BHKW für Produktionsbetrieb?

  • Hallo,


    wir sind ein kleiner Produktionsbetrieb aus der Futtermittelherstellung
    Wir haben einen riesigen Elektroenergieverbrauch (Hammermühlen und Presse) und benötigen eine hohe thermische Energie zur Dampferzeugung (Verdampfer). Kann dort überhaupt ein BHKW Einsparpotienziale erzielen, da die Maschinen nicht 24h laufen?


    zur Information Jahresverbrauch ca.300000KW/h und ca. 40000 Liter Heizöl


    Wir hatten mal ein Angebot der Firma Dachs die mehrere Anlagen hintereinander schalten wollten.

  • Hallo Mastereckert,


    Zunächst einmal herzlich willkommen hier im Forum!


    Zitat

    Kann dort überhaupt ein BHKW Einsparpotienziale erzielen, da die Maschinen nicht 24h laufen?


    Rel. lange Lafzeiten sind natürlich auch wichtig, aber viel wichtiger ist, das Wärme und Strom möglichst gleichzeitig benötigt werden!


    Zitat

    ....und benötigen eine hohe thermische Energie zur Dampferzeugung (Verdampfer).


    Da sehe ich das größere Problem, es ist zwar so, das in großen BHKW´s das Abgas in Abhitzekesessen auch zur Dampferzeugung benutzt wird (MuD Technik). Aber soweit ich weiß verteilt sich die energie beim Dieselmotor wie folgt: 30% Wellenleistung (Strom) 30% Wärme aus dem Kühlwasser und 30% Wärme aus dem Abgas!


    Wird den nur Wärme in form von Dampf benötigt, oder geht auch ein Teil fürs Anwärmen oder alg. heizen weg.


    Aber wie Rosisosi schon sagte, die Dachse sind zwar vielseitig, aber als Dampferzeuger taugen sie nicht!


    Gruß Dachsgärtner

  • Hallo Mastereckert


    Herzlich willkommen im Forum.


    Um da denn richtigen Rat zu geben brauche ich mehr Zahlen.
    Man muß das Grundlast verhalten des Betriebes kennen,wenn der Betrieb ruht.
    Sowohl thermisch als auch elektr.


    Dann brauche ich die tägliche Produktionszeit. 5 oder 6 Tage Woche
    Den durschnittlichen elektr. Bedarf und die Dampfmenge während der Produktion.Eine sogenannten elektr. Lastgang (1/4h Werte).


    Dann lässt sich bestimmt was finden.

    Mit Energie geladenen Grüßen aus dem Teufelsmoor.
    Nicht nur privat bin ich von hocheffizienten BHKW überzeugt.
    Vom Hobby zum Beruf gekommen bin ich seit einigen Jahren auch Angestellter der MWB AG und seit Februar 2014 bei RMB Energie GmbH

  • Zitat

    Kann dort überhaupt ein BHKW Einsparpotienziale erzielen, da die Maschinen nicht 24h laufen?


    Bei den hohen Verbräuchen,
    lässt sich bestimmt was machen.


    ...zumindest sollte man sich die Mühe machen,
    dies exakt zu rechachieren, denn wenn man hier nur paar cent rausdrücken kann, handelt es sich ja um eine gewaltige Summe.


    Doch wie GB schon sagte, man brauch mehr Zahlen.


    ...und noch was,
    bei Deinem Verbrauch, wären auch die Bezugspreise interessant.


    Leider ist es ja so,
    dass da evt. Strom immernoch die preiswertere Alternative darstellt
    Was zahlt ihr für Strom, Öl?

  • Hallo
    erstmal Danke für die Antworten und Entschuldigung für meine Auszeit, musste aber erst die gewünschten Daten ausfindig machen.


    für den Monat Dez.2007 stehen folgende Daten zur Verfügung:
    Leistung HT 346 KW
    Leistung NT 162 KW
    Arbeit HT 30.150 KW/h x 0,11 Euro
    Arbeit NT 3.185 KW/h x 0,09 Euro
    zuzüglich Stromsteuer
    Stromkosten im Monat 6.500 Euro


    für unser Öl haben wir ein 30.000 Liter Tank letzter Preis im Monat Januar 20.000 Liter zu 0,65 Euro/100 Liter ;(


    Die Stromfresser sind unsere Hammermühle 120 KW und unsere Presse mit 110 KW


    zu Thema Verdampfer ---- wir benötigen 450 Liter /h und eine Dampftemperatur von 110 Crad Celscius


    Die Maschinen laufen in der Regel 5 Tage ca. 4-5 h


    gibts da wirklich keine Möglichkeit?

  • Zur ersten Beurteilung folgende Fragen:


    1. Strombedarf:
    Maschinenlaufzeit 4-5 h/d x 200 d/a = 900 h/a richtig?
    Strombedarf innerhalb dieser Zeit?
    Strombedarf ausserhalb dieser Zeit?
    Einfach mal alle 15 min die Zähler ablesen....oder eine Messung machen, die EVU können das mit den modernen Zählern ziemlich einfach und kostengünstig.


    2. Wärmebedarf:
    Verdampfer:
    Tatsächlicher Verbrauch? Wann wieviel? Vermutlich nicht konstant und auch nicht genau in der Zeit in der die Maschinen laufen.....
    Tatsächlicher Temperaturbedarf? Oft reichen auch weniger als 100 °C....
    Sonstige Wärmeverbraucher vorhanden? (Für Dampferzeugung nur Abgaswärme nutzbar, NT-Senke unter 70 °C vorhanden?)


    3. BHKW
    Gas vorhanden/möglich?
    Aufstellraum vorhanden?
    PÖL-Tank möglich?
    Hackschnitzel-HKW: 2 Container übereinander + HS-Lager 200-500 m³ möglich? Zufahrt HS-LKW?


    4. Erwartungen an Wirtschaftlichkeit
    1-2 Jahre Amortisationszeit werden nicht möglich sein, vermutlich irgendwas zwischen 4 und 8 Jahren....


    Gruss
    Horst Bernauer
    BET Bernauer EnergieTechnik

  • Hallo Mastereckert.


    Fodere einfach deine Viertelstundenwerte vom EVU an die müssen dir darüber Auskunft erteilen das ist genauer als alle 15 Minuten den Zähler abzulesen.
    Ich benötige auch den Preis für deine Stromspitze pro KW.

    Mit Energie geladenen Grüßen aus dem Teufelsmoor.
    Nicht nur privat bin ich von hocheffizienten BHKW überzeugt.
    Vom Hobby zum Beruf gekommen bin ich seit einigen Jahren auch Angestellter der MWB AG und seit Februar 2014 bei RMB Energie GmbH

  • joar,


    da bei der anschlussleistung wohl eh eine 1/4h Leistungsmessung vom EVU schon erfasst wird, könnt man sich die Daten gleich da rausrücken lassen.



    Zum Damof ist so ne Sache,
    bin ja kein BHKW-Profi...aber sind nicht manch kleine turbinen in der Lage diese Prozesstemperaturen zu liefern?
    ...mir war so, als hätt ich mal was gesehn (kann mich aber auch täuschen)



    Nun ja,
    ich dacht mir schon, dass der Strom halbwegs preiswert ist...
    ...da muss man ganz spitz rechnen, zu welchem (ganzheitlich betrachteten) Preis man überhaupt elektrische Leistung einem BHKW entlocken kann....schliesslich hat man hier nur 4ct/kwh (el.) Luft um Anschaffungs/Wartungskosten begleichen zu können.

  • So,
    hab nochmal schnell nachgeguckt...
    Die Turbinen von Capstone könen temperaturen von >200°C bringen
    ...wie da nun der Rest (wie Stoffumsatz und co) passt...keine ahnung



    noch so ein paar Gedanken,
    - es ist doch eine bessere Förderung von selbstgenutzten Strom im produzierenden Gewerbe geplant...@ all das sollte man beachten
    - mastereckert
    Bei Euch gibts nicht zufälligerweise einen größeren Landwirtschaftlichen Betrieb?
    ...einer, der vll über eine Biogasanlage nachdenkt?
    Der würde sich bestimmt über einen Wärmeabnehmer freuen und mit fairen Konditionen entgegenkommen (nur so ein Gedanke, aber manchmal gibts ja Zufälle)

  • Hallo Firestarter


    Die Capstonturbine läuft auch mit Biogas.

    Mit Energie geladenen Grüßen aus dem Teufelsmoor.
    Nicht nur privat bin ich von hocheffizienten BHKW überzeugt.
    Vom Hobby zum Beruf gekommen bin ich seit einigen Jahren auch Angestellter der MWB AG und seit Februar 2014 bei RMB Energie GmbH

  • Hallo,


    also nach dem Ausdruck der 4tel Stunden -Messung gehts am Produktionsbeginn ca.4.00Uhr von ca. 4 KW auf 235 KW dann je nach Produktionsschritt zwischen 300 KW und 160 KW bis dann ab ca. 14.00Uhr-18.00Uhr es stündlich von 160 KW um 12 KW abnimmt ab 18.00 Uhr Feierabend von 100 auf unter 10 KW abfällt.


    vielleicht ist es noch interessant zu erwähnen wir haben eine eigene Trafostation. (daneben steht noch eine alte ca 10 x4 m)


    der Verdampfer wird per Ölbrenner Bj 1990 beheizt Verbrauch 34-65 Kg/h


    Desweiteren haben wir 2 Heizkessel in zwei unterschiedlichen Gebäuden aber nur einen Öltank (30.000 Liter)
    1 Heizkessel Bj 1992(34-44kW) beheizt eine Autowerkstatt 400 m², 5 Hebebühnen Luftkompressor 2 Schweißgeräte Reifengeräte etc. , der zweite Bj1994(115-130kW)beheizt ein Verwaltungsgebäude auch ca. 400 m² und zusätzlich noch ein Verkaufsgebäude mit ca. 300 m² (ca. 20 PC´s und Licht) der bauliche Abstand der Kessel beträgt ca.50m (und 45 cm Betonboden Hoffläche ;) )

  • Also ich habe mir den Tread mal durchgelesen und bin der meinung das weder ein BHKW noch eine Micro Turbine wirklich was bringt. In beiden Fällen wird Wärme und Strom erzeugt o.k. aber die Wärme die als "Abfallprodukt" entsteht nützt Dir nix weil zu geringes Energielevel.oder?


    Ich hoffe die Beiträge soweit richtig verstanden zu haben?


    Also Effizient wäre es den Dampf wenn er deine Maschinen angetrieben hat nicht in die Umwelt zu blasen bzw. über Kühler zu Kondensieren.
    Sondern diesen Dampf bzw dann HeissWasser nachzuverstromen!! Das könnte mit ner ORC gehen oder wenn es tatsächlich noch Dampf ist mit ner kleinen Turbine.


    Denkbar wär allerdings auch ein ordentliches BHKW auf Mittelspannungsebene (1KV) und dessen Abwärme (Kühlwasser 80°) dann mittels Brenner noch um 30°K anheben um eben Dampf zu haben.


    Auf jeden Fall gibts nen ordentlichen Baulichen Aufwand um die Wärmeverteilung Effizienter zu gestalten als mit deinen jetzigen 3 Kesseln.

  • Zitat

    Auf jeden Fall gibts nen ordentlichen Baulichen Aufwand um die Wärmeverteilung Effizienter zu gestalten als mit deinen jetzigen 3 Kesseln.


    Tja, oder eine dezentrale Lösung!
    Den Kesseln in der "Verwaltung/Werkstatt" jeweils ein auf die Wärmelgrundlast abgestimmtes BHKW zu seite gestellt, der Strom kann ja wenn es sich um ein Grundstück herscht dort entnommen werden, wo er gerade gebraucht wird!


    Wieviel von den 40.000Ltr/a entfällt den ca. auf den Dampferzeuger?
    Wird in der Futterherstellung nicht evtl. auch Wärme auf niedriegerem Niveau gebraucht? (Heizung/Trocknung)
    Dann könnte diese evtl auch über ein "Normales" BHKW bereitgestellt werden!

    Zitat

    Abwärme (Kühlwasser 80°) dann mittels Brenner noch um 30°K anheben um eben Dampf zu haben.


    Haken an der Sache ist, das es um aus Wasser 100 Grad Dampf 101 Grad so 4mal soviel Energie bracht, als wie Wasser um 80 Grad zu erhitzen!


    Es gibt ein Hersteller von Hackschnitzelfeuerungen, der baut auch Stillingmaschinen, ich glaube so 70 KWel, wäre doch ne´interesante Sache, Dampf mit Hackschnitzeln zu erzeuugen, Strom für 20ct/Kwh verkaufen, und preiswerter zurückkaufen!


    Gruß Dachsgärtner

  • Hallo,
    ich bin mir nicht sicher ob deine Zahlen stimmen aber im HT Tarif 11 Cent +Märchensteuer hmm. Das finde ich sehr günstig will ich auch haben!!!


    Auf Grund dieses Preises lohnt es sich sicher nicht den Strom + wärme selber zu produzieren!!!!!Anders würde es aussehen wenn der Preis um ca. 5-6 cent steigen würde. Natürlich bei gleichem Heizölpreis!!!! Ist doch klar.


    Das Thema biogas will ich hier garnicht in Erwägung ziehen es lohnt sich bestimmt nicht und wenn du keine Biogasanlage in der nähe hast denk nicht mal drann!!!!!!!


    Also kannst du nur noch die Kosten reduzieren in dem du wärme günstiger produzierst und da stehen dir alle wege offen !!


    Ich an deiner Stelle würde mir überlegen die "Not" in eine Tugend um zu setzen. Den kurzen weg zu einigen Landwirten wirst du schnell finden oder hast du bestimmt schon.
    Hier nur einige Möglichleiten :
    -Pellettheizung
    -Getreideheizung
    -Hackschintzelheizung
    -Strohheizung
    -Holz-, Strohvergasung


    Und bestimmt vieles mehr


    Aber ich an deiner stelle würde noch ein wenig weiter Quer denken.Die Mühlen und die Pressen hast du ja bereits.
    Ich würde mich mit einem Hersteller für Holzvergasung oder Hackschnitzelheizungen zusammen tun. Und Probieren ob man nicht so eine Art Energiepellett herstellen kann. Aus Holz,Stroh,Rapspelletts und evtl. sogar Getreide.
    Zu versuchszwecken kannst du die Pelletts ja erstmal selber verbrauchen bevor du an den Vertrieb denkst!!! Da du viel Wärme benötigst kommen da schon einige Tausend Tonnen nur bei dir zusammen.


    MFG Alibengali