Wärmepumpe läuft mit geringer Arbeitszahl

  • @ Jau Ich bezog mich ausschließlich auf das von mir zitierte.

    Soweit klar, ist aber halt auch schöngefärbt. Unterm Strich (Gesamtsystem) sehe auch ich eine Heizzahl von 0,98.



    Nach dem was ich an Unterlagen finden konnte ist im Innengerät keine Zirkulationspumpe verbaut.

    Ich sehe nur eine Pumpe die den Wärmeaustausch mit dem Monoblock-Außengerät herstellt. Kann mir zwar kaum vorstellen das diese 24/7 durchläuft, würde es aber mal prüfen.


    Nennleistung für das Innengerät laut Datenblatt: 200W.

  • er will ganz offensichtlich auf die ~48W Stand-By* hinaus, welche ihm die Effizienz verhagelt.

    Für eine (vermeintliche) handvoll Elektronik finde ich das auch ziemlich viel.

    Ich auch, aber ich fürchte das ist der Grund. Wenn da z.B. Datenübertragung (WiFi) angeschlossen ist und die zugehörige Mimik 24h durchläuft, sind ein paar Hundert Wattstunden schnell weg, und allein die Regelung (die ja durchlaufen muss) kann ohne weiteres 10 Watt ziehen.


    Eine durchlaufende Zirkulationspumpe kann es dagegen nicht sein: Wenn da eine durchlaufende Zirkulation angeschlossen wäre, würde diese allein schon mehr Wärme als die genannten 1,74 kWh/Tag verbrauchen. Duschen müsste dafür keiner mehr.


    Der gemessene schlechte Gesamtwirkungsgrad kommt natürlich auch daher, dass hier im Sommer offenbar extrem wenig Wärme abgenommen wird. Die genannten 1,74 kWh Wärme würden bei mir gerade mal für eine Dusche reichen (50 l von 10°C auf 40°C). Wenn diese WP im Winter vielleicht 25 kWh/Tag verbraucht (ein vernünftiges Heizsystem vorausgesetzt), macht der Standby-Verbrauch weniger als 5% aus.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie Viessmann Vitosol 300 Vakuumröhren 13,8 qm (Vorgänger Flachkollektoren 14 qm 2004-2021, davor 8 qm 1979-2003)

    Einmal editiert, zuletzt von sailor773 ()

  • Ohen mich wiederholen zu wollen.
    Werte ohne vernünftige Messgeräte sind wertlos.
    Also Stromzähler für alle Verbraucher der WP (vorhanden) und einen Wärmemengenzähler an die WP.
    Ein COP von 3 bei den aktl. Aussentemperaturen für WW an der WP sollten ereichbar sein.
    Bei deiner Konfig mit dem Trennpuffer kommen dann ca 1 COP Punkt weniger in deinem Heizsystem an.
    Mit den Stillstandverlusten im WW Speicher kommt dann immer weniger bei raus.
    Is halt so.



    Wer einmal fragt, wirkt für einen Moment dumm, wer es nie tut, bleib es sein Leben lang

  • Ist in der Wärempumpenbaugruppe eventuell eine Zirkulationspumpe fürs Warmwasser enthalten?

    So eine Pumpe ist m.w. nicht vorhanden. Zumindest habe ich keine Zirkulation


    Also Stromzähler für alle Verbraucher der WP (vorhanden) und einen Wärmemengenzähler an die WP.

    Was dort angeschlossen ist, ist mir nicht bekannt.

    Angeschlosen sind nur Komponenten, die für die Heizung benötigt werden. D.h. Innengerät mit der Steuerung, Außengerät mit Kompressor und Sumpfheizung, Pumpe zwischen den beiden, Umwälzpumpe (ist aber nicht aktiv), Wifi-Kit.

    Genau genommen ist noch ein Kabel für eine zukünftige Wallbox angeschlossen, dort wird aber keine Energie abgezogen.

    Stromzähler ist ein 3EM von Shelly. Den könnte ich in der Firma nachmessen (so etwas ist halt mein Job), möchte ihn aber dafür nicht ausbauen.

    Als Wärmemengenzähler verlasse ich mich auf den internen der Wärmepumpe.


    Die genannten 1,74 kWh Wärme würden bei mir gerade mal für eine Dusche reichen (50 l von 10°C auf 40°C).

    Ist plausiebel. Meine Frau und ich waren im Urlaub, mein Sohn alleine Zuhause.



    Nicht erfasst werden ein Raspi und ein RS485 Adapter, mit denen ich den Zähler und die Wärmepumpe monitore.


    Den 3EM frage ich im 20 s Takt ab und bekomme diese Leistungskurve

    3300 W : WW wird gemacht

    70 W : ist mir als "Sumpfheizung" erklärt worden

    10 W : Grundlast

  • Nicht erfasst werden ein Raspi und ein RS485 Adapter

    Was bedeutet "Nicht erfasst. . "? Ist der in der Verbrauchsmessung mit drin oder raus?

    Abhängig von der Generation (1-5) kann ein Raspy schon 0,1-0,3 kWh pro Tag verbrauchen.

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Der geistige Horizont mancher Menschen hat einen Radius von NULL. Das nennen sie dann Standpunkt.

  • Was bedeutet "Nicht erfasst. . "? Ist der in der Verbrauchsmessung mit drin oder raus?

    Der Raspi und RS485 Adapter werden nicht vom 3EM erfasst. Die sind also nicht in der Verbrauchsmessung drin. Mit denen drin wäre der Tages-COP noch schlechter.

    Bis auf den Wifi - Adapter für die Kommunikation zur SmartThings Cloud sind nur Dinge vom 3EM Stromzähler erfasst, die für den Betrieb der WP notwendig sind. Auch die schlechte Hydraulik von meinem Haus sind hier nicht relevant, das Haus wird ja nicht beheizt.


    Es geht mir nur um den Vergleich der kompletten Anlage (die natürlich mehr kann als nur 260 l Trinkwasser warm halten) mit einem Tauchsieder. Der Tauchsieder kommt in diesem Vergleich ganz gut weg bzw. es wird deutlich wie sehr geschönt die Prospekt Werte der WP sind.

    Grund für das geschönte: nur die vom Kompressor aufgenommene Energie kommt da rein (ist auch so vorgegeben), das Drumherum macht die schönen Zahlen leider kaputt.


    Abhängig von der Generation (1-5) kann ein Raspy schon 0,1-0,3 kWh pro Tag verbrauchen.

    Genau genommen ist es ein Orange Pi Zero 2. Den Namen habe ich allerdings nicht genannt, Raspi habe ich hier als Gattungsbegriff genommen.

    http://www.orangepi.org/html/h…ils/Orange-Pi-Zero-2.html

  • Zitat

    Als Wärmemengenzähler verlasse ich mich auf den internen der Wärmepumpe.

    macht bei mir je nach Abgabemenge eine Differenz von 10 bis 25% aus.
    Immer zugunsten des WP-Herstellers...

    Ich glaube auch nicht das deine WP den schlechten Wirkungsgrad macht.
    Der kommt von Trennpuffer, Trinkwasserpuffer und Hausinstallation.

    Wer einmal fragt, wirkt für einen Moment dumm, wer es nie tut, bleib es sein Leben lang

  • Ich glaube auch nicht das deine WP den schlechten Wirkungsgrad macht.
    Der kommt von Trennpuffer, Trinkwasserpuffer und Hausinstallation.

    Solche Verluste erhöhen aber einfach den Verbrauch hinter der Messstelle und haben keinen Einfluss auf den nominell gemessenen Wirkungsgrad. Will heißen: Ohne diese Verluste wären von der WP statt 1,74 kWh vielleicht nur 1,2 kWh Wärme erzeugt worden. Aber der gemessene Wirkungsgrad wäre dann wegen des konstanten Standby-Verbrauchs noch schlechter gewesen.


    Meiner Meinung nach hat es keinen Zweck, den Wirkungsgrad einer Wärmepumpe (oder was das betrifft auch jedes anderen Wärmeerzeugers) bei extremer Teillast beurteilen zu wollen. Bei extremer Teillast sind alle Wirkungsgrade schlecht. Wenn es eine Alternative gibt (z.B. Solarthermie) kann man so ein Gerät im Sommer komplett abschalten, aber in den meisten Fällen muss man da einfach durch. Immerhin ist ja hier – auch unter extremen Bedingungen – der Gesamtwirkungsgrad nicht schlechter als 100%, also muss man über Alternativen wie Strom-Direktheizung gar nicht erst nachdenken. Und während Urlaubsreisen sollte man dann wirklich komplett abschalten (es sei denn der Hersteller schreibt was anderes vor), dann entfallen die Standby-Verluste nicht nur bei der Wärme, sondern auch beim Strom.

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  • Immerhin ist ja hier – auch unter extremen Bedingungen – der Gesamtwirkungsgrad nicht schlechter als 100%, also muss man über Alternativen wie Strom-Direktheizung gar nicht erst nachdenken.

    Man könnte überlegen, was es wert wäre, das hier unvermeidliche Takten der WP zu vermeiden.


    Man könnte auch überlegen, ob man mit einem Durchlauferhitzer standby-Wärmeverluste vermeiden könnte.


    In beiden Fällen braucht man einen sehr spitzen Bleistift.

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  • Um bei extremer Teillast das Takten zu vermeiden, könnte man – zumindest im Sommer – die TWW-Bereitung so einstellen, dass nur ein- oder zweimal am Tag der TWW-Speicher geladen wird: Entweder über Einschaltzeiten oder über eine höhere Regelhysterese (Differenz Ausschalt- minus Einschalttemperatur). Das erhöht den Stromverbrauch etwas, aber würde dem Gerät gut tun.


    Alle anderen Alternativen erfordern eine Investition, und da ist es sehr fraglich ob sich so etwas rechnet. Verluste von 50% und mehr sehen eindrucksvoll aus, aber am Ende des Tages geht es hier um weniger als eine Kilowattstunde (also weniger als 30 Cent) pro Tag, bei 100 Tagen ohne Raumheizung also um maximal 30 EUR pro Jahr – und die Alternativgeräte würden ja auch Strom verbrauchen. Damit lässt sich keine Investition in irgendwelche Zusatzgeräte rechnen. Wenn also nicht ein Heizstab im TWW-Speicher oder so etwas aus früheren Zeiten "eh da" ist, sollte man meiner Meinung nach die (in absoluten Zahlen sehr geringen) Verluste einfach akzeptieren und sich nicht durch furchtbar aussehende Prozentzahlen ins Bockshorn jagen lassen.

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  • Mir ist schon klar, dass die Anlage viel mehr kann als nur 20 Minuten / Tag Warmwasser zu bereiten. Doch kann es sinnvoll sein auf diese Kombi - Anlage (Warmwasser und Heizung) zu verzichten.

    Auch im Winter bzw. in der Heizperiode macht die Wärmepumpe genau so das Wasser warm: einen Takt mit Ruhezeit vorher und nachher. Das Warmwasser ist halt nicht einfach nur ein Nebenprodukt der Wärmepumpe ist ist eine andere Betriebsart. Mit den Winterzahlen habe ich eine ähnliche Rechnung aufgemacht und auch ein ähnliches Ergebnis bekommen. Die erzeugte Wärme habe ich über das Delta-T im Wassertank abgeschätzt.


    Ich glaube auch nicht das deine WP den schlechten Wirkungsgrad macht.
    Der kommt von Trennpuffer, Trinkwasserpuffer und Hausinstallation.

    Die Hausinstallation ist bei mir zwar schlecht, tut hier aber nichts dabei weil ja der Heizbetrieb ausgeschaltet ist.

    Trinkwasserpuffer ist auch nicht direkt relevant sondern hier soll die Wärme rein.

    Trennpuffer ist tatsächlich ein Stromschlucker, ist aber vom Hersteller vorgegeben.

  • Ich tendiere gerade zu folgender Lösung: einige Räume mit einer Klimaanlage ausstatten, mit der kann dann im Winter zugeheizt werden.


    Hauptziel ist jedoch im Sommer zu kühlen. Meine Frau und ich werden ja auch nicht jünger (beide jetzt 59) und tendenziell die Hitzeperioden heftiger.


    So sehe ich zwei Dinge auf einmal umgesetzt (im Winter wird das Haus warm, im Sommer wird es erträglicher). Nächste Woche bekomme ich mein erstes Angebot. Worauf muss ich achten?

  • Worauf muss ich achten?

    Ich sehe ein mögliches technisches Problem: Ich weiß nicht ob die Heizkörper in Deinem Einstrangsystem Thermostatventile haben und wenn ja, ob es dafür in so einem Einstrangsystem an jedem Heizkörper einen Bypass gibt (z.B. mit einem Federventil in einer außen rum bzw. als Kurzschluss laufenden Leitung), der bei geschlossenem Thermostatventil dem Vorlauf erlaubt, mit Hilfe des Pumpendrucks diesen Heizkörper quasi zu überbrücken. (Ob das mit einer modernen Heizpumpe – die bei erhöhtem Gegendruck die Förderleistung reduziert – überhaupt funktioniert, wäre auch noch zu klären.). Jedenfalls: Wäre Letzteres der Fall, OK. Ansonsten würde das Aufheizen einzelner Räume über eine Klimaanlage dort zum Schließen der Thermostatventile führen und damit den ganzen Strang stilllegen. Dann werden auch die Räume nicht mehr beheizt, die an diesem Strang hängen aber in denen keine Zusatzheizung installiert ist.


    Davon ab erscheint mir dieser Ansatz – nämlich eine beachtliche Summe Geldes in Einzelraum-Zusatzheizungen zu investieren anstatt die verkorkste Hydraulik in Ordnung zu bringen – nicht besonders praktisch. Wenn Du so oder so eine Klimatisierung im Sommer haben willst, kannst Du das natürlich machen. Aber im Grunde bedeutet das, ein von vornherein dysfunktionales System mit einem aufwändigen Patch irgendwie zum Gehen zu bringen. Deine WP wird danach eher noch schlechter arbeiten als jetzt, und der Stromverbrauch wird jedenfalls deutlich in die Höhe gehen.

    |__|:-)

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