Energieverbrauch senken, Umwelt schonen

  • Hallo zusammen,


    neben der Verbesserung und Umstellung der Heizanlagen, möchte man ja in der Regel
    seine Energiekosten senken und - nach Möglichkeit - seinen Umweltfingerdruck verbessern.
    Abgesehen von der Heizung: Was macht ihr noch so im Haus oder auch Home-Office,
    um den Energieverbrauch zu senken (um Kosten zu sparen) oder den Umweltschutz zu verbessern?

    Vielleicht kann man hier ja ein paar Ideen sammeln :)

  • Ob hier viel neue oder originelle Ideen zusammenkommen ist die Frage. Was wir gemacht haben ist eher konventionell:


    1. Energetische Sanierung:

    • Große Dachfenster Bj. 2003 durch Dachgauben mit aktuellen Dämmwerten und neuen Fenstern ersetzt
    • Fenster Bj. 1973/2003 und Fenstertüren Bj. 1995/2003 gegen neue mit Dreischeibenverglasung ausgetauscht. Insbesondere bei den älteren Fenstern war der Haupteffekt wohl nicht der verbesserte U-Wert, sondern der verminderte Durchzug.
    • Solarthermie ertüchtigt: Siehe Signatur. War wegen des Dachumbaus notwendig. Für sich allein rechnen würde sich so eine Maßnahme natürlich nicht, der Mehrertrag bei gleicher Fläche hält sich mit geschätzten 650 kWh/Jahr (2,5% unseres Wärmebedarfs) in Grenzen.


    2. Heizungseinstellungen:

    • Raumtemperatur um durchschnittlich 1-2 K abgesenkt: Ging insbesondere auch deswegen, weil in Wohn- und Arbeitszimmern durch den Fensteraustausch bessere Bedingungen herrschen. Bei weniger Durchzug und "Kältestrahlung" fühlt man sich auch bei niedrigeren Temperaturen behaglich.
    • Heizkurve probeweise von 0,9 auf 0,7 abgesenkt: Ging tadellos, auch an den paar kalten Tagen im Dezember 2022. Im Gegenzug haben wir die Nachtabsenkung unterhalb 0 bis minus 5°C abgeschaltet (kann man bei unserem Vitotwin einstellen).

    Unterm Strich sparen wir durch diese Maßnahmen temperaturbereinigt im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2013-22 ca. 24% Erdgas. Die Nennheizlast ist von knapp 15 kW auf ca. 11 kW zurückgegangen. Der vergleichsweise warme Winter 2022/23 hat noch mal zusätzlich 5% Gas gespart.


    Fazit:


    1) Ein Fenstertausch kann je nach Zustand der alten Fenster mehr bringen als man aufgrund der Papier-Parameter ausgerechnet hat.


    2) Bei der Heizungseinstellung sollte man die Temperaturen einfach mal in allen Räumen beherzt zurücknehmen und ausprobieren ob es geht. Falls es nicht geht, kann man ja jederzeit wieder etwas höher stellen.


    3) Gleiches gilt für die Heizkurve: Ich wette, dass die mindestens in der Hälfte aller Wohnhäuser viel zu hoch eingestellt ist. Selbst bei unserem Vitotwin war die Kurve werksseitig auf 1,4 eingestellt. Bei halbwegs ordentlich gedämmten Häusern (ich würde schätzen, alle Gebäude mit Baujahr ab 2002) braucht das kein Mensch.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie Viessmann Vitosol 300 Vakuumröhren 13,8 qm (Vorgänger Flachkollektoren 14 qm 2004-2021, davor 8 qm 1979-2003)

    3 Mal editiert, zuletzt von sailor773 ()

  • Alles Rädchen, die Energie sparen könnten.

    Hier muss man aber unterscheiden, was wirklich Energie und was "nur" Kosten spart.


    Eine Speicherung ist im Sinne einer volatilen Stromerzeugung sicher hilfreich (sofern es richtig gemacht ist), aber Energie wird damit nicht bzw. nicht in größerem Umfang gespart. Da für die Herstellung von Speichern zunächst eine Menge Energie verbraucht wird, sehe ich die verteilte Speicherung in Li-Akkus ökologisch eher kritisch. Von den Umwelt-Sauereien bei der Herstellung gar nicht zu reden. |__|:-)

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Der geistige Horizont mancher Menschen hat einen Radius von NULL. Das nennen sie dann Standpunkt.

  • Damit, dass ein Stromspeicher im physikalischen Sinne keine Energie sparen kann (sondern wegen der Speicherverluste sogar etwas Energie verbraucht) hast Du natürlich Recht. Hinzu kommt, dass man wegen der immer noch viel zu hohen Speicherpreise damit jedenfalls im Moment auch kaum Kosten sparen kann.


    Ich rechne aber damit, dass in naher Zukunft (damit meine ich ein paar Jahre) erstens die Speicherpreise doch wieder etwas ins Rutschen kommen, und zweitens Technologien entwickelt werden, die gerade für Hausspeicher (wo es auf Gewicht und Volumen nicht so ankommt wie in der Mobilität) mit weniger umweltkritischen und vielleicht auch preisgünstigeren Materialien auskommen. Was das sein wird weiß ich nicht: Salzwasserbatterie? Redox-Flow? Feststoff? Oder doch ganz was anderes? Aber angesichts der potenziellen Nachfrage würde es mich sehr wundern wenn da nicht in den nächsten zehn Jahren einiges auf den Markt kommt.


    Ich habe immer noch die Vision, dass es zukünftig (in Verbindung mit variablen Strompreisen) in jedem Haushalt – nicht nur mit einer PV-Anlage, sondern z.B. auch in städtischen Wohnblöcken – einen Tages-Stromspeicher geben wird, in dem Strom tagsüber und nachts zu Niedrigpreisen eingelagert und während der teuren Verbrauchsspitzen morgens und abends verbraucht werden kann. Und weil diese Verbrauchsspitzen auch zukünftig einen besonders hohen Anteil an Residuallast-Energie (insbesondere aus Erdgas oder Wasserstoff über Gasturbinen mit 35-40% Wirkungsgrad) aufweisen werden, könnten solche Speicher unterm Strich doch Energie sparen: Zum Einen muss dadurch v.a. tagsüber weniger EE abgeregelt werden, zum anderen muss weniger EE in die (teure und mit lausigen Wirkungsgraden versehene) Produktion von PtX gesteckt werden um die Gasturbinen in der Residuallast damit zu füttern.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

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  • sondern z.B. auch in städtischen Wohnblöcken – einen Tages-Stromspeicher geben wird, in dem Strom tagsüber und nachts zu Niedrigpreisen eingelagert und während der teuren Verbrauchsspitzen morgens und abends verbraucht werden kann.

    Auch ich setze auf umweltfreundlichere Speicher und diese "Quartierspeicher".

    Zum einen sind hier größere Einheiten massiv im Kostenvorteil und zum anderen ist es auch völlig idiotisch, wenn der eine verbraucht und der Nachbar speichert. Statt Subventionen in die Haushaltsspeicher müssten solche Quartierspeicher gefördert werden.


    Bezüglich alternativer Speicher bin ich optimistisch, was die Quartierlösungen betrifft, müsste man eine vernünftige Politik voraussetzen ^|__|^

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Der geistige Horizont mancher Menschen hat einen Radius von NULL. Das nennen sie dann Standpunkt.

  • Wow, vielen Dank für die vielen zusätzlichen Tipps :)
    Welche Tipps für das Sparen von Energie und sonstigen Kosten würdet ihr speziell Zuhause arbeitet?
    Oft fallen hier ja auch Sachen an, die ja eigentlich auf Arbeit im Büro machen würde.

  • Das einzige was mir speziell zum Aspekt "Homeoffice" einfällt ist, verstärkt auf den Verbrauch der Büroelektronik zu achten. Während der Arbeit kann man da nicht viel machen, aber ich würde mal mit Hilfe eines Stromzählers prüfen, wie viel Strom das ganze Zeug zwischen Feierabend und Arbeitsbeginn verbraucht. Ggf. ist es gescheiter, zu Feierabend alles runterzufahren. Auch älteres Equipment (Monitore und Festplatten) kann ganz schön viel Strom ziehen: Ich hatte beispielsweise mal eine große Backup-Festplatte, die dann irgendwann – gottlob ohne Datenverlust – kaputt ging und ersetzt werden musste. Daraufhin ist der Gesamtverbrauch meiner Haushälfte um knapp 1 kWh/Tag (18%) zurückgegangen: Das Ding hat 40 W verbraucht und sich nicht automatisch abgeschaltet sondern ist 24h/Tag ununterbrochen gelaufen. (Ich musste nur danach den Heizkörper im Arbeitszimmer etwas hochdrehen, weil weniger Abwärme da war... :))

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie Viessmann Vitosol 300 Vakuumröhren 13,8 qm (Vorgänger Flachkollektoren 14 qm 2004-2021, davor 8 qm 1979-2003)

  • Welche Tipps für das Sparen von Energie und sonstigen Kosten würdet ihr speziell Zuhause arbeitet?

    An was denkst Du denn ?

    "Energie sparen" kann bedeuten, sinnvolle Technik ( Energiespeicher ) Elektrofahrzeug ( Ökologisch ) usw. kann jedoch auch Einschnitte in die Verwendung ( Wohnung Heizung runter drehen ) usw . bedeuten.


    Unser Dachs und die PV Anlage laden unser Elektrofahrzeug, decken den Strombedarf von 6 Wohneinheiten und versorgen unsere Wärmepumpen mit Strom. Der Energiespeicher hat uns ca. 20 tsd gekostet, spart jedoch ca. 10.000 kWh Bezugsstrom ein, somit bei einem Strompreis von 33 ct / kWh 3.300 € abzüglich Einspeisevergütungsgutschrift von ca. 1.000 € = 2.300 € Ertrag der jedoch benötigt wird zur Refinanzierung des Energiespeichers.


    Ökonomisch und Ökologisch ist also viel möglich, da die Energiepreise künftig sicherlich nicht nachhaltig nach unten gehen werden, dürfte es auch Sinn machen. Also meiner Meinung nach macht eine PV Anlage mit Energioespeicher und wenn es passt ein Dachs mit Wärmepumpe immer Sinn.

  • Abgesehen von der Heizung: Was macht ihr noch so im Haus oder auch Home-Office,

    um den Energieverbrauch zu senken (um Kosten zu sparen) oder den Umweltschutz zu verbessern?

    Ohne die bisherigen Antworten im Detail gelesen zu haben, gibt es verschiedene Maßnahmen, die man ergreifen kann. In unserem Haushalt legen wir seit drei oder vier Jahren Wert darauf, ungenutzte Räume nicht unnötig zu heizen. Eine Temperatur von 18°C ist für uns normalerweise ausreichend. In den Räumen, die wir häufiger benutzen, halten wir die Temperatur gewöhnlich zwischen 20°C und 21°C.


    Meine Frau neigt dazu, während des Lüftens die Heizung eingeschaltet zu lassen. Besonders im Winter passiert es ihr oft, dass sie vergisst, stoß zu lüften, stattdessen stehen die Fenster für ein bis zwei Stunden auf Kippstellung, während die Heizung weiterläuft. Um dem entgegenzuwirken, habe ich smarte Thermostate für die Heizkörper und Fensterkontaktschalter angeschafft, die miteinander kommunizieren können. Jetzt wird die Heizung automatisch heruntergedreht, sobald ein Fenster geöffnet wird.


    Darüber hinaus achte ich im Alltag auf kleine Dinge, wie zum Beispiel nur so viel Wasser im Wasserkocher zu erhitzen, wie ich tatsächlich benötige, oder beim Abwaschen nur so viel Wasser zu gebrauchen wie unbedingt nötig und nicht zu heißes Wasser verwenden, usw.


    Gruß

    Sascha

  • Ich habe mir einen solchen Energie-Monitor gebaut. Damit kann man seinen Energieverbrauch mit einem Blick überprüfen. In Verbindung mit einem dynamischen Stromtarif sind einige Einsparungen möglich. Die vielen Werte kommen zum größten Teil aus einer HomeMatic und werden grafisch dargestellt. So kann man die Heizungsregler auslesen, genauso wie die Fensterkontakte und den Gasverbrauch.



    Energie wird in der Zukunft bestimmt nicht preiswerter werden. Deshalb kann es von Vorteil sein, wenn man die Verbrauchswerte kennt.


  • Unser Ansatz ähnelt eurem sehr. In Räumen, die wir weniger frequentieren, halten wir eine Temperatur von rund 18 Grad, während wir in den Räumen, die wir regelmäßig nutzen, die Temperatur auf etwa 20 bis 21 Grad einstellen. Auch wir haben früher häufig vergessen, Fenster zu schließen, insbesondere wenn wir mehrere Stunden außer Haus waren. Aus diesem Grund haben wir ebenfalls unser Zuhause mit Smart-Home-Technologie ausgestattet.