Rentabilität wenn mehr Strom als Wärme benötigt wird?

  • Hallo Forum,


    bin über dieses Forum gestolpert und habe schon viele intressante Beiträge gelesen.


    Nun es stellt sich folgende Situation bei uns: Es sind zwei Gebäude Bj.1999 mit Gas Brennwertheizung. Bei dem einen Gebäude handelt es sich um eine Verkaufshalle mit einem jährlichen Strombedarf von 27500kwh Strom und 16700 kwh für Heizung.


    Das andere Gebäude ist ein Einfamilienhaus mit einem Strombedarf von 7500 kwh und 21000 kwh für die Heizung.


    Ich habe also einen Gesamtbedarf von zirka 74000 kwh.


    Nun stellt sich mir die frage ob sich ein BHKW rechnen kann, da ich es bisher so verstanden habe das die BHKW haupsächlich wärme erzeugen und als Abfallprodukt Strom. Was mache ich im Sommer wenn die Heizung abgestellt wird?


    Bevor ich mich an eine Firma wende, möchte ich mich neutral hier im Forum erkundigen.


    Hat jemand Erfahrung mit solch einer Konfiguration?


    Gruß sw-stephen

  • Hallo sw-stephen


    Herzlich willkommen hier im Forum
    Ein BHKW muss man immer nach seinen Wärmebedarf ausrichten.
    Wie lange ist den deine Heizperiode?
    Wie groß ist die Kesselanlage ?
    Hast du vielleicht einen Betriebsstundenzähler an deiner Kesselanlage?
    Bei deinen Verbräuchen kann ein BHKW wirtschaftlich sein.


    Eine KWK Anlage bedeutet nicht das man komplett autag ist, sondern das man den Grundbedarf deckt dies trägt zur Kostenreduktion bei.
    Also im Sommer macht ein BHKW ohne Wärmeabnahme keinen Sinn, dann ist es billiger den benötigten Strom zukaufen aber im Winter ist das schon ganz anders.


    Bad Bederkäsa ist nicht weit weg von mir wenn du mich besuchen möchtest mach eine Termin mit mir.

    Mit Energie geladenen Grüßen aus dem Teufelsmoor.
    Nicht nur privat bin ich von hocheffizienten BHKW überzeugt.
    Vom Hobby zum Beruf gekommen bin ich seit einigen Jahren auch Angestellter der MWB AG und seit Februar 2014 bei RMB Energie GmbH

  • Hallo GB 1530,


    also einen Betriebsstundenzähler haben wir nicht, das prob. ist sicherlich der Sommer in der Regel wird die Heizung von Juni bis September-Oktober nicht benötigt. Nur im Wohnhaus für Warmwasser.
    Der reine Wärmebedarf beläuft sich auf 38700 kwh im jahr.
    Wenn ich jetzt die werte vom Dachs nehme produziert er zirka 12 kwh/ h also müsste er um 38700kwh zu produzieren 3225h laufen und wirft dabei 17737kwh strom ab ( 3225h x 5,5kwh) .
    Sehe ich das richtig?
    Was ist " ein Gedankenspiel" wenn ich den dachs 6400 h laufen lasse ( unser Strombedarf) kann ich mit der überschüssigen wärme wieder strom erzeugen? Die wärme ist halt über und weit und breit kein abnehmer in sicht, gut ich könnte auch ein 2000qm saunaland bauen l :D .


    ps Ist mir auch aufgefallen OHZ ist wirklich nicht weit war ich erst letzte Woche!

  • Das siehst du schon richtig.
    Aber bei den heutigen Preisen und Vergütungssätzen, muss man bei 3.500 Std.. /Jahr schon genauestens rechnen.
    Sonst wirds nicht günstiger.


    Kannst du sonst irgendwo die Wärme weiterverkaufen?
    Nachbarn?


    Bernd


    Hallo Bernd,
    leider nicht das ist ja das problem.
    Ich habe mich schon mal im jahre 2001 mit der Materie befasst und bin zu dem schluss gekommen das der überschuss an wärme das problem ist.
    Nun seit 2001 hat sich auf dem Energiemarkt ja einiges geändert und ich bin neulich über die sunmaschien gestolpert.Ich fand es sehr intressant ein bkh mit pellets zu betreiben. nun aber ich denke die technick ist noch nicht ausgereift. also beschäftige ich mich mit konventionellen bkhw mit der hoffnung das es sich doch rechnen kann.
    damit meine ich das nach spätestens 10 jahren die investition sich rentiert.


    gruß sw-stephen

  • Also 10 Jahre bei dem geringen Wärmebedarf/Laufstunden ist selbst bei vollständigem Stromeigenverbrauch momentan nicht zu machen.
    Also bleibt nur die Stromfresser zu finden und durch anderes zu ersetzen.


    Schau dir mal auf der linken Seite des Portals den Link http://rathausstrasse.dyndns.ws:8080/ an.
    Dort ist vorgemacht wie man die Infos zu seinen Verbrauchern erhält.
    Nach meinem Kenntnissstand hat der Kunde nicht schlecht gestaunt wo sein Strom verschwindet und plant jetzt den entsprechenden Ersatz bzw. Umbau.
    Er hat vorher auch über seine Stromverbrauch gejammert, jetzt kann er handeln.


    Viele Wege führen nach Rom, aber deiner momentan nur sehr sehr holprig über ein BHKW .


    Bernd

  • Eine weitere Möglichkeit um die "überschüssige Wärme" des BHKW zu nutzen wäre eine Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung. Natürlich nur unter der Vorraussetzung, das für die Verkaufshalle schon einmal der Gedanke einer Klimatisierung da war. Die Art der Kühlung ist im Vergleich zum Strom günstiger und führt auch im Sommer zu brauchbaren Laufzeiten am BHKW . Die Kehrseite sind aber die hohen Anschaffungskosten.


    @ Bernd


    Die Zählererfassung ist zur Zeit außer Betrieb - ich bin da mit Tom auf Fehlersuche. Dafür läuft die Temperaturanzeige aus dem Heizraum sehr gut und weiter Fühler folgen...

    Gruß
    Michael


    Alle sagten: Das ist unmöglich! Dann kam einer der dies nicht wusste und tat es einfach.

  • Das mit der Kälte ist richtig, ich hattemich mal für eine Anlage passend zum Temperatur ausgang von 80 Grad erkundigt.
    Die funktioniert auch mit entsprechenden Solarkollektoren. Wie das so ist finde ich momenatn den Link nicht.
    (Tom ich hatte ihn dir mal zugemailt, hast du den noch?)


    Kostenpunkt war so um die 10.000€ für ca. 12 KW Input und ?? KW Output.
    Da hätte man dann auch im Sommer genügend Laufzeiten.


    Bernd

  • Der Hersteller ist http://www.EAW-Energieanlagenbau.de , die haben ihre Kälteerzeuger auf die Vorlauftemperaturen von 70-95°C hin optimiert. Das Angebot das mir für 15kW Kälte von denen vorliegt bringt es auf grob 25.000 Euro für das Hauptgerät ohne hydraulische Einbindung.
    Kälteleistung 15kW
    Heizleistung 21kW = zugeführte Leistung im Kühlbetrieb
    Neben ein wenig Betriebsstrom braucht diese Lösung zusätzlich etwa 60l Frischwasser in der Stunde um die Verdunstungsverluste des Aussenkühlers (offene Verrieselung) auszugleichen.


    Wirkungsgrad zugeführte Energie - Kälteabgabe : 75%


    Da muss jeder für seinen Anwendungsfall durchrechnen ob das mit den steigenden Gaspreisen wirtschaftlich ist. Eine Kühlung durch elektrisch betriebene Maschinen wird in Zukunft bestimmt auch nicht günstiger.



    Ich habe tatsächlich gestern wieder einen Stromfresser finden können:
    Die bestehende Kältemaschine hat für beide Verdichtermotoren eine elektrische Ölsumpfheizung. Toll nur, dass die stumpf und ohne Regelung das ganze Jahr die Maschine warmhält.
    200 Watt Leistung auf 8760 Stunden macht..... 1.752 kWh für das Warmhalten - auch in Sommer !! |:-(
    Da kommt eine Thermostatregelung dazwischen! :thumbsup:

    Gruß
    Michael


    Alle sagten: Das ist unmöglich! Dann kam einer der dies nicht wusste und tat es einfach.