Contracting für ein BHKW; pro und contra???

  • Hallo @all,


    was haltet ihr vom sogenannten Contracting?


    Ich bitte euch um Argumente für und gegen das Contracting.


    Unser Verwalter und der Heizungsbauer, der die Pelletheizung vorgeschlagen hat, möchten uns allen das verkaufen. Soll über 15 Jahre mit jährlichen Kosten von 18.000,- Euro gehen. Also insgesamte Kosten von 270.000,- Euro. Dafür Vollwartung und keine Investitionskosten von uns.


    Die sonst für uns anfallenden Investitionskosten sollten sich auf 120.000,- Euro für die Pelletheizung belaufen. Die jährlichen zusätzlich zu tragenden Kosten für den Brennstoff Pellets sollen 17.500,- Euro betragen.


    Aus unserer Jahresabrechnung 2007 noch folgenden Daten dazu:
    Heizölverbrauch 2007 waren 58.173 Liter Heizöl mit Kosten in 2007 von 24.143,- Euro (inklusive Ablesekosten etc.). Kann das dann mit den Pelletkosten hinkommen???


    Danke für eure Antworten. Bin mal gespannt.


    Gruß
    nightharvest

  • Hallo night,


    also erstmal ist Deine Überschriftenwahl schon pro und contra
    ...Du fragst nach Contracting bei BHKW und zeigst uns ein Modell bei Pellet ;)


    ...aber wir wissen ja was Du meinst ;)


    Thema contracting ist recht spannend,
    da gibts ne Menge pro und auch contra
    -> offizielles Pro: professionelle contractor, überschauen die gesamte Problematik und können durch ihre Spezialisierung zu Energieeinsparungen führen, was Mieters Brieftasche und die Umwelt entlastet
    -> Pro aus Vermietersicht: Der contractor stellt eine Rechnung anhand des Wärmebedarfs. Der C. stellt die Investition, Anlagentechnik, Abrechnung etc etc
    ...besonders der erste Punkt ist für den Vermieter interessant, denn diese Kosten musste er bisher allein tragen und konnte die nicht auf die Mieter abwälzen.....und nun, durch den C. gehts ;)
    -> Contra: Aus Mietersicht: Es gab mehrere Fälle, wo der Vermieter einfach auf contracting umgestellt hat. Hier haben manche ganz schön zugelangt und der Abrechnungspreis lag einfach mal so um Faktor 2, oder 3 höher. Die ganz dreisten, haben nichtmal neue Technik installiert, so dass nichtmal eine Teilweise Kompensation durch Energieeinsparung möglich wa.
    Frechheit solche Wichte.
    -> contra: C.-Verträge sind nicht ohne, sowohl für den C.-Geber, als auch Nehmer...da muss man sehr aufs Kleingedruckte und Sonderklauseln achten.
    ebenfalls gilt es zu beachten, dass Bestands-Mieter nicht zu einem Wechsel gezwungen werden können !!
    -> halb-contra: Es gibt verschiedene C.-Verfahren. Bei reiner Wärmelieferung, muss der Contractor nicht unbedingt eine Energieersparnis verfolgen. Gezahlt wird ja eh. Aber auch echte Energiesparverträge sind möglich, wo der C. seine Versprechen halten muss...oder auch Betreiber oder Finzan.-C. gibts neben den ganzen Mischformen schon am Markt.


    Meine Meinung,
    wenn's wirklich eine ehrliche Partnerschaft zwischen C.-Nehmer und Geber gibt, können bestimmt beide Seiten davon profitieren.


    Nun mal zu Deinen Zahlen,
    im Jahr 2007 58.000 l Heizöl...nun ja, ich würd natürlich liebr längere Zeiträume betrachten. Da Du vermutlich es durch's tanken ermittelt hast, könnten es sogar eher die Verbrauchswerte aus 2006 sein, oder?
    sowohl 2007, aber noch vielmerh 2006 waren wirklich warme Jahre (besonders die Winter), wo vielerorts nur 70% der üblichen Energie benötigt wurden. also den eigentlichen Bedarf würd ich schon ne Ecke höher ansetzen.



    Nun mal zu den Brennstoffkosten...Deine Werte für Ölkosten sind sehr niedrig (ich nehm mal an, ihr habt Anfang 07 getankt) mittlerweile ist man nichtmehr bei 50ct/l sonder schon bei gut 80ct/l
    Pelletpreise liegen vermutlich irgendwo bei knappen 20ct/kg. Das Pellets-kg, hat in etwa 52% des Brennwertes vom Öl-Liter, d.h. ihr würdet (mit den geringen Werten von 07) gut 120 Tonnen Pellets im Jahr brauchen.
    alles grobe Zahlenwerte und die Wirkungsgrade lassen wir mal auch aussen vor.
    also, dürften die Kosten für Pellets mit knappen 20.000Euro schon halbwegs realistisch sein.
    Zu den Kosten von 07, würdet ihr also kaum was sparen...zu den aktuellen schon gute 20.000 Eur
    Nun kommt man zu der kritischsten alle Punkte....wie werden sich die Preise entwickeln? Wird Öl weiter extrem steigen, und Pellets tatsächlich stagnieren? oder ziehn Pellets wie ander Energieträger auch mal nach (also spätetens, wenn alle darauf schwenken kann ich mir einen stagnierenden Preis kaum vorstellen)?
    Das müsst ihr ganz allein abschätzen...wie sagte mal ein Börsenguru: wenn ich den Ölpreis in 3 Jahren wüsste, bräucht ich nicht mehr arbeiten.


    nun ja,
    dann kann Euch der Heizungbauer das natürlich nicht umsonst hinstellen und möchte einen fixbetrag von 18tsd von Euch haben...die bei der aktuellen Ersparnis(20, eher 25) natürlich abgeht, sodass die Ersparnis deutlich geringer ausfällt.


    Zu seinem Angebot,
    wenn man mal rechnet, dann kommt man auf eine jährliche Verzinsung (seiner investsumme) von 5,5%...also gar nicht mal so schlimm. Wenn man selber den Kredit aufnimmt (über KfW) liegt man auch in der Größenordnung. Allerdings, könnt bei Pellets vll. auch ein anderes Programm mit 3,7% greifen. Ebenfalls, wäre ein Zuschuss denkbar. Den würde er sich vermutlich selbst einstecken.
    Dennoch, ist es denk ich nicht so tragisch,
    immerhin trägt er das volle wirtschaftliche Risiko (also auf die Anlagentechnik) und Messpreis, Abrechnung würdet ihr auch sparen...das könnte hier sogar recht heftig sein, denn ich nehm mal an, die Anlage hat mehr als 100kw Nennleistung und da müssen Emissionschutzgesetz, TA-Luft eingehalten werden, die z.T. recht aufwendige, regelmäßige Überprüfungen bedürfen.


    Also als gobe Schätzung haut seine Kalkulation hin
    ...für was genaueres müsst man exakter rechnen (Wirkungsgrad, erwartete Preisentwicklung und und und)


    ABER,
    vll. muss man mal auf den urspünglichen Plan der Eigentümerversammlung zurückschaun...Ihr wolltet vorrangig Kosten sparen.
    wenn ihr nun 45.000Eur im Jahr(aktueller Preis) für Öl braucht...und Euch die effektive Einsparung anschaut, dann ist man eher im unteren 2-stelligen Prozentbereich. Irgendwie würd ich vermuten, dass man das annähernd durch besser systembetrachtung (hydr. Abgleich, Reglertechnik etc) hinbekommt.
    ...oder mal als vergleich, könnt man wieder Euer Gasangebot zu Rate ziehn (Gas ist immo 20% preiswerter als Öl...nur wie lange???). Würde auch was einsparn bei weniger Kosten.


    oder...und da müssn wa mal die Kurve zum Forum kriegen 8)
    ...doch was anderes...denn Euer Objekt schreit förmlich nach nem BHKW |__|:-)
    (wenns denn wirtschaftlicher ist, wovon ich fest überzeugt bin)

  • Hallo nightharvest,
    Contracting ist in der Hotelerie und Gastronomie recht verbreitet. Infos z. B. hier: http://energiekampagne-gastgew…ask=view&id=87&Itemid=108 Da kannst du dir selbst ein Bild machen!


    Was den Pelletspreis angeht, geht der Planer vermutlich von 175 Euro/Tonne aus. Das bedeutet also 100 Tonnen Pellets entspricht einem Energiegehalt von knapp 50.000 Liter Heizöl. Somit ist der Hinweis nicht so verkehrt.


    AxelF

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