Wie komme ich denn jetzt zu meinem BHKW?

  • Moin Zusammen,


    ich habe schon etwas gelesen, aber nicht die passenden Antworten gefunden.


    In meinem Wohnhaus mit angeschlossener Kneipe und Lagerhalle möchte ich die 10 Heizungen, 5 Gasdurchlauferhitzer und etliche 5 und 2 50l Warmwasserboiler durch eine BHKW ersetzen, aber ich weiß nicht so recht, wie ich es anfangen soll.


    Ich bin kein Schrauber, habe weder Talent, noch Geduld, also kann und will ich mir nichts selber zusammenbauen. Wenn spreche ich denn an für die Anlagenauslegung, Anschluß und Wartung? Die Hersteller oder andere Anbieter?


    Hier ein paar Rahmendaten als erste Informationen. Es sind 12 Wohnungen mit ca.28-30 Bewohnern, 700 qm, Wohnfläche, wovon 600 noch gedämmt werden, der Rest ist in eine Lagerhalle reingebaut und läßt sich nicht vernünftig dämmen. Außerdem hängt noch eine Kneiep mit 350qm Grundfläche dran, von der ca. 150 qm auch gedämmt werden, der Rest sind Saal und Lagerräume. Verbrauchswerte hab ich leider noch nicht, am 1.6.2007 habe ich die E-Zählerstände und am 1.6.2005 die Gaszählerstände notiert, da muß ich dann Ende des Monats erneut ablesen und ausrechnen. Öl gibt es nicht, dafür aber Erdgas. Und einen 63 KW-Brummer im Keller, der im Moment nur die Gaststätte versorgt.


    Den Strom möchte ich vorrangig an meine Mieter/Pächter verkaufen, wie mache ich das rechtssicher?


    Wenn ich die anderen Beiträge richtig verstanden habe, ist es wichtig, daß ich im Sommer die Hitze los werde, also muß ich auch die Warmwasserversorgung zentralisieren. Oder lass ich die 5l-Geräte in den Küchen, weil das eh kaum Wärme abnimmt, aber dafür Strom und ich spar das Wände aufreissen? Noch kochen die meisten mit Gas, sollte ich versuchen, das auch auf Strom umzustellen?


    Und die besonders spannende Frage, wie rechne ich den ganzen Kram ab? Aber das können mir sicher die entsprechenden Anbieter sagen. Aber, wie finde ich die?

  • Hallo Netter Vermieter,


    herzlich Willkommen hier im Forum.


    Das ist ja mal ein Vorhaben! :thumbsup:


    In den 10 einzelnen Wohnungen sind ja vermutlich Gas-Thermen, und diese sollen dann durch ein zentrales Heizungs - System ersetzt werden. Ist das so richtig?


    Ich würde erstmal einen Heizungsbauer befragen, wie man das ganze Objekt zentral versorgen kann und was in dem Zusammenhang alles umgebaut werden muss.


    Der würde ja auch die Größe für einen Kessel berechnen und anhand dieser Daten kann man sehen welche BHKWs in Frage kommen.


    Eventuell kann das aber auch nur ein spezieller Energieberater oder ein Planugsbüro. Dafür gibt es auch Fördermittel bei der BAFA / KFW-Bank.


    Ein Beispiel hier: http://www.energieberatung-und…eratung/foerdermittel_kfw



    Für den rechtssicheren Strom-Verkauf an Mieter gibt es ein Modell das hier in der Database beschrieben wird:


    http://bhkw-forum.de/forum/wbb…=DownloadDBData&dataID=10


    Da müssen allerdings auch die Zähler und Stromleitungen entsprechend geändert werden.


    Viel Erfolg




    AxelF

    Wikipedia: ICH WEISS ALLES!


    Google: ICH HABE ALLES!


    Internet: OHNE MICH GEHT NICHTS!


    Strom: ACH WIRKLICH ???!!!

  • Also die Anbindung der alten Thermen an die Zentralversorgung geht relativ einfach, da ja an den Thermen jeweils die Wohnungsversorgung hängt.
    Kamin ist ja dadurch auch vorhanden durch die dann die Versorgungsleitungen zu den alten Thermenanschlussen geführt werden kann.
    Das mit den Stromboilern ist eine andere Sache, dort überall neuer Rohre hin zu legen kann sehr aufwendig und damit teuer werden.
    Ich würde alles zentral versorgen, das momentan einen Gasanschluss hat, denn dort gibt es dann einen Kamin mit vereinfachtem Zugang.
    Die Kochstellen lass bloss auf Gas! Günstiger kann man nicht kochen!


    Du hast zwar dann im Sommer nicht den Großbedarf an Warmwasser, aber mit geschickter Puffergröße/-einbindung können die Laufzeiten des BHKWs dann in die Stromspitzenzeiten angepasst werden.
    Also ruhig ein kleineres BHKW wählen das dann auch im Sommer Dauerlauf macht um die Energie für WW bereit zu stellen,
    oder ein etwas größeres das moduliert oder in verschiedenen Leistungsstufen fahren kann.
    Den Rest macht dann ein Spitzenlastkessel das kann auch der alte Kessel der Wirtschaft sein.


    AxelF hat ja schon die Links zu der rechtlichen Seite genannt.


    Bernd

  • Hallo Netter Vermieter


    Da ich ja fast bei dir um die Ecke wohne , kannst du ja einen Termin mit mir machen . Dann kann ich dir ja mal meine Anlage zeigen.
    Wenn es möglich ist bring dochmal die gesamten SWB Rechnungen mit . Dann kann Anhand der Ernergiemengen schon eine grobe Abschätzung der Größe des BHKW machen.

    Mit Energie geladenen Grüßen aus dem Teufelsmoor.
    Nicht nur privat bin ich von hocheffizienten BHKW überzeugt.
    Vom Hobby zum Beruf gekommen bin ich seit einigen Jahren auch Angestellter der MWB AG und seit Februar 2014 bei RMB Energie GmbH


  • Wenn es möglich ist bring dochmal die gesamten SWB Rechnungen mit .

    Problem wird da sein, dass die Energierechnungen nicht der nette Vermieter hat, sondern die jeweiligen Mieter. Wenn Du glück hast, bekommt man die Verbrauchsdaten vom Energieversorger.


    Grüße


    Bruno

    Ich bemühe mich, garantiere aber keine Vollständigkeit und Richtigkeit, Beiträge ersetzen keine Steuer- oder Rechtsberatung!
    Ich Unterstütze den gemeinnützigen Gedanken dieses Forums und dessen gemeinnützigen Verein, der sicher nix gegen eine Spende hat, wenn ihm hier geholfen wurde.

  • Erst einmal danke für die regen Antworten.


    Ja, es ist ein großes Projekt und wie ich gesehen habe, muß das BHKW noch in diesem Jahr in Betrieb genommen werden, damit die Zuschüsse für den eingespeisten Überschußstrom noch höher sind. Also viel zu tun und ich habe Angst, daß mir die Zeit wegläuft. Schließlich muß ich ja auch noch die Wärmedämmung anbringen lassen.


    AxelF


    Danke für den Link, ich habe da schon mal reingeschaut. Aber alles noch etwas nebulös. Wenn ich es richtig verstehe, hat der Christian Meyer da ein Vertragsmodell entwickelt, was den Stromverkauf an die Mieter löst, allerdings müssen die dann auch Mitglieder der GBR werden? Verkauft der sein Wissen oder wie komme ich da ran? Hast Du damit Erfahrungen?


    @ GB1530


    Rechnungen habe ich nicht, wie geschrieben werde ich nächste Woche die Zählerstände ablesen, aber auch die Werte sind nicht zu hilfreich, weil ich ja noch die Wände dämmen möchte. Ich werde mich dann bei Dir melden, wenn ich wieder etwas Luft habe.


    Bernd der Dachsausbeuter


    Ja, ich bin mir nicht sicher mit den Boilern, ich muß doch die Wärme im Sommer loswerden, also muß ich auch die WW-versorgung zentralisieren, oder?


    Für die Auslegung Wärmebedarf / Elektrisch brauche ich halt Leute mit Erfahrung auch im Hinblick auf die Förderrichtlinien. Es ist ein spannendes Thema, aber ich stoße hier an mien Kapazitätsgrenzen, was die Zeit betrifft.


    Schönes Wochenende

  • Danke für den Link, ich habe da schon mal reingeschaut. Aber alles noch etwas nebulös. Wenn ich es richtig verstehe, hat der Christian Meyer da ein Vertragsmodell entwickelt, was den Stromverkauf an die Mieter löst, allerdings müssen die dann auch Mitglieder der GBR werden? Verkauft der sein Wissen oder wie komme ich da ran? Hast Du damit Erfahrungen?


    Hallo Nettervermieter,


    persönliche Erfahrung habe ich keine mit Herrn Meyers Vertragsmodell. Ich weiß halt nur vom letzten Forentreffen, dass er ein Modell entwickelt hat, das einen rechtssicheren Stromverkauf möglich macht!


    Ich habe es so verstanden, dass er individuelle Vertragsmodelle erstellt und diese Dienstleistung natürlich berechnen muß. Einfach mal dort anrufen und Herrn Meyer selbst fragen!


    Axel

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    Google: ICH HABE ALLES!


    Internet: OHNE MICH GEHT NICHTS!


    Strom: ACH WIRKLICH ???!!!

  • Ich habe jetzt das Gutachten meines Energieberaters. Der hat berechnet, daß ich für das Wohngebäude 25KW Heizleistung brauche. Den zusätzlichen Bedarf für die nicht gedämmte Gatsstätte und eine darüber liegende Wohnung schätzt er auf weitere 25 KW.


    Ich hatte diese Woche die ersten Handwerker vor Ort, der Heizungsbauer will mir einen Dachs einbauen. Wenn ich die Empfehlungen so sehe, mit 10-20% Der Spitzenheizlast kommt das ja auch so etwa hin. Habe gerade nochmal durchgezählt 27 Personen + Küche der Gaststätte hätte ich mit Warmwasser zu versorgen. Reicht das im Sommer?


    Gibt es außer Dachs und Ecopower noch andere passende Anbieter? Ich will und werde nix selber machen, am besten einen Vollwartungsvertrag für 15 Jahre abschliessen oder bieten die auch 20 Jahre an? Hilft mir die Modulierung, wenn ich sowieso einen Pufferspeicher 1000 oder 2000l einbauen lasse?


    Daheim habe ich einen 800er für meine Solaranlage, aus dem ich dann per Plattenwärmetauscher das WW entnehme. Ist das für mein BHKW auch sinnvoll?


    Immer noch ungeklärt ist, was ich machen muß, um meinen Mietern den Strom zu verkaufen. Na, ich werde mal bei den Stadtwerken anrufen und beim Herrn Meyer. Hat da jemand schon Erfahrung mit dessen Vertragswerken?


    Muß die Anlage eigentlich dieses Jahr in Betrieb genommen werden, oder warte ich wegen der Förderung des selbstverbracuhetn Stroms bis nächstes Jahr? D.h. ist der Strom, den ich ja gar nicht selber nutze, sondern an meine Mieter verkaufe, überhaupt selbstgenutzt?? Ich weiß immerhin, daß ich auf jeden Fall erst ab 1.9. überhaupt Förderanträge stellen darf.


    Tja, Fragen über Fragen, so ist das bei Anfängern halt _()_

  • Hallo Netter Vermieter


    Der dachs wird für deine 27Pers. schon ausreichend Warmwasser machen.1000L Pufferspeicher ist das schon angebracht.
    Mit der SWB haben wir leider keine aktuell vorliegenden Erfahrungen, die bekommen wir ja jetzt von dir .
    Meld dich doch bitte für das 4. Forentreffen an, das findet in OHZ statt.

    Mit Energie geladenen Grüßen aus dem Teufelsmoor.
    Nicht nur privat bin ich von hocheffizienten BHKW überzeugt.
    Vom Hobby zum Beruf gekommen bin ich seit einigen Jahren auch Angestellter der MWB AG und seit Februar 2014 bei RMB Energie GmbH

  • Hi,


    Zitat

    Muß die Anlage eigentlich dieses Jahr in Betrieb genommen werden, oder
    warte ich wegen der Förderung des selbstverbracuhetn Stroms bis
    nächstes Jahr? D.h. ist der Strom, den ich ja gar nicht selber nutze,
    sondern an meine Mieter verkaufe, überhaupt selbstgenutzt?? Ich weiß
    immerhin, daß ich auf jeden Fall erst ab 1.9. überhaupt Förderanträge
    stellen darf.

    momentan ist das noch nicht sicher ob Bestandsanlagen für den selbstgenutzten Strom 5,11Cent bekommen. Dies wird momentan geprüft und dann veröffentlicht, da das neue KWKG ja noch nicht offiziell ist. Sobald wir wissen was Sache ist werden wir das hier veröffentlichen.


    Auf eine Modulation kann man bei deiner Konfiguration verzichten ;)
    Als Alternative zu Dachs & Co. gäbe es noch Giese, frag da mal GB1530 oder Konrad Weigel.


    Zitat


    Daheim habe ich einen 800er für meine Solaranlage, aus dem ich dann per Plattenwärmetauscher das WW entnehme. Ist das für mein BHKW auch sinnvoll?

    Klar.


    Zitat

    Immer noch ungeklärt ist, was ich machen muß, um meinen Mietern den
    Strom zu verkaufen. Na, ich werde mal bei den Stadtwerken anrufen und
    beim Herrn Meyer.

    Auch hier wird sich einiges mit dem neuen KWKG ändern (soll alles einfacher werden). Hierzu klärt uns Gunnar Kaestle auf dem 4. Forentreffen auf.




    Gruß
    Tom

  • Und bei der räumlichen Nähe hab ich mich auch schon mal für das Treffen im Oktober angemeldet. :-)@@(-:


    Beim Lesen ist mir noch eine Frage gekommen, hat eine Lastmessung bei mir eigentlich einen Sinn? So eine große Auswahl an BHWKS hab ich ja gar nicht? Woher weiß ich in den Sommermonaten eigentlich, wann das BHKW laufen soll? Dafür könnte mir so etwas doch wohl helfen, oder? Im Winter wird es eh durchlaufen.


    Giese war doch der Anbieter zum selberschrauben, oder? Paßt dann nicht.


    Ist denn der Strom, den ich an meine Mieter verkaufe, selbstgenutzt? Und wer zahlt mir die 5,11 Cent?

  • Hallo Netter Vermieter


    Die Firma Giese bekommst auch mit einem Vollwartungsvertrag.
    Es gibt auch noch Konrad Weigel .

    Mit Energie geladenen Grüßen aus dem Teufelsmoor.
    Nicht nur privat bin ich von hocheffizienten BHKW überzeugt.
    Vom Hobby zum Beruf gekommen bin ich seit einigen Jahren auch Angestellter der MWB AG und seit Februar 2014 bei RMB Energie GmbH

  • Danke für die Tipps.


    Konrad Weigel ist wohl schon etwas zu groß. Bei Giese hab ich gesehen, daß die Motoren erheblich langsamer laufen, was sicherlich gut ist, allerdings muß dort nach 1500h eine Wartung durchgeführt werden und beim Dachs nach 4000.


    Was da günstiger ist weiß ich nicht.