Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen im BHKW-Diskussionsforum! Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie einfach das Registrierungsformular, um sich kostenlos zu registrieren. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

DanielW

Interessent

  • »DanielW« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1

Gewerblicher Anbieter: Nein

Im BHKW-Forum e.V.: Nein

  • Nachricht senden

1

Freitag, 6. November 2009, 14:11

Holzgas BHKW allgemeines

Hello liebe Leute,

ich freu mich ein Forum gefunden zu haben, wo ich meine Interessen austauschen kann, also :) : ich bin schon seit längerem an Holzgas BHKWs interessiert, und hab mich auch schon ziemlich viel darüber informiert, trotzdem hab ich noch ein paar Fragen auf die ich in der großen Welt des Nets einfach keine passenden aussagekräftigen Antworten finden konnte, ich hoffe das mir eure Community hier weiterhelfen könnte, würde mich wirklich sehr freuen da mich diese Fragen brennend interessieren und ich schon sehr gespannt auf Antworten bin!!

also hier wären sie :) :

- Holzgas BHKW mit Gasmotor:

.) ich weiß wie ein Holzgas BHKW schematisch funktioniert, also bis zum Vergasungsmotor, aber wie gehts dann weiter, also vom Generator zur Einspeisung, welche Elemente muss ich wie zusammenschalten um den erzeugten Strom ins Netz einspeisen zu können, brauch ich da Wechselrichter, oder wird der Strom bereits in passender "Form" erzeugt... ?? mir würde hier ein grobes Schema schon sehr weiterhelfen!

.) Frage zur Stromumwandlung: angenommen ich habe einen Vergaser, der mir qualitativ sehr hohes Gas erzeugen kann, welchen Gasmotor kann ich dann zur Stromerzeugung verwenden, gibts da eigene "Holzgasmotoren" oder ist hier jeder Gasmotor passend, bzw. welche Generatoren eignen sich hier am besten zur Netzeinspeisung ? schön wärs wenn mir hier jemand auch die Anforderungen an das Gas, Leistungsbereiche und Hersteller nennen könnte!!

- Einspeisung

.) muss ich den gesamten erzeugten Strom einspeisen oder nur den Teil den ich nicht benötige, bzw. wäre es billiger den ganzen Strom ins Netz einzuspeisen und dafür eine Förderung für die Einspeisung zu kassieren und die Energie dann "billiger" wieder zurück zu kaufen? oder gibts hier sowieso rechtliche Einschränkungen die mir da gar keine Wahl lassen??

.) kann ich das Holzgas BHKW bei Stromausfall auch als Notstromaggregat verwenden??



und abschließend noch eine ganz allgemeine Frage:

- ich habe überall gelesen dass man zum wirtschaftlichen Betrieb mind. 4000- 5000 Betriebsstunden im Jahr erreichen sollte, nun stellt sich mir die Frage was ich im Sommer und im Winter mache, also kann man ein Holzgas BHKW im Winter für die Heizung eines Einfamilienhauses (durschnittliche Verbrauchswerte) + Stromerzeugung verwenden und im Sommer dann komplett auf Strom umstellen??

bzw. dann weiters wenn ich im Winter heize und Strom erzeuge und ich dann für mich selbst zu wenig Strom erzeuge, kann ich dann den restlichen Strom zukaufen??



so, dass waren jetzt einige Fragen, ich hoffe wirklich dass ihr mir hier mit eurer Erfahrung weiterhelfen könntet!! Ich würde mich wirklich sehr freuen :sehrgut: !!

liebe Grüße

Daniel




  • »alikante« ist männlich

Beiträge: 5 447

BHKW: Vaillant ecoPOWER 1.0

BHKW-Betriebsstoff: Erdgas

Beruf: Elektriker,CNC-Einrichter,Mechatroniker

Gewerblicher Anbieter: Nein

Im BHKW-Forum e.V.: Ja

  • Nachricht senden

2

Freitag, 6. November 2009, 17:01

Moin Daniel,

grundsätzlich produziert ein BHKW immer Strom und Wärme gleichzeitig. Wenn Du im Sommer keinen Wärmebedarf hast kann das BHKW nicht laufen.
Im Falle eines Holzgas BHKW wird wohl die Stromvergütung nach EEG zum tragen kommen, also Volleinspeisung für knapp 23Cent/kwh.
Generatoren gibt es derer viele Du kannst nen einfachen Asynchrongenerator oder einen technisch aufwändigeren Synchrongenerator nehmen. Auch die Variante über Gleich- und Wechselrichter ist möglich.
Alle Varianten haben natürlich spezifische Vor-und Nachteile.
Was meinst Du mit Schema??

Holzgasgenerator -> Verbrennungsmotor -> Generator -> Schutz-und Überwachungsorgane (ENS,Schützen,Sicherungen, Motorschutz,Spannungswächter etc.) -> Zähler -> Netz

So in etwa??

Motoren gibts auch ne ganze Menge aber da kenn ich mich eher nicht aus, nur eines kann ich mit bestimmheit sagen die Dinger gibts nicht von der Stange sondern müssen für Holzgas angepasst werden.

Das ein Holzgaser als Notstromer funzt glaub ich eher nicht, es dauert doch einiges an Zeit bis der ganze Prozess läuft.

mfg
Signatur von »alikante« Pöl BHKW Tiger †
Pöl BHKW Raptor †
Ecopower 1.0
Solarthermie 27m² Heat-Pipe-Röhren
PV Anlage 1,8kWp Solarmax 2000C 15xKaneka k120

3

Freitag, 6. November 2009, 17:19

dann geh ich mal ein bisschen näher auf die Vergütung für die Stromeinspeisung ein:

Vergütung nach EEG ist höher als die nach KWKG und derzeit höher als der Bezugsstrom, ausserdem ist der Förderzeitraum doppelt so lange. Aber es muss nachgewiesen werden, dass das Holz auch aus Nachwachsenden Rohstoffen besteht und bspw. nicht aus Holzabfällen aus der Industrie. Dieser Nachweis ist regelmäßig zu führen, ich glaube sogar, dass es ein Gutachten braucht, bin da nicht so tief drin. Wenn nach EEG eingespeist wird, dann immer Volleinspeisung, da mehr Vergütung als für den Bezug bezahlt wird.

Vergütung nach KWKG ist geringer als der Bezugsstrom, daher hier nur den überschuss einspeisen. Hierzu werden 2 gegenläufige Zähler jeweils rücklaufgesperrt installiert. Erzeugt die Anlage weniger als man selbst benötigt oder steht die Anlage läuft der eine Zähler (hier wird der Bezug ermittelt) und der ander läuft in die Rücklaufsperre und steht. Erzeugt das BHKW mehr Strom als man selbst benötigt, ist es genau umgekehrt. Wenn nach KWKG eingespeist wird, dann immer Überschusseinspeisung, da mehr durch vermiedenen Bezug gespart wird als man für die Einspeisung erhält.

Grüße

Bruno
Signatur von »Bruno44« Ich bemühe mich, garantiere aber keine Vollständigkeit und Richtigkeit, Beiträge ersetzen keine Steuer- oder Rechtsberatung!
Ich Unterstütze den gemeinnützigen Gedanken dieses Forums und dessen gemeinnützigen Verein, der sicher nix gegen eine Spende hat, wenn ihm hier geholfen wurde.

oebuba

Erfahrener

  • »oebuba« ist männlich

Beiträge: 80

BHKW: ------

BHKW-Betriebsstoff: ------

Beruf: Kfz. Mechaniker / Hersteller von Holzgas BHKW ( 30-500kW/h el.)

Gewerblicher Anbieter: Ja

Im BHKW-Forum e.V.: Nein

  • Nachricht senden

4

Freitag, 6. November 2009, 20:35

zum noch einmal etwas zum Thema Holzgas .

Die Einspeisevergütung erfolgt nach EEG mit folgenden Sätzen: Grundvergütung 11,76 Cent, NAWARO Bonus 6 Cent, Technolgie-Bonus 2 Cent, gesamt 19,67 Cent je kW/h. Der KWK Bonus wird nur für effektiv genutzte Wärme vergütet, dieses muß jährlich von einem Umweltgutachter bestätigt werden, ebenso der Einsatz von Brennstoff!

Ein wenig zur Technik.
Die Motoren für unsere BHKW werden für den Betrieb mit Holzgas aufwendig umgerüstet! Es werden etliche Gasmotoren auf dem Markt angeboten, diese entsprechen aber nicht unseren Anforderungen! Als Stromerzeuger verwenden wir Asynchrongeneratoren, die Regelung und Netzanbindung umfaßt die üblichen geforderten Meß-Regel und Sicherheitseinrichtungen.
Ein Holzgas-BHKW ist für einen Notstrombetrieb nicht optimal, da der Gaserzeuger für eine bestimmte Gasmenge konstruiert ist.
Nur im Bereich dieser Leistung mit kleinen Abweichungen plus oder minus wird optimales Gas erzeugt! Die Anlage sollte also immer mit der geplanten Leistung laufen!

oebuba

holzgaser

Sachkundiger

  • »holzgaser« ist männlich

Beiträge: 105

BHKW: ------

BHKW-Betriebsstoff: Sonstige

Gewerblicher Anbieter: Ja

Im BHKW-Forum e.V.: Nein

  • Nachricht senden

5

Freitag, 6. November 2009, 20:36

Holzgas BHKW

Hallo!



Zitat

.) Frage zur Stromumwandlung: angenommen ich habe einen Vergaser, der mir qualitativ sehr hohes Gas erzeugen kann, welchen Gasmotor kann ich dann zur Stromerzeugung verwenden, gibts da eigene "Holzgasmotoren" oder ist hier jeder Gasmotor passend, bzw. welche Generatoren eignen sich hier am besten zur Netzeinspeisung ? schön wärs wenn mir hier jemand auch die Anforderungen an das Gas, Leistungsbereiche und Hersteller nennen könnte!!


Zum Holzgasmotor:

Alos grundsätzlich kannst Du jeden Benzinmotor oder gebrauchten BIO - Gasmotor für ein Holzgas BHKW nutzen. Die Drehzahl sollte bei 1000 1/min liegen um einen vernünftigen Wirkungsgrad zu erreichen.
Als Asyncron - Generator leistet ein Drehstrommotor gute Dienste. Am Motor ist die Zündung auf die optimale Leistung einzustellen, weitere Umbauten sind nicht notwendig.

Als Verbrauch ist 1KG Holz je KWH elektrische Leistung anzunehmen => wenn´s gut läuft auch weniger :D ;)

Für ein Einfamilienhaus ist eine el. Leistung von 5kW ausreichend. Ich heize meine Werkstatt (450m²) mit einer el. Leistung von 15kW locker auf 20°C bei einer Temperatur wie heute (2°C)
Was auf jeden Fall dazugehört ist ein Pufferspeicher was, glaube ich, für jedes BHKW sinnvoll ist.

MfG
Signatur von »holzgaser« Holzgassteuer ist zu teuer......das Finanzamt nur Atomkraft schaft!
Holzvergaser - BHKW 20 kW el. und PV 19,6kW

www.holzgasjournal.de
Soehlmetall GmbH
Dieselstraße 7
84419 Obertaufkirchen

holzgaser

Sachkundiger

  • »holzgaser« ist männlich

Beiträge: 105

BHKW: ------

BHKW-Betriebsstoff: Sonstige

Gewerblicher Anbieter: Ja

Im BHKW-Forum e.V.: Nein

  • Nachricht senden

6

Dienstag, 13. Juli 2010, 10:48

Holzgas BHKW 20KW el. die 1000. Betriebsstunde ist durch

Servus zusammen!

:) jetzt hat mein Holzgas BHKW gerade seine 1000. Betriebsstunde durchlaufen!!!


Ein Ausschnitt aus meinem Betriebstagebuch:


Zitat

Betriebstagebuch Teil 2

12.07.10

Betriebsstunden: 1003
Durch eine Optimierung an der Mechanik des Lambdareglers hat sich das Regelverhalten wesentlich verbessert. Die Anlage läuft bei Lambda 1.1 mit 18KW



Um 14°° Die 1000 Betriebsstunde läuft gerade!

9.07.10

Betriebsstunden: 994
Die neue Filteranlage mit automatischer Aschenaustragung ist in die Holzgasanlage eingebaut und wird jetzt getestet. Die ersten Ergebnisse sind sehr überzeugend. Die Filtration ist entsprechend gut, jetzt muss noch die Standzeit unsere Erwartungen erfüllen.
Durch die Änderungen kann jetzt auch die Restkohle während des Betriebs aus der Anlage entnommen werden. Diese ganzen Fortschritte bringen uns wieder dem vollautomatischen „8000“ Stunden Jahr näher.




Die Holzvergasung ist schon ein sehr interessantes Thema.
Gruß

holzgaser
Signatur von »holzgaser« Holzgassteuer ist zu teuer......das Finanzamt nur Atomkraft schaft!
Holzvergaser - BHKW 20 kW el. und PV 19,6kW

www.holzgasjournal.de
Soehlmetall GmbH
Dieselstraße 7
84419 Obertaufkirchen




bluwi

Spezialist

  • »bluwi« ist männlich

Beiträge: 833

BHKW: ------

BHKW-Betriebsstoff: ------

Beruf: El. Ing.

Gewerblicher Anbieter: Nein

Im BHKW-Forum e.V.: Nein

  • Nachricht senden

7

Donnerstag, 15. Juli 2010, 10:18

Hallo an alle, die "was wissen" und das Wissen auch teilen wollen:

Das Thema finde ich hoch spannend, weiß aber nur sehr wenig darüber. (Vermutlich geht es vielen so :-) Vielleicht könnte hier ein kleiner Basiskurs für "Dummies" entstehen ???

Im Moment hänge ich an folgenden Fragen:
- Was sind die großen Herausforderungen am Holzvergasen? Worauf kommt es an ?
- Es ist immer wieder von Teer zu lesen. Wann und warum entsteht der, bzw. wie kann man den vermeiden ?
- Wenn ich das richtig interpretiere, dann wird für die Vergasung Energie gebraucht, die aus einer sauerstoffarmen Verbrennung entsteht. Warum wird nicht das Holz über eine Wärmerückführung aus dem Abgas "verdampft"?
- Welche chemischen Reaktionen liegen der Gasproduktion zugrunde ?
- Bleibt da am Ende da Holzkohle übrig ?

Viele Frage, ich weiß :-) Aber die müssen auch nicht alle auf einmal beantwortet weren.

bluwi
Signatur von »bluwi« Lesen gefährdet die Dummheit !
Denken gefährdet Vorurteile !

8

Donnerstag, 15. Juli 2010, 12:29

Hallo an alle, die "was wissen" und das Wissen auch teilen wollen:
Wenn man Wissen teilt ist es Halbwissen :pfeifen:
Das Thema finde ich hoch spannend, weiß aber nur sehr wenig darüber. (Vermutlich geht es vielen so :-) Vielleicht könnte hier ein kleiner Basiskurs für "Dummies" entstehen ???
Ein alte Regel der die sich mit Holz befassen besagt

* Christus ist an Kreuz aus Holz geschlagen worden, deshalb ist der Werkstoff nicht einfach zu bearbeiten *

( es ist etwas deftiger überliefert, aber gewisse Moderatoren neigen bei zu Sakraler Vertiefung zum :schimpf: )

also gibt es nicht ein Normholz sonder ein launisches Holz mit vielen Tagesschwankungen,
es ist vergleichbar einer langen Ehe wer sich lang kennt, kennt den andern, wer meint
sowas ist im Schnellkurs erlernbar ist ein Kind des WWW einmal Googlen und ich bin Kluuuch
( das macht aber beim Holzgas nur der Versuch http://www.holzgibtgas.com/ )
is nicht :P

Im Moment hänge ich an folgenden Fragen:
- Was sind die großen Herausforderungen am Holzvergasen? Worauf kommt es an ?
- Es ist immer wieder von Teer zu lesen. Wann und warum entsteht der, bzw. wie kann man den vermeiden ?


- Bleibt da am Ende da Holzkohle übrig ?
Teer kanns geben muß es aber nicht, wenn alles Richtig Trockenheit, Temperatur, nicht zuweit
in Teillast und noch zig andere Dinge, die ich vor Jahren anders beurteilte als heut ( früher geht
nur mit groben, heut ist mir Gipfelholz mit Nadeln und Rinde lieber da billiger ) und wenn die Richtige
Motorentechnick ist auch das egal, weil es gab auch Teerölmotoren, also auch da ist Spielraum.

Zitat


- Wenn ich das richtig interpretiere, dann wird für die Vergasung Energie gebraucht, die aus einer sauerstoffarmen Verbrennung
Das ist sehr Dummiehaft, es gibt Holzvergaser die fahren mit einen Luftgemisch bis zu 38 % Sauerstoffinhalt
( reduziert den Anteil des Stickstoffes ) sicher wirds in einen Holzvergaser heiß, die kunst ist nur nicht zu heiß
auf das alles Verbrennt, sondern nur so heiß das es die Gase optimal austreibt.

Zitat


entsteht. Warum wird nicht das Holz über eine Wärmerückführung aus dem Abgas "verdampft"?
weil das Abgas genau so heiß wär das fast nur Teer entsteht .||.
schlicht und einfach zu Kalt und ganz besonders wen der Motor in die Richtung optimiert.

Zitat

- Welche chemischen Reaktionen liegen der Gasproduktion zugrunde ?
je nach Zone im Holzgaser ganz verschiedene, manche ergänzen sich manche sind Kontrproduktiv,
mache kann man durch geeignete Masnahmen steuern, z.B. Heißdampfeinblasung, die setzt aber
mehr voraus als ein altes Ölfas zum Holzvergaser zu verwandeln.

Zitat

- Bleibt da am Ende da Holzkohle übrig ?
Eigentlich nein, es gibt aber Verfahren wo dies gewünscht, ich würde es nach möglichkeit vermeiden.
Viele Frage, ich weiß :-) Aber die müssen auch nicht alle auf einmal beantwortet weren.
Könnt ich auch garnicht weil ich nach 30 Jahren mich immer noch in meinen Ansichten durch die
Praxsis revidieren muß.