Studenten-Arbeit

  • Ich habe schon angekündigt, dass ich am Dienstag mit dem Lehrstuhl Prof. Jäger in Erlangen einen Termin habe. Hier meine Diskussionsgrundlage:


    Wir sind eine Gruppe von Klein- BHKW- Betreiber (5-10 kw-elt) im Raum Erlangen, eingebunden in ein bundesweites „BHKW-Forum“,das Interesse daran hat, die Netzentgelte für die dezentralen Einspeiser zu verbessern.(vermiedene Netznutzungsentgelte durch dezentrale Einspeisung)


    Wir suchen einen Menschen/ Studenten, der die gegenwärtigen Netznutzungsstrukturen und insbesondere die Vorteile der


    Netzbetreiber aufgrund dezentraler Einspeisung darstellen kann und sich deshalb mit der StromNEV auseinandersetzt.


    Wir könnten uns beispielsweise vorstellen, dass ein interessantes Thema sein könnte, wie kann ein virtuelles Kraftwerk auf der


    Basis von vielen dezentralen Einspeisern betrieben werden. Dazu wird es wohl notwendig sein, die gegenwärtigen technischen und
    wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Netzeinspeisung darzustellen
    .


    Wer hat noch Fragestellungen!!!! Eilt!!!!

  • Hallo Reinhard,


    wichtig wäre festzustellen, dass bei kleiner BHKW-Leistung wesentlich mehr Netznutzung nicht in Anspruch genommen wird, als mit großer Leistung (so lange sie noch im Niederspannungsnetz einspeist)


    Die maximal 5,5 KW die ich hier einspeise, werden doch spätestens bei meinem Nachbarn (20m entfernt 3 Wohnblöcke a 20 Wohneinheiten) verdunsten. Daher ist nicht nur wichtig festzustellen, welche Kosten den Netzbetreibern tatsächlich in den vorgelagerten Netzen im Verhältnis zum Niederspannungsnetz entstehen, sondern eben auch, dass bei so kleinen Anlagen die Netznutzung der Niederspannungsebene nur sehr gering ist.


    Weitere Vorteile der Energieversorger egeben sich dadurch, dass sie Strom zu Baseload-Preis bekommen, dadurch jedoch Spitzenlast nicht teuer einkaufen müssen. Auch hier ergibt sich ein erhebliches Gewinnpotential. Man müsste nachweisen, zu welchen Zeiten die BHKWs laufen und Strom liefern, und zu welchen Zeiten EVUs Spitzenlaststrom kaufen müssen.


    Grüße


    Bruno

    Ich bemühe mich, garantiere aber keine Vollständigkeit und Richtigkeit, Beiträge ersetzen keine Steuer- oder Rechtsberatung!
    Ich Unterstütze den gemeinnützigen Gedanken dieses Forums und dessen gemeinnützigen Verein, der sicher nix gegen eine Spende hat, wenn ihm hier geholfen wurde.

  • Also das war heute ein großer Reinfall.
    Prof. Jäger (fast) Originalton:
    - die Versorgungssicherheit ist mit Klein-BHKW gefährdet
    - Windenergie usw. erhöht alles den CO 2 -Verbrauch usw.


    Vielleicht lesen da einige mit?
    Die Stadtwerke hatten dem Lehrstuhl vor einigen Wochen einen Auftrag erteilt, die Belastungen der Netzbetreiber aus der Einspeisung von Klein-BHKW
    zu ermitteln. Ergebnis: wenn die Einspeisung über den jetzigen Grad hinaus geht, wird es für die Netzbetreiber teuer.....


    Was lernen wir daraus? Es wird mit allen (!) MItteln von bestimmter Seite gearbeitet.


    (für die Herren der Netzlobbyisten, die jetzt mitlesen: Respekt vor sor viel
    Raffinesse) 8)

  • Kopf hoch, dann muß eben eine UNI gefunden werden die noch nicht Geschmiert, Unterwandert oder sonstwie Kompromittiert wurde.


    @:-


    Mfg Alikante

  • Du willst doch wohl nicht einem deutschen Professor so etwas unterstellen?
    Immerhin sind die anderen schneller gewesen, da hilft nichts, muß man raus lernen und adaptieren.


    Mich würden die Daten auf denen die Aussagen fußen interessieren, vorallem wie er dann auf diese Aussagen kommt.


    Das die großen 4 lieber die Windanlagen abschalten als ihre eigenen Kraftwerke ist ja bekannt und das dadurch kein CO2 eingespart wird ebenso.
    Wie immer im Leben kommt es halt auf die Sichtweise an.
    Je nachdem auf welcher Seite ich stehe, ist es besser die Last der Sicherheit auf viele Schultern legen, oder einigen wenigen weiter die Taschen zu füllen.
    Alles eine Frage der Sichtweise.
    Und wenn man angehalten wird die Sichtweise des Monopols zu vertreten, wer kann es dem Prof verdenken.
    Er und seine Angestellten wollen ja auch morgen was zu Essen auf dem Tisch stehen haben.


    Es wird wie immer laufen, jeder wirft seine Gutachten auf den Tisch und die Politiker sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht. Ist ja auch von den alten Strukturvertretern so gewollt!!
    Und da diese genügend Geldmittel beiseite geschafft haben, werden sie genügend Gutachten produzieren lassen, sind doch Peanuts in Bezug auf die Verdienstmöglichkeiten.


    Schade, aber leider so wie schon oft gesehen.
    Ich hoffe die Politiker wachen irgendwann mal aus Ihrem Dämmerschlaf auf und machen Zukunft ohne die angebotenen Rentnerposten als Zukunft zu sehen.



    Bernd

  • Solange Lobbyisten den Politikern ihr Anliegen ins Ohr säuseln, solange wird sich nix ändern, zumal viele Politiker, auf Grund der Verdienstmöglichkeiten, früher oder später selber zu einer Lobby wechseln (was m.E. verboten gehört oder Politiker mit einer Sperrfrist belegt werden müssten - so wie es oft in freien Wirtschaft gehandhabt wird).


    Und gerade im Energiesektor wird gemauschelt das sich die Balken biegen (ob Strom, Gas, Öl, Solar, Wind, Wasser, Kohle etcpp).

    Die gefährlichsten Kopfschmerzen werden durch mangelhaft verdaute Ideen verursacht (Claude Chabrol)

  • Während des Seminars zum thema BHKW bei der Messe in Kassel am 26.04. spricht laut Programm ein Prof. M. Kurrat von der TU Braunschweig zum thema "Intelligente Netze+dezentrale Erzeugung".


    Kann jemand mal zu diesem Prof. Kontakt aufnehmen?
    Ob ich nach Kassel kommen kann, weiß ich noch nicht.
    Wen haben wir denn hier aus Braunschweig??
    Vielleicht ist dieser Prof. nicht so verbandelt mit mit den Monopolisten
    bzw. hat ein Herz (und Verstand) für uns KLeine?

  • Wendet euch doch 'mal an Gunnar Kaestle, er ist ja jetzt zum Promovieren in der TU-Clausthal ... und er beschäftigt sich ausschließlich mit den virtuellen Kraftwerken ... und dort gibt es auch Prof's die daran Interesse haben.


    An unseren Energietagen konnten wir ihn als Referent gewinnen ... Thema : Endverbraucher als Stromlieferant ... BHKW's als virtuelles Kraftwerk


    Und dass die EVU's das so sehen wie Herr Jäger stimmt so nicht. Wir haben Gespräche geführt mit den großen und kleinen EVU's ... sie sind ganz anderer Meinung. Das Gegenteil ist der Fall. Sie haben begriffen (schon länger) dass das VKW ihnen sehr viel Gutes tun kann ... wir haben da schon einige Ideen in der Umsetzung. Nicht umsonst nehmen wir an dem Projekt EU-Deep teil. Hier geht es ausschließlich um das Thema Micro/Mini-BHKW als VKW.


    Nur nicht verwirren lassen ... die Zeit der BHKW's kommt jetzt erst !


    MfG WhisperMan