BHKW für 17 Wohnungen in zwei Häusern mit Schwimmbad und Sauna???

  • Hallo at@,


    ich bin als Nutzer neu hier und würde mich über Unterstützung aus dem Forum freuen.


    Kurz zur Situation:
    Unsere Wohnanlage besteht aus zwei miteinander verbundenen Häusern mit insgesamt 17 Wohnungen (1755 m2 Wohnfläche). Im unterirdischen Verbindungsbau befindet sich ein Hallenschwimmbad, eine Sauna und die Tiefgarage.


    Die Häuser sind Baujahr 1972. Wir heizen mit Öl, die Heizungsanlage ist ungefähr 15 Jahre alt. Der Jahresverbrauch an Öl liegt bei etwa 55.000-58.000 Litern und an Allgemeinstrom entstehen uns Kosten von 5.000-7.500 Euro pro Jahr. Zusätzlich natürlich noch der Eigenstromverbrauch der 17 Parteien.


    Anfang des Jahres wurde eine Energieberaterin beauftragt, Sanierungsvorschläge zu entwickeln und den Energieausweis auszustellen.
    Auf der Eigentümerversammlung Mitte des Jahres wurde dann die Umrüstung auf eine Gasbrennwertheizungsanlage beschlossen, die ca 40.000,- Euro kosten soll.
    Mittlerweile hat ein Heizungsbauer die Umrüstung auf eine Holzpelletheizung für ca. 120.000,- Euro vorgeschlagen.


    Da ich mich vorher noch nicht viel mit Heizungssystemen beschäftigt habe, ich aber nicht einsehe weiterhin soviel an Strom zu zahlen und solch hohe Investitutionskosten für eine Holzpelletheizung zu tragen, habe ich mich im Internet über Alternativen erkundigt.
    Und da kommt was die Heizwärme- und Stromproduktion meines erachtens nur ein BHKW in Frage.


    Nun würden mich Erfahrungen aus dem Forum zu Anbieterauswahl, Kosten, Wirtschaftlichkeit, Energieträger, Lautstärke (wir wohnen genau über dem Heizungsraum) und Installation für ein BHKW mit ähnlichen Vorraussetzungen (Wohnfläche, Strom- und Wärmebedarf etc.) sehr interessieren.
    Also bitte posten, Rückfragen willkommen.


    Gruß
    nightharvest

  • Na holá,


    das nen ich mal ein ordentliches Projekt...


    aber erstmal
    herzlich willkommen im Forum.


    Für's erste,
    hier bist Du bestimmt nicht an der verkehrten Adresse....hoher Wärmebedarf gekoppelt mit einer hohen Stromrechnung, da ist die Überlegung in Richtung bhkw's absolut korrekt.
    Darüber nachdenken und Informationen lohnt sich allemal.
    Falls hintenrum doch nicht ganz das perfekt rauskommen soll, dann halt Pech gehabt.
    Aber allein aus der Differen Gas zu Pellet, also ehrlich...da sag ich ausm Bauch herraus..kleineres BHKW (passend zu Eurem Strombedarf) + Gasbrennwert sollte billiger sein als die Pelletanlage und immernoch deutlich Stromkosten spparen.


    Manche Informationen sind schon hilfreich,
    andere werden bestimmt noch benötigt.


    ...hab aber gerade jetzt recht wenig Zeit, da die eigenen Heizung ein Problem gerad macht (Regelung haut nicht mehr hin)


    Ein Energieberater war also schonmal da,
    hmm...hast Du evt. den Bericht zur Verfügung? evt. sogar in elektronicher Form?


    Wie wird das Objekt genutzt...17 Wohneinheiten, also klassische...so für Familie und co.
    Das Schwimmbad und Saune, wie werden die Betrieben? Also Schwimmbad ganzjährig genutzt/beheizt? Sauna rund um die Uhr an (also als hal-öffentliche Saune) oder nur 1mal die Woche.
    Gibt es evt. getrennte Verbrauchsdaten für Schwimmbad, Saune....und die allgemeinen Stromkosten, wo kommen die her?

  • Hallo und willkommen im Forum,


    also dein Objekt schreit regelrecht nach einem BHKW :applaus: . Trotzdem sollte man erstmal sehen was es sonst noch für Einsparpotenzial gibt (z.B. Fassadendämmung, Fenster, Regelungstechnik, Pumpen usw.). Wenn dies geklärt ist was man machen will, also ganzheitlich gesehen, dann kann man sich an die Auslegung des BHKW machen. Auch würde ich eine PV-Anlage in Betracht ziehen wenn die Dächer geeignet sind.
    Was die Geräuschentwicklung angeht, das ist nicht so das Problem, da gibts mittlerweile sehr viel Technik um das in den Griff zu bekommen. Wenn man will, hört man natürlich alles :whistling:
    Der Bericht der Energieberaterin wäre hier mal interessant :imsohappy:


    Gruß
    Tom


    P.S ich habe dir hiermit auch gleich auf deine Mail geantwortet, denn so haben alle etwas davon :thankyou:

  • Hallo firestarter, hallo Tom3244,


    vielen Dank für die Willkommensgrüße.


    Dann möchte ich mal Eure Fragen beantworten und gleichzeitig um weitere Rückfragen Eurerseits bitten, da ich ja als Neuling die gesamte Thematik noch nicht vollständig durchschaue und es deshalb sicherlich Fachfragen/Spezialthemen aus Eurer Sicht und Erfahrung geben wird.


    Da ich bis Anfang/Mitte Oktober noch beruflich im Ausland weile, komme ich z. Z. nicht an meine Unterlagen in Deutschland heran. Aber spezielle Fragen kann ich beantworten, indem ich zu Hause nachfrage. Also bitte konkret nach den Dingen, die Ihr wissen wollt, fragen.


    firestarter :
    Den Bericht der Energieberaterin habe ich leider noch nicht in elektronischer Form. Ich werde mit ihr ab nächster Woche per mail Verbindung aufnehmen und diesen Bericht dann vielleicht von ihr per mail bekommen. Z. Z. liegt er schriftlich in Deutschland im Ordner.


    Das Objekt wird von 17 Familien (Ein- bis Dreipersonenhaushalte) klassisch genutzt.


    Das Schwimmbad wird ganzjährig beheizt und auch genutzt. Die Sauna je nach Bedarf (Stromofen) von den Hausbewohnern, ich schätze so 2-4 mal die Woche.


    Getrennte Verbrauchsdaten für das Schwimmbad/Sauna müßten in der Jahresabrechnung für 2007 stehen. Was für genaue Infos brauchst du da?


    Allgemeinstrom erscheint nur als ein Titel mit ca. 5000,- Euro im Wirtschaftsplan. Ist sicherlich die Beleuchtung, der Aufzug, das Garagentor, eventuell die Sauna (muß ich klären). Ich werde dazu dann auch mal die Energieberaterin fragen.


    Viel Erfolg beim Finden und Lösen deines Heizungsregelungsproblems.


    Tom3244 :
    Was die weiteren Einsparpotentiale betrifft, folgendes: Wir sind eine Eigentümerversammlung mit über ein dutzend Eigentümern. Deshalb sind Mehrheitsbeschlüsse recht schwierig. Die Fassadensanierung würde bei geschätzen 450.000,- Euro liegen und damit für uns (da so gut wie keine Rücklagen da sind) nicht finanzierbar und auch nicht mehrheitsfähig.


    Die Fenster sind Sondereigentum (Aussage vom Verwalter; muß ich aber auch noch mal klären) und somit nicht per Beschluß von allen sanierbar, sondern jedem selbst überlassen.


    Was die Regelungs- und Pumpentechnik betrifft, wollten wir diese mit der neuen, beschlossenen Gasbrennwertheizungsanlage prüfen und ggfs umrüsten/erneuern lassen.
    Das heißt aber im Umkehrschluß, dass wir mit der (welche auch immer) neuen Heizungstechnik die komplette Technik auf den Prüfstand bringen wollen. Also nicht im Vorfeld diese optimieren, sondern mit der neuen Heizung verbessern.


    PV ist wohl Photovoltaik, oder?
    Eine Bitte, bei Abkürzungen, die ich als Nichtfachmann nicht kennen kann, einmal den Gesamtbegriff dazu schreiben. Dann weiß ich auch Bescheid.
    Über PV haben wir uns noch keinerlei Gedanken gemacht, aber wir haben Penthauswohnungen und alte nicht so tragfähige Flachdächer, also eher nicht so das Wahre bei uns.


    Das die Geräuschbelastung scheinbar ein nicht so großes Problem ist, freut uns ungemein.


    Das mit dem Bericht der Energieberaterin siehe bitte oben bei firestarter .


    @all:
    Bitte Erfahrungen mit ähnlichen Anlagengrößen und/oder mit Anlagen im Umkreis von Köln/Bonn, da wir selber aus Kölle kommen, und wir sicherlich gerne BHKW sehen, hören wollen.


    Freue mich auf weitere Beiträge, Fragen etc.


    Gruß
    nightharvest

  • Wir hatten ja schon einiges gemailt.
    Als Zusammenfassung für das Forum.
    Keine Hydraulik vorhanden, wird alles wie immer nach dem Gusto die dicke Pumpe macht das schon geregelt.
    Die 2 alten Brenner stören jetzt schon in dem darüber liegendem Schlafzimmer, Akustiker wurde dringend empfohlen.
    Auslagerung des reinen BHKW's zB. in den Hof oder die Tiefgarage wurde bisher eher verneint.
    Umrüstung auf Gas wäre möglich.
    Sehr hohe Grundlast durch zentrale WW-Versorgung und ganzjährigem Schwimmbad.
    Meine Leistungsschätzung liegt bei 20-45 KW thermisch als Grundbedarf für ca. 5.500 Betriebsstunden.
    Könnte als Kaskade Typ Dachs/Ecopower oder als Einzelgerät im Bereich Toyota enden, da zählen die reinen Betriebskosten/Std.
    Bisher stehen 2 "große" (schätze mal 2x 500er) WW-Speicher im Heizungsraum die immer wegen Legionellen hoch geheizt werden,
    hier wurde die Umrüstung auf externe Frischwasserstationen empfohlen, und umbau der WW-Speicher in reine Heizungspuffer, damit diese je nach Größe evtl. weiter verwendet werden können.


    Da Eigentumsanlagen immer sehr speziell sind in Ihren Beschlußfassungen, wir ein sinnvoller Umbau schwierig werden, da jeder andere Interessen hat, ein Planer wird also viel Überzeugungsarbeit leisten müssen.
    Ist aber ein ökologisch und monitär sehr lohnendes Objekt, es wäre schade wenn das wieder nach 0815 für die nächsten 15 Jahre verbaut würde.
    Zumal die Einsparungen durch ein BHKW , bestimmt ohne Probleme für weitere Verbesserungen in die Haussubstanz gesteckt werden könnten, welches weitere Einsparungen einbringen würde.


    Wer aus dem Bereich Köln kann als Referenz für Dachs, Ecopower oder Toyota oder anderer passender BHKW's sich anbieten, damit die Hausgemeinschaft probehören gehen kann?


    Der Umbau auf Pellets für 120.000€ finde ich ohne die Gegebenheiten vor Ort gesehen zu haben, für recht hoch.
    Allerdings wenn das durch die Örtlichkeiten im Preis so hoch geht, würde das für ein BHKW ebenfalls gelten.
    Allerdings ist ein Pelletskessel als Spitzenlastalternative ökologisch natürlcih das Sahnehäubchen.


    Bernd

  • Hallo nochmal,


    also dies ist wirklich ein interessantes Projekt, dass es sogar mir mächtig in den Fingern juckt :)


    ...aber da hier einige sich gut mit der Thematik auskennen,
    wär es doch bestimmt nicht verkehrt, wenn weniger (zumindest in dem Stadium) per mail, als mehr übers Forum besprochen wird...meine persönliche Meinung



    Ein paar Dinge wurden ja schon toll angesprochen,
    da sich nightharvest auch sehr für Hintergründe informiert, möchte ich mal auf einen externen link verweisen, der einige Dinge für einen Laien durchaus anschaulich erklärt. Also wenn einige Begriffe nicht ganz klar sind, ruhig mal stöbern.
    http://www.heizungsbetrieb.de/de/def-stat.html#at


    Nun mal wieder zum Objekt,
    also ein hydraulischer Abgleich macht immer Sinn....erst recht bei solch einem Objekt
    Mal zur Anschaung, man kann es evt. mit Wasserströmen in einer Bewässerung durch Gräben vergleichen. Mit hydraulischem Abgleich werden unterschiedliche Grabenbreiten von einem Zentralstrom an die einzelnen Äcker abgeleitet, sodass auch ohne Regulierung (Wehre) bei allen so halbwegs die Richtige Menge ankommt. Ohne hydraulischen Abgleich....baller ich so richtig Wassermassen in den Zentralstrom damit auch der letzte der gleich breiten Abzweigungen noch genug abbekommt. Hier müssen die Wehre natürlich immer auf und zu gereglet werden, damit einzelnen nicht absaufen. Und der letzte muss hoffen, dass immernoch genug ankommt.
    hmmm, keine Ahnung ob das anschaulich war, für die Heizung bedeutet es, dass für den letzten (damit es bei ihm auch warm wird) oftmals eine höhere Vorlauftemperatur gewählt werden muss...während die ersten (auch wenns mit Glück der Thermostat mach) ständig die Heizung auf und zu takten.
    Dies verursacht halt höhere Verbräuche...durch höheren Temperaturbedarf, aber auch die Pumpen, die hier wohl ziemlich stark sein müssen.


    Die "sehr hohe Grundlast"
    Die Lasten, sind für uns BHKW-ler ein sehr entscheidendes Kriterium.
    Während ich Wärme zwischenzeitlich durch Pufferspeicher speichern kann, kann ich strom nicht speichern. Nun sind die Versorger gesetzlich verpflichtet den Strom uns abzunehmen, aber das machen die nicht gerade gerne und so ist die Vergütung des Stromes sehr gering.
    Auf jedenfall viel geringer, als Du denen geben musst, wenn Du ihn von dort beziehst.
    Deshalb, versucht man so gut wie möglich seinen Eigenen bedarf dann zu decken, wenn das BHKW läuft...oder im Umkehrschluss, ein BHKW so zu dimensionieren, dass es oft läuft. Macht auch in anderer Hinsicht Sinn, denn die Förderung ist nur 10 Jahre garantiert (auch wenns wie aktuell hoffentlich weiter geht) und in diesen 10 Jahren könnt man beim "rund-um-die-Uhr-Betrieb" bereits die erwartete Lebensdauer erreichen....und wenn es sich in der Zeit schon abbezahlt hat und preiswert Euch versorgen konnte, dann hat's sich schon gelohnt.
    Also, es ist nicht nur der absolute Energiebedarf eines Objektes interessant, sondern auch wie sich die Lasten (thermisch, als auch elektrisch) verteilen.
    BSP.: ein Objekt, was nur im Winter eine Woche läuft, kann ja da auch 2.000 l Öl brauchen. Wenn es aber nur dann läuft, lohnt ein BHKW auf keinen fall, da in der kurzen Zeit es sich nicht rechnet.
    Ein anderes Objekt, was vll. nur für Warmwasser zuständig ist und das jeden Tag im Jahr gleichviel verbraucht, da lohnt ein BHKW dicke, da es praktisch rund um die Uhr laufen könnte und dabei preiswert Strom erzeugt.


    Deshalb auch die Frage, wie sich der Gemeinschaftsstrom, Bedarf für Schwimmbad, Saune usw zusammensetzt.
    ...eine "hohe Grundlast" ist somit ein sehr positives Kriterium für uns und die Überlegung BHKW .


    Nun mal etwas konkreter,
    ich peil mal ganz grob übern Daumen...ohne das Objekt je gesehn zu haben....nur mit den paar Daten
    Du sgast irgendwas von grob 55.000 L Öl pro Jar, das entspricht rund 550.000 kwh thermische Leistung
    Was wird der Bedarf der Wohneinheitn sein...schwer zu schätzen ohne bauliche Gegebenheiten zu kennen und noch mehr schlägt auch das Benutzerverhalten rein, aber gehn wir mal recht zünftig mit 200W/m² Wohnfläche und Jahr ran. Dann kämen wir bei 1755m² * 200 auf grob rund 265.000 kwh
    ...also gerad mal die Hälfte des Verbrauchs an Öl...der Rest geht ins Bad.
    Klar, kann das auch anders liegen, doch selbst wenn wir mit 300W rangehn, ist immernoch eine Menge im Bad.


    Wenn man nun noch den WW-Bedarf der Bewohner betrachtet, glaub ich schon, dass man auf eine Grundlast von ganz locker 40% (vielleicht sogar deutlich mehr...also 60%) des Jahresenergiebedarfs sich gleichmässig verteilt...Grundlast eben.
    Da sollten durchaus höhere Leistungsklassen als Dachs und co. in Frage kommen. Bei 40% Grundlast und 50kw thermische bhkw-Leistung simuliere (abweichend von Bernds Schätzung) ich einen Wert von über 7.000 Betriebsstunden. (bei 60% sogar über 8000)
    Soagr noch höhere Leistungsklassen wären absolut drin (was die betriebsstunden zwar senken würde, aber immernoch gut wär), aber man muss natürlich schaun, wieviel Strom kann man sinnvoll selber nutzen...nur um den einzuspeisen lohnen sich noch höhere Klassen nicht.


    zum Schwimmbad,
    das hat sogar noch einen weiteren Vorteil, denn dies kann man im Bedarfsfall als riesigen Puffer betrachten. Wenn's mal richtig kalt wird, dann wird das halt mal 1-2 Tage nicht beheizt und die Wärme nur den Wohznungen zur Verfügung gestellt....keine _Ahnung wie die Komfortansprüche sind, aber wenn das mal 2-3 Grad kälter ist, wirds man wohl verkraften. In Phasen, wo man gerne das BHKW länger laufen lassen möchte (wegen günstig Strom) kann man einfach das mehr an Wärme da dann wieder reinpumpen.



    Wirklich ein tolles Objekt :thumbsup:


    axo,
    und sowohl Bernd schätzung und meine Zahlen nicht auf die Goldwaage legen....sind ja auf einer dürftigen Datenbasis...und es spielen noch soviele andere Dinge mit rein....
    ...aber als grobe Orientieren bestimmt nicht schlecht, oder?

  • Also, das ist sicher für ein BHKW ein guter Einstieg. Wenn man ein Pflanzenöl BHKW verwendet, erhält man ca. 18 Cent / KW vom Stromversorger. Das dürfte mehr sein als ihr bezahlt. Ein BHKW muss laufen! D.h. es sollte mindestens 6500 Stunden laufen und die Grundlast abdecken.
    Also bei Wohnanlagen auch im Juli und August, wenn auch weniger Stunden während dieser Zeit. Das zieht allerdings auch eine weitere Heizung zur Abdeckung der Spitzenlast nach sich.


    Eine Unterbringung ausserhalb des Wohngebäudes, z.B. in der Tiefgarage in einem eigenen Raum halte ich für unbedingt erforderlich, da es doch lauter ist. Auch eine Entkoppelung (klingt dramatisch, ist es aber nicht) durch entsprechende Einbauweise ist sicher notwendig. Grosse Wärmespeicher sind die Versicherung, dass das BHKW auf die erforderlichen Betriebsstunden kommt. Wir sprechen ja nicht von einem Dachs oder ähnlichem, sondern von mindestens 50Kw BHKW . Dabei ist der Motor, wie auch die el. Steuerung wichtig. Wir haben beste Erfahrung mit Ausonia gemacht, da diese ital. Firma für die Ölbohrinseln und für die Nato produziert. Das BHKW sollte einen gebräuchlichen Motor haben (Deutz oder Volvo). Auf keinen Fall ein Billigprodukt verwenden! Wenn die Wohnanlage keine oder zuwenig Heizung durch einen Ausfall hat, ist der Teufel los


    Zu beachten ist auch, dass unbedingt ein Vollwartungsvertrag abgeschlossen werden sollte!


    Und nun zu Prinzipiellem:
    Aus 1KW Primärenergie erhalten wir bestenfalls 0,46 KW thermische Leistung und 0,46 KW elektrische Leistung.
    D.h. 1 Ltr Rapsöl hat ca. 10 KW Energie, daraus erhalten wir 4,6 KW thermisch und 4,6 KW elektrisch.
    Ähnlich verhält es sich bei Gas BHKW´s d.h. bei Gas zahlen wir momentan ca. 6,5 Cent pro KW
    Bei Rapsöl ist der Preis momentan 8,5 Cent p. KW. wir erhalten aber als Einspeisevergütung 18 Cent p. KW.


    Im Einkaufspreis sind beide Typen ähnlich, also schaut euch euren Strompreis an, dann könnt ihr entscheiden was besser ist.


    Übrigens stehen wir zur Beratung gerne zur Verfügung. h.spengel ät dbev.org

  • Hallo bin auch gerade neu hinzugekommen,


    bei deinem Projekt würde ich wahrscheinlich das Powertherm auswählen. Hat den Vorteil der echten Drehzahlmodulation und somit einen relativen konstanten Wirkungsgrad.
    Hier aber unbedingt die Erd- oder Flüssiggas Variante wählen um Brennwert Wirtschaftlich nutzen zu können. Hängt natürlich auch von der realisierbarer Vorlauftemperatur ab.
    Alternativ ist eine Kaskade von Dachsen denkbar. Brauchen aber mehr Platz, werden auch in der Summe der Anschaffung etwas teuer sein.
    Erreichen nicht ganz den Gesammtwirkungsgrad des Powertherms sind aber etwas zuverlässiger.


    Habe mit beiden Produkten schon gute Erfahrungen sammeln können.


    Das BHKW vom EC-Power kann ich leider nicht beurteilen. Nur ein kleiner Hinweis, laut Hersteller könne die auch Modulieren, tun dies aber über Reduzierung des Drehmoments, d.h.
    weniger Füllung und somit kleineren Kolbenmitteldruck. Bei gleich bleibender Drehzahl. Dies reduziert den Wirkungsgrad im Modulationsbreich erheblich.
    Dafür haben die einen unschlagbaren Wartungsintervall. Ob dabei die Wartungskosten zurückgehen weiß ich leider nicht.


    Genau müsste dies aber ein Planer durch eine Wirtschaftlichkeitsberechnung auslegen.


    Aber egal was du machst, mit einem BHKW bist du auf den richtigen Weg.


    Gruß

  • Hallo nightharvest


    Man da spreudeln nur so die Herstelleremfehlungen.
    Ohne genaue Zahlen ist das schon sehr wage.


    Ich könnte dir noch eine lange Liste an Herstellern nennen.
    Aber eine Kaskade mit mehr als 2 Blöcken macht kaum einen Sinn.

    Mit Energie geladenen Grüßen aus dem Teufelsmoor.
    Nicht nur privat bin ich von hocheffizienten BHKW überzeugt.
    Vom Hobby zum Beruf gekommen bin ich seit einigen Jahren auch Angestellter der MWB AG und seit Februar 2014 bei RMB Energie GmbH

  • Hallo Bioenergie,


    folgendes Zitat fällt mir bei deinem Beitrag ins Auge:



    Und nun zu Prinzipiellem:
    Aus 1KW Primärenergie erhalten wir bestenfalls 0,46 KW thermische Leistung und 0,46 KW elektrische Leistung.
    D.h. 1 Ltr Rapsöl hat ca. 10 KW Energie, daraus erhalten wir 4,6 KW thermisch und 4,6 KW elektrisch.


    Eigentlich geht man bei den BHKW-Dimensionen, über die wir hier meistens posten, von 2/3 thermisch und 1/3 elektrisch aus.


    Meine Frage dazu: Verschiebt sich dieses Verhältnis zu Gunsten der elektrischen Energie bei zunehmender Größe des BHKW???


    AxelF

    Wikipedia: ICH WEISS ALLES!


    Google: ICH HABE ALLES!


    Internet: OHNE MICH GEHT NICHTS!


    Strom: ACH WIRKLICH ???!!!

  • Schau dir die großen Leistungsklassen an und wirst viele finden die ein :1 Verhältniss haben.
    Allerdings sieht man da auch wenn man die Angaben richtig liest, das meistens die Wärme dann nicht voll genuzt wird.
    Warum die da nicht mehr machen?
    Warscheinlich kommen die Auslegungen alle noch aus der "Palmöl ist billig, Strom teuer, und so große Kühler kosten ja auch wenn man die Wärme wegwerfen muss." Zeit.


    Bernd


    Ps.: nightharvest
    Du siehst ja wie dein Projekt die Leute anzieht.
    Da steckt viel Geld drin, entsprechend zieht es die Verkäufer an.
    Also wie ich dir schon geschrieben habe, Infos sammeln!
    Und viel nachdenken!

  • Nun ja,
    bei größeren Anlagen kann man tatsächlich etwas mehr elkrtische rauskitzeln, denn da lohnt sich auch der größere Anlagenaufwand


    ...aber
    50/50 elektrisch zu thermisch ist bei einer Verbrennungskraftmaschine absolut unrealistisch (widerspricht dem realem Carnot-Prozess)
    solch hohe Werte kann maximal ein gutes GuD Kraftwerk und das passt vermutlich nicht.


    Pflanzenöl ist durchaus eine überlegenswerte Variante bei Objekten, die hohen Wärmebedarf und niedrigen elektrischen haben,
    allerdings darf man nicht übersehen, dass die Vergütung nach EEG fest ist....und bei steigenden Energiepreisen könnte der Zeitpunkt wo es sich noch lohnt schnell in die Nähe rücken.

  • Hallo,

    Schau dir die großen Leistungsklassen an und wirst viele finden die ein :1 Verhältniss haben.


    Da beim BHKW bei der thermischen Leistung jeweils die hälfte aus der Motorkühlung und dem Abgaswärmetauscher kommen, heißt das ganz einfach, das es noch viele BHKW´s gibt, die keinen AWT haben....
    ....z.T. auch, weil die PÖL Motoren ganz schön Rußen, und es wenig spaß macht verußte AWT´s zu reinigen!


    Gruß Dachsgärtner

  • Vielen Dank für den Hinweis Bernd,


    werde ich auf jeden fall beherzigen.


    Ich bin extra in dieses Forum gegangen, um möglichst von Leuten (so wie Du) mit Erfahrungen über BHKW wichtiges mitzubekommen. Und nicht so unbedingt von ebenfalls Forumsanfängern...... :blush2:

  • Hallo,


    @ GB1530 und @all:


    Ich werde sobald ich die Daten habe, diese hier einstellen. Da ich z. Z. im Ausland bin, ist es nicht ganz so schnell zu bewerkstelligen. Aber ich bleibe dran.
    Also bitte nicht verzweifeln und diesen thread bitte verfolgen. Ich denke so in einer Woche habe ich hoffentlich die Daten. Wenn es schlecht läuft erst Anfang Oktober.


    Und was ist mit BHKW aus der Kölner Umgebung?


    Gruß
    nightharvest