EFH-Neubau u. Energieversorgung

  • Hallo Zusammen, hab mich gerade hier angemeldet und bräuchte mal eure Erfahrung. Bin gerade beid er Planung eines EFH ca. 10 x 14m, zwei Vollgeschoße und Dachbaden, aber ohne Keller.


    Rechnet sich ein Dachs (Heizöl) für so ein Haus???


    Danke im vorasu für Eure Meinungen und beste Grüsse Sunny

  • Hallo Meisenkeiser,


    herzlich willkommen im Forum. :]


    Bei Neubau ist das Augenmerk zuerst auf eine optimale Isolierung zu legen. Da gibt es ohnehin Mindest-Vorschriften.
    Bedenke je weniger Energie Du verlierst desto weniger musst Du heizen. Das ist auf Dauer immer die beste Lösung. Hier zu sparen ist ein völlig falscher Ansatz der in Zukunft teuer zu bezahlen ist.


    Bei der Planung musst Du dann auch eine Energie-Bedarf Berechnung erstellen und damit weißt Du was benötigt wird.


    Bei Deiner Haus-Größe und den heutigen Anforderungen an die isolierung ist der Dachs zu groß. Er wird nur wenige Betriebsstunden laufen dafür aber sehr lange halten. Wirtschaftlich wird er sich nicht rechnen. Dafür benötigt man Betriebsstunden.
    Wenn Du einen Nachbarn mitversorgen kannst, dann würde es besser aussehen.


    Es gibt mitlerweile Ansätze für kleinere BHKW's (WhisperGen) aber bisher nur für Gas.


    Gruss
    Spornrad

    -- Die Sonne ist die Quelle unserer Energie, die es richtig anzuzapfen gilt ! ---
    „Nicht alles, was zählt, ist zählbar!“ „Nicht alles, was zählbar ist, zählt!“ Albert Einstein

  • Hallo meisenkneister
    oder soll ich sunny sagen???


    Bei der bsiherigen Förderstruktur ist es so,
    dass Du sehr viele Betriebsstunden im Jahr brauchst, damit sich ein BHKW wirtschaftlich rechnet.


    Da leider keine Geräte in extrem kleinen Leistungsklassen zur Verfügung stehen, ist dies schwer zu erreichen.


    Deshalb denke ich auch,
    dass ein BHKW Einsatz in einem normalen, neuen und damit hoffentlich excellent gedämmten Haus zur gegenwärtigen Zeit nicht wirtschaftlich sein wird.
    Spar Dir die Kosten und hau sie lieber in eine nochmal 2cm Dickere Dämmung ;)


    Was sicherlich auch sinnvoll ist, wenn Du auf Fussbodenheizung setzt...da könntest Du z.B. in Kombi mit einer Solarthermischen Anlage und Wärmepumpe gute Ergebnisse erzielen
    ...mal als Anregung

  • Hallo Firestarter


    An so was hab ich auch schon gedacht. Grosser Pufferspeicher (1500 ltr), und Solar als Warmwasserunterstützung bzw. dann für die Heizung.


    Nur Solar und Wärmepumpe soll auch ganz schön teuer sein.


    Kosten für neue Heizung:


    Öl-Brennwertkessel ca 8.000 Euro ohne Solar


    Dachs ca. 25.000 Euro


    Differenz 16.000


    Sieht wohl so aus, als ob sich das nicht rechnet.


    Bitte um weitere Meinungen !!!
    Danke

  • Zitat

    Original von Meisenkeiser


    Bitte um weitere Meinungen !!!


    wozu noch weitere Meinungen, wenn es um betriebswirtschaftliche rentabilität geht, wurde im Bezug auf den Einsatz eines BHKWs alles gesagt.


    Oder bist Du etwa einer der vielen, die nicht nur auf das schnöde Geld schauen und das ganze auch als:


    1. Hobby (um das Bastel- und Optimierungs-Gen zu befriedigen)
    2. Ökologischen Beitrag (weniger Resourcen und weniger Schadstoffe)
    3. Wertsteigerung des Gebäudes


    und deshalb überredet, äh überzeugt werden wollen. ))))


    wer führt die Liste weiter :D


    Grüße


    Bruno

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    Einmal editiert, zuletzt von Bruno44 ()

  • Hallo Meisenkeiser,


    Zitat

    Bin gerade beid er Planung eines EFH ca. 10 x 14m, zwei Vollgeschoße und Dachbaden, aber ohne Keller.


    Hmm, Dachboden ist nicht ausgebaut, dafür teilweise der Keller, ansonsten stimmen die Maße, ausser das meine Hütte 22 Jahre auf dem Buckel hat!


    Ich brauchte mit der alten Ölheizung rund 6000 Ltr, und mit Dachs brauche ich auch nicht mehr, dafür ist der heizungskeller viel kühler! :D


    Der Dachs läuft bei mir also rd. 3.500 Stunden im Jahr, und wenn ich den Strom nicht zu 75..80% selber (Gewerbe) nutzen würde, dann wäre es ein Zuschussgeschäft, so dreht es sich so eben.


    Aber wie Bruno schon sagte, es macht Spaß sein Haus etwas anders zu beheizen als alle anderen! @:-


    Wenn Du schon eienen Pufferspeicher einplanst, der ja auch für eine Ölheizung nicht verkehrt sein muß, dann bist Du für ein BHKW schon mal gut gerüstet, um evtl. in ein paar jahren ein Gerät einzubauen, das besser zum Leistungsbedarf passt!


    Oder gibt es da noch andere Umstände, die einen größeren Strom,- oder Wärmededarf mitbringen? (Schwimmbad, Fischzucht, Gewerbe, Landwirtschaft etc.)


    Wie hoch ist den der Wärmebedarf eines so gut gedämmten Hauses anzusetzen?


    Gruß Dachsgärtner

  • hehe Bruno...


    Zitat

    Nur Solar und Wärmepumpe soll auch ganz schön teuer sein.


    Nun ja,
    alle Kosten die mit Energei zu tun haben, sind immer nicht einfach zu beziffern.


    Egak was Du machst,
    so eine Anlage soll auch nen Weilchen laufen.


    Und da guck ich mir mal die Energeipreisentwicklung der letzten Jahre an.
    Bei unserer Umrüstung haben wir 1993 die erste Ladung Öl für 30pf/l bekommen. Heute...also 15 Jahre später sind wir bei 70ct/l...also locker das 4-fache.
    Keiner weiss genau wie die Preise sich entwickeln...tendenziell denk ich bleibt es bei dem Aufwärtstrend. Ich denk mal eine verdopplung alle 10Jahre sind es bestimmt (persönlich geh ich von noch mehr aus)
    Diese Kosten des Brennstoffes (also besonders di zukünftigen) sollte man unbedingt mit einkalkulieren.


    Da ist klar,
    dass man ganz stark auf Energievermeidung setzten sollte...sprich gute hervorrande Dämmung (was planst Du? KfW40?).
    Dann sollte man schaun, dass man günstige Brennstoffe einsetzt.
    Am billigsten ist der Brennstoff, der nix kostet...im EFH vor allem Solarnutzung durch Glasflächen auf der Südseite und Kollektoren.
    Leider reicht dass nicht immer, dann muss man zuheizen.
    Wärmepumpe weiss ich nicht, was es genau die aktuellen Preise sind. Allerdings denk ich, dass da eine preiswertere reichen sollte (also nix mit ErdSonde oder so)
    Sicher könnte eine Luft-Wasser-WP in die engere Auswahl kommen (durch den eh geplanten Puffer gut passend). Evt. durch gute Dämmung auch mit einer kontrollierter Wohnraumlüftung (KWL) zu kombinieren (doch vorsicht zu KWL gibts sehr kontroverse Meinungen)


    noch ein kleiner Vorteil von Solar+WP...der Schorni brauch nicht bezahlt werden.
    Oder planst Du einen Kamin??? Ist ja schön gemütlich.
    Dann wiederum einen wassergeführten. Erspart (nach bisherigen Planungen) Ärger wegen Filtersysteme
    (die bei nicht-wassergeführten künftig verlangt werden sollen) und mit dem Kamin kann man auch hervorragend den Puffer laden.
    Wenn sowas kommen soll, dann wirklich eine extremst kleine WP....ausm Bauchgefühl: eine, die es gerade noch schafft (wenn die Sonne nicht scheint) ne Tagesmitteltemperatur von vll 0°C allein zu schaffen. Damit ist es die meisten Tage noch warm genug...und bei der handvoll richtig knackiger Wintertagen würdest Du dann den Kamin nicht nur zur Gemütlichkeit nutzen müssen.


    Hach,
    es gibt soviele Möglichkeiten...nicht einfach sich da durchzubeißen.


    Falls doch fossil,
    warum Öl und nicht Gas?

  • Hallo sunny,
    hier kommt noch ne Meinung:
    Ein moderner Holzvergaser-Kessel und Solarunterstützung in Verbindung mit einem großen Pufferspeicher.
    Da gibt es Kessel mit automatischer Zündung: du füllst den Brennraum mit Holzscheiten, Holzbriketts und/oder Holzreste. Bei entsprechendem Wärmebedarf startet der Kessel und läd den Puffer (Guntamatic z.B.). Auch Holzkessel mit angeflanschten Ölbrenner (wenn mal kein Bock auf Holz nachlegen :D ) gibts (HDG-Bavaria z.B.)
    usw usw
    Wichtig ist, dass bei der Planung bereits an spätere Änderungen/Erweiterungen gedacht wird! (Schächte für Kabel und Leitungen, Platz für Pufferspeicher, eventuell Doppelkaminzug u.s.w.


    AxelF

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    Internet: OHNE MICH GEHT NICHTS!


    Strom: ACH WIRKLICH ???!!!

  • @sunny


    mal ne andere Meinung. Um die Sache mit einem BHKW auch wieder wirtschaftlich zu machen. Nehmen wir mal an du benötigst für ein KFW 40 Haus eine Isolierung von 25 cm dicke. Wenn du jetzt die Isolierung aber nur 15 cm dick machst und gleichzeitig ein BHKW als Heizsystem einsetzt kann es trotzdem sein, das du damit KFW 40 standard hälst. Durch die wesentlich dünnere Isolierung sparst du Geld was für das BHKW genutzt werden kann.
    Achso auch der Umwelt tut es gut. Auch wenn manche mit Ihren Scheuklappen es so nicht sehen wollen. Dadurch das die Wärme (durch die dünnere Isolierung auch etwas mehr) durch die KWK-Anlage gemacht wird spart es trotzdem CO2 ein, da weniger Strom aus dem Kraftwerk kommt bei dem ja mehr als 60% der eingesetzten Energie weggeschmissen wird.


    vava

  • Früher nannte sich sowas "Milchmädchenrechnung"


    Nicht böse sein, aber auch wenn ich mein BHKW liebe, auf die Zukunft gesehen wird sich nur Nichverbrauchen lohnen!


    Daher sollte das Geld lieber bei einem Neubau dann in ein Nullenergiehaus gesteckt werden.
    Von KFW40 auf Nullenergie ist finanziell gesehen nur noch ein minimaler Schritt!
    Und das sollte eigentlich Standart sein, nicht KFW 40.
    Grade bei einem Neubau sollte nicht zwanghaft versucht werden noch irgendwie was zu verbrauchen oder grade soviel zu machne wie das Gesetz vorschreibt, sondern lieber gleich auf die nächsten 20 Jahre geplant werden.
    Und wenn ich die Prognosen für zukünftige energietrger sehe, gibt es nur eine Lösung.


    Meine bescheidene Meinung.
    Bernd

  • Hi Bernd,


    das sehe ich genauso. Wobei ich mich frage, ist bei einem KFW40-Haus bereits eine kontrollierte Wohnraumlüftung obligatorisch? Diese gehört nämlich nach meinem Verständnis für energetisches Handeln auch zwingend in einen Neubau.


    Grüße


    Bruno

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  • Hallo Vava,


    sorry das kann ich so nicht stehen lassen. Weniger Isolierung damit sich eine KWK Anlage rechnet :-(/


    Die Aussage stimmt zwar ist aber trotzdem so nicht vertretbar. Da handelt man nach dem gleichen Muster wie die großen Vier.


    Genau das wird uns von manchen Leuten vorgeworfen dass wir mit KWK nur unsere Energie-Verschwendung bezahlbar machen. Deshalb sollte man das nicht noch mit solchen Argumenten bestätigen.


    Bei einem Neubau hat man die einmalige Chance ein Haus optimal zu isolieren und spart für die gesamte Lebensdauer vom Gebäude. Spätere Nachrüstung ist immer viel schwieriger. Das hat höchste Priorität.


    Man kann sich trotzdem ein BHKW zulegen und hat dann halt kürzere Laufzeiten. Dafür hält die Anlage auch länger. Ist etwas teurer aber gut für die Umwelt.(Man kann auch eine gebrauchte Anlage oder Bausatz kaufen). Davon gibt es hier einige Leute die so eine Anlage betreiben. Gewinne erwirtschaften wirst Du damit nicht aber eine Heizung fährt ja auch keinen Gewinn ein.


    Hinzu kommt, dass unter den heutigen Bedingungen ein BHKW selbst bei vielen Betriebsstunden kaum noch wirtschaftlich betrieben werden kann.


    Gruss
    Spornrad

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    Einmal editiert, zuletzt von Spornrad ()

  • Zitat

    Original von Bruno44
    Wobei ich mich frage, ist bei einem KFW40-Haus bereits eine kontrollierte Wohnraumlüftung obligatorisch? Diese gehört nämlich nach meinem Verständnis für energetisches Handeln auch zwingend in einen Neubau.


    Die gehört nicht nur zwingend in einen Neubau.
    Selbst wenn ein Altbau halb saniert wird, sollte eine Zwangslüftung eingebaut werden.
    Grade bei vermieteten Objekten hat man sonst schnell eine Tropfsteinhöhle mit allen bekannten Schimmelarten.
    Richtiges Lüften ist den meisten Menschen nicht beizubringen, daher Zwangslüften! Selbst wenn dadurch keine Energieeinsparung zu schaffen ist.

  • Zitat

    Original von Bernd der Dachsausbeuter


    Richtiges Lüften ist den meisten Menschen nicht beizubringen, daher Zwangslüften! Selbst wenn dadurch keine Energieeinsparung zu schaffen ist.


    Mit einer vernünftigen Wärmerückgewinnung spart man damit m. E. ganz ordentlich sogar zusätzlich!


    Grüße


    Bruno

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  • Zitat

    Kontrollierte Wohnraumlüftung


    Das ist genau der richtige Punkt und ohne die geht in Zukunft nichs mehr.
    Dazu gehört eine dichtes Haus und Belüftung über die kontrollierte Wohnraumlüftung natürlich mit Wärmerückgewinnung.
    Man vermeidet dann unkontrollierte Verluste durch Undichtigkeiten in der Gebäudehülle.
    Diese Verluste können bei Wind sehr hoch sein. Windblower Tests zeigen das sehr schön und jeder kennt es dass man bei Wind mehr heizen muss.
    Der notwendige Luftaustausch erfolgt über die Zentrale Lüftungsanlage wo die Wärme zurückgewonnen wird und Frischluft zugeführt und erwärmt wird. Die kann natürlich auch im Sommer zur Kühlung genutzt werden.


    So ein Setup kann man am einfachsten in einem Neubau machen. Hier sollte man direkt für die Zukunft planen und investieren. Später wird es teuer und das kommt mit Sicherheit. @:-


    Gruss
    Spornrad

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