da die grösseren Anlagen trotz kürzerer Laufzeit bei hoher Strom-Eigennutzung deutlich wirtschaftlicher sind, sogar unter 4.000 VBh/a, und zukünftig die Option Einbeziehung in das Netzlastmanagement der Stromnetzbetreiber kommen wird (mit gezielter Spitzenstromeinspeisung und -vergütung!).


    Da ich faul bin jetzt die Wiederholungstaste für das weitere Vorgehen:


    Voruntersuchung machen (kostet ca 1-2 T€, Invest, Simulation Jahresdauerlinie, Energiebilanzen, Laufzeiten Blocker, belastbare Wirtschaftlichkeit, Schall).
    Kesselerneuerung gegenrechnen (EEWG!!) , Heizungshydraulik klären (RL-Temp, Einrohr?).
    Aufstellung, Zu/Abluft, Kamin, Pufferspeicher, Stromeinspeisung, Gasanschluss, Hydraulische Einbindung, Spitzenkessel, Regelungstechnik, Schalldämmung klären.
    BHKW-Strom selbst verbrauchen (v.a. auch Wohnungen), wichtig: gesamtes Haus stromeinkaufsseitig zusammenfassen.
    Schleunigst Mini-KWK-Förderung beantragen (spätestens Dez 08, bei 50 kWel rd. 15 T€ Zuschuss bar auf die Kralle(!).
    Unbedingt Neuerungen ab 01/09 beachten, speziell KWKG , v.a. Zuschlag auch für selbstgenutzten Strom(!).


    Und: Eine muss die Kapp aufhaben....dann kanns richtig interessant werden, vergleichbare Anlagen weisen zur Zeit 3-4 Jahre Amortisationszeit auf.


    So long
    Horst Bernauer BET Sindelfingen